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Die Südafrikanische Stadt im Kontext der Apartheid und der Postapartheid

Title: Die Südafrikanische Stadt im Kontext der Apartheid und der Postapartheid

Term Paper , 2008 , 18 Pages

Autor:in: Fabian Lehmann (Author)

Geography / Earth Science - Regional Geography
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Das Afrikaans Wort Apartheid geht auf die niederländische Bezeichnung für Trennung oder Teilung zurück. Dieses Wort steht seit der Mitte des 20. Jahrhunderts vielmehr für das südafrikanische politische System der weißen Minderheitsherrschaft, die über vier Jahrzehnte währte. Mit dem Wahlsieg der National Party 1948 manifestierte sich ein System, das zu einer politischen, kulturellen und ökonomischen Trennung der als Rassen bezeichneten Bevölkerungsgruppen führte. Diese systematische und von höchster staatlicher Ebene verfolgte Politik hatte vor allem auch konkrete Auswirkungen auf die Physis der Städte. Um die Entwicklung der urbanen Zentren in Südafrika in den letzten fünf Jahrzehnten soll es in dieser Arbeit gehen. Ebenso werden die Jahre nach der offiziellen Auflösung dieses politischen Systems 1990 von zentraler Bedeutung sein.
Um zu verstehen, durch welche Mittel sich ein kolonialer Staat in den südafrikanischen Apartheidsstaat verwandeln konnte, muss zunächst kurz der historischen Entwicklung Südafrikas Rechnung gezollt werden. Dabei wird der gesetzliche Rahmen von Bedeutung sein, der Voraussetzung für die Schaffung eines Systems der Isolierung und Unterdrückung der schwarzafrikanischen Bevölkerung war. Daraufhin werden die Auswirkungen dieser Politik auf die schwarze Bevölkerung Afrikas näher betrachtet werden, die sich in bestimmten Siedlungsformen wie Townships, Homelands oder informellen Siedlungen äußerten. Ferner soll die quantitative und qualitative Entwicklung der urbanen Zentren in den Homelands untersucht werden, die von zentraler Bedeutung für die Segregation im Apartheids-Südafrika waren. Um die historische Entwicklung der urbanen Siedlungen während und nach der Ära der Apartheid in Südafrika besser nachvollziehen zu können, wird Kapstadt als konkretes Beispiel dienen. Zuletzt soll die Situation des Postapartheid-Südafrika vorgestellt werden. Dabei wird die Frage nach den Auswirkungen der Apartheidspolitik nach deren Ende von zentraler Bedeutung sein.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Weg zur Apartheid

3. Die Politik der Apartheid

3.1. Kurzer historischer Überblick der Siedlungspolitik

3.2. Restriktionen und deren Folgen

3.3. Die Urbanisierung in den Homelands

4. Die Apartheidsstadt im Modell

5. Das Beispiel Kapstadt

6. White Suburbs / Black Townhips: Die Jahrzehnte nach dem Ende der Apartheid

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die systematische Umgestaltung südafrikanischer urbaner Zentren durch die Apartheidspolitik sowie deren anhaltende Auswirkungen in der Post-Apartheid-Ära. Dabei steht die Frage im Zentrum, durch welche historischen und politischen Instrumente die räumliche Segregation erzwungen wurde und wie diese physischen Strukturen den heutigen städtischen Raum in Südafrika weiter prägen.

  • Entwicklung des gesetzlichen Rahmens der Apartheid-Siedlungspolitik
  • Analyse der Apartheidsstadt als theoretisches Stadtmodell
  • Untersuchung der Auswirkungen von Zwangsumsiedlungen und Townships
  • Fallbeispiel Kapstadt zur Veranschaulichung urbaner Segregation
  • Persistenz räumlicher Trennung und Gentrifizierungsprozesse nach 1990

Auszug aus dem Buch

4. Die Apartheidsstadt im Modell

Der Group Areas Act verursachte eine Neuaufteilung der Stadt, die strengen Kriterien unterlag. Grundidee war, dass jeder Gruppe innerhalb der Stadt ein eigener separater Teil zugedacht sei. Diese Teile sollten durch eine 30 Meter breite Pufferzone aus unbebautem Land getrennt werden, um jeglichen Kontakt zwischen den Bewohnern der einzelnen Gebiete zu vermeiden. Solche Pufferzonen konnten entweder natürlichen Ursprungs sein oder zur Infrastruktur gehören und waren entweder Flüsse, Gebirgskämme, Straßen, Eisenbahnlinien oder Industriegebiete. Nicht nur physisch, sonderen auch politisch und funktionell sollten die einzelnen Group Areas (GA) autark werden. Demnach mussten Versorgungs- und lokale Regierungseinrichtungen geschaffen werden (CHRISTOPHER 1994: 106). Gerade im Fall der schwarzen Stadtteile zeigt sich jedoch, das gerade funktionelle Autarkie nie erreicht werden konnte und dem Ziel, billige Arbeitskräfte für die Weißen zu generieren letztlich auch widersprach.

Der Aufbau der Arpartheidsstadt gestaltet sich nach dem Modell von DAVIS (Abb.1, S. 8) wie folgt: Im Zentrum befindet sich der weiße CBD (Central Business District), woran im Norden die weißen GAs mit Einwohnern mittleren und hohen sozio-ökonomischen Status schließen. Im Süden hingegen, näher an den nicht-weißen Wohngebieten gelegen, befinden sich die weißen GAs mit Bewohnern geringeren Status. Dieser Raum ist durch eine Pufferzone von den Coloured-GAs, sowie den Townships der Schwarzen und den informellen Siedlungen getrennt (CHRISTOPHER 1994: 105).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Begriffsdefinition der Apartheid und die Zielsetzung der Arbeit, die räumlichen Folgen des politischen Systems zu analysieren.

2. Der Weg zur Apartheid: Historische Darstellung der kolonialen Siedlungspolitik und der gesetzlichen Weichenstellung für die physische Trennung der Bevölkerung.

3. Die Politik der Apartheid: Untersuchung der Mechanismen wie Group Areas Act und Landenteignung sowie deren Auswirkungen auf die Urbanisierung in Townships und Homelands.

4. Die Apartheidsstadt im Modell: Vorstellung des theoretischen Stadtmodells mit Pufferzonen und funktionaler Trennung zur Aufrechterhaltung der Segregation.

5. Das Beispiel Kapstadt: Konkrete Fallstudie zur Vertreibung aus District Six und den anhaltenden sozialen Folgen der städtischen Planung.

6. White Suburbs / Black Townhips: Die Jahrzehnte nach dem Ende der Apartheid: Analyse der fortdauernden räumlichen Segregation und der sozio-ökonomischen Transformation nach 1990.

Schlüsselwörter

Apartheid, Post-Apartheid, Südafrika, Urbanisierung, Segregation, Stadtplanung, Townships, Homelands, Group Areas Act, Kapstadt, District Six, Pufferzonen, Rassentrennung, Siedlungspolitik, Gentrifizierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie das Apartheid-System die städtische Struktur Südafrikas prägte und durch gezielte politische Maßnahmen räumlich segregierte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen Siedlungspolitik, die Auswirkungen des Group Areas Act, die Entstehung von Homelands sowie die Situation in den Townships.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor mit dieser Analyse?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie politisch erzwungene Trennung die "Physis" der Städte dauerhaft veränderte und warum diese Strukturen auch nach dem Ende des Systems bestehen bleiben.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Es handelt sich um eine historisch-geographische Analyse auf Basis von Fachliteratur, stadtplanerischen Modellen und statistischen Daten zur urbanen Bevölkerungsverteilung.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet die historische Genese der Apartheid, die theoretische Modellierung der Apartheidsstadt und die praktische Anwendung am Fallbeispiel Kapstadt.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?

Die wichtigsten Begriffe sind Apartheid, Stadtplanung, Segregation, Townships, Homelands, Gentrifizierung und Kapstadt.

Welche Rolle spielt District Six für das Verständnis der Apartheid in Kapstadt?

District Six dient als Paradebeispiel für eine gewaltsame ethnische Vertreibung im Namen der Stadtplanung, um einen multiethnischen Stadtteil zugunsten weißer Dominanz aufzulösen.

Warum konnte die funktionelle Autarkie der Stadtteile im Apartheid-Modell nie erreicht werden?

Die angestrebte politische und wirtschaftliche Unabhängigkeit der schwarzen Wohngebiete widersprach dem ökonomischen Ziel, günstige schwarze Arbeitskräfte in unmittelbarer Nähe für die weiße Wirtschaft verfügbar zu halten.

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Details

Title
Die Südafrikanische Stadt im Kontext der Apartheid und der Postapartheid
College
University of Bayreuth  (Fakultät für Biologie, Chemie und Geowissenschaften)
Author
Fabian Lehmann (Author)
Publication Year
2008
Pages
18
Catalog Number
V147310
ISBN (eBook)
9783640571611
ISBN (Book)
9783640571772
Language
German
Tags
Südafrika Apartheid Postarpartheid Stadt Urbanität Urbanisierung Homeland Segragation Kapstadt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Fabian Lehmann (Author), 2008, Die Südafrikanische Stadt im Kontext der Apartheid und der Postapartheid, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147310
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