In dieser Arbeit soll das Motiv der Liebe und das einhergehende Zusammenspiel von Liebe und Leid in Michael Endes "Die Unendliche Geschichte" und Peter S. Beagels Werk "Das letzte Einhorn" untersucht werden. Dabei wird auf die Charaktere eingegangen.
Hierbei sollen zunächst die grundlegenden Aspekte des Motives der Liebe in der Literatur herausgearbeitet und definiert werden. Unter Berücksichtigung dieser Aspekte soll auf die Entwicklung von Endes Hauptcharakter Bastian Balthasar Bux eingegangen werden und anhand dessen soll aufgezeigt werden, inwiefern Bastian die Liebe zu sich selbst finden kann. Diese Liebe steht im Kontrast zu der von Beagels geschaffener Liebe des Prinzen Lírs zu der Lady Amalthea, weshalb ebenfalls auf die Entwicklung des letzten Einhornes eingegangen werden muss. Das Ziel ist es die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Entwicklungen der verschiedenen Charaktere herauszustellen und anhand dessen die verschiedenen Möglichkeiten der Liebe aufzuzeigen. Schließlich soll ebenfalls den funktionalen Bedingungen eine genauere Betrachtung zugesprochen werden, sodass im Ergebnis dargestellt werden kann, inwiefern die beiden Motive der Liebe in der Literatur funktionieren.
Liebe ist in der heutigen Gesellschaft als das höchste Ziel von zwischenmenschlichen Beziehungen auszumachen. In der Entwicklung von Menschen kann das Liebesmotiv verschiedene Auslöser oder Ursachen haben, wobei jedoch wichtig ist, dass jeder Mensch im Laufe seiner Entwicklung Liebe erfahren muss, um im Leben glücklich werden zu können. So dient die Liebe dazu, sich selbst zu akzeptieren und akzeptiert zu werden. Hierzu muss der Mensch Emotionen, Gefühle und ebenfalls Niederlagen auf sich nehmen, um zu dem höchsten Ziel, der Liebe zu gelangen.
Hierbei tritt Liebe nicht immer als die typische Liebesbeziehung zwischen zwei Menschen auf, sondern kann in viele verschiedene Arten unterschieden werden. Es geht dabei um erlebte Emotionen, welche sich auch in den Taten der Figuren widerspiegeln. So ist die Liebe als zentrales Thema der menschlichen Erfahrung aus der Literatur nicht wegzudenken. Die Liebe treibt die Figuren und Charaktere an und bremst sie gleichzeitig aus, das Zusammenspiel von Liebe und Leid ist dabei unverzichtbar. Dementsprechend zählt das Motiv der Liebe heute zu dem häufigsten Ziel vieler literarischer Werke, in allen denkbaren Genres.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Motiv der Liebe
3. Die Entwicklung von Bastian Balthasar Bux
4. Das Motiv der Liebe im Vergleich zu Peter S. Beagles Das letzte Einhorn
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung des Liebesmotivs in den phantastischen Werken "Die unendliche Geschichte" von Michael Ende und "Das letzte Einhorn" von Peter S. Beagle. Ziel ist es, anhand der Charakterentwicklungen von Bastian Balthasar Bux und dem Einhorn bzw. der Lady Amalthea aufzuzeigen, wie das Streben nach Liebe und die damit einhergehende Identitätsfindung als Rettungsanker und Mittel gegen existenzielle Krisen fungieren.
- Analyse des Liebesmotivs als zentrales Element der phantastischen Literatur
- Die psychologische Entwicklung und Identitätsfindung von Bastian Balthasar Bux
- Vergleich der Liebesbegriffe in beiden Werken: Selbstliebe versus romantische Liebe
- Die Funktion des Doppelgängermotivs und der Rolle des Retters
- Die Bedeutung von Verlust, Trauer und Neuanfang im Kontext der phantastischen Erfahrung
Auszug aus dem Buch
3. Die Entwicklung von Bastian Balthasar Bux
Michael Endes Charakter Bastian Balthasar Bux durchlebt während der kompletten Geschichte eine deutliche Entwicklung, welche im Folgenden genauer betrachtet werden soll.
Oft ist die Verbindung zwischen der realen und fiktiven Welt der Retter selbst, wie es auch in Michael Endes Die Unendliche Geschichte aufzufinden ist. Als kindlicher Retter ist es Bastian Balthasar Bux, welcher die Verbindung zwischen den Welten widerspiegelt, denn Bastians Erinnerungen müssen bewahrt werden, um die Verbindung und so die Rückkehr in die menschliche Welt zu sichern. Des Weiteren spielen Bastians Wünsche eine zentrale Rolle, da diese gleichzeitig notwendig als auch entbehrlich sind. Durch das Axiom „Tu, was du willst“, welches auf dem Kleinod Auryn vermerkt ist, welches Bastian von der Kindlichen Kaiserin erhält, beginnt Bastians Reise durch Phantasien und er tut, wortwörtlich, was er will. Bastian ist sich der wahren Botschaft, hinter den Worten nicht im Klaren und durchlebt eine Entwicklung, die ihm fast seine komplette Erinnerung kostet und ihm so die Heimkehr in die primäre Welt verwehrt hätte können.
Bastian Balthasar Bux ist ein zunächst unauffälliger, schüchterner, dicklicher Junge, der ein Talent zum Geschichtenerzählen besitzt. Bastians Entwicklung beginnt mit seiner Reise in das Reich Phantasiens, wobei zunächst deutlich wird, dass Bastian kein Junge war, der selbst von sich überzeugt und mutig war. Denn zum Zeitpunkt als Bastian klar wurde, dass er Teil der unendlichen Geschichte war, „bekam Bastian es mit der Angst [zutun]. Er hatte plötzlich das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen. Er fühlte sich wie in einem unsichtbaren Gefängnis eingeschlossen. Er wollte aufhören, wollte nicht mehr weiterlesen“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert die Liebe als universelles Ziel menschlicher Entwicklung und stellt die Forschungsfrage nach ihrer Funktion in den phantastischen Romanen von Ende und Beagle.
2. Das Motiv der Liebe: Dieses Kapitel erläutert, wie phantastische Literatur als Auseinandersetzung mit der Realität dient und die Liebe als Mittel zur Heilung von Trauer und zur Charakterentwicklung fungiert.
3. Die Entwicklung von Bastian Balthasar Bux: Hier wird der Prozess beschrieben, in dem sich Bastian von einem unsicheren Jungen zu einer machtbesessenen Figur und schließlich durch das Erlernen der Selbstliebe zu seiner wahren Identität zurückfindet.
4. Das Motiv der Liebe im Vergleich zu Peter S. Beagles Das letzte Einhorn: Dieser Abschnitt vergleicht die Transformationen des Einhorns zur Lady Amalthea mit Bastians Reise und arbeitet Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Umgang mit Liebe und Identitätsverlust heraus.
5. Fazit: Das Fazit resümiert, dass Liebe in beiden Werken als entscheidendes Instrument zur Rettung der Charaktere dient und zeigt, dass Selbsterkenntnis und innere Werte für den Erfolg der Figuren ausschlaggebend sind.
Schlüsselwörter
Michael Ende, Peter S. Beagle, Die unendliche Geschichte, Das letzte Einhorn, Liebesmotiv, phantastische Literatur, Charakterentwicklung, Bastian Balthasar Bux, Lady Amalthea, Identitätsfindung, Selbstliebe, Phantasien, Transformation, Trauerbewältigung, Rettung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das zentrale Motiv der Liebe in den Fantasy-Romanen "Die unendliche Geschichte" und "Das letzte Einhorn" und vergleicht, wie dieses Motiv zur psychologischen Entwicklung der Protagonisten beiträgt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Suche nach Identität, die Verarbeitung von Trauer, das Verhältnis von Wunsch und Wirklichkeit sowie die Funktion von phantastischen Welten als Spiegel menschlicher Erfahrungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Liebe in beiden Werken als treibende Kraft für die Charakterentwicklung fungiert und den Figuren ermöglicht, ihre persönlichen Unsicherheiten zu überwinden und zu ihrem wahren Kern zurückzufinden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine vergleichende Literaturanalyse, bei der die Charaktere Bastian Balthasar Bux und das Einhorn bzw. die Lady Amalthea auf Basis ihrer Entwicklungswege und ihrer Wandlung durch das Liebesmotiv analysiert werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der tiefgehenden Analyse der Wachstumsphasen von Bastian Bux, seiner narzisstischen Phase und seinem schließlichen Lerneffekt, sowie dem Vergleich mit der erzwungenen Menschwerdung des Einhorns.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören das Liebesmotiv, phantastische Literatur, Identität, Transformation und das Zusammenspiel von Liebe und Leid.
Inwiefern spielt der "wahre Wille" bei Bastian eine Rolle?
Der "wahre Wille" markiert den Wendepunkt von Bastians Reise; erst als er lernt, nicht Macht auszuüben, sondern bedingungslos zu lieben, kann er seine Erinnerungen zurückgewinnen und in die Realität zurückkehren.
Wie unterscheidet sich die Liebe des Einhorns von der Gastons?
Während Bastian die Liebe zu sich selbst erst erlernen muss, um ganz zu werden, erfährt das Einhorn durch die menschliche Gestalt eine romantische Liebe zu Prinz Lír, die sie trotz des Vergessens ihrer wahren Natur als unsterbliches Wesen menschliche Emotionen wie Schmerz und Wut empfinden lässt.
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- Anonym (Autor:in), 2019, Das Motiv der Liebe. Michael Endes "Die Unendliche Geschichte" und Peter S. Beagels "Das letzte Einhorn", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1477130