Für viele Kinder und Jugendliche ohne ausgebildete Lautsprache ist unterstützende Kommunikation unverzichtbar. Sie erleichtert die Verständigung in verschiedenen Umgebungen und fördert Sicherheit und Selbstvertrauen. Diese Arbeit untersucht, wie betroffene Kinder und Jugendliche im Schulalter ihre Selbstwahrnehmung und die gesellschaftliche Akzeptanz beim Einsatz von unterstützenden Kommunikationsmitteln erleben. Dabei wird zwischen nichtelektronischen und elektronischen Hilfsmitteln unterschieden. Die Untersuchung basiert auf selbst erhobenen Daten, um aktuelle Informationen zu Chancen und Herausforderungen der unterstützenden Kommunikation zu liefern, da vorhandene Literatur nicht ausreicht. Eine vertiefte Befragung der Betroffenen ist notwendig, um umfassende Einblicke in ihre Erfahrungen und Bedürfnisse zu erhalten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einbettung des Themas / Relevanz & Aktualität
2. Zentrale Fragestellung und Problembereich
3. Theoretischer Rahmen
4. Forschungsstand
5. Vorgehensweise
6. Bereits ausgewählte Literatur
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie sich Jugendliche im Schulalter, die auf unterstützende Kommunikation angewiesen sind, in ihrem Alltag selbst wahrnehmen und wie sie die gesellschaftliche Akzeptanz ihrer Kommunikationshilfsmittel erleben, um daraus Handlungsbedarfe für eine bessere Inklusion abzuleiten.
- Bedeutung der Unterstützten Kommunikation für die Identitätsbildung
- Einfluss von Kommunikationshilfsmitteln auf das Selbstvertrauen im Alltag
- Wahrnehmung gesellschaftlicher Akzeptanz durch Betroffene
- Rolle des sozialen Umfelds und der Fachkräfte bei der Inklusion
- Methodische Vorgehensweise mittels Experteninterviews
Auszug aus dem Buch
1. Einbettung des Themas / Relevanz & Aktualität
„In den letzten 3 Jahrzehnten hat sich weltweit ein neues interdisziplinäres Fachgebiet entwickelt: Die Unterstützende Kommunikation“ (Nonn & Päßler-va Rey, 2011, S.2).
Unterstützende Kommunikation verhilft Menschen mit erheblichen kommunikativen Beeinträchtigungen in einen kommunikativen Austausch mit ihren Mitmenschen zu treten.
„Es gibt unterschiedliche Gründe, wie es dazu kommt, dass sich ein Mensch nicht lautsprachlich mitteilen kann. Es kann sich dabei um eine vorübergehende Situation handeln oder um einen lebenslangen Zustand. Das trifft für Kinder zu, die zum Beispiel aufgrund einer Körperbehinderung, einer geistigen Behinderung oder einer Sprachbehinderung nicht zu sprechen beginnen oder denen es nicht gelingt verständlch zu sprechen.“ (Otto & Wimmer, 2017, S.9).
Durch Formen der unterstützenden Kommunikation wird es Kindern ohne eine vorhandenen/verständliche Lautsprache ermöglich sich auszudrücken und ihr eigenes Kommunikationssystem zu entwickeln (Otto & Wimmer, 2017). Hierdurch können Sie sich selbstständig bewegen und ihre eigene Identität festigen. Sie sollen als eigenständige Mitglieder der Gesellschaft wahrgenommen werden.
Unter unterstützende Kommunikation fallen körpereigene und körperfremde Kommunikationsformen. Ebenfalls wird zwischen elektronischen und nicht elektronischen Hilfsmitteln unterschieden. Hier kann jedes betroffene Kind selbst entschieden, welche Formen und Hilfsmittel am besten passen und womit es sich am liebsten ausdrücken kann. Es muss auch geschaut werden, dass das Kommunikationsmittel passend zu den Fähigkeiten des jeweiligen Kindes ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einbettung des Themas / Relevanz & Aktualität: Das Kapitel führt in das interdisziplinäre Feld der Unterstützenden Kommunikation ein und erläutert deren Bedeutung für die Identitätsentwicklung von Menschen mit kommunikativen Einschränkungen.
2. Zentrale Fragestellung und Problembereich: Hier wird der Fokus auf die Lebenswelt von Jugendlichen im Schulalter gelegt, die mittels unterstützender Mittel kommunizieren, und der Forschungsbedarf zur Selbstwahrnehmung und gesellschaftlichen Akzeptanz begründet.
3. Theoretischer Rahmen: Das Kapitel verortet das Thema in der Sozialen Arbeit und Inklusionspädagogik und beleuchtet die drei zentralen Kommunikationselemente: sprechende Person, nicht-sprechende Person und Kommunikationsmittel.
4. Forschungsstand: Dieser Abschnitt analysiert vier relevante Kompetenzbereiche (sprachlich, operational, sozial, strategisch) und diskutiert den steigenden Einfluss elektronischer Hilfsmittel und digitaler Medien.
5. Vorgehensweise: Das Kapitel beschreibt das methodische Design der Arbeit, welches auf Experteninterviews mit betroffenen Kindern und einer anschließenden Qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring basiert.
6. Bereits ausgewählte Literatur: Eine Zusammenstellung der für die Arbeit herangezogenen Fachliteratur zu den Themen Kommunikation, Hilfsmittel und Inklusion.
Schlüsselwörter
Unterstützende Kommunikation, Sozialarbeit, Inklusion, Jugendliche, Lautsprache, Kommunikationshilfsmittel, Selbstwahrnehmung, Gesellschaftliche Akzeptanz, Experteninterview, Qualitative Inhaltsanalyse, Sprachbehinderung, Teilhabe, Kommunikationskompetenz, Sonderpädagogik, Lebenswelt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Situation von Jugendlichen, die keine ausgebildete Lautsprache beherrschen und auf Unterstützende Kommunikation angewiesen sind.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Zentrale Schwerpunkte sind die Identitätsentwicklung, die Inklusion in den Schulalltag sowie die Bedeutung von kommunikativen Hilfsmitteln für die Selbstbestimmung.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Das Ziel ist es, die Selbstwahrnehmung betroffener Jugendlicher sowie ihre Erfahrungen mit gesellschaftlicher Akzeptanz empirisch zu erheben.
Welche wissenschaftliche Methode wird eingesetzt?
Der Autor wählt die Methode des Experteninterviews mit betroffenen Kindern, wobei die Ergebnisse mittels Qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet werden.
Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretische Einbettung in die Soziale Arbeit, eine Analyse des aktuellen Forschungsstandes zu verschiedenen Kompetenzbereichen sowie die methodische Vorgehensweise.
Was zeichnet die Arbeit aus?
Die Arbeit verbindet theoretisches Fachwissen mit der subjektiven Perspektive der Betroffenen, um praxisrelevante Erkenntnisse für Pädagogen und Therapeuten zu gewinnen.
Warum sind Experteninterviews mit Kindern als Quelle vorgesehen?
Der Autor möchte die subjektiven Erfahrungen der Kinder direkt einholen, da diese als Experten für ihre eigene Lebenswelt und die Nutzung von Hilfsmitteln gelten.
Welche Rolle spielt die „Input-Output-Asymmetrie“?
Dieser Begriff beschreibt die Diskrepanz, dass der sprachliche Input meist in Lautsprache erfolgt, während die betroffene Person ihre Antwort lediglich über ein (ggf. langsames) technisches Hilfsmittel ausdrücken kann.
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- Florian Viehmann (Author), 2024, Exposé zu unterstützter Kommunikation im Alltag von Jugendlichen. Selbstwahrnehmung und gesellschaftliche Akzeptanz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1474113