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Maskulinismus im Rechtspopulismus. Die Bedeutung von Männlichkeit für den autoritären Rechtspopulismus

Titel: Maskulinismus im Rechtspopulismus. Die Bedeutung von Männlichkeit für den autoritären Rechtspopulismus

Seminararbeit , 2022 , 14 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Politik - Politische Systeme
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In Europa verzeichnen rechtspopulistische Parteien und Bewegungen einen bemerkenswerten Aufschwung. Wahlerfolge der Alternative für Deutschland (AfD), der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) und des Rassemblement National in Frankreich (RN) zeigen, dass sich rechtspopulistische Parteien fest etabliert haben. Der Erfolg des Rechtspopulismus ist auf eine Vielzahl ökonomischer, kultureller, sozialer und politischer Veränderungen seit den 1980er Jahren zurückzuführen, die zu wachsenden Ungleichheiten, Ängsten und Unsicherheiten in der Gesellschaft geführt haben.

Politikwissenschaftlerin Birgit Sauer betont, dass diese Verunsicherungsthese um eine Geschlechterdimension erweitert werden muss. Viele Männer erleben verstärkte Verunsicherung durch die zunehmende Teilhabe von Frauen im Arbeitsmarkt und in politischen Institutionen seit den 1970er Jahren. Rechtspopulistische Parteien nutzen diese verunsicherten Männlichkeiten, um Unterstützung für ihr autoritäres politisches Projekt zu mobilisieren, indem sie männliche Identitätspolitik und das Versprechen auf die Wiederherstellung von Männlichkeit, Souveränität und Sicherheit durch starke Führungsfiguren bieten.

Mit dem Erfolg rechtspopulistischer Parteien gewinnt die Forschung im Bereich des Rechtspopulismus an Relevanz. Dennoch bleibt die Bedeutung von Männlichkeit im autoritär-populistischen Diskurs vergleichsweise unterbeleuchtet. Diese Arbeit untersucht daher, wie Männlichkeit im autoritären Rechtspopulismus als Mobilisierungsgrundlage genutzt wird.

Die theoretische Grundlage bilden primär die Konzepte von Stuart Hall zum autoritären Populismus und Birgit Sauers Forschung zur Geschlechterpolitik. Zunächst wird der Begriff des Populismus und dessen Zusammenhang mit der Volkssouveränität erläutert. Anschließend folgt eine Darstellung des autoritären Populismus nach Stuart Hall und der Rolle des Geschlechts nach Birgit Sauer. Diese Konzepte dienen als Grundlage, um die männliche Identitätspolitik rechtspopulistischer Parteien darzustellen. Abschließend erfolgt eine Zusammenfassung und Beantwortung der zentralen Fragestellung.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Annäherung an den Begriff des Populismus

2.1 Volkssouveränität im (Rechts-)Populismus

3. Autoritärer Populismus nach Stuart Hall

3.1 Das Autoritäre im modernen Rechtspopulismus

4. Die Bedeutung von Geschlecht im Rechtspopulismus nach Birgit Sauer

4.1 Geschlechterverhältnisse als Ursache für den Erfolg des Rechtspopulismus

5. Männliche Identitätspolitik

5.1 Männliche Führungsfiguren

5.2 Affektive Identitätsnarrative

6. Fazit

Zielsetzung und Forschungsgegenstand

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Männlichkeit im autoritären Rechtspopulismus als gezieltes Mobilisierungsinstrument eingesetzt wird. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, auf welche Weise männliche Identitätsangebote genutzt werden, um die Anhängerschaft zu stabilisieren und auf die Krisenerfahrung der "verunsicherten Männer" zu reagieren.

  • Analyse des Begriffs des Rechtspopulismus und dessen Verhältnis zur Demokratie.
  • Untersuchung des Konzepts des autoritären Populismus nach Stuart Hall.
  • Beleuchtung der Rolle von Geschlecht und Geschlechterverhältnissen laut Birgit Sauer.
  • Deutung der männlichen Identitätspolitik als Mobilisierungsstrategie.
  • Rolle von Führungsfiguren und affektiven Narrativen bei der Zielgruppenansprache.

Auszug aus dem Buch

Die Bedeutung von Geschlecht im Rechtspopulismus nach Birgit Sauer

Innerhalb der rechtspopulistischen Ideologie werden Antagonismen als Strategie verwendet, die, wie bereits erläutert, häufig die Trennung von „Wir“, also „dem Volk“, und „den da oben“, also der politischen „Elite“, darstellt (vgl. Lewandowski 2017: 5). Jedoch wird im Rechtspopulismus nicht nur die Differenzierung zu dem politischen Establishment verdeutlicht, sondern auch die Unterscheidung zwischen „Wir“ und „den Anderen“, wobei „die Anderen“ jene Gruppen von Menschen darstellen, die beispielsweise auf Grund ihrer Sexualität, ihrer Herkunft oder ihres Geschlechts nicht der rechtspopulistischen Ideologie entsprechen (vgl. Sauer 2018: 178f.). Obwohl innerhalb des Rechtspopulismus vorrangig eine Anti- Migrationspolitik gegen geflüchtete Menschen betrieben wird, gehe es „um mehr als nur eine restriktive Immigrationspolitik (...).“ (ebd.: 179). Sauer vertritt die These, dass Geschlechterverhältnisse eine bedeutende Relevanz haben, um den derzeitigen Rechtspopulismus erfassen zu können (vgl. ebd.: 180ff.). Innerhalb rechter Parteien und Bewegungen lässt sich erkennen, dass diese stark männlich geprägt sind, sei es in der Wählerschaft oder als Repräsentanten in Parlamenten (Sauer 2020: 24ff.). Innerhalb der rechtspopulistischen Politik wird sich auf ein binäres Geschlechtersystem gestützt und auf dieser Basis Geschlechterrollen begründet, die unter anderem der Frau die Rolle als Mutter zukommen lässt, die es als Mann zu beschützen gilt (vgl. Sauer 2018. 180ff.) Dabei betonen rechtspopulistische Parteien im Gegensatz zu beispielsweise islamischen Kulturen frauenfördernd zu sein und Frauen vor der vermeintlich ausgehenden Gefahr migrierter Männer schützen zu wollen, wobei an dieser Stelle deutlich wird, wie die sexistischen sowie rassistischen Ideologien im Rechtspopulismus ineinandergreifen (vgl. ebd.: 183f.) Auf diese Weise bedienen sich rechte Parteien einem Feindbild des muslimischen Mannes und werten dabei ihre eigene Kultur auf, indem sie gleichzeitig vorgeben, feministische Interessen zu vertreten, was von Sara R. Farris als „femonationalism“ bezeichnet wird (Farris 2017: 4f.). Obwohl rechte Parteien und Bewegungen innerhalb dieser Strategie behaupten im Sinne von Frauen zu handeln, wird sich gleichzeitig mit einem „Anti- Genderismus“ gegen Feminismus und Gleichstellung ausgesprochen und Gender- Studies als eine Indoktrination „von oben“ dargestellt (vgl. Villa/Hark 2017: 4f.). Nach Sauer erscheint Geschlecht „in der rechtspopulistischen Debatte (...) als leerer Signifikant und kann so zum Modulator eines (...) Kampfes um kulturelle und politische Hegemonie werden.“ (Sauer 2018: 191)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einstieg in die Relevanz rechtspopulistischer Parteien und erste Hinführung zur Bedeutung von Männlichkeit als politisches Identitätsangebot.

2. Annäherung an den Begriff des Populismus: Definition des Populismusbegriffs und Erläuterung des Spannungsverhältnisses zwischen Volkssouveränität und liberaler Demokratie.

2.1 Volkssouveränität im (Rechts-)Populismus: Kritische Auseinandersetzung mit dem Verständnis von Demokratie und dem Wunsch nach direkter Teilhabe im populistischen Kontext.

3. Autoritärer Populismus nach Stuart Hall: Theoretische Rahmung des autoritären Populismus mittels des Konzepts von Stuart Hall und dem Bezug zum Thacherismus.

3.1 Das Autoritäre im modernen Rechtspopulismus: Übertragung der Hallschen Konzepte auf aktuelle rechtspopulistische Bewegungen und deren antiliberale Tendenzen.

4. Die Bedeutung von Geschlecht im Rechtspopulismus nach Birgit Sauer: Darstellung der zentralen Rolle von Geschlechterbildern und deren Funktion für die rechtspopulistische Ideologiebildung.

4.1 Geschlechterverhältnisse als Ursache für den Erfolg des Rechtspopulismus: Analyse, wie sozioökonomische Unsicherheit und die veränderte Stellung der Frau zu rechtspopulistischem Zuspruch führen.

5. Männliche Identitätspolitik: Untersuchung der maskulinistischen Identitätspolitik als Mobilisierungsstrategie zur Sicherung männlicher Souveränität.

5.1 Männliche Führungsfiguren: Analyse der Rolle charismatischer, zumeist männlicher Führungspersonen als Identifikationspunkte für die Anhängerschaft.

5.2 Affektive Identitätsnarrative: Bedeutung emotional aufgeladener Narrative, etwa des "Beschützer-Mythos", für die Bindung der Anhänger.

6. Fazit: Zusammenfassende Synthese der Ergebnisse zur Bedeutung von Männlichkeit für den Erfolg rechtspopulistischer Kräfte.

Schlüsselwörter

Rechtspopulismus, Männlichkeit, autoritärer Populismus, Stuart Hall, Birgit Sauer, Geschlechterrollen, Identitätspolitik, Mobilisierung, Femonationalismus, Volkssouveränität, Krisenphänomen, Politische Kultur, maskulinistisch, Narrative, Demokratie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Wechselwirkung zwischen autoritärem Rechtspopulismus und der Konstruktion von Männlichkeit, um zu erklären, wie und warum rechtspopulistische Parteien erfolgreich Männer als Kernzielgruppe mobilisieren.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die theoretische Definition des Populismus, das Konzept des autoritären Populismus nach Stuart Hall, die geschlechtertheoretischen Analysen von Birgit Sauer und die mediale bzw. ideologische Inszenierung männlicher Identität.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu verstehen, wie Männlichkeit in Form von Identitätsangeboten als strategische Mobilisierungsgrundlage genutzt wird, um auf die Verunsicherung männlicher Wählerschichten zu reagieren.

Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Arbeit, die vorrangig auf der Analyse politiktheoretischer Konzepte (insbesondere von Hall und Sauer) und deren systematischer Anwendung auf rechtspopulistische Phänomene basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen und sozioökonomischen Hintergründe des Rechtspopulismus, die Bedeutung des Thacherismus als Modell des autoritären Populismus sowie die spezifische geschlechterpolitische Dimension der rechtspopulistischen Programmatik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Rechtspopulismus, Autoritarismus, Männlichkeit, Identitätspolitik, Geschlechterverhältnisse und Mobilisierungsstrategien.

Welche Rolle spielt die soziale Unsicherheit für den Rechtspopulismus?

Soziale Unsicherheit, hervorgerufen durch Modernisierung und Globalisierung, macht Bevölkerungsgruppen empfänglicher für populistische Narrative, die klare Identitätsangebote als Rettung versprechen.

Wie wird das Konzept der Männlichkeit als "Sicherheitsversprechen" genutzt?

Rechtspopulistische Akteure suggerieren eine Wiedererlangung der Souveränität, indem sie traditionelle Rollenbilder (Mann als Ernährer und Beschützer) betonen, um dem "zornigen weißen Mann" ein Gefühl von Kontrolle und Sicherheit zurückzugeben.

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Details

Titel
Maskulinismus im Rechtspopulismus. Die Bedeutung von Männlichkeit für den autoritären Rechtspopulismus
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Sozialwissenschaftliches Institut)
Veranstaltung
Theorien der Volkssouveränität
Note
1,3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
14
Katalognummer
V1473069
ISBN (PDF)
9783389023990
ISBN (Buch)
9783389024003
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Populismus Rechtspopulismus maskulinismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2022, Maskulinismus im Rechtspopulismus. Die Bedeutung von Männlichkeit für den autoritären Rechtspopulismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1473069
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  14  Seiten
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