Fernsehnutzung in Europa


Seminararbeit, 2002

19 Seiten, Note: Proseminararbeit


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

2: Einleitung

2.1: Schwierigkeiten bei der Messung des Fernseh- nutztungsverhalten (nach Hasebrink & Herzog)

3: Nutzung von Unterhaltungs- und Informationsange- boten

4: Gerätteausstattung und Fernsehgewohnheiten des Europäischen Publikums

5: Nutzung inländischer Fernsehangebote

6: Nutzung ausländischer und paneuropäischer Fern- sehangebote

7: Schlussbemerkung und Ausblick

8: Literaturverzeichnis

2. Einleitung

TV ist aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Der Fernsehkonsum ist in Europa in den letzten Jahren stetig angestiegen.

Die Bedeutung von Satellitenfernsehen hat zugenommen und auch das Digitale

Fernsehen ist daran, sich ein Standbein in der modernen europäischen Gesellschaft zu erobern. In der Phase zwischen 2010 und 2015 ist in den meisten Ländern Euro-pas die Umstellung von analoger zu digitaler Verbreitung von Fernseh- und Hörfunk-programmen geplant (Hasebrink & Herzog 2000/2001).

Die feste Verwurzelung des Phänomens Fernsehen in unserer Kultur haben mich dazu bewogen, mich näher mit dem Thema auseinanderzusetzen. Ich erfuhr dabei viel Neues, bis anhin Unbekanntes (z.B. Entwicklungen im Bereich des Digitalen Fernsehens, etc). Dies, und viele andere Aspekte der Fernsehnutzung in Europa, habe ich versucht, in folgender Arbeit darzulegen.

Dabei soll auch das Nutzungsverhalten der Europäer etwas genauer betrachtet

werden. Welche Sender werden von den Bewohnern der einzelnen Ländern bevor-zugt, wie unterscheidet sich das Nutzungsverhalten der südlichen Ländern Europas mit denjenigen des Nordens, warum erfreuen sich nationale Programme grösserer Beliebtheit wie ausländische, und andere weitere Fragen sollen dabei beantwortet werden?

Fernsehutzung und Nutzungsverhalten sind unverweigerlich auch mit dem

Fernsehangebot verwoben- auch jenes wird folglich unser Augenmerk erhalten!

2.1 Schwierigkeiteb bei der Messung des Fernsehnutzungsverhalten (Hasebrink & Herzog 2000/2001):

- kaum anerkannte Kriterien, anhand derer das Medienangebot und das Nut-zungsverhalten in einem Land charakterisiert werden können.
- bereits die Fragestellungen der entsprechenden Studien in verschiedenen Ländern unterscheiden sich
- als Folge unterschiedlicher Rundfunksysteme und unterschiedlicher öko-nomischer und wissenschaftlicher Ressourcen und Interessen werden unter-schiedliche Daten erhoben.
- methodische Unterschiede: bei den in den einzelnen Ländern angewandten Standards und Normen (zum Beispiel zur Kategorisierung von Programm-gattungen) handelt es sich jeweils um Konventionen, die von Land zu Land unterschiedlich ausfallen.
- es gibt trotzdem sauber durchgeführte Untersuchungen, auf die ich mich in vor-liegender Arbeit abgestützt habe!

3. Nutzung von Unterhaltungs- und Informationsangeboten

Den Europäern ist gemeinsam, bevorzugt unterhaltende Programme zu

Konsumieren. Insbesondere aber die nationalen Hauptnachrichten sind in vielen Ländern Europas nach wie vor die reichweitenstärksten Sendungen (Uwe Hasebrink, 1995). In der 1983 erschienenen internationalen Studie von Claude Geerts, wo die Fernsehnutzung von 7 Ländern untersucht wurde (für die Länder Belgien, Bulgarien, Frankreich, Ungarn, Italien, Japan und USA) fand der Autor eine relativ fixe Nachfragestruktur, die sich in allen Ländern zeigte: Unterhaltungsangebote wurden zu 70% konsumiert, Informationen zu 22%, Kultur und Bildung zu 5% (Geerts Clau-de, 1983).

Es zeichnet sich eine deutliche qualitative Veränderung der Fernsehnutzung ab;

Fernsehen wird ganz klar zu einem Unterhaltungsmedium. Spielfilme, Spielshows, Musiksendungen sind die Inhalte, die stärker nachgefragt werden als zuvor. Bildungs- und Dokumentationssendungen, kulturelle und politische Magazine leiden am stärksten unter dieser Funktionsverschiebung des Fernsehens (Schönbach Klaus, 1989).

Betrachtet man jeweils die quotenstärksten Sendungen der einzelnen Länder,

müssen länderspezifische Vorlieben berücksichtigt werden! In Spanien und Frank-reich beispielsweise überwiegen Spielfilme, in Frankreich meist inländische, in Spa-nien mehrheitlich amerikanische, sonst spanische. Grossbritannien wiederum ist durch die besondere Rolle seiner Soap Operas gekennzeichnet. In Italien sind insbe-sondere Fussballübertragungen erfolgreich, sowie grosse Unterhaltungshows. Deut-sche Zuschauer haben ebenfalls eine Vorliebe für Fussballübertragungen und dane-ben spielen Unterhaltungsshows und –serien, sowie Krimiserien eine wichtige Rolle (Hasebrink & Herzog 2000/2001)

Es ist auch eine Tendenz dahingehend festzustellen, dass informative Inhalte ver-mehrt in Unterhaltungssendungen Unterschlupf finden. Information wird Teil der Un-terhaltung. Reality-TV sei hier als Beispiel genannt.

4. Geräteausstattung und Fernsehgewohnheiten des europäischen Publi- kums

In den meisten europäischen Ländern sind Radio- und Fernsehgeräte in fast allen Haushalten vorhanden. In den westeuropäischen Ländern besitzen mittlerweile fast

alle Fernsehhaushalte ein Farbgerät und etwa ein Drittel zwei und mehr Fernseher. Die Bedingungen für den Empfang der inländischen, terrestrisch verbreiteten Pro-gramme sind also überall gegeben (Hasebrink & Herzog 2000/2001).

Im Gegensatz zu Deutschland überwiegt in anderen grossen Fernsehmärkten

Europas wie Grossbritannien, Frankreich, Italien und Spanien trotz rückläufiger Ten-denz nach wie vor der terrestrische Fernsehempfang (Limmer, 2003). Gleiches gilt für die ost- und südeuropäischen Länder. Europaweit erreichen Kabel und Satellit mit 31 und 20% zusammen einen Marktanteil von 51%. Der ausschliesslich terrestrische Empfang kommt auf 49%. Der Satellitenmarkt ist die Empfangstechnik, die am schnellsten wächst in Europa (Limmer, 2003).

Auch die Verbreitung des digitalen Fernsehens unterscheidet sich stark in den

einzelnen Ländern. Digitales Fernsehen sehen in den grössten Fernsehmärkten Eu-ropas die meisten Haushalte in Grossbritannien und Irland, gefolgt von Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien. Insgesamt empfangen in Europa 25,12 Mio Haus-halte digitales Fernsehen, davon 77.3 % über Satellit, 19,2 % über Kabel und 3,5 % auf terrestrischem Wege. In den deutschsprachigen Staaten wird der Uebergang von der analogen auf die digitale Empfangstechnologie schrittweise erfolgen, und nicht nur von der Nachfrage nach Pay-TV, sondern auch durch die steigende Anzahl unverschlüsselt aus-gestrahlter Free-to-Air-Angeboten bestimmt sein (Limmer, 2003).

Fernsehen via Satellit sehen in Europa prozentual die meisten Haushalte in den

deutschsprachigen Ländern (Deutschland, Oesterreich, Schweiz), gefolgt von Grossbritannien/Irland und den osteuropäischen Staaten (Bulgarien, Estland, Kroa-tien, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn, Ukraine, und Weissrussland).

Den höchsten Anteil an Kabelhaushalten gibt es in den deutschsprachigen

Staaten, gefolgt von Osteuropa und den Beneluxländern (Limmer, 2003). So gut wie keine Bedeutung hat der Kabel- bzw. Satellitenempfang in Italien und Griechenland; auch in der Türkei, Spanien und Frankreich hat nur eine Minderheit von weniger als einem Fünftel Zugang zu dem erweiterten Angebot. In den Mittelmeerländern besteht damit insgesamt am seltensten die Möglichkeit, eine grössere Zahl von inländischen Programmen oder auch ausländische und interna-tionale Programme zu empfangen (Hasebrink & Herzog 2000/2001).

[...]

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Fernsehnutzung in Europa
Hochschule
Université de Fribourg - Universität Freiburg (Schweiz)  (Medienwissenschaftliches Institut )
Note
Proseminararbeit
Autor
Jahr
2002
Seiten
19
Katalognummer
V147357
ISBN (eBook)
9783640581221
ISBN (Buch)
9783640581726
Dateigröße
482 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Fernsehnutzung, Fernsehangebot, Fernsehnutzung in Europa, Privatfernsehen, Pay TV, digitales Fernsehen, analoges Fernsehen, öffentliches Fernsehen, Europäische Fernsehgewohnheiten, Nutzungsverhalten, Fernsehen in Europa, terresrischer TV -Empfang, Satellitenfernsehen, TV Nutzung in Europa, TV Empfang, TV Empfang in Europa, analoges TV, TV Angebot, Fernsehnutzungsgewohnheiten, terrestrisches Fernsehen, TV consumption, TV consumption in Europe, TV offer in Europe, TV offer, European TV habits, terrestrial TV, Public TV, European TV, Digital TV, TV utilisation, TV utilisation in Europe, analogous TV in Europe, analogous TV
Arbeit zitieren
Philipp Springer (Autor), 2002, Fernsehnutzung in Europa , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147357

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