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Mao Tse-tung und der Sino-Sowjetische Konflikt

Title: Mao Tse-tung und der Sino-Sowjetische Konflikt

Seminar Paper , 2001 , 15 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Sebastian Rosche (Author)

History - Asia
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Die Beendigung der Konfrontation zwischen dem wirtschaftlichen-militärischen Block des politischen Westens und dem des Ostens zu Beginn der Neunziger Jahre zog gleichzeitig auch den endgültigen Schlußstrich unter eine Reihe von Auseinandersetzungen, die innerhalb der kommunistischen Staatenwelt zwischen der Volksrepublik China und der Sowjetunion in unterschiedlicher Ausprägung und Intensität bis zum politischen Zusammenbruchs eines der beiden Kontrahenten ausgetragen und in ihrer Gesamtheit als „Sino-Sowjetischer Konflikt“ bekannt wurden.
Es ist nicht immer einfach, angemessene Worte für einen Einstieg in historische oder allgemeine Betrachtungen zu finden, die in jeder Hinsicht den Eigenheiten und Richtungen eines zu untersuchenden Problems gerecht werden. Auch die einleitenden Zeilen dieses Aufsatzes schaffen es nicht, den Betrachtungsgegenstandes aus seiner Komplexität heraus inhaltlich und argumentativ fehlerfrei einzuführen. Doch obwohl diese Zeilen noch keinen Schwerpunkt festlegen, ermöglichen sie es zumindest, den Themenbereich einzukreisen.
‘Sino-Sowjetischer Konflikt’ ist ein in den Geschichts- und Politikwissenschaften verwendeter Terminus technicus für die mehrdimensionalen Auseinandersetzungen zwischen China und der Sowjetunion in der zweiten Hälfte des Zwanzigsten Jahrhunderts. Aufgrund seiner differenzierten Struktur ließe sich dieser Konflikt aus verschiedenen Blickwinkeln heraus analysieren, die sich zumeist aus der wissenschaftlichen Ausrichtung des an diesem Thema Interessierten ergeben. Man könnte diesen Gegenstand vom theoretischen Standpunkt der Internationalen Beziehungen aus betrachten oder aber die Rolle elitärer Persönlichkeiten als den Hauptakteuren von Geschichte in den Mittelpunkt der Untersuchungen stellen. In gleicher Weise kann der Konflikt aber auch Grundlage für Nationalismus-Studien sein, wie er sich genauso zur Herausarbeitung von ideologischen Argumenten eignet. Diese vielfältigen Möglichkeiten erzwingen dabei gleichsam unterschiedliche, aus den Analysen gezogene Schlüsse, die deshalb verschiedene Momente als Ursachen des Konflikts betonen. Darum läßt sich schon zu Beginn feststellen, daß eine monokausale Erklärung dieses Phänomens nicht möglich ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Die Chinesisch-Sowjetische Allianz der Fünfziger Jahre

III. Ideologische Konflikte um den Maoismus

IV. Schlußbetrachtungen

V. Literaturverzeichnis

V.1. Reden und Schriften Mao Tse-tungs

V.2. Sonstige Dokumente

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen des sino-sowjetischen Konflikts in seiner Anfangsphase unter besonderer Berücksichtigung der chinesischen Perspektive und der Rolle von Mao Tse-tung. Dabei wird analysiert, wie ideologische Divergenzen, unterschiedliche revolutionäre Erfahrungen und nationale Interessen die Allianz zwischen der Volksrepublik China und der Sowjetunion belasteten und letztlich zum Bruch führten.

  • Die Entwicklung der chinesisch-sowjetischen Allianz in den 1950er Jahren.
  • Die ideologische Auseinandersetzung nach der Entstalinisierung durch Chruschtschow.
  • Die Sinifizierung des Marxismus als Grundlage chinesischer Eigenständigkeit.
  • Der Einfluss nationaler Interessen und Machtpolitik auf die internationale kommunistische Bewegung.

Auszug aus dem Buch

III. Ideologische Konflikte um den Maoismus

Die von Nikita Chruschtschow eingeleitete politische Neuorientierung der KPdSU auf ihrem XX. Parteitag von 1956 stellte für die ganze kommunistische Welt ein unerwartetes Ereignis dar. Chruschtschow äußerte sich darauf in zwei für die kommunistische Bewegung wesentlichen Punkten und erlangte in beiden große Aufmerksamkeit: Zum einen setzte er sich in seiner ‘Geheimrede’ kritisch mit der Politik Stalins und den um ihn geschaffenen Personenkult auseinander und leitete dadurch gleichzeitig einen Prozeß der Entstalinisierung ein. Zum anderen äußerte sich Chruschtschow in seinem politischen Bericht an die Delegierten auch zu Themen, die im Kern die zukünftige Entwicklung der kommunistischen Weltbewegung betrafen. In diesem Vortrag warnte er vor einem neuen weltweiten Krieg, der von allen Kommunisten verhindert werden müßte, und betonte, daß nur durch freundschaftliche Beziehungen zwischen den beiden Weltmächten USA und Sowjetunion der Frieden gesichert werden könnte.

Nicht nur in diesem Punkt stellte Chruschtschow sich dabei gegen die Lehren Lenins, der von der Unvermeidbarkeit des Krieges gesprochen hatte, solange es imperialistische Systeme geben würde. Die Veränderung der gesellschaftlichen Umstände hätte es darüber hinaus für kommunistische Parteien in kapitalistischer Staaten notwendig gemacht, neue Wege zur Erlangung der politischen Herrschaft einzuschlagen: „[...] the working class [is] in a position to defeat the reactionary forces opposed to popular interests, to capture a stable majority in parliament, and transform the latter from an organ of bourgeois democracy into genuine instrument of people’s will. [...] the winning of stable parliamentary majority [...] could create for the working class of a number of capitalist and former colonial countries the conditions needed to secure fundamental social changes.“

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Komplexität des sino-sowjetischen Konflikts ein, lehnt eine monokausale Erklärung ab und legt den Fokus auf die Anfangsphase sowie die Ursachen des Zerwürfnisses.

II. Die Chinesisch-Sowjetische Allianz der Fünfziger Jahre: Das Kapitel beschreibt den Aufbau der Allianz nach 1949, die wirtschaftliche Abhängigkeit Chinas und die Rolle klassischer nationaler Interessen hinter der vordergründigen ideologischen Harmonie.

III. Ideologische Konflikte um den Maoismus: Hier wird der ideologische Bruch durch Chruschtschows Entstalinisierung und die unterschiedlichen Kommunismus-Konzeptionen von Moskau und Peking thematisiert.

IV. Schlußbetrachtungen: Das abschließende Kapitel diskutiert die verschiedenen wissenschaftlichen Erklärungsansätze für den Konflikt und betont, dass nur das Gesamtmuster aus ideologischen, nationalen und persönlichen Faktoren den Streit erklären kann.

Schlüsselwörter

Sino-sowjetischer Konflikt, Mao Tse-tung, Volksrepublik China, Sowjetunion, Marxismus-Leninismus, Ideologie, Entstalinisierung, Kommunistische Partei Chinas, KPdSU, Nationalismus, Kalter Krieg, Außenpolitik, Allianz, Internationale Beziehungen, Sinifizierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Zerfall der Allianz zwischen China und der Sowjetunion während der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, mit einem speziellen Fokus auf die Anfänge und Ursachen dieses Prozesses.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die ideologischen Differenzen zwischen dem Maoismus und dem sowjetischen Kurs nach Stalins Tod, die Rolle von Mao Tse-tung sowie die Auswirkung nationaler Interessen auf die internationale sozialistische Politik.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die vielfältigen Faktoren zu beleuchten, die zum sino-sowjetischen Konflikt führten, und dabei aufzuzeigen, dass keine einzelne Ursache für den politischen Bruch zwischen den beiden Mächten ausreicht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische und politikwissenschaftliche Analyse, die insbesondere auf Schriften und Reden Mao Tse-tungs sowie auf wissenschaftliche Arbeiten zur chinesischen Außenpolitik zurückgreift.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Allianz der Fünfziger Jahre, die ideologische Entfremdung nach dem XX. Parteitag der KPdSU 1956 und die Auseinandersetzung um die Auslegung des Marxismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Sino-sowjetischer Konflikt, Maoismus, Entstalinisierung, Internationale Beziehungen und nationale Souveränität.

Wie bewertete Mao Tse-tung Stalins Erbe im Vergleich zu Chruschtschows Politik?

Mao sah Chruschtschows Entstalinisierung kritisch und hielt diese für eine Verzerrung. Er bewertete Stalins Wirken in einem Verhältnis von 30 zu 70 (Fehler zu Leistungen) und forderte eine Fortführung des Studiums von Stalins richtigen Ansichten.

Welchen Einfluss hatte der "Abzug der sowjetischen Spezialisten" im Jahr 1960?

Dies gilt laut der zitierten Forschung als der entscheidende Schritt für den tatsächlichen Bruch, da er China inmitten einer wirtschaftlichen Notlage durch die Folgen des "Großen Sprungs nach vorn" schwer traf.

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Details

Title
Mao Tse-tung und der Sino-Sowjetische Konflikt
College
Humboldt-University of Berlin
Grade
1,3
Author
Sebastian Rosche (Author)
Publication Year
2001
Pages
15
Catalog Number
V147653
ISBN (eBook)
9783640585717
ISBN (Book)
9783640585939
Language
German
Tags
Mao Tse-tung Mao Tsedong VR China Sowjetunion Kommunismus Kruschtschow Krushcev Stalin
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Rosche (Author), 2001, Mao Tse-tung und der Sino-Sowjetische Konflikt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147653
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