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Angehörige von Menschen mit Schizophrenie. Belastungen und Unterstützungsmöglichkeiten

Titel: Angehörige von Menschen mit Schizophrenie. Belastungen und Unterstützungsmöglichkeiten

Hausarbeit , 2024 , 23 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Stephanie Petry (Autor:in)

Psychologie - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der vorliegenden literaturbasierten Arbeit werden die Fragen untersucht, welche Belastungen sich für Angehörige als Beziehungspartner von Menschen mit Schizophrenie ergeben und welche Möglichkeiten der Unterstützung es gibt. Dazu wird im folgenden Kapitel ein kurzer Einblick in die Krankheit Schizophrenie gegeben. In Kapitel 3 erfolgt nach der Definition des Begriffs der Angehörigen für die vorliegende Arbeit die Darstellung ihrer Belastungen aus verschiedenen Perspektiven. Anschließend werden im nachfolgenden Kapitel verschiedene Möglichkeiten zur Unterstützung Angehöriger vorgestellt und deren Nutzen aufgezeigt. Zum Abschluss erfolgt eine Diskussion der Ergebnisse.

„If you don’t know Schizophrenia, you’re lucky“ (National Schizophrenia Fellowship; zit. n. Finzen, 2020).

Dieser Ausspruch einer englischen Wohltätigkeitsorganisation weist darauf hin, dass der Umgang und das Leben mit Schizophrenie für Betroffene wie Angehörige nicht leicht ist (ebd.). In der Behandlung von Schizophrenie haben sich für Betroffene stabile Beziehungen als wichtig erwiesen und können zu einem besseren Verlauf der Erkrankung beitragen (Hell & Schüpbach, 2016). Insbesondere Angehörige spielen dabei eine tragende Rolle: sie sind häufig die wichtigste Unterstützung für Betroffene und tragen zu deren Stabilisierung bei (Gühne et al. 2019, S. 66; Hell & Schüpbach, 2016). Bäuml und Pitschel-Walz gehen davon aus, dass ca. 20 % weniger Rückfälle zu verzeichnen sind, wenn Angehörige in die Behandlung Betroffener mit einbezogen werden (ebd., 2004). Neben diesem positiven Effekt ist jedoch auch festzuhalten, dass Angehörige von den Auswirkungen der Erkrankung selbst betroffen sind (Hell & Schüpbach, 2016). Finzen beschreibt diese Auswirkungen „als eine Katastrophe, die alles verändert“ (ebd., 2020). Um Angehörige in ihrer Rolle als Beziehungspartner zu entlasten, erscheint es also angeraten, sie durch entsprechende Angebote zu unterstützen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Schizophrenie

2.1 Epidemiologie

2.2 Diagnosekriterien nach ICD-10-GM

2.3 Verlaufsformen

3 Belastung Angehöriger als Beziehungspartner schizophrener Menschen

3.1 Gesundheitliche Perspektive

3.2 Soziale Perspektive

3.3 Finanzielle Perspektive

4 Möglichkeiten zur Unterstützung Angehöriger

4.1 Familientherapeutische Interventionen

4.2 Psychoedukation

4.3 Selbsthilfegruppen

4.4 Peer-Support

5 Diskussion

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende literaturbasierte Arbeit untersucht die verschiedenen Belastungen, denen Angehörige als Beziehungspartner von Menschen mit Schizophrenie ausgesetzt sind, und analysiert bestehende Unterstützungsangebote, um diese Belastungssituation zu entlasten.

  • Belastungsspektrum aus gesundheitlicher, sozialer und finanzieller Sicht.
  • Familientherapeutische Ansätze zur Reduktion von Rezidivrisiken und zur Verbesserung der Lebensqualität.
  • Psychoedukative Maßnahmen und die Rolle von Peer-Angehörigen.
  • Bedeutung von Selbsthilfegruppen für soziale Unterstützung.
  • Diskussion über Versorgungslücken und zukünftige Interventionsansätze wie Hometreatment.

Auszug aus dem Buch

3.1 Gesundheitliche Perspektive

Zur Darstellung möglicher Auswirkungen im gesundheitlichen Bereich werden exemplarisch die Ergebnisse der Studien von Sibitz et al. (2002) mit einer Stichprobe aus einer wie oben dargestellten heterogenen Gruppe von Mitgliedern einer Angehörigenorganisation sowie von Jungbauer et al. (2002a) mit einer Stichprobe aus Eltern und Partnern betrachtet.

So berichten im psychosomatischen Bereich nach Sibitz et al. über 80 % der von ihnen Befragten über negative Auswirkung auf ihr allgemeines Gesundheitsempfinden. Dabei werden speziell Erschöpfungszustände sowie Schlaflosigkeit genannt, wobei diese insgesamt häufiger bei Angehörigen männlicher als weiblicher Betroffener auftreten. Nervöse Beschwerden werden dagegen mehr von Angehörigen weiblicher Betroffener beschrieben (ebd., 2002, S. 151). Jungbauer et al. erheben zu diesen weitere psychosomatische Beeinträchtigungen in Form von Herz- und Magenbeschwerden sowie Gliederschmerzen bei ca. 15-33 % der befragten Eltern und Partner. Die Ergebnisse der Studie zeigen dabei einen Zusammenhang des Auftretens psychosomatischer Beschwerden mit der Schwere der Schizophrenie und den auftretenden psychischen Symptomen der Betroffenen. Insgesamt nahmen die Befragten im Zeitraum eines Jahres fast doppelt so häufig Termine bei Haus-, Nerven- und weiteren Fachärzten wahr als die Allgemeinbevölkerung. Im Vergleich stellen die Studienergebnisse im Bereich psychosomatischer Beschwerden und Erkrankungen jedoch keine Abweichung zur Prävalenz in der Allgemeinbevölkerung dar (ebd., 2002a, S. 548-552).

Im psychischen Bereich berichten ca. ein Drittel bis die Hälfte der Befragten bei der Studien von Beschwerden. Insbesondere geben ca. 35 % der heterogenen Gruppe das Vorliegen einer Depression an (Sibitz et al., 2002, S. 151). Dies findet sich auch in der Erhebung der Eltern- und Partnergruppe und bedeutet eine nahezu doppelt so hohe Lebenszeit-Prävalenz für Depressionen im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung. Weiterhin stellten Jungbauer et al. (2002a) auch für das Vorliegen von zwei oder mehr psychiatrischen Diagnosen eine fast doppelt so hohe Lebenszeit-Prävalenz fest und beschreiben auch, dass die Lebenszeit-Prävalenz für psychische Erkrankungen insgesamt umso höher ist, je ausgeprägter die Einschränkungen der Funktionen Betroffener im psychosozialen Bereich sind. Neben depressiven Erkrankungen zeigt sich auch im Bereich psychotischer Störungen ein signifikant häufigeres Auftreten (ebd., S. 550-552).

Zusammenfassend lässt sich hieraus feststellen, dass Angehörige von Menschen mit Schizophrenie im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung häufiger von psychischen Beschwerden oder Erkrankungen betroffen sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Belastung von Angehörigen schizophrener Menschen ein und definiert das Ziel der literaturbasierten Untersuchung.

2 Schizophrenie: Dieses Kapitel erläutert das Krankheitsbild Schizophrenie anhand epidemiologischer Daten, aktueller Diagnosekriterien nach ICD-10-GM und verschiedener Verlaufsformen.

3 Belastung Angehöriger als Beziehungspartner schizophrener Menschen: Hier werden die vielfältigen, wechselseitigen Belastungen für Angehörige aus gesundheitlicher, sozialer und finanzieller Perspektive detailliert dargestellt.

4 Möglichkeiten zur Unterstützung Angehöriger: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über verschiedene Interventionsformen wie Familientherapie, Psychoedukation, Selbsthilfe und Peer-Support.

5 Diskussion: Abschließend werden die Ergebnisse kritisch reflektiert, aktueller Forschungsbedarf identifiziert und potenzielle zukünftige Versorgungsmodelle wie Hometreatment diskutiert.

Schlüsselwörter

Schizophrenie, Angehörige, Belastung, Unterstützung, Psychoedukation, Familientherapie, Selbsthilfegruppen, Peer-Support, psychische Gesundheit, soziale Isolation, Stigmatisierung, Pflege, Lebensqualität, Krankheitsverlauf, Diagnostik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Situation von Angehörigen von Menschen, die an Schizophrenie erkrankt sind, und beleuchtet die damit einhergehenden spezifischen Belastungen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der gesundheitlichen, sozialen und finanziellen Belastung der Angehörigen sowie auf verschiedenen Unterstützungsangeboten.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Angehörige durch die Erkrankung belastet werden und welche Hilfeleistungen existieren, um diese Situation zu verbessern.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine literaturbasierte Analyse, die bestehende Studien und Fachliteratur auswertet, um ein umfassendes Bild der Belastungssituation zu zeichnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Krankheit Schizophrenie, die Analyse der Belastungssituation von Angehörigen und die Vorstellung von Unterstützungsmöglichkeiten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Wichtige Schlagworte sind neben Schizophrenie und Angehörigenbelastung vor allem Psychoedukation, Peer-Support, Stigmatisierung und therapeutische Interventionen.

Wie wirkt sich die Erkrankung finanziell auf Angehörige aus?

Die Arbeit zeigt, dass Angehörige häufig Mehrkosten tragen, etwa durch Unterstützung im Alltag oder Zuzahlungen zu Behandlungen, und oft eigene Erwerbstätigkeiten einschränken müssen.

Welche Barrieren identifiziert die Autorin für Angehörige in ländlichen Regionen?

Es wird aufgezeigt, dass Unterstützungsangebote wie Selbsthilfegruppen oft vorwiegend in Städten angesiedelt sind, was für nicht-mobile Angehörige eine erhebliche Barriere darstellt.

Welches zukünftige Versorgungsmodell wird in der Diskussion vorgeschlagen?

Die Arbeit diskutiert Hometreatment als einen vielversprechenden Ansatz, um Versorgung im häuslichen Umfeld zu gewährleisten und Versorgungslücken zu schließen.

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Details

Titel
Angehörige von Menschen mit Schizophrenie. Belastungen und Unterstützungsmöglichkeiten
Hochschule
Hamburger Fern-Hochschule
Note
1,0
Autor
Stephanie Petry (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2024
Seiten
23
Katalognummer
V1474262
ISBN (PDF)
9783389028865
ISBN (Buch)
9783389028872
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schizophrenie Angehörige Psychoedukation Unterstützung Peer-Support Selbsthilfegruppe Psychopathologie PSP
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Stephanie Petry (Autor:in), 2024, Angehörige von Menschen mit Schizophrenie. Belastungen und Unterstützungsmöglichkeiten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1474262
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Leseprobe aus  23  Seiten
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