"What it is like to be black in South Africa?" als Thema im Englischunterricht einer 10. Klasse


Unterrichtsentwurf, 2010
20 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

1. Unterrichtliche Vorbedingungen

1.1. Die Lerngruppe

Der Kurs 10/2 umfasst 16 Schülerinnen und Schüler[1], darunter 11 Mädchen und 5 Jungen. Sie lernen Englisch im 6. Lernjahr, da sie seit der 5. Klasse am Englischunterricht teilnehmen. Die Lernatmosphäre im Kurs kann man als durchweg positiv bezeichnen. Seit dem neunten Schuljahr lernen die SuS in dieser Konstellation, in der sich viele SuS mit ähnlichen Interessen und Einstellungen zusammenfinden. Nur einen Schülerin ist zum Anfang des neuen Schuljahres hinzugekommen. In Stammgruppenraum 9/10 A, in dem der Unterricht normalerweise stattfindet, lernen die SuS in festen Sitzgruppen. Diese wählen sie sich selbst danach aus, mit welchen Lernpartnern sie gerne und konstruktiv zusammenarbeiten können. Dementsprechend wohl fühlt sich der Großteil der Lerngruppe, was sich in einem insgesamt offenen und freundlichem Arbeits- und Klassenklima niederschlägt. Nur wenige Ausnahmen sind hier zu betrachten. Ein Schüler, der als Einziger in der Lerngruppe auf Realschulniveau unterrichtet wird, zeigt kein Interesse daran, mit den anderen SuS zu interagieren und saß daher zu Beginn des Schuljahres allein an einem Tisch. Um dieser Abschottung entgegen zu wirken, wurde mit den SuS gemeinsam beschlossen, dass er von einem der Gruppentische “adoptiert“ wird. Wenngleich er sich noch immer von den anderen SuS abhebt, nimmt er zumindest an der Gruppenarbeit teil. An diesen Tisch wurde auch jenes Mädchen aufgenommen, das neu zur Klasse hinzu gestoßen ist. Sie ist sehr freundlich und aufgeschlossen, wird jedoch z.T. stark durch eine Muskelerkrankung eingeschränkt und kann demzufolge nicht so unbeschwert wie alle anderen SuS am Gruppengeschehen teilnehmen. So wird sie zwar nie bewusst ausgegrenzt und man hilft ihr, wo es nur geht, doch sie konnte noch keinen richtigen Platz im Kurs finden.

Dem Unterrichtsfach Englisch gegenüber sind die SuS im Großen und Ganzen aufgeschlossen und zeigen Leistungsbereitschaft. Auch schwächere SuS erkennen die Relevanz des Faches an und sind dementsprechend motiviert, hier gute Leistungen zu erzielen. Zwei hervorstechend schwache Schülerinnen sind bestrebt, ihre Leistungen zu verbessern und ließen sich von mir Übungsmaterialien zu ihren Fehlerschwerpunkten geben.

Hinsichtlich der Disziplin ist zu beobachten, dass diese je nach Tageszeit stark schwankt. Am Donnerstag wird der Kurs in der 4. Lernzeit unterrichtet und diese Lernzeit zeichnet sich durch eine konstant zunehmende Unruhe aus. Freitags hingegen unterrichte ich in der 1. Lernzeit und es zeigt sich ein fast umgekehrtes Bild. Die SuS sind zu Beginn meist noch etwas träge und der Unterricht läuft i.d.R. eher ruhig ab. Sie halten sich mündlich noch stark zurück und arbeiten zu dieser Zeit lieber schriftlich. Zwei Schüler fallen disziplinarisch verstärkt auf. Dazu zählt einerseits der bereits oben genannte Realschüler. Er führt Arbeitsaufträge oft nur widerwillig und nur nach wiederholter Aufforderung aus, er zeigt sich generell unmotiviert. Ein anderer Schüler hat Probleme, sich zu konzentrieren. Er hat einen starken Bewegungsdrang und kann nicht allzu lange am Platz sitzen. Sich über einen längeren Zeitraum auf eine Aufgabe zu konzentrieren, fällt ihm schwer. Dieser Schüler lotet situationsbedingt auch gern Grenzen aus und provoziert, dies bleibt aber im vertretbaren Rahmen. Darüber hinaus lassen sich keine nennenswerten disziplinarische Probleme erkennen.

Das Leistungsniveau der Lerngruppe kann im Großen und Ganzen als gut beschrieben werden. Eine Gruppe von 6 SuS ist als sehr leistungsstark einzustufen. Daran schließen sich 8 SuS an, deren Leistungen sich im Bereich „befriedigend bis gut“ ansiedeln. Weitere 3 SuS haben große Probleme in allen kommunikativen Fertigkeiten, da ihnen z.T. grammatikalische Grundlagen fehlen. Durch differenzierende Methoden (Stationsarbeit) im Bereich Grammatik wird versucht, dem entgegen zu wirken, was von den SuS als durchweg positiv beurteilt wird.

Die Beteiligung im Mündlichen ist i.d.R. gut, es fällt jedoch auf, dass die als besonders leistungsstark beschriebenen SuS nicht zwingend jene sind, die sich im Mündlichen engagieren. Sie halten sich im Gegensatz zu einigen SuS aus dem “Mittelfeld“ stärker zurück. Von großer Relevanz für die Lehrprobenstunde könnte hier sein, dass die SuS mit starker Zurückhaltung im Mündlichen reagieren, wenn Beobachter am Unterricht teilnehmen. Während Gespräche in der Kreissituation normalerweise zwanglos verlaufen, macht sich dann eine kollektive Anspannung bemerkbar. Die SuS äußerten sich dahingehend, dass sie den Erfolg solcher “Prüfungssituationen“ nicht beeinträchtigen wollten, indem sie etwas “Falsches“ sagen.

Die Fähigkeiten im Kompetenzbereich Schreiben variieren die Leistungen von Schüler zu Schüler sehr stark. Manchen bereitet schon das Formulieren einfacher Sätze Schwierigkeiten und sie benötigen viel Zeit zum Verfassen zusammenhängender Texte. Andere gehen in der schriftlichen Sprachproduktion weitgehend flexibel mit der Sprache um. Ein Großteil der SuS betätigt sich mit Vorliebe im Mündlichen und zeigt daher nur wenig Sorgfalt und Geduld im Schriftlichen. In diesem Sinne bietet es sich an, beide Bereiche miteinander zu verbinden, wie es auch in der vorliegenden Stunde getan wird.

1.2. Die Referendarin

Ich bin seit dem 1.4. vorigen Jahres als Referendarin an der Werkstattschule tätig und kenne den Kurs seitdem. Ich begann ihn aufgrund des krankheitsbedingten Ausfalls meiner Mentorin bereits im Mai 2009 selbstständig zu unterrichten. Dementsprechend vertraut bin ich mit dem Kurs und die Beziehung lässt sich als entspannt bis freundschaftlich beschreiben. In der unterrichtlichen Gestaltung lässt mir meine Mentorin große Freiheiten, steht mir aber stets beratend äußerst kompetent und verständnisvoll zur Seite. Sie hospitiert in unregelmäßigen Abständen.

1.3. Schulspezifische Voraussetzungen

Die Werkstattschule in R ist eine staatlich anerkannte Schule in freier Trägerschaft, die seit 1998 existiert. Sie hat ein besonderes Profil:

An der integrierten Gesamtschule lernen derzeit insgesamt 480 Kinder und Jugendliche in der Grundschule und in den Sekundarstufen I und II.

Das Konzept der Werkstattschule führt verschiedene Reformansätze von Schule zu einem ganzheitlichen Ansatz zusammen. Integrative Unterrichtsformen, Altersmischungen, Modelle für Individualisierung und Binnendifferenzierung, die Orientierung am Gemeinwesen Schule oder die Öffnung zur Umgebung innerhalb eines Ganztagsbetriebs […] entfalten in ihrer Summe neue Möglichkeiten für eine zeitgemäße Bildung und Erziehung.

Die Werkstattschule versteht sich als ein lebendiges Haus des Lernens, das von kultureller Toleranz und friedlichem Miteinander geprägt ist. Übergeordnetes Ziel der schulischen Arbeit ist es, die Schülerinnen und Schüler zu eigenverantwortlichem Lernen, solidarischem Handeln und sinnvollen Formen der Verständigung zu befähigen.“[2]

Die SuS werden in 4 Lernzeiten unterrichtet, die jeweils 90 Minuten umfassen und durch unterschiedlich lange Pausenzeiten unterbrochen werden. Lehreinheiten im Umfang von 45 Minuten bilden die Ausnahme im Schulalltag.

Das Kollegium umfasst ca. 60 Personen und ist im Großen und Ganzen als jung oder jung geblieben zu beschreiben. Die Arbeitsatmosphäre ist familiär und den Referendarinnen stehen die Kolleginnen und Kollegen aufgeschlossen gegenüber. Im Rahmen von fächerübergreifendem, kursübergreifendem oder projektorientiertem Arbeiten verbringt man viel Zeit miteinander und dementsprechend eng sind die zwischenmenschlichen Beziehungen. Dem SuS gegenüber verstehen sich die Lehrerinnen und Lehrer[3] als helfende, unterstützende Pfeiler auf dem Weg in den selbstständigen Wissenserwerb. Die geschieht je nach individuellem Bedarf und Fähigkeiten der SuS in engeren und weiteren Grenzen. Daher ist das Verhältnis zwischen SuS und LuL i.d.R. kollegial, arbeitsorientiert und von gegenseitigem Respekt geprägt. Die Lehrkräfte stehen den SuS auch außerhalb des regulären Unterrichtsbetriebes zur Verfügung. Im Rahmen des Ganztagsbetriebs ist ein dichtes schulisches und soziales Betreuungsnetz aufgebaut, in dem sich die SuS augenscheinlich aufgehoben fühlen, da viele von ihnen nach Unterrichtsschluss das Schulgebäude nicht sofort verlassen. Vielmehr nutzen sie die gegebenen Voraussetzungen für Hausaufgaben, betreute Freizeitangebote oder zu privaten Zwecken wie beispielsweise Zusammensein mit Freunden. Für den selbstständigen Wissenserwerb steht den SuS u.a. eine schuleigene Bibliothek zur Verfügung, in der sie auch englische Primärliteratur anfinden. Zudem befinden sich im Schulhaus mehrere Internetarbeitsplätze für Recherchezwecke.

Im technischen Bereich ist die Schule vergleichsweise gut ausgestattet. Zwei mit ca. 20 Computerarbeitsplätzen bestückte Informatikräume können nach vorheriger Anmeldung von allen Kursen genutzt werden. Durch die Ausstattung mit Kopfhörern können u.a. Hörverstehens-Übungen hier optimal durchgeführt werden. Einzig Probleme mit der Computer-Software und ein sukzessives Verschwinden von Kopfhörern behindern gelegentlich das Arbeiten. Der Fachbereich verfügt zudem über einen eigens für das Fach Englisch eingerichteten Fachraum mit dem Namen „London“, in dem ein fest installierter Beamer und eine Stereoanlage die Vorführung von englischen (Kurz-)Filmen oder Hörtexten ermöglichen. Falls der Raum besetzt ist, kann sich der Lehrer auch einen Beamer im Sekretariat ausleihen. Wörterbücher stehen zur Verfügung, müssen jedoch für die jeweiligen Unterrichtsstunden aus einem Lehrmittelraum geholt werden.

[...]


[1] Kurz: SuS

[2] http://www.werkstattschule-in-rostock.de/Profil.5.0.html. (Zugriff: 25.1.10)

[3] Kurz: LuL

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
"What it is like to be black in South Africa?" als Thema im Englischunterricht einer 10. Klasse
Hochschule
Universität Rostock  (Englisch)
Note
1,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
20
Katalognummer
V147516
ISBN (eBook)
9783640626328
ISBN (Buch)
9783656229827
Dateigröße
553 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Diese Lehrprobe wurde sehr positiv ausgewertet und hat auch den Schülern Spaß gemacht. Einziger Verbesserungsvermerk meiner Fachseminarleiterin war, dass die Beschreibung eines archtypischen Inneren Monologs in die Stoffliche Analyse eingebaut hätte werden müssen.
Schlagworte
Südafrika, South Africa, Blacks, racism, segregation, discrimination, townships, Schwarze, Rassismus, Diskriminierung, Stereotype
Arbeit zitieren
Susan Dankert (Autor), 2010, "What it is like to be black in South Africa?" als Thema im Englischunterricht einer 10. Klasse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147516

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