Diese Hausarbeit ist im Kontext des Praxissemesters für das Lehramt an Grundschulen entstanden. Die Arbeit fokussiert einen Stolperstein: Die Einführung der Großschreibung im Deutschunterricht der Grundschule. Zuerst wird der Stolperstein beschrieben, daraufhin findet die theoretische Auseinandersetzung mit der Großschreibung des Deutschen statt. Hierunter werden auch die unterschiedlichen didaktischen Ansätze diskutiert. Zum Abschluss findet in einem Theorie-Praxis-Bezug eine Diskussion statt, an die sich Handlungsalternativen zum gängigen Deutschunterricht anschließen. Die Hausarbeit kann zur eigenen Reflexion als Lehrkraft anregen und dazu motivieren, bestehende Ansätze zu hinterfragen und zu revolutionieren.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Der Stolperstein
2.1 Ausgangssituation
2.2 Problembeschreibung
2.3 Ableitung der Fragestellung
3 Theoretische Grundlagen
3.1 Regeln der deutschen Großschreibung
3.2 Funktionen der Großschreibung
3.3 Didaktische Ansätze
3.3.1 Lexembasierter Ansatz
3.3.2 Syntaktischer Ansatz
4 Theorie – Praxis – Bezug
4.1 Diskussion
4.2 Handlungsalternative
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die aktuelle Didaktik der Großschreibung im Deutschunterricht der Grundschule kritisch zu reflektieren und auf Basis einer beobachteten Lernsituation handlungsorientierte Alternativen zur präventiven Fehlervermeidung zu entwickeln.
- Kritische Analyse der Großschreibregeln und deren didaktische Vermittlung.
- Gegenüberstellung des traditionellen lexembasierten Ansatzes und des innovativen syntaktischen Ansatzes.
- Auswertung empirischer Studien zur Effektivität beider Didaktik-Varianten.
- Entwicklung praktischer methodischer Handlungsalternativen, insbesondere mittels Treppengedichten.
Auszug aus dem Buch
3.1 Regeln der deutschen Großschreibung
Unter der satzinitialen Großschreibung versteht man die Regel, dass das erste Wort in einem Satz großgeschrieben wird. Diese Regel ist häufig am unproblematischsten, da die Sätze durch Satzzeichen voneinander getrennt sind und diese dadurch immer die Großschreibung anzeigen. Es wird nicht nur nach dem Punkt, sondern auch nach einem Fragezeichen oder Ausrufezeichen großgeschrieben, die einzige Ausnahme stellt der Doppelpunkt dar. In diesem besonderen Fall entscheidet die Vollständigkeit des Folgesatzes über die Groß- oder Kleinschreibung des satzinitialen Wortes. Steht nach dem Doppelpunkt ein vollständiger Satz, wie beispielsweise bei der wörtlichen Rede, wird großgeschrieben. Wird nach dem Doppelpunkt hingegen beispielsweise etwas aufgezählt, wird nach dem Satzzeichen kleingeschrieben (vgl. Fuhrhop 2021: 41f.).
Eine weitere, bereits erwähnte Regel der Großschreibung bezieht sich auf die Höflichkeitsform. In Briefen oder E-Mails wird das Anredepronomen ‚Sie‘ und das Possessivum ‚Ihr‘ besonders häufig großgeschrieben, um Distanz und Höflichkeit auszudrücken. Anders ist es bei ‚du/ihr‘ und ‚dein/ euer‘. In diesen Fällen kann groß- oder kleingeschrieben werden (vgl. Eisenberg 2017: 91f.).
Auch Eigennamen werden immer großgeschrieben. Diese Eigennamen können beispielsweise Lebewesen, Ereignisse, Orte und viele weitere dieser Art beschreiben. Besteht der Eigenname aus mehreren Wortformen, werden Präpositionen, Konjunktionen und Artikel kleingeschrieben, alle anderen Wörter groß. Wenn der vorgestellte Artikel jedoch zu dem Eigennamen gehört, kann es auch Fälle geben, in denen dieser Artikel auch zwangsläufig großgeschrieben wird (vgl. Eisenberg 2017: 90f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der Problematik der deutschen Großschreibung sowie Herleitung der Forschungsfrage und des methodischen Vorgehens.
2 Der Stolperstein: Darstellung einer spezifischen Beobachtungssituation in einer dritten Klasse, die als Auslöser für die Auseinandersetzung mit didaktischen Problemen diente.
3 Theoretische Grundlagen: Erläuterung der orthografischen Regeln und Funktionen der Großschreibung sowie Einführung in den lexembasierten und syntaktischen Ansatz.
4 Theorie – Praxis – Bezug: Kritische Diskussion der didaktischen Ansätze anhand empirischer Befunde und Entwicklung konkreter Handlungsoptionen für den Unterricht.
5 Fazit: Zusammenfassende Reflexion der Arbeit und Ausblick auf die Notwendigkeit einer didaktischen Neuausrichtung in der Grundschule.
Schlüsselwörter
Großschreibung, Grundschule, Rechtschreibunterricht, Didaktik, Syntax, Nominalgruppe, Lexembasierter Ansatz, Syntaktischer Ansatz, Fehlerprävention, Orthografie, Lernsituation, Stolperstein, Treppengedicht, Deutschunterricht, Schrifterwerb.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Schwierigkeiten, die Schüler*innen beim Erwerb der deutschen Großschreibung haben, und untersucht, wie didaktische Ansätze optimiert werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Regeln der deutschen Orthografie, der Vergleich zwischen lexembasierter und syntaxorientierter Didaktik sowie die praktische Umsetzung im Grundschulalltag.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die zentrale Forschungsfrage lautet: Wie kann die Großschreibung des Deutschen didaktisch so vermittelt werden, dass Fehler bereits präventiv vermieden werden?
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus systematischer Theorieaufarbeitung der orthografischen Regeln und der Auswertung aktueller empirischer Studien zur Wirksamkeit didaktischer Vermittlungsansätze.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begründung der Großschreibung sowie die kritische Diskussion und Verknüpfung von Unterrichtstheorie und Schulpraxis, insbesondere durch die Entwicklung von Handlungsalternativen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Großschreibung, Didaktik, Nominalgruppe, Syntax, Fehlerprävention und Grundschulunterricht.
Was genau versteht die Autorin unter dem „Stolperstein“?
Damit ist eine spezifisch beobachtete Unterrichtssituation in einem dritten Schuljahr gemeint, in der Kinder trotz Unterstützung signifikante Unsicherheiten bei der Groß- und Kleinschreibung zeigten.
Warum ist das Treppengedicht eine geeignete Handlungsalternative?
Das Treppengedicht hilft, die syntaktische Struktur von Sätzen und die Erweiterbarkeit von Nominalgruppen spielerisch zu erfassen, wodurch Kinder verstehen, welche Wörter als Kerne einer Nominalgruppe großgeschrieben werden müssen.
Wird die Abschaffung der Großschreibung im Deutschen empfohlen?
Nein, obwohl diskutiert wird, ob dies die Struktur vereinfachen könnte, plädiert die Arbeit für eine Verbesserung der didaktischen Vermittlung, da die Großschreibung maßgeblich zur Lesbarkeit von Texten beiträgt.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2023, Fehlerpräventive Einführung der Großschreibung (Grundschule), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1473995