Die Diplomarbeit konzentriert sich auf eine besondere Form der Absatzfinanzierung, nämlich dem Herstellerleasing als Absatzfinanzierungsinstrument. Hierbei wird nicht die in der Literatur übliche Sichtweise des Leasingnehmers eingenommen, sondern es wird dargestellt, welche Auswirkungen eine Vertriebskooperation zwischen Hersteller und Leasinggeber auf die Bilanz und die Stabilisierung zukünftiger Cash Flows beim Hersteller hat.
Dazu wurde eine kennzahlenbasierte Scorecard entwickelt, anhand derer sich (speziell für kleine Unternehmen) der Erfolg einer solchen Vertriebskooperation messen lassen kann.
Ein weiterer Teil der Arbeit beschäftigt sich mit der Funktionsweise einer Leasinggesellschaft und der Untersuchung der Kernkompetenzen einer solchen.
Inhaltsverzeichnis
1 Zielsetzung der Arbeit und Gang der Untersuchung
2 Geschichte und wirtschaftliche Bedeutung des Leasing
2.1 Der Leasingmarkt in Deutschland
2.2 Leasing aus Anbietersicht
2.2.1 Mobilienleasing
2.2.2 Immobilienleasing
2.2.3 Schiffs- und Flugzeugleasing/Big-Ticket-Leasing
2.3 Leasing aus Abnehmersicht
2.3.1 Private Leasingnehmer /Konsumgüterleasing
2.3.2 Gewerbliche Leasingnehmer
2.4 Vertriebswege im Leasinggeschäft
2.4.1 Direktvertrieb/Vermittler
2.4.2 Hersteller-/Vendorleasing
2.4.2.1 Direktes Herstellerleasing
2.4.2.2 Indirektes Herstellerleasing
2.4.3 Bankenleasing
3 Rechtliche Einordnung von Leasingverhältnissen
3.1 Zivilrechtliche Einordnung des Leasinggeschäfts
3.2 Steuerliche Einordnung des Leasinggeschäfts nach HGB
3.2.1 Finanzierungsleasing
3.2.2 Vollamortisationsverträge
3.2.3 Teilamortisationsverträge
3.2.4 Mietkaufverträge
3.2.5 Operating-Leasing nach HGB
3.3 Zusammenfassung von Kapitel 2 und 3
4 Die Systematik einer Leasinggesellschaft
4.1 Die Leasingbranche nach der Unternehmenssteuerreform 2008
4.2 Gewerbesteuerbelastungsvergleich
4.3 Leasingtypische Effekte
4.3.1 Liquiditätseffekte
4.3.2 Bilanzeffekte
4.3.3 Steuerliche Effekte
4.3.4 Kalkulatorische Effekte
4.4 Kernkompetenzen von Leasinggesellschaften
4.4.1 Prozesse vor Vertragsschluss
4.4.2 Risikosteuerung einer Leasinggesellschaft
4.4.2.1 Objektrisiken
4.4.2.2 Kredittypische Risiken
4.4.2.3 Vertragliche Risiken
4.4.3 Objektverwertungskompetenzen der Leasinggesellschaften
4.4.4 Refinanzierung von Leasinggesellschaften
4.5 Die Leasingrate
4.6 Berechnung der Leasingrate
4.7 Zusammenfassung der Ergebnisse
5 Auswirkungen und Erfolgsmessung einer Vertriebskooperation aus Sicht des Herstellers
5.1 Die IKB Leasing GmbH
5.2 Ziele einer Vertriebskooperation
5.2.1 Prämissen einer Vertriebskooperation
5.2.2 Zusammenfassung der Ergebnisse
5.3 Erfolgsmessung einer Vertriebskooperation
5.3.1 Herleitung von Kennzahlen aus den Herstellerzielen
5.3.1.1 Ziel Befriedigung der Kundennachfrage
5.3.1.2 Ziel Umsatzförderung
5.3.1.3 Ziel Verringerung Forderungsausfälle
5.3.1.4 Ziel Erweiterung des Serviceangebotes
5.3.1.5 Ziel Kontrolle Sekundärmarkt
5.3.1.6 Ziel Nutzung von vorhandenem Know-how
5.3.1.7 Ziel Reduzierung der Rabattgewährung
5.3.2 Aufbau der „Herstellerleasing Scorecard“
5.3.3 Erfolgsmessung anhand der Scorecard
5.4 Bilanzielle Auswirkungen
5.4.1 Auswirkungen auf Bilanzkennzahlen
5.5 Auswirkungen auf zukünftige Cash Flows
5.6 Zusammenfassung der Ergebnisse
6 Zusammenfassende Würdigung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die Rolle des Herstellerleasings als Instrument der Absatzfinanzierung, wobei der Fokus auf den Auswirkungen auf die Bilanz sowie der Stabilisierung des Cash Flows beim Hersteller liegt. Ziel ist es, ein Instrumentarium zur Erfolgsmessung von Vertriebskooperationen zwischen Herstellern und Leasinggesellschaften zu entwickeln.
- Struktur und Funktionsweise von Leasinggesellschaften und deren vertriebliche Anbindung.
- Rechtliche und steuerliche Rahmenbedingungen des Leasinggeschäfts (insbesondere nach HGB).
- Analyse der Bilanz- und Liquiditätseffekte durch Leasinglösungen.
- Entwicklung einer "Herstellerleasing Scorecard" zur quantitativen Erfolgssteuerung.
- Empirische Einblicke in die Ziele und Herausforderungen von Vertriebskooperationen.
Auszug aus dem Buch
Die Systematik einer Leasinggesellschaft
Jahrzehnte lang wurden im Zusammenhang mit Leasing dieselben Vorteile genannt. Bilanzneutralität, Liquiditätseffekte usw. waren und sind für viele Entscheidungskriterien pro Leasing. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen bilanzieller und rechtlicher Natur gilt es, die Vorteile des Leasing zu hinterfragen. In diesem Zusammenhang wird kurz erläutert, wie sich die Rahmenbedingungen für Leasinggesellschaften im Zuge der Unternehmenssteuerreform 2008 entwickelt haben. Weiter noch werden die Kernkompetenzen von Leasinggesellschaften aufgezeigt und es wird erläutert, wie eine Leasingrate kalkuliert wird.
Die verschiedenen Anbieter auf dem Leasingmarkt können nach der Gesellschaftsstruktur aufgeteilt werden. Es wird nach Leasinggesellschaften mit Bankenhintergrund, Leasinggesellschaften mit Herstellerhintergrund (speziell in der Automobilbranche) und unabhängigen Leasinggesellschaften unterschieden. Hiervon abhängig ist die Refinanzierungskompetenz der jeweiligen Gesellschaft. Eine Gemeinsamkeit von Leasinggesellschaften ist ihre Bilanzstruktur. Einem hohen Anlagevermögen stehen eine hohe Fremdkapitalquote und eine niedrige Eigenkapitalquote entgegen. Somit hat eine Leasinggesellschaft bei der Generierung von Neugeschäft einen ständigen, hohen Investitions- und daher auch Fremdkapitalbedarf.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Zielsetzung der Arbeit und Gang der Untersuchung: Einleitung in die Thematik der Leasingbranche, Herausforderungen durch aktuelle Steuerreformen und Definition des Forschungsziels dieser Arbeit.
2 Geschichte und wirtschaftliche Bedeutung des Leasing: Rückblick auf die Entwicklung des Leasings in Deutschland, Differenzierung zwischen Mobilien- und Immobilienleasing sowie Analyse verschiedener Vertriebswege und Kundensegmente.
3 Rechtliche Einordnung von Leasingverhältnissen: Untersuchung der zivilrechtlichen Grundlagen ohne eigenständige gesetzliche Definition sowie steuerrechtliche Einordnung von Finanzierungsleasing und verschiedenen Vertragsarten nach HGB.
4 Die Systematik einer Leasinggesellschaft: Detaillierte Betrachtung der Branchensituation nach 2008, der leasingspezifischen Vorteile für Kunden und der notwendigen Kernkompetenzen einer Leasinggesellschaft in Prozess- und Risikomanagement.
5 Auswirkungen und Erfolgsmessung einer Vertriebskooperation aus Sicht des Herstellers: Entwicklung eines kennzahlenbasierten Instruments (Scorecard) zur Erfolgsmessung von Vertriebskooperationen und Analyse der Auswirkungen auf Bilanz und Cash Flow.
6 Zusammenfassende Würdigung: Synthese der Untersuchungsergebnisse und Fazit zur Bedeutung des Herstellerleasings als Absatzfinanzierungsinstrument.
Schlüsselwörter
Herstellerleasing, Vertriebskooperation, Absatzfinanzierung, Bilanzkennzahlen, Cash Flow, Leasinggesellschaft, Scorecard, Risikomanagement, Finanzierungsleasing, Immobilienleasing, Mobilienleasing, Unternehmenssteuerreform 2008, Refinanzierung, Objektbonität, Vertriebsleasing.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Herstellerleasing als strategisches Instrument der Absatzfinanzierung und untersucht, wie Hersteller ihren Vertriebserfolg in Kooperation mit Leasinggesellschaften messen und steuern können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der rechtlichen und steuerlichen Systematik des Leasings, den internen Prozessen und Risikokompetenzen von Leasinggesellschaften sowie der Entwicklung einer Scorecard zur Messung des Kooperationserfolgs.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist die Erarbeitung eines Instruments (die "Herstellerleasing Scorecard"), mit dem Hersteller den Erfolg ihrer Vertriebskooperationen messbar machen und quantitativ analysieren können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus Literaturanalyse zu rechtlichen/steuerlichen Rahmenbedingungen und einer praxisorientierten Methodik, die auf einer Expertenbefragung sowie der Entwicklung eines Excel-basierten Kennzahlensystems basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Leasing-Systematik, die Analyse der Auswirkungen von Steuerreformen auf die Branche und die detaillierte Herleitung von Kennzahlen für die Erfolgsmessung von Vertriebskooperationen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Herstellerleasing, Vertriebskooperation, Bilanzkennzahlen, Cash Flow, Scorecard und Risikomanagement.
Wie unterscheidet sich direktes von indirektem Herstellerleasing?
Beim direkten Herstellerleasing gründet der Hersteller eine eigene Leasinggesellschaft (Same-Name-Leasing), während er beim indirekten Modell mit externen Partnern kooperiert, um das Know-how und die Infrastruktur der Leasinggesellschaft zu nutzen.
Welche Bedeutung hat die "Herstellerleasing Scorecard" für den Anwender?
Sie ermöglicht es dem Hersteller, den Erfolg seiner Leasingaktivitäten anhand von gewichteten Kennzahlen – wie Umsatzförderung, Kundenzufriedenheit und Risikokontrolle – datengestützt zu bewerten und operative Optimierungsmaßnahmen abzuleiten.
- Quote paper
- Francesco Fusaro (Author), 2010, Das Herstellerleasing als Instrument der Absatzfinanzierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147349