Die Avantgarde für diese Arbeit stellt das Modell von Carl Schmitt und seiner totaler Staatskonzeption dar, dessen Theorie kritisch und analytisch nachgegangen werden soll. Da dieses Konzept ziemlich umfangreich ist, bezieht sich diese Arbeit auf die Begriffsanalyse von Schmitt, nämlich das Verständnis des quantitativ und qualitativtotalen Staats. Dies wird darüber hinaus den berühmten Juristen und NS-Kritikern Franz Neumann und Ernst Fraenkel gegenüber gestellt.
Den analytischen Rahmen bilden die von ihnen verfassten Werke "Der Doppelstaat" und "Behemoth", sowie Schmitts Werke, der 20er und 30er Jahre. Was heißt qualitativ und quantitativ totaler Staat? Inwieweit hatten die beiden Kritiker das Konzept dieser Begriffe für ihre NS-Analyse benutzt und was wurde daran kritisiert – die sind die zentralen Fragen dieser Arbeit.
Ein sehr umstrittenes und kaum behandelndes Thema zur Staatstheorie, ist die Theorie Carl Schmitts zum qualitativ und quantitativ totalem Staat. Die Arbeit stellt Schmitts Theorie im Spiegel historischer und staatsphilosophischer Kritik gegenüber. Es wird nicht nur Carl Schmitt als Verfechter eines starken Staates diskutiert, sondern seine schärfsten Kritiker, die das Naziregime von innen als Zeitgenossen analysiert haben. Zwar ist eine Kritik für das Thema totaler Staat unumgänglich, aber als Verfechter einer starken Staatstheorie, die überall eindringt, ist Carl Schmitts auch nicht zu unterschätzten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Quantitativ vs. qualitativ totaler Staat
2.1 Der quantitativ totaler Staat
2.2 Der qualitativ totaler Staat
2.3 Schmitts Kritik (Liberalismus)
3. Schmitts Staatslogik (Dezisionismus)
4. Kritik am qualitativ totalem Staat
4.1 Ernst Fraenkel (Doppelstaat)
4.2 Franz Neumann (Behemoth)
4.3 Vimos Holczhauser
4.4 Jürgen Fijalkowski
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht Carl Schmitts Theorie des quantitativ und qualitativ totalen Staates sowie deren kritische Einordnung durch prominente NS-Kritiker. Das primäre Ziel besteht darin, Schmitts Begriffsverständnis sowie seinen rechtstheoretischen Ansatz der politischen Entscheidung zu analysieren und ihn mittels der Thesen von Fraenkel, Neumann, Holczhauser und Fijalkowski einer wissenschaftlichen Prüfung zu unterziehen.
- Analyse des totalen Staatsbegriffs bei Carl Schmitt
- Gegenüberstellung von quantitativ und qualitativ totalem Staat
- Die Rolle des Dezisionismus und des Ausnahmezustands
- Kritische Auseinandersetzung durch Ernst Fraenkel und Franz Neumann
- Untersuchung der Argumentation von Holczhauser und Fijalkowski
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Totaler Staat vs. Behemoth und Doppelstaat sind an sich drei zueinander im Unterschied stehende Staatsmodelle. Die Avantgarde für diese Arbeit stellt für mich das Modell von Carl Schmitt und seiner totaler Staatskonzeption dar, dessen Theorie ich kritisch und analytisch nachgehen möchte. Da dieses Konzept ziemlich umfangreich ist, bezieht sich diese Arbeit auf die Begriffsanalyse von Schmitt, nämlich das Verständnis des quantitativ und qualitativ totalen Staat. Dies wird darüber hinaus, den berühmten Juristen und NS-Kritikern Franz Neumann und Ernst Fraenkel gegenüber gestellt. Den analytischen Rahmen bilden die von ihnen verfassten Werke „Der Doppelstaat“ und „Behemoth“ sowie Schmitts Werke, der 20er und 30er Jahre. Was heißt qualitativ und quantitativ totaler Staat? Inwieweit hatten die beiden Kritiker das Konzept dieser Begriffe für ihre NS-Analyse benutzt und was wurde daran kritisiert – die sind die zentralen Fragen dieser Arbeit.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung steckt den analytischen Rahmen ab, indem sie Schmitts Konzept des totalen Staates als zentrales Forschungsobjekt definiert und bereits bekannte NS-Kritiker als Vergleichspunkte nennt.
2. Quantitativ vs. qualitativ totaler Staat: Dieses Kapitel erläutert die terminologische Unterscheidung Schmitts und analysiert die Hintergründe seines Strebens nach einer Identität von Staat und Gesellschaft.
3. Schmitts Staatslogik (Dezisionismus): Hier wird dargelegt, wie Schmitt mittels des Dezisionismus und des Ausnahmezustands den Rechtsstaat zugunsten einer politischen Entscheidungskompetenz umformt.
4. Kritik am qualitativ totalem Staat: In diesem Hauptteil kommen verschiedene Kritiker zu Wort, die Schmitts Theorie aus historischer, gesellschaftlicher und rechtstheoretischer Sicht hinterfragen.
5. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die widersprüchliche Natur von Schmitts totaler Staatsanalyse sowie dessen Unvereinbarkeit mit demokratischen Prinzipien.
Schlüsselwörter
Carl Schmitt, totaler Staat, quantitativ, qualitativ, Dezisionismus, Ausnahmezustand, Ernst Fraenkel, Doppelstaat, Franz Neumann, Behemoth, Rechtsstaat, politische Theorie, Liberalismus, souveräne Diktatur, Parlamentarismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Es geht um eine kritische Analyse der Staatsmodelle von Carl Schmitt unter besonderer Berücksichtigung seiner Konzepte des quantitativ und qualitativ totalen Staates.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Neben dem Staatsbegriff bei Schmitt werden zentrale Konzepte wie der Dezisionismus, der Ausnahmezustand sowie die Kritik daran durch namhafte zeitgenössische Theoretiker behandelt.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Schmitts Thesen zu analysieren und diesen die kritischen Sichtweisen von Juristen wie Fraenkel und Neumann gegenüberzustellen, um die theoretischen Schwachstellen aufzudecken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer kritisch-analytischen Begriffs- und Literaturanalyse der Primärquellen von Schmitt sowie der Sekundärwerke ausgewählter Kritiker.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil setzt sich eingehend mit der theoretischen Herleitung des totalen Staates bei Schmitt (quantitativ vs. qualitativ) auseinander und kontrastiert dies mit den Analysen von Fraenkel, Neumann, Holczhauser und Fijalkowski.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Dezisionismus, totaler Staat, politisches Monopol und die Auseinandersetzung mit dem liberalen Rechtsstaat geprägt.
Wie unterscheidet Schmitt zwischen quantitativ und qualitativ totalem Staat?
Er beschreibt den quantitativ totalen Staat als "Totalität aus Schwäche" durch Pluralismus, während der qualitativ totale Staat ein starkes politisches Monopol und eine Identität von Staat und Gesellschaft anstrebt.
Was ist das Resultat der Kritik durch Ernst Fraenkel?
Fraenkel argumentiert, dass Schmitts Theorie utopisch und fiktiv sei, da in der Realität der Doppelstaat (Maßnahmenstaat vs. Normenstaat) jegliche rationale Rechtssicherheit ausschalte.
- Quote paper
- Timur Makhmudov (Author), 2011, Totaler Staat vs. Behemoth und Doppelstaat. Carl Schmitts Theorie des quantitativ und qualitativ totalen Staats im Spiegel wissenschaftlicher Kritik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1477165