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Theorie oder Toolkit – Quo vadis, Erzählsituation?

Eine Analyse der Typologie der Erzählsituationen von Franz K. Stanzel und der Vergleich mit neueren Ansätzen

Title: Theorie oder Toolkit –  Quo vadis, Erzählsituation?

Term Paper , 2006 , 21 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Daniel Efler (Author)

Communications - Theories, Models, Terms and Definitions
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Wer ist das, der uns anspricht, uns etwas erzählt, sobald wir ein Buch aufgeschlagen und einen Blick auf das Innere geworfen haben? Franz K. Stanzel kann nicht nur die Antwort auf diese Frage geben. Doch er ist natürlich nicht (mehr) der Einzige, der sich mit diesem Sachverhalt beschäftigt. Kritiker mit eigener Ansätzen und anderen Antworten proben den Aufstand. Es werden sogar schwere Geschütze aufgefahren, wie sich an Stanzels Reaktion in einem mit „Kritischer Vampirismus: Jürgen Petersen versus F.K. Stanzel" betitelten Kapitel ablesen lässt: „Von ganz anderer Art sind die mißgelaunten, arroganten und unredlichen Vorwürfe, mit denen Jürgen Petersen seit einem Vierteljahrhundert meine Arbeiten kommentiert" (Stanzel 2002, 82). Stanzel wirft dem Kritiker sogar vor, nur von dessen Arbeiten zu profitieren, indem er sie später in entstellter Form für sein eigenes Werk verwerte.
Doch der Reihe nach: Ziel dieser Arbeit soll die Klärung der schlichten Frage sein, ob Stanzel auch nach fünfzig Jahren noch aktuell und logisch stringent sein kann oder zurecht kritisiert wird. Wer schneidet besser ab im Vergleich, der Altmeister oder die Herausforderer? Kann sich Stanzels Kreis der Erzähltypen behaupten oder wird er sich beispielsweise dem Quadrat und Diktat eines Jürgen H. Petersen unterwerfen müssen?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 methodische Vorgehensweise

3 Zur Person Franz K. Stanzel

4 Die Typologie der Erzählsituationen

4.1 Auktorialer Erzähler

4.2 Ich-Erzähler

4.3 Personaler Erzähler

5 Der Typenkreis

6 Kritik an Stanzels Typologie

6.1 Jürgen H. Petersen

6.2 Gérard Genette

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Aktualität und logische Stringenz der Erzählsituationen-Typologie von Franz K. Stanzel nach über fünfzig Jahren. Dabei wird analysiert, ob Stanzels Modell als Theorie bestand hat oder ob es treffender als flexibles Konzept bzw. Werkzeug verstanden werden sollte, indem es kritisch mit den Ansätzen von Jürgen H. Petersen und Gérard Genette verglichen wird.

  • Lebenswerk und Typologie von Franz K. Stanzel
  • Der Typenkreis der Erzählsituationen
  • Kritische Auseinandersetzung mit Stanzels Modell
  • Vergleichende Analyse: Stanzel, Petersen und Genette
  • Erzähltheorie als Konzept statt als strikte Theorie

Auszug aus dem Buch

4.1 Auktorialer Erzähler

An erster Stelle die auktoriale Erzählsituation, die er mit der Anwesenheit eines kommentierenden Erzählers kennzeichnet, der dem Autor identisch zu sein scheint. Stanzel erkennt dennoch eine „eigentümliche Verfremdung der Persönlichkeit des Autors in der Gestalt des [auktorialen] Erzählers" (Stanzel 1972, 16).

Die Wahl des auktorialen Romans geht, laut Stanzel, meistens mit der Form des Erzählerberichts einher (vergl. ebd. 16). Weil sehr oft diese Art der Vermittlung ausgewählt worden sei, unterschätzte oder beachtete man vielfach deren spezifischen Möglichkeiten nicht. Dabei stehe, wird festgehalten, das Auktoriale einer Leser-Interpretation wohlgesonnen gegenüber: „Wichtige Anhaltspunkte, dafür, wie sich der Leser zu ihm einzustellen hat, liefert bereits die vom Erzähler angenommene Rolle [...]. Daraus sind bereits Schlüsse auf die Lage seines Standpunktes, seine Perspektive und die Weite seines Beobachtungshorizontes zu ziehen" (ebd. 18).

Auch das „Zu-Wort-Melden" des Erzählers mit der eigenen Meinung, Anmerkungen, etc. verrate dem Leser mehr über die (fiktive) Person des Erzählers. „Da der Leser in allem, was die Geschichte betrifft, auf den Erzähler angewiesen ist, wird für ihn in einem auktorialen Roman diese Seite der Persönlichkeit des Erzählers immer von größtem Interesse sein" (ebd. 19) und die „Einmengungen üben [...] einen vom Leser nicht bewusst wahrgenommenen Einfluss auf ihn aus" (ebd. 20).

Gleichzeitig stehe das grundsätzliche Vorhandensein eines Erzählers für die Verläßlichkeit und Authentizität der Geschichte, weil er sozusagen für diese bürgt. Die Antwort auf die Frage – Warum spricht Stanzel von einem Erzähler und nicht beispielsweise von einer reinen Erzählfunktion? – kann möglicherweise auf diesem Weg geliefert werden. Denn dem Grundbedürfnis des Lesers nach den genannten Eigenschaften kann mit der Vorstellung von einer figurähnlichen Erzählinstanz besser nachgekommen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung von Stanzels Lebenswerk dar und formuliert die zentrale Fragestellung, ob dessen Typologie nach fünfzig Jahren noch aktuell und logisch stringent ist.

2 methodische Vorgehensweise: Das Kapitel erläutert den Aufbau der Arbeit, beginnend mit Stanzels Vita, gefolgt von einer Vorstellung seiner Typologie und einem Vergleich mit zwei anderen theoretischen Positionen.

3 Zur Person Franz K. Stanzel: Hier wird der biographische Hintergrund des Literaturwissenschaftlers skizziert und sein Einfluss auf den allgemeinen Sprachgebrauch durch Begriffe wie auktorialer oder personaler Erzähler hervorgehoben.

4 Die Typologie der Erzählsituationen: Dieses Kapitel detailliert Stanzels Modell der inneren Perspektivierung und erläutert seine Grundformen.

4.1 Auktorialer Erzähler: Es wird die Rolle des kommentierenden Erzählers analysiert, der als fiktive Instanz Authentizität vermittelt.

4.2 Ich-Erzähler: Dieser Abschnitt beleuchtet die Ich-Erzählsituation, ihre Möglichkeiten zur subjektiven Sichtweise und die Spannung zwischen erlebendem und erzählendem Ich.

4.3 Personaler Erzähler: Hier wird die personale Erzählsituation als Versuch einer erzählerlosen, objektiven und mimetischen Darstellung beschrieben.

5 Der Typenkreis: Das Kapitel erklärt Stanzels kreisförmige Anordnung der Erzählsituationen, die Übergänge und Mischformen visualisieren soll.

6 Kritik an Stanzels Typologie: Dieser Teil ordnet die verschiedenen Kritiker und ihre Ansätze in Bezug auf Stanzels System ein.

6.1 Jürgen H. Petersen: Es wird die harsche Kritik Petersens vorgestellt, der die Systemlogik und Vergleichbarkeit von Stanzels Typen in Frage stellt.

6.2 Gérard Genette: Das Kapitel analysiert Genettes analytischen Ansatz, der auf Stanzels Modell aufbaut, aber andere Kategorien zur Systematisierung verwendet.

7 Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass Stanzels Modell eher als flexibles Konzept oder Werkzeug denn als strikte Theorie zu verstehen ist.

Schlüsselwörter

Franz K. Stanzel, Erzählsituationen, Typenkreis, auktorialer Erzähler, Ich-Erzähler, personaler Erzähler, Erzähltheorie, Jürgen H. Petersen, Gérard Genette, Literaturwissenschaft, Narratologie, Erzählform, Fokalisierung, fiktive Instanz, Konzept.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch das Erzähltheorie-Modell von Franz K. Stanzel, insbesondere seine Typologie der Erzählsituationen, und hinterfragt deren theoretischen Anspruch nach fünfzig Jahren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die Untersuchung von Stanzels Typenkreis, die Abgrenzung der Erzähltypen sowie der methodische Vergleich mit den Ansätzen von Jürgen H. Petersen und Gérard Genette.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Klärung, ob Stanzels Typologie logisch stringent ist und ob sie als vollwertige Theorie oder treffender als ein nützliches Konzept für die literarische Analyse betrachtet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative Literaturanalyse, in der Stanzels Modell den kritischen Ansätzen seiner Zeitgenossen gegenübergestellt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Charakterisierung der drei Erzählsituationen (auktorial, Ich, personal), die Erläuterung des Typenkreises sowie die detaillierte Darstellung der Kritik von Petersen und Genette.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wesentlichen Begriffe sind Erzählsituationen, Typenkreis, auktorialer Erzähler, Ich-Erzähler, personaler Erzähler, Narratologie und Erzähltheorie.

Warum übt Jürgen H. Petersen so starke Kritik an Stanzel?

Petersen kritisiert, dass Stanzels Einheiten keine gemeinsamen Merkmale besitzen und somit nicht wissenschaftlich vergleichbar seien; er sieht das Modell als unzureichendes System an.

Welchen Ansatz verfolgt Gérard Genette im Vergleich zu Stanzel?

Genette geht analytisch statt synthetisch vor; er verwendet anstelle von Stanzels Kreisen eigene Tabellen und Kategorien wie Fokalisierung, um Erzählphänomene präziser zu erfassen.

Wie bewertet der Autor den Begriff "Theorie" in Bezug auf Stanzels Werk?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Stanzel den Fehler macht, für sein Modell den Status einer Theorie zu beanspruchen, während es in der Praxis eher als flexibles, instrumentelles Konzept oder "Werkzeugkasten" fungiert.

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Details

Title
Theorie oder Toolkit – Quo vadis, Erzählsituation?
Subtitle
Eine Analyse der Typologie der Erzählsituationen von Franz K. Stanzel und der Vergleich mit neueren Ansätzen
College
University of Siegen
Grade
2,3
Author
Daniel Efler (Author)
Publication Year
2006
Pages
21
Catalog Number
V147330
ISBN (eBook)
9783640581207
Language
German
Tags
Franz K. Stanzel Stanzel Erzählsituationen Erzählsituation Ich-Erzähler Genette Petersen Typologie Erzählung Erzähler auktorialer Erzähler Narration Personaler Erzähler Typenkreis
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniel Efler (Author), 2006, Theorie oder Toolkit – Quo vadis, Erzählsituation?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147330
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