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Psychoanalytische und lerntheoretische Erklärung der Angstentstehung

Title: Psychoanalytische und lerntheoretische Erklärung der Angstentstehung

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 31 Pages , Grade: 2-

Autor:in: Kristin Retzlaff (Author), Dirk Krause (Author)

Sport - Sport Psychology
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Angst ist eine kognitive, emotionale und körperliche Reaktion auf eine Gefahrensituation bzw. auf das Antizipieren einer Gefahren- und Bedrohungssituation. Sie kann als "beklemmend, bedrückend und als unangenehm erlebter Ich-Zustand" empfunden werden, "der für das Individuum eine Bedrohung darstellt, mit physiologischen Vorgängen verbunden ist und das Verhalten beeinflusst.“ HOBMAIR (1993, 161) Für FREUD ist Angst eine intensive emotionale Reaktion, die durch die vorbewusste Wahrnehmung eines Konfliktes entsteht, der dabei ist, ins Bewusstsein aufzusteigen. Das heißt, Angst ist ein Wahrsignal des Körpers und ein Bestandteil unseres Lebens. Wir erleben von früher Kindheit bis ins hohe Alter zahlreiche Ängste. So hält uns die Angst, etwas Wichtiges zu verpassen, immer auf Trab, aber die Angst vor möglichen Gefahren hält uns zurück. Je nach Situation ist dies oft sehr widersprüchlich. Der Eine hat Angst, wenn er vom Drei-Meter-Brett springen soll, ein Anderer ängstigt sich davor, den richtigen Zeitpunkt für eine Entscheidung zu verpassen. "Es gibt aber Befürchtungen, die jeder im Interesse seiner Entwicklung überwinden sollte, z. B. die Angst vor anderen Menschen, Furcht vor Blamagen oder anderen Risiken, die Neugier und Wissensdurst hemmen, erfinderische Produktivität bremsen und tatkräftiges Zufassen behindern." (KATZENSTEIN/SITTE 1989, 11)
Diese wissenschaftliche Arbeit beschäftigt sich mit der Darstellung der Angstentstehung nach dem psychoanalytischen Ansatz von FREUD und dem lerntheoretischen Ansatz von MOWRER. Dabei werden bei der Psychoanalyse vor allem die theoretischen Grundlagen beschrieben und ihre Gültigkeit aus heutiger Sicht des Schulsports beleuchtet. Weiterhin werden die Grundannahmen der Lerntheorien, hier insbesondere das klassische Konditionieren und die 2-Phasen-Theorie nach MOWRER, erläutert. Diese Ansätze werden ebenso wie der Ansatz der Psychoanalyse in Hinsicht der Entstehung, Vermeidung und Verarbeitung von Angst im Schulsport kritisch betrachtet.

Die Autoren
Kristin Retzlaff und Dirk Krause

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Psychoanalyse

2.1 Grundannahmen

2.2 Triebe

2.3 Erstes topologisches Modell (Schichtenmodell)

2.4 Zweites topologisches Modell (Instanzenmodell)

2.4.1 Das Es

2.4.2 Das Ich

2.4.3 Das Über-Ich

2.5 Zusammenspiel vom 1. und 2. Topischem Modell

3 Angstentstehung nach FREUD

4 Abwehrmechanismen des Ichs

4.1 Abwehrmechanismen der Realangst

4.1.1 Verleugnung

4.1.2 Rationalisierung

4.2 Abwehrmechanismen der moralischen Angst

4.2.1 Regression

4.2.2 Kompensation

4.2.3 Introjektion

4.3 Abwehrmechanismen der neurotischen Angst

4.3.1 Projektion

4.3.2 Verschiebung

4.3.3 Reaktionsbildung

5 Lerntheorien

5.1 Klassisches Konditionieren

5.1.1 Begriffsklärung

5.1.2 Erläuterung

5.2 Operantes (Instrumentelles) Konditionieren

6 Die 2-Phasen-Theorie nach MOWRER

7 Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen der Angstentstehung und deren Bewältigung, um daraus Implikationen für den Schulsport abzuleiten. Dabei werden insbesondere der psychoanalytische Ansatz nach FREUD sowie lerntheoretische Erklärungsmodelle analysiert und kritisch in Bezug auf die Entstehung und Vermeidung von Angst im sportlichen Kontext betrachtet.

  • Psychoanalytische Grundlagen nach FREUD (Instanzenmodell)
  • Psychodynamische Abwehrmechanismen bei Angstzuständen
  • Klassisches und operantes Konditionieren als Lernmechanismen
  • Die 2-Phasen-Theorie nach MOWRER zur Angstbewältigung
  • Anwendung der Theorien im pädagogischen Kontext des Sportunterrichts

Auszug aus dem Buch

4.3.1 Projektion

Angsterregende Impulse werden anderen Personen unterstellt, indem sie auf sie projiziert werden (ZIMBARDO 1995, 488).

Dies sind Eigenschaften, die zwar die eigene Person betreffen, die man aber nicht an sich selbst wahrhaben will, sondern sie anderen Personen oder Gegenständen zuschreibt. Nach gelungener Projektion nimmt die Person seine unverarbeiteten Probleme nicht mehr an sich selber wahr, er bekämpft bei anderen Personen. Beispiele dafür sind:

- ein Schüler ist schlecht im Sportunterricht und will dies aber nicht wahrhaben; er neigt nun dazu den Lehrer für schlecht zu halten;

- die Angst vor geschlechtlichen Regungen, die sich auf das eigene Geschlecht richten, bewirkt, dass man anderen Personen Homosexualität unterstellt oder Homosexuelle stark bekämpft;

- Fehlpass beim Handball, der eigene Fehler wird auf andere projiziert: ‚Du hast falsch gestanden’

(vgl. HOBMAIR 1993, 391).

Nach FISSENI (1998, 40) ist Projektion, dass das Ich Triebimpulse aus dem Es in die Außenwelt verlegt, etwa in andere Personen, und sie dort bekämpft. So kann z. B. Person A aggressive Wünsche gegen Person B hegen, diese verlegt sie aber in B und erklärt, dass B gegen sie aggressiv sei.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung definiert Angst als einen belastenden Ich-Zustand und skizziert die Relevanz der Thematik für den Sportunterricht sowie das Vorgehen der Arbeit.

2 Die Psychoanalyse: Dieses Kapitel erläutert die Grundannahmen der Psychoanalyse, das Schichten- und Instanzenmodell von FREUD sowie das Zusammenspiel der psychischen Instanzen.

3 Angstentstehung nach FREUD: Hier werden die Ursachen von Angst aus psychoanalytischer Sicht und die Einteilung in Real-, neurotische und moralische Angst dargestellt.

4 Abwehrmechanismen des Ichs: Dieses Kapitel beschreibt verschiedene Strategien, mit denen das Ich versucht, Angst auslösende Impulse abzuwehren, darunter Verdrängung, Regression und Projektion.

5 Lerntheorien: Es werden die Grundlagen des Lernens sowie das klassische und operante Konditionieren als Mechanismen zur Reiz-Reaktions-Bildung erläutert.

6 Die 2-Phasen-Theorie nach MOWRER: Dieses Kapitel führt MOWRERs Theorie zur Entstehung und Aufrechterhaltung von Angstreaktionen durch klassische Konditionierung und instrumentelle Verstärkung ein.

7 Resümee: Das abschließende Kapitel fasst die theoretischen Erkenntnisse zusammen und bewertet deren Nutzbarkeit für die sportpädagogische Praxis.

Schlüsselwörter

Psychoanalyse, Angstentstehung, Abwehrmechanismen, Ich, Es, Über-Ich, Verdrängung, Lerntheorien, Klassisches Konditionieren, Operantes Konditionieren, 2-Phasen-Theorie, Angstbewältigung, Schulsport, Realangst, Neurotische Angst

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung von Angst und deren Bewältigung, indem sie sowohl psychoanalytische Konzepte nach FREUD als auch lerntheoretische Ansätze gegenüberstellt und auf den Sportunterricht anwendet.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind das Instanzenmodell der Persönlichkeit, psychodynamische Abwehrmechanismen, die Prinzipien der klassischen und operanten Konditionierung sowie die Anwendung dieser Modelle auf angstauslösende Situationen im Sport.

Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, durch die theoretische Analyse der Angstentstehung dem Sportlehrer methodische Ansätze an die Hand zu geben, um Ängste bei Schülern im Sportunterricht besser zu verstehen, abzubauen oder ganz zu vermeiden.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Autoren nutzen eine literaturgestützte theoretische Analyse, um Konzepte der Psychologie auf den spezifischen Bereich des Sports zu übertragen und zu reflektieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der psychoanalytischen Theorie (einschließlich der Instanzen Es, Ich, Über-Ich), eine detaillierte Auflistung von Abwehrmechanismen und eine Erläuterung der lerntheoretischen Grundlagen sowie der 2-Phasen-Theorie nach MOWRER.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Psychoanalyse, Angstentstehung, Abwehrmechanismen, Lerntheorien, Konditionierung und Angstbewältigung im Sportunterricht.

Wie wird das Verhältnis zwischen Ich und Es durch FREUD veranschaulicht?

FREUD verwendet das Bild vom Reiter und Pferd: Das Pferd (Es) liefert die Energie, während der Reiter (Ich) das Pferd steuert; erweist sich der Reiter als zu schwach, geht das Pferd mit ihm durch.

Was versteht man unter dem Prinzip der "Reaktionsbildung"?

Bei der Reaktionsbildung werden angsterregende Impulse ins Gegenteil verkehrt, damit sie für das Ich akzeptabel werden – zum Beispiel kann unerwiderte Liebe in Hass umschlagen.

Welche Rolle spielt die "Instrumentelle Verstärkung" bei der Angstbewältigung im Sport?

Die Instrumentelle Verstärkung (MOWRER) erklärt, dass Vermeidungsverhalten im Sport deshalb so resistent ist, weil das Meiden der angstauslösenden Situation zu einer sofortigen Angstreduktion führt, was das Vermeidungsverhalten positiv verstärkt.

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Details

Title
Psychoanalytische und lerntheoretische Erklärung der Angstentstehung
College
Otto-von-Guericke-University Magdeburg  (Institut für Sportwissenschaft)
Course
Angst im Schulsport
Grade
2-
Authors
Kristin Retzlaff (Author), Dirk Krause (Author)
Publication Year
2003
Pages
31
Catalog Number
V14742
ISBN (eBook)
9783638200578
ISBN (Book)
9783638676427
Language
German
Tags
Psychoanalytische Erklärung Angstentstehung Angst Schulsport
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kristin Retzlaff (Author), Dirk Krause (Author), 2003, Psychoanalytische und lerntheoretische Erklärung der Angstentstehung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14742
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