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Bildungschancen und Bildungsungleichheiten in Deutschland in Bezug auf die Theorie des Kapitals von Pierre Bourdieu

Titel: Bildungschancen und Bildungsungleichheiten in Deutschland in Bezug auf die Theorie des Kapitals von Pierre Bourdieu

Hausarbeit , 2010 , 11 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Annegret Busse (Autor:in)

Pädagogik - Schulpädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das erstaunlich schlechte Abschneiden Deutschlands im Vergleich zu anderen Ländern bei den PISA- Studien von 2000 und 2003, führte zu einem verstärkten Interesse am deutschen Bildungssystem und der allgemeinen Bildungsbeteiligung. In dieser Studie wurden Kenntnisse und Fähigkeiten 15- jähriger Schüler parallel gemessen. Die Ergebnisse von PISA zeigten, dass in Deutschland, stärker als in jedem anderen Land, die soziale Herkunft über die jeweiligen Bildungschancen entscheidet. Bereits während der Bildungsreform in den sechziger und siebziger Jahren wurde die Frage diskutiert, inwiefern sich die soziale Herkunft eines Schülers auf dessen schulischen Leistungen und spätere berufliche Chancen auswirken kann. Da es in dieser Bildungsreform um die Öffnung und Expansion des Bildungssystems ging, hatte man sich zum Ziel gesetzt, die allgemeinen Chancenungleichheiten in der Gesellschaft zu beseitigen. Man konnte jedoch nur erreichen, dass durch die Bildungsreform die allgemeinen Bildungschancen generell erhöht wurden. Die Beseitigung der problematischen, schichtspezifischen Ungleichheiten konnte nicht bewirkt werden.
In der folgenden Arbeit soll der Frage nachgegangen werden, inwieweit noch heute solche schichtspezifischen Ungleichheiten in Bezug auf die Bildung vorherrschen und inwiefern die Bildungschancen von der jeweiligen Herkunft der Schüler abhängig sind. Da sich der Soziologe Pierre Bourdieu in seinem Hauptwerk „La Distinction“ beziehungsweise „Die feinen Unterschiede“ mit dem Thema der gesellschaftlichen Ungleichheit auseinandergesetzt hat, möchte ich in der Arbeit außerdem verdeutlichen, inwieweit dessen Theorie in der Praxis umgesetzt wird. Daher werde ich zu Beginn die theoretischen Überlegungen Bourdieus zum ökonomischen, kulturellen und sozialen Kapital kurz erläutern. Daraufhin werde ich mich immer wieder auf Bourdieus Aussagen und Thesen stützen, um den Zusammenhang zwischen sozialem Herkunftsmilieu und den Bildungschancen anschaulich darstellen zu können.......

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bourdieus theoretische Konzepte zum Kapital

3. Die schulische Laufbahn

3.1. Von der Grundschule zum Übergang in die Sekundarstufe

3.2. Chancenunterschiede auf Hauptschulen und Gymnasien

4. Strukturen des deutschen Bildungssystems- Förderung von Ungleichheiten

4. 1 Differenzen zwischen lebensweltlichen und institutionalisierten Bildungsprozessen

4. 2 Schule als Institution der gesellschaftlichen Mittelschicht

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwieweit schichtspezifische Bildungsungleichheiten im heutigen deutschen Bildungssystem fortbestehen und wie die soziale Herkunft die Bildungschancen beeinflusst, wobei Pierre Bourdieus Theorie der Kapitalarten als theoretischer Analyserahmen dient.

  • Bourdies theoretische Konzepte (ökonomisches, kulturelles und soziales Kapital)
  • Einfluss der sozialen Herkunft auf Bildungsentscheidungen und -karrieren
  • Strukturelle Benachteiligungen im Übergang zur Sekundarstufe
  • Diskrepanz zwischen lebensweltlichen und institutionalisierten Bildungsprozessen
  • Die Rolle der Schule als Institution der gesellschaftlichen Mittelschicht

Auszug aus dem Buch

3.1. Von der Grundschule zum Übergang in die Sekundarstufe

Die Ergebnisse der PISA-Studie aus dem Jahr 2000 belegen, dass die Entwicklung des Zusammenhangs von sozialer Herkunft und Leistung bereits lange vor der Grundschule beginnt und an Nahtstellen des Bildungssystems verstärkt wird. Zunächst kann man feststellen, dass ein höheres ökonomisches und kulturelles Kapital in Familien aus mittleren und vor allem höheren Schichten die Entwicklung von kognitiven und sprachlichen Fähigkeiten und Leistungsmotivation, die eine erfolgreiche Bildungskarriere begünstigen, fördert.

Den Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule kann man als eine entscheidende Weichenstellung für den Verlauf der weiteren Bildungskarriere beschreiben. Die Entscheidung der Eltern für die jeweilige weiterführende Schule hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab. Gerade Eltern aus sozialschwächeren Milieus wägen dabei vor allem Kosten und Nutzen der Bildung ab. Je geringer das ökonomische Kapital einer Familie, desto größer muss der Nutzen sein, damit sich die Entscheidung für einen kostenintensiveren Bildungsweg rentiert. Für die Eltern, die über ein höheres ökonomisches Kapital verfügen, bestehen die Kosten, die bei der Wahl der weiterführenden Schule entstehen können, im Risiko des sozialen Abstiegs. Das bedeutet, dass für diese Sozialschichten der Statuserhalt eine entscheidende Rolle spielt. Dieser Erkenntnis zufolge sind Eltern aus bildungsnahen Milieus stets eher bestrebt, ihr Kind auf das Gymnasium zu schicken. Kinder aus bildungsfernen Milieus werden aufgrund der angenommenen geringeren Kosten, vor allem durch die kürzere Schulzeit, eher auf der Real- bzw. Hauptschule angemeldet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das schlechte Abschneiden Deutschlands in den PISA-Studien und führt in die Fragestellung ein, wie soziale Herkunft Bildungschancen determiniert.

2. Bourdieus theoretische Konzepte zum Kapital: Dieses Kapitel erläutert Bourdieus Differenzierung in ökonomisches, kulturelles und soziales Kapital und deren Bedeutung für die Positionierung im sozialen Raum.

3. Die schulische Laufbahn: Hier wird der Einfluss von Kapitalressourcen auf Bildungslaufbahnen und die Übergangsentscheidungen nach der Grundschule analysiert.

4. Strukturen des deutschen Bildungssystems- Förderung von Ungleichheiten: Dieses Kapitel untersucht systemische Diskrepanzen zwischen familiärer Lebenswelt und institutionellen Schulanforderungen sowie den Charakter der Schule als Mittelschichtinstitution.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die Relevanz von Bourdieus Theorie für die Analyse des deutschen Bildungssystems.

Schlüsselwörter

Bildungsungleichheit, Soziale Herkunft, Pierre Bourdieu, Ökonomisches Kapital, Kulturelles Kapital, Soziales Kapital, Bildungsbeteiligung, PISA-Studie, Bildungsentscheidungen, Schichtspezifische Ungleichheit, Sekundarstufe, Bildungsaufstieg, Lebenswelt, Institutionelle Bildung, Mittelschicht

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Zusammenhänge zwischen der sozialen Herkunft von Schülern und ihren Bildungschancen im deutschen Schulsystem unter Anwendung soziologischer Theorien.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen umfassen die Kapitaltheorie von Pierre Bourdieu, die Weichenstellung beim Übergang in die Sekundarstufe sowie systemische Benachteiligungen im Bildungssystem.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu untersuchen, inwieweit schichtspezifische Ungleichheiten in der Bildung fortbestehen und wie die Theorie von Bourdieu dabei hilft, diese Prozesse zu erklären.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung bestehender Studien (insb. PISA) basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Kapitaltheorie, die Analyse der schulischen Laufbahn und die Untersuchung der strukturellen Probleme des Bildungssystems.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Bildungsungleichheit, Soziale Herkunft, Kapitalarten nach Bourdieu und Bildungsentscheidungen.

Warum spielt das "kulturelle Kapital" eine so große Rolle für den Schulerfolg?

Laut Bourdieu beeinflusst das kulturelle Kapital die kognitiven und sprachlichen Fähigkeiten, die von der Schule erwartet werden, wodurch Kinder aus bildungsnahen Milieus systematische Vorteile genießen.

Was bedeutet die "Entfremdung" bei einem Bildungsaufstieg?

Der Begriff beschreibt den Prozess, bei dem Kinder aus bildungsfernen Milieus durch die Aneignung von schulischem Wissen den Bezug zu ihrer ursprünglichen Lebenswelt und Familie verlieren.

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Details

Titel
Bildungschancen und Bildungsungleichheiten in Deutschland in Bezug auf die Theorie des Kapitals von Pierre Bourdieu
Hochschule
Universität Erfurt  (Erziehungswissenschaftliche Fakultät)
Veranstaltung
Bildungssystem der BRD
Note
1,0
Autor
Annegret Busse (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
11
Katalognummer
V147563
ISBN (eBook)
9783640575312
ISBN (Buch)
9783640575350
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bildungsunterschiede
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Annegret Busse (Autor:in), 2010, Bildungschancen und Bildungsungleichheiten in Deutschland in Bezug auf die Theorie des Kapitals von Pierre Bourdieu, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147563
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  11  Seiten
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