Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Der Bundschuh zu Lehen 1513

Welche historischen und politischen Beweggründe haben zu der zentralen Rolle geführt, die Freiburg in der Bundschuhverschwörung von 1513 einnahm?

Titel: Der Bundschuh zu Lehen 1513

Hausarbeit , 2021 , 36 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Olivia Härtel (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Knapp zehn Jahre nach den Vorfällen in Untergrombach bleib auch der Breisgau nicht länger von den Unruhen des Gemeinen Mannes verschont. Dabei bemühte sich insbesondere die Freiburger Obrigkeit bis zuletzt darum, den heiligen Schein zu wahren und die Existenz einer möglichen Bundschuhverschwörung nach außen hin zu dementieren. Intern jedoch war ihr jedes Mittel recht, was es benötigte, um die Aufständischen auf brutalste Art und Weise zu beseitigen und so nahm die Stadt eine ganz außergewöhnliche Position in der Geschichte des Kapitels des Lehener Bundschuhes ein, deren diverse Hintergründe anhand folgender wissenschaftlicher Fragestellung in dieser Seminararbeit herauskristallisiert werden: „Welche historischen und politischen Beweggründe haben zu der zentralen Rolle geführt, die Freiburg in der Bundschuhverschwörung von 1513 einnahm?“. Nach einem kurzen Abriss, der über die grundlegenden Eckdaten der neuen Bundschuhverschwörung sowie ihren Kopf Joß Fritz informiert, stehen im Mittelpunkt der Seminararbeit mehrere Quellen, die nicht nur ausführlich über die Korrespondenz Freiburgs mit anderen Städten im Rahmen der Bundschuhbewältigung, sondern ebenfalls über dessen Umgang mit gefangengenommenen Verschwörern Bericht erstatten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Die Unruhen des Gemeinen Mannes im Breisgau

2. Beweggründe der Bundschuhbewegung

2.1. Ursachen

2.2. Ziele

3. Die Chronologie der Ereignisse von 1513

3.1. Zwischen blutigen Gewalttaten und sich überkreuzenden Herrschaftsrechten

3.2. Der Traum eines bewaffneten Aufstandes

3.3. Das Ende des Anfanges

4. Joß Fritz und sein Wirken in Lehen

4.1. Lebensdaten

4.2. Wirken in Lehen

5. Freiburg als treibende Kraft der Bundschuhverfolgung

5.1. Freiburg und die Korrespondenz mit anderen Städten

5.1.1. Der unbewusste Glücksgriff

5.1.2. Der Druck auf Basel wächst

5.1.3. Was danach geschah

5.1.4. Das Zögern Basels: Unachtsamkeit oder Taktik?

5.1.5. Das ängstliche Freiburg

5.2. Freiburg und der Umgang mit Gefangenen

6. Fazit

Zielsetzung und Themen

Diese Seminararbeit untersucht die historischen und politischen Hintergründe der zentralen Rolle, die die Stadt Freiburg bei der Niederschlagung der Bundschuhverschwörung von 1513 einnahm. Dabei analysiert die Arbeit schwerpunktmäßig das Vorgehen der Freiburger Obrigkeit, ihren Umgang mit gefangenen Verschwörern sowie die diplomatische Korrespondenz mit anderen Städten wie Basel und Schaffhausen.

  • Beleuchtung der Ursachen und Ziele des Lehener Bundschuhs
  • Analyse der Chronologie und strategischen Planung des Aufstands
  • Untersuchung des Zusammenwirkens von Freiburg und eidgenössischen Städten bei der Verfolgung
  • Kritische Aufarbeitung der obrigkeitlichen Quellenlage und der Rolle von Joß Fritz
  • Deutung der repressiven Maßnahmen Freiburgs zur Machtdemonstration

Auszug aus dem Buch

3.1. Zwischen blutigen Gewalttaten und sich überkreuzenden Herrschaftsrechten

Vermutlich hätte es für Joß Fritz keinen idealeren Zeitpunkt geben können, als das Frühjahr bzw. den Sommer des Jahres 1513, um mit der Werbung des Lehener Bundschuhes zu beginnen, denn gerade in dieser Zeit wurde Deutschland von einer allgemeinen Welle der Unruhe erschüttert. Bereits vier Jahre zuvor hatte es in Erfurt das sogenannte „tolle Jahr“ gegeben, bei welchem die Stadtbevölkerung entschieden gegen ihre Ratsherren rebellierte, und auch in den Jahren darauf sollte keine Ruhe einkehren, denn es kam immer wieder zu Krawallen rund um: „[...] Schlettstadt, Konstanz und Ulm, Chemnitz, Nordhausen und Andernach, vor allem aber in Speyer.“ Schließlich durchlebte nicht nur die Schweiz im Jahr 1513 einen äußerst gefährlichen sowie erfolgreichen Bauernaufstand, sondern kam es ebenfalls dazu, dass sich die Gemeinden in: „[...] Schweinfurt, Worms und Regensburg, Lübeck, Göttingen, Braunschweig, Duisburg, Lüttich, Neuß und Köln.“ geschlossen erhoben, um gegen die finanzielle Misswirtschaft der Räte aufzubegehren.

Aber nicht nur die generelle Ausgangslage in Deutschland stärkte Joß Fritz und seinem Bundschuhgedanken den Rücken, sondern auch das Dorf Lehen bei Freiburg, das spektakulärer Schauplatz für die nächste Verschwörung sein sollte, bot jede Menge nährreichen Boden, denn es wurde nachhaltig durch die „Krise des Feudalismus“ gezeichnet, die von Historikern aus heutiger Sicht nicht selten als bestimmender Faktor für den späteren Ausbruch des Bauernkrieges benannt wird. Diese spiegelte sich vor allem darin wider, dass die rechtlichen Zustände in Lehen sowie im Breisgau keineswegs mit denen zuvor in Untergrombach vergleichen zu waren, da der Landesherr hier eben nicht zugleich Gerichts-, Grund- und Leibherr war, sondern nahezu jedes Dorf unter österreichischer Landeshoheit einerseits einen adligen Gerichtsherren besaß, während die Grund- und Leibherrschaft andererseits bei weiteren Adligen lag, was folgende Problematik eröffnete: „So überkreuzten sich die herrschaftlichen Rechte mannigfach.“ Konkret bedeutete das für Lehen im Jahr 1513, dass sich zwei adlige Familien die Hoheitsrechte aufteilten, wobei deren Besitzungen und Gerechtigkeiten häufig wechselten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Unruhen des Gemeinen Mannes im Breisgau: Die Einleitung steckt den Rahmen der Arbeit ab, stellt die zentrale Forschungsfrage nach Freiburgs Rolle und reflektiert die Problematik der einseitigen Quellenlage.

2. Beweggründe der Bundschuhbewegung: Dieses Kapitel erläutert die ständische Gesellschaftsordnung und die wirtschaftliche Notlage der Bauern durch Steuern und Feudallasten als Ursachen der Bewegung.

3. Die Chronologie der Ereignisse von 1513: Hier werden der zeitgeschichtliche Kontext der Unruhen sowie die konkrete Strukturierung und strategische Planung des Lehener Bundschuhs durch Joß Fritz detailliert beschrieben.

4. Joß Fritz und sein Wirken in Lehen: Das Kapitel widmet sich der Biografie von Joß Fritz und analysiert ihn als charismatischen Kopf und Organisator, der das Symbol des Bundschuhs zur Mobilisierung einsetzte.

5. Freiburg als treibende Kraft der Bundschuhverfolgung: Dieser Hauptteil untersucht intensiv die aktive Rolle Freiburgs, insbesondere die Korrespondenz mit anderen Städten und das repressive Gebaren bei der Verfolgung und Verurteilung der Beteiligten.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Rolle Freiburgs als treibende Kraft zusammen, die durch ihre Radikalität und den Druck auf andere Städte die Zerschlagung des Netzes forcierte.

Schlüsselwörter

Bundschuh, Lehen, Freiburg, Joß Fritz, Bauernaufstand, Obrigkeit, Korrespondenz, Verfolgung, Gefangene, Bauernkrieg, Leibeigenschaft, Rechtsgeschichte, Aufstände, Südwestdeutschland, Historische Quellen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Rolle der Stadt Freiburg bei der Niederschlagung der Bundschuhverschwörung von 1513 unter besonderer Berücksichtigung der obrigkeitlichen Maßnahmen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Themen sind die Beweggründe der Bauern, die strategische Planung des Lehener Bundschuhs, die Korrespondenz zwischen Städten und die Repressionsmechanismen gegen die Verschwörer.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die historischen und politischen Gründe zu ergründen, warum Freiburg in der Bundschuhverschwörung von 1513 eine so zentrale und aggressive Verfolgerrolle einnahm.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer quellenkritischen Analyse historischer Dokumente, insbesondere auf Briefen und Depeschen aus der Zeit, ergänzt durch historische Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der diplomatischen Kommunikation, dem Druck, den Freiburg auf Nachbarstädte ausübte, und dem Umgang mit inhaftierten Mitgliedern der Bewegung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Freiburg, Joß Fritz, Bundschuh, Bauernaufstand, Repression und quellenkritische Analyse.

Warum war die Korrespondenz zwischen Freiburg und anderen Städten so bedeutsam?

Der städteübergreifende Austausch war entscheidend, um Informationen über die Verschwörer zu sammeln, Druck auf Partnerstädte auszuüben und eine vereinheitlichte, harte Bestrafung zu erwirken.

Warum folterte die Stadt Freiburg die Gefangenen trotz fehlender Beweise?

Freiburg strebte danach, Geständnisse zu erzwingen, um ihre Rolle als engagierte Ordnungsmacht zu demonstrieren und potenzielle Mitwisser abzuschrecken, selbst wenn deren persönliche Involvierung noch nicht klar belegt war.

Ende der Leseprobe aus 36 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Bundschuh zu Lehen 1513
Untertitel
Welche historischen und politischen Beweggründe haben zu der zentralen Rolle geführt, die Freiburg in der Bundschuhverschwörung von 1513 einnahm?
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Institut für Geschichte)
Veranstaltung
Seminar: Der Bundschuh – bäuerliche Erhebung um 1500
Note
2,3
Autor
Olivia Härtel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
36
Katalognummer
V1473133
ISBN (PDF)
9783389022603
ISBN (Buch)
9783389022610
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geschichte Frühe Neuzeit Bundschuh bäuerliche Erhebung Joß Fritz
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Olivia Härtel (Autor:in), 2021, Der Bundschuh zu Lehen 1513, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1473133
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  36  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum