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Via Internet in eine neue Demokratie?

Chancen und Risiken der E-Demokratie

Title: Via Internet in eine neue Demokratie?

Examination Thesis , 2009 , 72 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Simeon Knauß (Author)

Politics - Miscellaneous
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Mit der Möglichkeit der weltweiten Vernetzung aller Rechner, dem Internet, und den polydirektionalen Kommunikationswegen, welche durch verschiedenste Technologien ermöglicht werden, könnte unsere Demokratie bald neue Wege gehen. Oder hat ein neues Volksherrschaftszeitalter bereits begonnen?
In meiner Arbeit möchte ich dieser Frage nachgehen und überprüfen, ob der Computer tatsächlich der von Brecht geforderte Kommunikationsapparat ist. Beginnend mit der Klärung des Demokratiebegriffs, der für weitere Überlegungen bedeutsam ist, setzt sich dann meine Ausarbeitung kurz mit der Entstehungsgeschichte des Internets auseinander, um danach in den Bereichen Information als Schwerpunkt, dazu Kommunikation, Online-Wahlkampf und Partizipation die Leistung des weltweiten Datennetzes für unsere demokratische Gesellschaft zu überprüfen. Wichtig hierbei ist immer der direkte Vergleich mit den alten Medien oder Situationen (hervorgehoben durch ein “versus“ in den jeweiligen Überschriften), denn er zeigt, was sich durch das Internet verändert hat oder verändern kann.
Dieser fachwissenschaftlichen Betrachtung folgt dann eine fachdidaktische, welche anhand eines Beispiels aufzeigt, wie sich dieses Thema im Unterricht an der Realschule umsetzen lässt.
Da die Computertechnologie ständigen Veränderungen und Weiterentwicklungen ausgesetzt ist, habe ich um der Aktualität willen nahezu ausschließlich Bücher, deren Erscheinung nicht länger als fünf Jahre in der Vergangenheit zurückliegt und darüber hinaus zahlreiche Internetquellen (erkennbar durch ein kursives „Internetquelle“) und einige Diagramme ausgewählt. Bücher, Internetquellen und Abbildungen sind in jeweils separaten Verzeichnissen zu finden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

TEIL I: FACHWISSENSCHAFTLICHE BETRACHTUNG

2. DER DEMOKRATIEBEGRIFF IM WANDEL DER ZEIT

3. DER SIEGESZUG DES INTERNETS

3.1. DIE ANFÄNGE

3.2. DIE IDEE FINDET VERBREITUNG

3.3. WEB 2.0: DAS INTERNET WIRD INTERAKTIVER

4. INFORMATIONEN IM INTERNET

4.1. DIE HERKÖMMLICHE INFORMATIONSBESCHAFFUNG

4.2. ONLINE-JOURNALISMUS VERSUS PRINTMEDIEN

4.2.1. Die Qualität der Online-Zeitungen

4.2.2. Blogs: Bürgerjournalismus versus prof. Journalismus

4.3. WIKIPEDIA VERSUS BROCKHAUS

4.4. YOUTUBE VERSUS FERNSEHEN

5. POLITISCHE KOMMUNIKATIONSPLATTFORMEN IM NETZ

5.1. SOZ. ONLINE-NETZWERK VS. KLASSISCHE SOZ. NETZWERKE

5.2. DOL2DAY VERSUS ROLLEN- / PLANSPIEL

5.3. ABGEORDNETENWATCH.DE VERSUS BRIEF AN POLITIKER

6. ONLINE-WAHLKAMPF VERSUS KLASSISCHER WAHLKAMPF

7. ELEKTRONISCHE PARTIZIPATION

7.1. E–VOTING VERSUS WAHLURNE

7.2. E–ACTIVISM VERSUS KLASSISCHER AKTIVISMUS

8. EXKURS: SOZIALE SCHERE DURCH DAS INTERNET?

9. SCHLUSSBETRACHTUNG

TEIL II: FACHDIDAKTISCHE BETRACHTUNG

10. EINLEITUNG

11. DIDAKTISCHE ANALYSE

11.1. DER BEUTELSBACHER KONSENS

11.2. WEITERE DIDAKTISCHE PRINZIPIEN

11.2.1. Die Schülerorientierung

11.2.2. Die Exemplarität

11.2.3. Die Problemorientierung

11.2.4. Die Handlungsorientierung

11.3. BEDEUTUNG „DEMOKRATIE“ UND „INTERNET“

11.3.1. Die Bedeutung der Demokratie für SuS

11.3.2. Die Bedeutung des Internets für Heranwachsende

11.4. BEZUG ZUM BILDUNGSPLAN

11.5. LERNZIELE

11.5.1. Richtziel

11.5.2. Grobziele

11.5.3. Feinziele

12. METHODISCHE ÜBERLEGUNGEN UND ABLAUF

12.1. EINFÜHRUNG UND THEMENWAHL KARIKATUR

12.2. INTERNETRECHERCHE PARTNERARBEIT/KLEINGRUPPEN

12.3. KOMMUNIKATION VIA ABGEORDNETENWATCH.DE

12.4. PRÄSENTATION

13. SCHLUSSBEMERKUNG

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial des Internets als modernen Kommunikationsapparat zur Stärkung der demokratischen Willensbildung und Partizipation, wobei ein kritischer Vergleich zu klassischen Medien und Methoden im Fokus steht.

  • Wandel des Demokratiebegriffs und Einflüsse digitaler Medien
  • Vergleich von Online-Medien (Blogs, Wikipedia) mit traditionellen Formaten
  • Politische Partizipation durch E-Demokratie-Plattformen und Online-Wahlkampf
  • Didaktische Konzepte zur Förderung von Medienkompetenz und politischer Urteilsbildung

Auszug aus dem Buch

4.2.1. Die Qualität der Online-Zeitungen

Doch bei aller Euphorie über diese unschlagbare Aktualität liegt die Mutmaßung nahe, die Qualität und die Länge der Artikel könnten dem hohen Tempo der „Cyberautobahn“ zum Opfer fallen. Beispielswiese meldeten viele Medien, so auch Spiegel Online 2006: „Bund Deutscher Juristen fordert Aussagen unter ›leichter Folter‹ – Offene Diskussion und Bruch von Tabus verlangt“. Die Information kam von der Internetseite www.bunddeutscherjuristen.org. Allerdings handelte es sich hierbei um eine Falschmeldung, verursacht durch einen unbekannten „Witzbold“, der auf dieser Seite die Meldung verbreitet hatte, dass Dr. Claus Grötz die Folter gefordert habe. Weder die Forderung nach dieser unmenschlichen Bestrafung, noch der Name des angeblichen Vorsitzenden des Bundes Deutscher Juristen entsprachen bei dieser Meldung der Wahrheit.

Die Hypothese der schlechteren Qualität war für Thorsten Quandt Anlass, 2005 eine Studie durchzuführen, die Zeitungen aus Papier und Druckerschwärze mit den Gazetten aus Bits und Bytes vergleicht. Analyseobjekte waren auf Seiten der Printmedien die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) und die Süddeutsche, deren gedruckte Angebote mit den Angeboten ihrer Onlineauftritte und zusätzlich mit Spiegel Online, der Netzzeitung und den Stern Shortnews im Zeitraum eines Monats in den Bereichen „Beitragstypen und Multimedia-Angebote“, „Verfasser, Interaktion, Verlinkung“, „Themen und Akteure“ und „Berichterstattungstendenzen“ verglichen wurden. Insgesamt wurden 2.684 Artikel, davon 2.193 Online-Artikel, miteinander kollationiert. Bei der Untersuchung der durchschnittlichen Länge eines Artikels kann die Studie bereits das Urteil, das Internet biete nur kurze Informationen, widerlegen. Während die Süddeutsche Zeitung im Schnitt 241,8 und die Frankfurter Allgemeine 305,2 Wörter pro Artikel publizieren, bieten Sueddeutsche.de 568,7 Wörter, FAZ.NET 609,1 Wörter, Spiegel.de 611,3 Wörter und netzeitung.de 315,6 Wörter.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Darstellung der Relevanz des Internets als "Kommunikationsapparat" für die Demokratie im 21. Jahrhundert.

2. DER DEMOKRATIEBEGRIFF IM WANDEL DER ZEIT: Historische Entwicklung des Demokratiebegriffs von der Antike bis zu modernen Theoretikern wie Locke, Rousseau und Kant.

3. DER SIEGESZUG DES INTERNETS: Kurzer Abriss über die technischen Anfänge des ARPA-Nets bis hin zur Entwicklung des World Wide Web und des Web 2.0.

4. INFORMATIONEN IM INTERNET: Analyse der Veränderungen in der Informationsbeschaffung durch den Vergleich von Online-Journalismus/Blogs/Wikipedia mit klassischen Medien.

5. POLITISCHE KOMMUNIKATIONSPLATTFORMEN IM NETZ: Untersuchung von Social Networks, Online-Simulationen und Plattformen wie abgeordnetenwatch.de.

6. ONLINE-WAHLKAMPF VERSUS KLASSISCHER WAHLKAMPF: Evaluierung der Wirksamkeit digitaler Kampagnen am Beispiel des US-Präsidentschaftswahlkampfs 2008.

7. ELEKTRONISCHE PARTIZIPATION: Diskussion über E-Voting und E-Activism sowie deren Chancen und Risiken für die demokratische Mitbestimmung.

8. EXKURS: SOZIALE SCHERE DURCH DAS INTERNET?: Kurze Reflexion über die digitale Spaltung und notwendige Medienkompetenz.

9. SCHLUSSBETRACHTUNG: Zusammenfassendes Fazit über die Veränderungen und Herausforderungen der E-Demokratie.

10. EINLEITUNG: Einführung in die fachdidaktische Planung einer Unterrichtseinheit zum Thema E-Demokratie für die Realschule.

11. DIDAKTISCHE ANALYSE: Herleitung didaktischer Prinzipien wie Schülerorientierung und Handlungsorientierung auf Basis des Beutelsbacher Konsenses.

12. METHODISCHE ÜBERLEGUNGEN UND ABLAUF: Detaillierte Skizzierung eines Unterrichtsverlaufs inklusive Karikaturanalyse und Recherchearbeit.

13. SCHLUSSBEMERKUNG: Abschließende Betrachtung der Umsetzung des didaktischen Konzepts und der Zielerreichung im Politikunterricht.

Schlüsselwörter

E-Demokratie, Internet, Demokratie, Partizipation, Online-Journalismus, Blogs, Bürgerjournalismus, Wikipedia, politische Bildung, Medienkompetenz, E-Voting, E-Activism, Unterrichtsplanung, Beutelsbacher Konsens, soziale Schere.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob das Internet die Demokratie verändern oder sogar verbessern kann, indem es als technischer Kommunikationsapparat dient, der den Austausch zwischen Bürgern und Politik erleichtert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen der Wandel der Informationsbeschaffung, die Rolle von Online-Medien, politische Partizipationsplattformen, der Online-Wahlkampf und die didaktische Umsetzung dieser Themen im Politikunterricht.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Hauptziel ist es, zu überprüfen, ob das Internet tatsächlich die von Berthold Brecht geforderte Funktion eines polydirektionalen Kommunikationsapparats erfüllt, und wie Schüler dies im Unterricht nutzen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine Analyse von Fachliteratur, Internetquellen, Statistiken und vergleichende Fallstudien (z.B. Wikipedia vs. Brockhaus), ergänzt durch fachdidaktische Überlegungen zur Unterrichtsplanung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine fachwissenschaftliche Betrachtung des Internets als politisches Werkzeug und eine fachdidaktische Planung für den Realschulunterricht in Gemeinschaftskunde.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind E-Demokratie, Partizipation, Bürgerjournalismus, Medienkompetenz und politische Urteilsbildung.

Wie schätzen Sie die politische Macht von Wikipedia ein?

Die Arbeit betont, dass Wikipedia eine nicht zu unterschätzende Rolle in der politischen Willensbildung einnimmt, da es für Recherchen oft die erste Anlaufstelle ist, was eine kritische Betrachtung der Inhaltsqualität notwendig macht.

Welche Rolle spielt die soziale Schere?

Die soziale Schere wird als Risiko identifiziert, da eine flächendeckende Internetnutzung nicht weltweit gewährleistet ist und zudem die notwendige Medienkompetenz nicht bei allen Bevölkerungsgruppen gleichermaßen vorhanden ist.

Wie kann der Unterricht laut dem Autor demokratische Teilhabe fördern?

Durch einen Dreischritt aus "Sehen" (Recherche), "Beurteilen" (Urteilsbildung) und "Handeln" (z.B. durch Kommunikation auf abgeordnetenwatch.de) sollen Schüler lernen, ihre Rechte in einer Demokratie aktiv wahrzunehmen.

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Details

Title
Via Internet in eine neue Demokratie?
Subtitle
Chancen und Risiken der E-Demokratie
College
University of Education in Schwäbisch Gmünd
Grade
1,0
Author
Simeon Knauß (Author)
Publication Year
2009
Pages
72
Catalog Number
V147686
ISBN (eBook)
9783640586721
ISBN (Book)
9783640587216
Language
German
Tags
E-Demokratie E-Poltik Web 2.0 E-Democracy E-Voting
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Simeon Knauß (Author), 2009, Via Internet in eine neue Demokratie?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147686
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