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Die Vereinbarkeit des menschlichen freien Willens und der göttlichen Lenkung bei Thomas von Aquin

Title: Die Vereinbarkeit des menschlichen freien Willens und der göttlichen Lenkung bei Thomas von Aquin

Term Paper , 2019 , 14 Pages

Autor:in: Sabrina Wirth (Author)

Philosophy - Miscellaneous
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Die Frage nach dem freien Willen gibt es bereits seit Anbeginn der Zeit. In der Bibel, in der Antike bei Aristoteles, im Mittelalter bei Thomas von Aquin und auch in der Neuzeit bei Immanuel Kant. Fast jeder große Philosoph hat sich im Laufe seines Lebens mit der Frage beschäftigt, ob der Mensch einen freien Willen besitzt, ob dieser mit der göttlichen Lenkung vereinbar ist und inwieweit Determinismus, Kompatibilismus oder Libertarismus existieren.

Auch für Thomas von Aquin hat diese Frage eine entscheidende Rolle gespielt. Im 13. Jahrhundert war der christliche Glaube vorherrschend. Dieser setzt die freie Willensentscheidung voraus, da der Mensch sich bewusst und frei für oder gegen den Glauben an Gott entscheiden muss. Inwiefern lässt sich also Gottes Vorauswissen mit dem menschlichen freien Willen in Einklang bringen?

Zunächst gehe ich in dieser Arbeit auf Thomas Kommentar zum Buch über die Ursachen ein. Hier werde ich besonderen Fokus auf die Lektionen 19-24 legen, da Thomas in diesen die Thematik der göttlichen Lenkung behandelt. Doch zuvor beschreibe ich kurz den groben Inhalt des Liber De Causis, um den Grundgedanken der Ursachen und der daraus resultierenden Lenkung zu erläutern.

Im nächsten Kapitel behandle ich Thomas Meinung über Willensfreiheit und beziehe gleich mehrere Werke Thomas mit ein. Die Thomas Summa Theologica, in welchem er explizit Fragen über den Willen an sich, Gottes Willen, den menschlichen freien Willen und ob dieser überhaupt existieren könne behandelt. Die Argumentation wird sich auch auf weitere Werke beziehen, wie etwa Aristoteles Nikomachische Ethik, zu welcher Thomas ebenfalls einen Kommentar verfasst hat, in welchem er sich über Aristoteles Ansicht zum Thema des freien Willens äußert.

Als weitere Werke werde ich auf die Summa Contra Gentiles und De Malo eingehen.
Im Fazit werde ich die Frage versuchen zu beantworten, ob für Thomas von Aquin die göttliche Vorsehung / Lenkung mit dem menschlichen freien Willen / Freiheit vereinbaren lässt, oder ob wir Menschen der göttlichen Lenkung vollkommen unterstellt sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Vereinbarkeit göttlicher Lenkung und freien Willens

2. Exposito Liber De Causis: Von Ursachen und Lenkung

2.1. Liber De Causis: Originalwerk und Kommentar von Thomas von Aquin

2.2. Liber De Causis Lectio 19 – Wie die niedrigeren von den höheren Dingen abhängen

2.3. Liber De Causis Lectio 20 – Die Art und Weise der Lenkung der höheren Dinge

2.4. Liber De Causis Lectio 23 – Wie die niedrigeren Dinge auf unterschiedliche Weise die Lenkung der ersten Ursache aufnehmen

3. Thomas über den freien Willen

3.1. Der freie Wille in Summa Contra Gentiles

3.2. Der freie Wille in Summa Theologica, De Malo und Thomas Kommentar zur Nikomachischen Ethik

4. Fazit: Haben wir Menschen einen freien Willen?

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die philosophische Fragestellung bei Thomas von Aquin, wie das menschliche Streben nach einem freien Willen mit der alles umfassenden göttlichen Lenkung und Vorsorge in Einklang gebracht werden kann.

  • Analyse des Liber De Causis hinsichtlich göttlicher Ursachen und Lenkung
  • Untersuchung hierarchischer Abhängigkeiten zwischen göttlichen und menschlichen Ebenen
  • Erörterung der Willensfreiheit in den Schriften Summa Contra Gentiles und De Malo
  • Synthese von göttlicher Vorsehung und menschlicher Entscheidungsautonomie
  • Diskussion über die Vereinbarkeit von Determinismus und freiem Willen

Auszug aus dem Buch

3. Thomas über den freien Willen

Thomas geht von dem Grundgedanken aus, dass das menschliche Handeln von zwei rationalen Vermögen beherrscht wird. Zum einen vom Verstand (intellectus, ratio), zum anderen von Willen (voluntas). Für Thomas ist der Wille ein vernünftiges Vermögen. Unser gesamtes menschliches Handeln ist geprägt durch eine Komposition dieser beiden rationalen Vermögen von Verstand und Willen.

Für Thomas steht fest, dass der menschliche Wille durch eine rationale Weise des Strebens ausgezeichnet ist. Da er von Gott erschaffen wurde, strebt dieser Wille immer zu Gott selbst und dessen Gutheit zurück. Dieses Streben entsteht durch Gottes Lenkung zum göttlichen Ziel der Gutheit. Demnach kann für Thomas kein Widerspruch zwischen der Lenkung Gottes und dem freien Willen des Menschen bestehen. Sie lenkt den Menschen zur eigenen Vollkommenheit und beschränkt diesen deshalb nicht in seiner Freiheit.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vereinbarkeit göttlicher Lenkung und freien Willens: Einführung in die historische und philosophische Grundproblematik des Kompatibilismus zwischen Gottes Vorwissen und menschlicher Freiheit bei Thomas von Aquin.

2. Exposito Liber De Causis: Von Ursachen und Lenkung: Darstellung des Begriffsgefüges von Ursachen und die grundlegende Rolle des Liber De Causis in der thomasischen Argumentation.

2.1. Liber De Causis: Originalwerk und Kommentar von Thomas von Aquin: Untersuchung der Entstehung und der theologisch-philosophischen Einordnung des Werkes Liber De Causis.

2.2. Liber De Causis Lectio 19 – Wie die niedrigeren von den höheren Dingen abhängen: Analyse der hierarchischen Ordnung, in der alle Dinge von der ersten Ursache (Gott) abhängen.

2.3. Liber De Causis Lectio 20 – Die Art und Weise der Lenkung der höheren Dinge: Erörterung der kausalen Beeinflussung der geschaffenen Dinge durch Gott ohne deren Vermischung.

2.4. Liber De Causis Lectio 23 – Wie die niedrigeren Dinge auf unterschiedliche Weise die Lenkung der ersten Ursache aufnehmen: Differenzierung der Lenkungsformen bei göttlichen und nicht-göttlichen Intelligenzen.

3. Thomas über den freien Willen: Erläuterung der Verbindung von Verstand und Wille als Basis des menschlichen Handelns.

3.1. Der freie Wille in Summa Contra Gentiles: Argumentation für die Vernünftigkeit der göttlichen Absicht, die den Menschen zur Vollkommenheit führt.

3.2. Der freie Wille in Summa Theologica, De Malo und Thomas Kommentar zur Nikomachischen Ethik: Diskussion der Grenzen des freien Willens gegenüber der göttlichen Lenkung in unterschiedlichen Werken.

4. Fazit: Haben wir Menschen einen freien Willen?: Kritische Zusammenfassung der Ergebnisse und Beantwortung der Frage nach der Existenz menschlicher Freiheit im Kontext göttlicher Vorsehung.

Schlüsselwörter

Thomas von Aquin, freier Wille, göttliche Lenkung, Vorsorge, Kompatibilismus, Ursache, Intellekt, voluntas, Summa Contra Gentiles, De Malo, Freiheit, Determinismus, Vernunft, Philosophie, Liber De Causis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit behandelt die Vereinbarkeit des menschlichen freien Willens mit der göttlichen Lenkung und Vorsorge in der Philosophie des Thomas von Aquin.

Welche zentralen Themenbereiche werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die Lehre von den Ursachen (Liber De Causis), die Struktur der menschlichen Entscheidungsfindung und das Verhältnis zwischen göttlicher Vorsehung und menschlicher Freiheit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu klären, ob der Mensch trotz einer göttlichen Lenkung über einen echten freien Willen verfügt oder ob er vollständig der göttlichen Fügung unterworfen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?

Die Arbeit stützt sich auf eine hermeneutische Textanalyse ausgewählter Werke von Thomas von Aquin, primär seines Kommentars zum Liber De Causis sowie Abschnitten aus der Summa Contra Gentiles und De Malo.

Was bildet den Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in eine philosophische Analyse des Liber De Causis hinsichtlich der Wirkweise der ersten Ursache sowie in die Untersuchung der Willensfreiheit in den theologischen Hauptwerken von Thomas.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie göttliche Vorsehung, Freiheit des Willens, Kausalität, vernünftiges Streben und die philosophische Kompatibilität dieser Konzepte definiert.

Welche Rolle spielt der Liber De Causis in der Argumentation?

Der Liber De Causis dient als essenzielle Grundlage, um zu verstehen, wie Thomas von Aquin die kausale Beeinflussung der Welt durch Gott und die hierarchische Ordnung der Intelligenzen strukturiert.

Wie bewertet Thomas von Aquin den menschlichen Willen in 'De Malo'?

In 'De Malo' betont Thomas besonders die Abhängigkeit des menschlichen Willens von Gott, was gelegentlich als sehr starke deterministische Ausrichtung gedeutet wird, die der freien Wahl Grenzen setzt.

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Details

Title
Die Vereinbarkeit des menschlichen freien Willens und der göttlichen Lenkung bei Thomas von Aquin
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Philosophie und Philologie)
Course
Thomas von Aquin, Kommentar zum Buch „Über die Ursachen“ (Liber De Causis)
Author
Sabrina Wirth (Author)
Publication Year
2019
Pages
14
Catalog Number
V1472987
ISBN (PDF)
9783389021309
ISBN (Book)
9783389021316
Language
German
Tags
Thomas von Aquin Philosophie Über die Ursachen Liber De Causis freier Wille Willensfreiheit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sabrina Wirth (Author), 2019, Die Vereinbarkeit des menschlichen freien Willens und der göttlichen Lenkung bei Thomas von Aquin, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1472987
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