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Immanuel Kants "Über den Gemeinspruch" - Die Prinzipien des Staates

Title: Immanuel Kants "Über den Gemeinspruch" - Die Prinzipien des Staates

Seminar Paper , 2009 , 24 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Mathias Hetmank (Author)

Philosophy - Philosophy of the 17th and 18th Centuries
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit setzt sich mit dem politischen Denker Immanuel Kant auseinander und wird zu zeigen versuchen, dass es über das kritische Programm hinaus auch auf der Ebene der politischen Theorie Bemerkenswertes von ihm zu lesen gibt.
Kern dieser Auseinandersetzung wird die Schrift „Über den Gemeinspruch: Das mag in der Theorie richtig sein, taugt aber nicht für die Praxis“ sein. Sie stellt nicht die einzige Schrift I. Kants dar, die sich mit dem Politischen beschäftigt. Vielmehr bietet sie eine geraffte Darstellung und zeichnet sich durch die Erläuterung der im Folgenden zu behandelnden Prinzipien des Staates aus.
Diesen Prinzipien und deren Untersuchung ist die vorliegende Arbeit verpflichtet. Sie versucht keine Gesamtdarstellung der kantischen politischen Philosophie, sondern beabsichtigt ein Nachdenken über die Bedingungen der Möglichkeit des Staates sowie deren Konsequenzen. Gleichwohl wird sie – wo möglich – den Bezug zu anderen bedeutenden Schriften I. Kants herstellen, um die Stellen, an denen eine zu starke Raffung der kantischen Gedanken erfolgt, zu erläutern.
Prinzipiell befasst sich der Gemeinspruch mit dem Verhältnis von Theorie und Praxis, um dieses letztlich an konkreten Verhältnissen in der Moral, dem Staatsrecht und dem Völkerrecht zu erläutern. Die vorliegende Arbeit wird diesen Bogen vom Allgemeinen zum Besonderen nachvollziehen, sodass sie sich der Gliederung I. Kants anpasst. Zuerst wird die Stellungnahme zum Verhältnis allgemein nachvollzogen (Kapitel 2) , um dann am Verhältnis im Staatsrecht, dass für die politische Theorie stellvertretend steht, behandelt zu werden. Somit beschränkt sich die Arbeit auf das zweite Kapitel des Gemeinspruchs und dort auf den ersten Teil, indem I. Kant seine grundlegenden Gedanken zum Staat entwickelt (Kapitel 3). Schließlich wird anhand der ‚Folgerungen’ für den Staat eine nochmalige Verdeutlichung der Gedanken I. Kants erfolgen.
Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt auf den kantischen Prinzipien des Staates und deren Erläuterung. Sie ist somit eine Art Propädeutik zur politischen Philosophie I. Kants. Gelingt es ihr die grundlegende Ausrichtung des kantischen Denkens in Bezug auf den Staat herauszuarbeiten, so hat sie ihren Zweck erfüllt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theorie und Praxis

3 Vom Verhältnis der Theorie zur Praxis im Staatsrecht

3.1 Der Selbstzweck des Staates

3.2 Der Rechtsstaat

3.3 Voraussetzungen eines Staatswesens

3.3.1 Freiheit

3.3.2 Gleichheit

3.3.3 Selbstständigkeit

3.4 Zusammenfassung

4 Das Widerstandsrecht

4.1 Ablehnungen des Rechts auf Widerstand

4.2 Das Problem des Widerstands

4.3 I. Kants Vermeidung des Widerstands

5 Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Immanuel Kants Schrift "Über den Gemeinspruch" mit dem Ziel, das Verhältnis von Theorie und Praxis im Kontext der politischen Philosophie Kants zu beleuchten. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, unter welchen Bedingungen ein Staat nach Kant als legitim betrachtet werden kann und wie sich dieses theoretische Konzept auf die praktische Ausgestaltung des Rechtsstaates anwenden lässt.

  • Die Analyse des Verhältnisses von Theorie und Praxis bei Immanuel Kant.
  • Die Herleitung der Bedingungen für die Möglichkeit des Staates als Selbstzweck.
  • Die Untersuchung der Prinzipien Freiheit, Gleichheit und Selbstständigkeit.
  • Die kritische Auseinandersetzung mit der Ablehnung eines Widerstandsrechts.
  • Die Rolle der Publizität als Instrument zur Vermeidung von staatlichem Unrecht.

Auszug aus dem Buch

3.1 Der Selbstzweck des Staates

Der Beginn des zweiten Kapitels gibt I. Kant sogleich als Vertreter der Vertragstheorie zu erkennen. Er schließt mit der Idee an, dass eine politische Gemeinschaft durch einen Vertragsschluss Aller mit Allen gegründet wird. Dennoch liegt ein bedeutender Unterschied zwischen der von I. Kant angestrebten bürgerlichen Verfassung und anderen Gesellschaftsverträgen vor. Die Verbindung zu einem Staat soll ein Selbstzweck sein, also keinem anderen Zweck dienen, als der Existenz eines Staates. Dieser Standpunkt stellt eine Kritik an allen bis dahin erschienen Vertragstheorien dar. Diese stellen einen Zweck des Staates vor, der nicht den Staat selbst beinhaltet. Darüber hinaus erklärt I. Kant diesen (Selbst-)Zweck, als „unbedingte und erste Pflicht“ und stellt somit eine strikte Forderung vor.

„Der Zweck nun, der in solchem äußeren Verhältnis an sich selbst Pflicht und selbst die oberste Bedingung (conditio sine qua non) aller übrigen äußeren Pflicht ist, ist das Recht der Menschen unter öffentlichen Zwangsgesetzen, durch welche jedem das Seine bestimmt und gegen jedes anderen Eingreifen gesichert werden kann.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Arbeit ein und verortet die Untersuchung der Schrift "Über den Gemeinspruch" im Rahmen von Immanuel Kants politischer Philosophie.

2 Theorie und Praxis: Dieses Kapitel expliziert das grundlegende Verhältnis von Theorie und Praxis bei Kant und analysiert die verschiedenen Positionen von Theoretikern und Praktikern.

3 Vom Verhältnis der Theorie zur Praxis im Staatsrecht: In diesem Abschnitt wird der Fokus auf die politische Philosophie gelegt, insbesondere auf die Bedingungen, unter denen ein Staat möglich ist.

3.1 Der Selbstzweck des Staates: Hier wird dargelegt, dass der Staat bei Kant als Selbstzweck und nicht als Mittel zu einem anderen Zweck verstanden werden muss.

3.2 Der Rechtsstaat: Dieses Kapitel definiert den Rechtsstaat als System von Freiheitsbeschränkungen unter öffentlichen Zwangsgesetzen, das auf der Vernunft basiert.

3.3 Voraussetzungen eines Staatswesens: Es werden die drei zentralen Prinzipien Freiheit, Gleichheit und Selbstständigkeit untersucht, die für die Gründung eines Staates notwendig sind.

3.3.1 Freiheit: Dieses Unterkapitel behandelt die äußere Freiheit als notwendiges Prinzip für eine staatliche Ordnung, die den Einzelnen zur Selbstgesetzgebung befähigt.

3.3.2 Gleichheit: Hier wird die rechtliche Gleichheit vor dem Gesetz analysiert, die Voraussetzung für einen geordneten Zustand ist.

3.3.3 Selbstständigkeit: Dieser Abschnitt thematisiert die Rolle des Bürgers als Mitgesetzgeber und die Bedeutung seiner rechtlichen Selbstständigkeit.

3.4 Zusammenfassung: Dieses Kapitel zieht ein Resümee über die kantischen Überlegungen zur Staatlichkeit und zur Relevanz der behandelten Prinzipien.

4 Das Widerstandsrecht: Das Kapitel widmet sich der kritischen Frage, warum Kant ein Widerstandsrecht gegen die staatliche Autorität strikt ablehnt.

4.1 Ablehnungen des Rechts auf Widerstand: Hier werden die Gründe dargelegt, warum ein Widerstandsrecht logisch zu einem unendlichen Regress führen würde.

4.2 Das Problem des Widerstands: Dieser Abschnitt problematisiert, wie man mit einer Situation umgehen sollte, in der sich ein Staat in einen Unrechtsstaat verwandelt.

4.3 I. Kants Vermeidung des Widerstands: Es wird erläutert, welche Mittel, insbesondere die Publizität, Kant vorschlägt, um Unrecht zu vermeiden und den Rechtsstaat zu wahren.

5 Schlussbemerkungen: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und reflektiert über die bleibende Bedeutung der kantischen politischen Philosophie.

Schlüsselwörter

Immanuel Kant, Über den Gemeinspruch, Vertragstheorie, Staat, Rechtsstaat, Theorie und Praxis, Freiheit, Gleichheit, Selbstständigkeit, Widerstandsrecht, Publizität, politische Philosophie, bürgerliche Verfassung, Rechtsphilosophie, Vernunft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Kants politische Schrift "Über den Gemeinspruch", um das Verhältnis von Theorie und Praxis innerhalb seines staatstheoretischen Modells zu klären.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die Begründung des Staates als Selbstzweck, die rechtlichen Voraussetzungen eines Gemeinwesens sowie die Problematik des Widerstands gegen die Staatsgewalt.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, Kants politische Prinzipien darzulegen und aufzuzeigen, wie diese einen Rechtsstaat begründen, der ohne die Anerkennung eines Widerstandsrechts auskommt.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor nutzt eine textanalytische Methode, indem er Kants Argumentation in der Schrift "Über den Gemeinspruch" im Kontext seiner weiteren politischen Philosophie interpretiert und kritisch hinterfragt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst das allgemeine Verhältnis von Theorie und Praxis erörtert, anschließend die spezifischen Staatsprinzipien (Freiheit, Gleichheit, Selbstständigkeit) entwickelt und schließlich die Argumente gegen ein Widerstandsrecht analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie "Rechtsstaat", "Vertragstheorie", "Kritische Philosophie", "Freiheit" und "Publizität" definieren.

Warum lehnt Immanuel Kant ein Widerstandsrecht ab?

Kant lehnt das Widerstandsrecht ab, weil es in einen unendlichen Regress führen würde: Wer sollte über die Rechtmäßigkeit des Widerstands entscheiden, wenn nicht der Staat selbst?

Welche Bedeutung misst Kant dem Prinzip der Publizität bei?

Für Kant ist die Publizität ein zentrales Mittel zur Vermeidung von Unrecht, da sie sicherstellt, dass staatliches Handeln öffentlich zugänglich und somit durch Vernunft kritisierbar bleibt.

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Details

Title
Immanuel Kants "Über den Gemeinspruch" - Die Prinzipien des Staates
College
University of Heidelberg  (Philosophie)
Course
Klassiker der Vertragstheorie
Grade
1,0
Author
Mathias Hetmank (Author)
Publication Year
2009
Pages
24
Catalog Number
V147640
ISBN (eBook)
9783640581580
ISBN (Book)
9783640582181
Language
German
Tags
Kant politische Philosophie Vertragstheorie Staat Aufklärung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mathias Hetmank (Author), 2009, Immanuel Kants "Über den Gemeinspruch" - Die Prinzipien des Staates, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147640
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