Existenzgründungsfinanzierung im Mittelstand unter besonderer Berücksichtigung der staatlichen Fördermittel der KfW-Mittelstandsbank


Hausarbeit (Hauptseminar), 2010

24 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemdarstellung
1.2 Vorgehensweise

2 Begriffsdefinitionen
2.1 Existenzgründung und Finanzierung
2.2 Mittelstand
2.3 KfW-Mittelstandsbank

3 Rahmenbedingungen
3.1 Motive und Risiken für die Gründung einer Existenz
3.2 Persönliche Eignung
3.3 Soziales Umfeld

4 Klassische Finanzierungsquellen
4.1 Eigenfinanzierung
4.1.1 Eigenkapital
4.1.2 Beteiligungskapital
4.2 Fremdfinanzierung
4.2.1 Darlehen
4.2.2 Verzinsliche Wertpapiere

5 Ausgewählte Fördermöglichkeiten der KfW-Mittelstandsbank
5.1 ERP-Kapital für Gründer
5.2 KfW-Startgeld
5.3 Gründercoaching

6 Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Rechtsquellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 - Übersicht Gründungsprozess

Abbildung 2 - Mittelstandsdefinition

Abbildung 3 - Schlüsselzahlen zur Bedeutung des Mittelstandes

Abbildung 4 - Persönliche Gründe für Unternehmensmisserfolg

Abbildung 5 - Arten von verzinslichen Wertpapieren

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Problemdarstellung

Bereits im Staatsgrundgesetz ist das Recht auf Erwerbs- und Niederlassungsfreiheit verankert. Dieses im Grundgesetz festgeschriebene Recht erlaubt es jedem, sein eigenes Unternehmen zu gründen. Eine gute Geschäftsidee ist dabei der wichtigste Grundbaustein für eine erfolgreiche Existenzgründung bzw. Selbständigkeit. Doch trotz eines durchdachten und ausgereiften Grün­dungsvorhabens ist dieser selbstgewählte Weg in die Selbständigkeit mit immensen Anstrengun­gen verbunden. Häufig fehlt es den meisten Jungunternehmern an ausreichend Startkapital und Management-Know-How, um die Geschäftsidee in einen tragfähigen Businessplan und später als Produkt oder Dienstleistung in die Realität umzusetzen oder im Wettbewerb zu bestehen.

Wie das Institut für Mittelstandsforschung Bonn in seiner Publikation „Arbeitsplatzdynamik und nachhaltige Beschäftigungswirkungen in kleinen und mittleren Unternehmen“[1] vom Dezember 2009 empirisch bestätigte, trägt der Mittelstand maßgeblich bei der Schaffung neuer und dem Erhalt existierender Arbeitsplätze bei. Besonders hervorzuheben sind dabei die Existenzgrün­dungen in Form von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), welche einen bedeutenden Anteil am Erhalt und Wachstum des deutschen Mittelstandes und infolgedessen zum Wachstum der Wirtschaft in Deutschland, beisteuern. Doch trotz der Schwierigkeiten bei der Finanzierung von Existenzgründungen aufgrund der meist geringen Größe und niedrigen Eigenkapitalausstattung sowie der fehlenden Möglichkeit zur Refinanzierung über den Kapitalmarkt, nimmt diese einen hohen Stellenwert beim Fortschritt unserer Volkswirtschaft ein.

Aufgrund der genannten Tatsachen ist das erklärte Ziel der Regierung der Bundesrepublik Deutschland, die gezielte Förderung des Mittelstandes durch adäquate Fördermaßnahmen im Rahmen ihrer Wirtschaftspolitik sowie eine Verbesserung der wirtschaftlichen wie bürokratischen Rahmenbedingungen. Die Gewährung von öffentlichen För­dermitteln zur Finanzierung einer Existenzgründung ist dabei nur eines der Instrumente der deutschen Wirtschaftspolitik zur Reduzierung der spezifischen Gründungs- und Finanzierungsri­siken. Aus diesem Grund ist es das Ziel der Betrachtungen, die wichtigsten Fördermittel der KfW-Mittelstandsbank, die Existenzgründern im Rahmen einer Neugründung zur Verfügung stehen, zu untersuchen.

1.2 Vorgehensweise

Bei der Bearbeitung des Themas wird von einer Existenzgründung innerhalb des rechtlichen und ökonomischen Rahmens der Bundesrepublik Deutschland ausgegangen. Der in dieser Arbeit verwendete Begriff der Existenzgründung bezieht sich auf die Form der originären Existenz­gründung, d.h. Neuerrichtungen von Unternehmen und schließt die freiberufliche Tätigkeit nicht aus. Andere Formen der Existenzgründung, wie beispielsweise eine Unternehmensübernahme, einen Einstieg in ein bereits bestehendes Unternehmen in Form einer Beteiligung oder Partner­schaft und Franchising werden ausgeschlossen. Bei den Ausführungen ist vom Gründer oder Unternehmer in seiner maskulinen und singulären Form die Rede, was aber keinesfalls als Festlegung bzgl. des Geschlechts und der Anzahl der Existenzgründer verstanden werden darf. Des Weiteren werden nur die zivilrechtlichen Beziehungen des Unternehmers, nicht jedoch die steuerlichen Aspekte, behandelt.

In Kapitel 2 werden zunächst die wichtigsten Begrifflichkeiten erläutert, um ein grundlegendes Verständnis zum Thema der Untersuchung herzustellen und auf weitere Ausführungen vorzubereiten. Es folgt in Kapitel 3 eine Darstellung der bedeutsamsten Rahmenbedingungen, welche die Basis einer Existenzgründung in Deutschland im Bereich der kleinen und mittleren Unternehmen bil­den. In Kapitel 4 werden ausgewählte klassische Finanzierungsquellen zur Kapitalausstattung von Unternehmen näher betrachtet und auf ihre praktische Relevanz hin analysiert. Aufbauend auf den vorhergehenden Abschnitten beschäftigt sich Kapitel 5 mit wichtigen ausgewählten Möglichkeiten der öffentlichen Förderung von Existenzgründungen und stellt die praktische Bedeutung dieser Finanzierungshilfen für den Mittelstand heraus. In der Schlussbetrachtung werden in Kapitel 6 die Ergebnisse der Untersuchung zu einem Fazit zusammengefasst, die Schlussfolgerungen gezogen und ein Aus­blick bzw. Lösungsmöglichkeiten auf die nähere Zukunft gegeben.

2 Begriffsdefinitionen

2.1 Existenzgründung und Finanzierung

Als Existenzgründung wird die Realisierung einer beruflichen Selbständigkeit bezeichnet, welche durch die Aufnahme der Geschäftstätigkeit beginnt, und alle Maßnahmen zum Unternehmensaufbau und der frühen Expansionsphase in finanzieller Hinsicht umfasst[2]. Formaljuristisch geschieht dies durch die Gewerbanmeldung oder bei freien Berufen durch eine Anmeldung einer freiberuflichen Tätigkeit beim zuständigen Finanzamt. Je nach Art der gewerblichen Tätigkeit kann auch eine Erlaubnis zum Betrieb des Gewerbes durch das Gewerbeamt erforderlich sein, diese werden erlaubnis­pflichtige Gewerbebetriebe genannt[3]. Abhängig von der Wahl der Rechtsform bzw. Kaufmannseigenschaft erfolgt auch eine Eintragung in das Handelsregister[4].

Nach Meinung von Experten ist der bedeutendste Erfolgsfaktor für junge, mittelständische Un­ternehmungen der Unternehmer respektive die Gruppe von Unternehmern, welche als Grün­dungsteam definiert werden kann[5]. Gerade in der Gründungs- und Frühentwicklungsphase eines Unternehmens steht die Unternehmerperson bzw. das Unternehmerteam im Vordergrund. Der entscheidende Schlüssel für den Erfolg oder Misserfolg in der Zeit der Gründung und den ersten Jahren der selbständigen Existenz liegt in der Leistungsbereitschaft und Leistungsfähig­keit der Gründerperson bzw. des Gründerteams. Ein weiterer wesentlicher Erfolgsfaktor für eine Existenz- und Unternehmensgründung ist, neben einer guten Geschäftsplanung, eine solide Finanzierung[6].

Diese ist eine klassische Gründungsauf­gabe des angehenden Gründers und mit einigen Schwierigkeiten verbunden[7]. Unter dem Begriff Finanzierung wird die Beschaffung, Umschichtung, Sicherung und Rückzah­lung von finanziellen Mitteln, welche für Investitionen benötigt werden, verstanden[8]. In vielen empirischen Studien hat sich herausgestellt, dass eine solide finanzielle Grundausstattung we­sentlich für das Überleben eines Unternehmens ist und ein Mehr an Anfangskapital dem Unter­nehmer einen verlängerten Zeithorizont ermöglicht, um Probleme zu lösen, da er länger liquide bleiben kann.[9]

Die folgende Abbildung soll einen zusammenfassenden und idealtypischen Gründungsprozess im zeitlichen Ablauf von 5 Phasen darstellen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 - Übersicht Gründungsprozess[10]

In der Vorgründungsphase wird die Geschäftsidee auf Chancen und Risiken untersucht und ein umfassendes Unternehmens- und Produktskonzept erstellt, was in einem Businessplan mündet[11]. Markt-, Konkurrenz- und Standortanalysen werden durchgeführt. Die Gründungsphase umfasst die tatsächliche förmliche Unternehmensgründung sowie den Aufbau der Produktion und Entwicklung einer Unternehmensstruktur[12]. Die Frühentwicklungsphase schließt sich als das Stadium der Markteinführung und serienmäßige Herstellung der Produkte an. In dieser Phase werden erste Umsätze erzielt und die volle Unternehmertätigkeit ist erreicht[13]. Das Überschreiten der Gewinnschwelle wird in der Amortisationsphase erreicht, diese ist gekennzeichnet durch zunehmenden Markterfolg sowie den Ausbau des Produktions- und Vertriebssystems[14]. Erste Gewinne werden erzielt und das investierte Kapital wird schrittweise zurückgewonnen. Der letzte Abschnitt ist die Expansionsphase, welche durch andauernden Markterfolg und kontinuierlichen Gewinnen charakterisiert ist. Gleichzeitig wird das Produktangebot ausgeweitet und neue Märkte werden erschlossen[15]. Damit ist der Gründungsprozess abgeschlossen und andere Abschnitte des Unternehmenslebenszyklus schließen sich an.

2.2 Mittelstand

Eine einheitliche Definition für den Mittelstand respektive KMU in Deutschland, welche für alle Anwendungsbereiche Gültigkeit hat, existiert nicht. In der Praxis ist die klassische quantitative KMU-Definition vom 01.01.2002 des IfM Bonn in Deutschland bzw. die EU-Definition aus dem Jahr 2005 von hoher Bedeutung, welche in der folgenden Abbildung dargestellt sind.[16]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 - Mittelstandsdefinition[17]

Ein weiteres Kriterium der EU ist die weitgehende Unabhängigkeit. Das bedeutet dass kein an­deres Unternehmen mit mehr als 25 % an dem betreffenden Unternehmen beteiligt sein darf[18]. Die EU-Definition hat hohe Bedeutung im Rahmen der Gestaltung von öffentlichen Förderpro­grammen. Möchte man den Mittelstand nach qualitativen Kriterien einordnen, so sind KMU dadurch ge­prägt, dass die Leitungs- und Eigentumsrechte in der Person des Unternehmens vereint sind und dieser das Unternehmen durch seine Persönlichkeit prägt sowie seine persönlichen Beziehungen den Erfolg des Unternehmens entscheidend beeinflussen[19]. Ein großer Teil von eigentümergeführten Unternehmen können qualitativ zu den KMU gezählt werden. Den Begriff des Mittelstandes gibt es nur in Deutschland. Im anglo-amerikanischen Raum wird eher von „Small-and-Medium-Sized-Enterprises“ (SME) verwendet und stellt lediglich eine quantitative Abgrenzung dar[20].

[...]


[1] IfM Bonn (Hrsg.) (2009a), S. 1-49 .

[2] Vgl. Betsch, O., Groh, A.P., Schmidt, K. (2000), S. 1.

[3] Vgl. Wien, A. (2009), S. 19.

[4] Vgl. Wien, A. (2009), S. 26.

[5] Vgl. Klandt, H. (2006), S 18.

[6] Vgl. Küsell, F. (2006), S. 261.

[7] Vgl. Klandt, H. (2006), S. 62.

[8] Vgl. Becker, H. P. (2008), S. 103.

[9] Vgl. Jacobsen, L.K. (2006), 100.

[10] Eigene Darstellung

[11] Vgl. Klandt, H. (2006), S. 53.

[12] Vgl. Klandt, H. (2006), S. 53.

[13] Vgl. Kußmaul, H. (2008), S. 523.

[14] Vgl. Klandt, H. (2006), S. 54.

[15] Vgl. Klandt, H. (2006), S. 54.

[16] Vgl. IfM Bonn (Hrsg.) (2010a).

[17] Darstellung in Anlehnung an Schauf, M. (2009), S. 5.

[18] Vgl. Schauf, M. (2009), S. 5.

[19] Vgl. Schauf, M. (2009), S. 7.

[20] Vgl. Schauf, M. (2009), S. 3.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Existenzgründungsfinanzierung im Mittelstand unter besonderer Berücksichtigung der staatlichen Fördermittel der KfW-Mittelstandsbank
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Düsseldorf früher Fachhochschule
Veranstaltung
Unternehmensführung im Mittelstand
Note
1,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
24
Katalognummer
V147550
ISBN (eBook)
9783640584086
ISBN (Buch)
9783640583799
Dateigröße
534 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mittelstand, KfW Mittelstandsbank, Fördermittel, staatlich, Finanzierung, Existenzgründung, Gründung, Existenz
Arbeit zitieren
Sebastian Kühn (Autor), 2010, Existenzgründungsfinanzierung im Mittelstand unter besonderer Berücksichtigung der staatlichen Fördermittel der KfW-Mittelstandsbank, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147550

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