Referenztheorie und unterschiedlicher Referenzbereich am Beispiel des Deutschen und Spanischen


Seminararbeit, 2007

11 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Referenztheorie

3. Lexikalische Kontraste

4. Unterschiedlicher Referenzbereich

5. Fazit

6. Bibliographie:

1. Einleitung

Jeder Lerner einer Fremdsprache stößt im Laufe des Lernprozesses immer wieder auf Wörter, Kollokationen und Phrasen, die er nicht richtig einzuordnen vermag oder die er falsch anwendet. Warum dies der Fall ist, soll im Folgenden untersucht werden. Die Gründe hier für können sehr unterschiedlich sein, weshalb im Rahmen dieser Hausarbeit nur einige wenige Punkte angesprochen werden sollen.

Zuerst wird auf die Referenztheorie im Allgemeinen und auf die Begriffe Bedeutung, Bezeichnung, Zeichen und Referent näher eingegangen. Darauf aufbauend soll ein kurzer Überblick über lexikalische Kontraste und die kontrastive Lexikologie gegeben werden. Zum Abschluss wird auf den unterschiedlichen Referenzbereich eingegangen den zwei Sprachen haben können und der als Grund für die unterschiedliche Benutzung von Wörtern und Lexemen angesehen werden kann.

2. Die Referenztheorie

Im Alltag benutzen wir Wörter, um uns auf verschiedene Gegenstände, Sachverhalte oder Gegebenheiten der außersprachlichen Wirklichkeit zu beziehen. Folglich weisen wir ihnen Bezeichnungen zu, um sie zu benennen und über sie reden zu können. Ein Model, welches diese Funktion der Sprache beschreibt, ist die Referenztheorie.

Die Referenztheorie geht von einem semiotischen Dreieck aus, welches an den Eckpunkten die Buchstaben A, B und C trägt[1]. A steht für das Zeichen, welches den sprachlichen Ausdruck greifbar macht, B stellt die Idee, den Gedanken oder den Begriff dar und C ist der Referent, der Gegenstand oder Sachverhalt, den A und B beschreiben. Die drei Punkte sind miteinander verknüpft, so wird zum Beispiel C in der Referenztheorie als Bedeutung von A betrachtet.

Unterteilt werden kann die Referenztheorie in Teilklassen nach ontologischen oder erkenntnistheoretischen Gesichtspunkten. Diese Unterscheidung basiert auf Nominalismus und Realismus. John Lyons definiert Nominalismus als „die Lehre, dass sprachliche Ausdrücke lediglich Namen für ihre Referenten sind“ (Lyons 1991: S. 625). Damit ist gemeint, dass die Referenten auch durchaus nur den Namen gemeinsam haben können aber ansonsten keine Gemeinsamkeiten haben.

Das andere Extrem bildet der Realismus welcher nach Lyons die Ansicht vertritt, dass „den Referenten eines Namens etwas gemein ist, das über ihr Verknüpftsein mit demselben Ausdruck hinausgeht“ (Lyons 1991: S. 625).

Eine dritte Theorie ist zwischen diesen beiden Extremen angesiedelt und bildet sowohl eine Alternative zum Realismus als auch zum Nominalismus: der Konzeptualismus. Nach der Lehre des Konzeptualismus werden alle Referenten desselben Ausdrucks unter denselben Begriff subsumiert ohne Beachtung der eventuellen Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Hinzu kommt die Auffassung, dass Begriffe zwischen sprachlichen Ausdrücken und dem, was sie bezeichnen, vermitteln. Also wird C mittels B durch A bezeichnet.

Die Referenztheorie besagt folglich, dass Ausdrücke ihre Referenten sowohl bezeichnen und sich damit auf sie beziehen, als auch benennen. Dies setzt jedoch eine Gleichsetzung von Benennung und Referenz voraus. Das Referent und Benennung nicht dasselbe ist, kann durch einfache Beispiele widerlegt werden. Eigennamen beziehen sich auf eine bestimmte Person oder einen Referenten. Jedoch ist kein Eigenname einmalig was bedeutet, dass es mehrere mögliche Referenten gibt. Diese verschiedenen Personen müssen jedoch nichts gemeinsam haben, woraus folgt, dass die Vergabe von Eigennamen arbiträr ist und Benennung und Referenz nicht dasselbe sein können. Nimmt man als anderes Beispiel die Bezeichnung Tisch, so stellt man sich automatisch eine Platte mit vier Beinen als Prototypen vor, der tatsächliche Referent kann jedoch sehr unterschiedlich aussehen und die Möglichkeiten sind unendlich.

Auch Lyons lehnt eine Referenztheorie der Bedeutung in dieser Form ab, da „ sie zu einer unorthodoxen und kontraintuitiven Charakterisierung von Bedeutungsgleichheit und Bedeutungsverschiedenheit führt“ (Lyons 1991: S. 627). Neben dem Phänomen, das dieselbe Benennung sich auf unterschiedliche Referenten beziehen kann, kommt noch die Möglichkeit hinzu, dass verschiedene Bezeichnungen sich auf denselben Referenten beziehen können. Im Falle des Eigennamen sind diese Bezeichnungen festgelegt durch die Rollen die ein Mensch einnimmt. Die Ausdrücke John, Vater, Chef oder Ehemann können also alle dieselbe Person beschreiben.

Vergleicht man nun die Ausdrücke in verschiedenen Sprachen miteinander, so kommt es zu weiteren Problemen die man unter den Begriff „lexikalische Kontraste“ zusammenfassen kann.

3. Lexikalische Kontraste

Beim Vergleichen verschiedener Bezeichnungen für Referenten in verschiedenen Sprachen stellt man fest, dass die Konzepte arbiträr sind und nichts gemeinsam haben müssen. Betrachtet man die Referenten, so lässt sich feststellen, dass sie in Teilbereichen ebenfalls unterschiedlich sind, es bestehen also lexikalische Kontraste. Nach Marie- Theres Schepping sind lexikalische Kontraste „formale oder inhaltliche Unterschiede zwischen bedeutungsähnlichen Wörtern verschiedener Sprachen“ (Schepping 1985: S. 189). Christoph Schwarze untersucht solche strukturellen Unterschiede, bei denen ein fortgeschrittener Lerner im konkreten Fall Voraussagungen über die lexikalischen Einheiten der Zielsprache machen könnte und bezeichnet dies als aktiven Kontrast (Schwarze 1983: S. 189). Dass diese Voraussagungen meist falsch sind, ist in den lexikalischen Kontrasten begründet, welche Bernd Pöll auf fünf verschiedene Ebenen gliedert (Pöll 2001: S. 95). Außer der unterschiedlichen Differenzierung des Referenzbereichs, auf welche im Folgenden weiter eingegangen wird, zählt er die unterschiedliche semantische Struktur, den morphologischen Aufbau und Lexikalisierungsmuster, syntaktische Eigenschaften, Unterschiede in der Polysemie und situationsabhängige Eigenschaften bzw. konnotative Unterschiede zu den verschiedenen Ebenen der lexikalischen Unterschiede.

[...]


[1] Beispiel für ein semiotisches Dreieck im Anhang Abbildung 1

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Referenztheorie und unterschiedlicher Referenzbereich am Beispiel des Deutschen und Spanischen
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen  (Romanistik)
Veranstaltung
Lexikologie
Note
1,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
11
Katalognummer
V147506
ISBN (eBook)
9783640583096
ISBN (Buch)
9783640582808
Dateigröße
470 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Referenztheorie, Lexikologie, Romanistik, Sprachwissenschaft, lexikalische Kontraste
Arbeit zitieren
Daniela Breitenbach (Autor), 2007, Referenztheorie und unterschiedlicher Referenzbereich am Beispiel des Deutschen und Spanischen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147506

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