Diese Arbeit soll sich mit den Fragen der Regimetheorie auf der Ebene der internationalen Beziehungen auseinandersetzen. Mithilfe dieser Theorie werden Schwerpunkte auf empirische Beispiele aus der neuen Weltwirtschaftsordnung der
Nachkriegszeit gelegt. Der Untersuchungsgegenstand für die ausgewählte Regimetheorie ist das GATT-Abkommen, das nicht nur die internationale Politik, sondern auch die internationale politische Ökonomie betrifft. Das Thema GATT kann leicht und zugänglich anhand der Regimetheorie verstanden werden.
Es sei bemerkt werden, dass im Abkommen, schon vor der Theorieentwicklung, ähnliche Verfahren im Bereich Handel und Zölle angewandt wurden. Die Arbeit, die in drei Gliederungsabschnitten aufgeteilt ist, beinhaltet folgende Abschnitte. Zuerst wird die Theorie zum vollen Verständnis aufgeführt, dass sich dann im dritten Teil als empirisches Beispiel widerspiegeln wird. Im Anschluss daran werde ich die Schlussfolgerung aus den beiden Abschnitten zusammenfassen und auch versuchen, auf einige wichtige Fragen eine Antwort zu finden: In welchen Bereichen ist es zum Gelingen und Verstößen bzw. Widersprüchen
gekommen, welche empirische Beispiele in Einklang mit der Theorie sind zustande gekommen sind und was hat es dazu beigetragen.
Die Regimetheorie lässt sich bestens mit den empirischen Beispielen identifizieren, sie ist auch ein attraktives Forschungsobjekt und ist auch ein Bestandteil der Theorie-Analyse, die auch in der Fachliteratur von vielen Forschern behandelt wird. Es wird der Versuch gemacht, die Grundsätze dieser Theorie an empirischen Beispielen zu beweisen oder zumindest eine glaubwürdige Erklärung zu finden. Dafür werde ich Punkte der Entstehung, Akteure, Strukturen und Prozesse dieser Theorie sowie konkrete Beispiele aufgreifen und dies dem Leser verständlich darstellen.
Eine der wichtigsten Theorien der Internationalen Politik im Zeitalter des Liberalismus, der Kooperationen und Konfliktlösungen ist die Regimetheorie von Robert O.Keohane. Gerade ein fehlen einer zentralen Gewalt in den Internationalen Beziehungen und das Vermeiden von Unilateralismus, führt zu solchen Lösungsansätzten wie die Schaffung von Regime in verschiedenen Bereichen wie Handel, Klima, Nuklear-und Sichercheitspolitik. Drüber diskutiert die folgende Arbeit und wendet zugleich die Empirie, das GATT Regime an.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Regimetheorie
2.1 Akteure
2.2 Strukturen
2.3 Prozess
3. Das GATT- als Regime
3.1 Akteure
3.2 Strukturen
3.3 Prozess
4. Schlussbetrachtung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Regimetheorie im Kontext der internationalen Beziehungen und analysiert ihre Anwendung am praktischen Beispiel des GATT-Abkommens, um zu klären, inwiefern internationale Regime zur Kooperation beitragen oder durch nationalstaatliche Interessenkonflikte untergraben werden.
- Grundlagen und Entstehung der Regimetheorie als neoinstitutionalistischer Ansatz.
- Struktureller Aufbau und Funktionsweise internationaler Handelsregime.
- Die historische Entwicklung des GATT sowie dessen Transformation zur WTO.
- Analyse von Kooperationserfolgen und -problemen im Welthandelssystem.
Auszug aus dem Buch
3. Das GATT- als Regime
Einer der wichtigsten Beiträge zur der Weltwirtschaftsordnung nach dem Zweiten Weltkrieg, war die Gründung eines Welthandelsregimes. Dieser Beitrag war die Hoffnung auf eine multilaterale-Nachkriegswelt. An der Spitze dieses Handelsregimes stand das GATT-Abkommen (General Agreement on Tariffs and Trade). Darüber hinaus braucht man einen historischen Hintergrund bzw. Bilanz zu betrachten. Denn mit der Erfahrung einer Weltwirtschaftskrise nach dem ersten Weltkrieg und der Protektionismuspolitik des „Beggar thy Neighbour“ (Klein, Martin/Meng, Werner/Rode, Reinhard 1998: S. 5) wusste man, dass ihre Wiederholung nur durch eine liberale Wirtschaftspolitik bzw. Welthandelsordnung zu vermeiden ist. Dieses liberale Prinzip sollte vor allem die allgemeine Wohlfahrt steigern. Der Freihandel sollte nach dem Krieg möglich sein und die Staaten sollten zu diesem Prinzip und allgemeiner Gunst ihre Zölle und Handelshemnisse abschaffen.
Man hoffte auf ein gemeinsam- geregeltes Verhalten, das nur durch eine gemeinsame Institution möglich war und nicht durch eine bilaterales. Dieses kooperative Verhalten der Mitglieder, gibt dem Abkommen den Status eines internationalen Regimes.
Obwohl das Abkommen in den 70er als handlungsunfähig erklärt wurde, konnte er trotzdem aufgrund der staatlichen Interdependenz weiter bestehen. Es ist auch wichtig zu wissen, dass genau dieses Abkommen eine fundamentale Rolle für die Gründung der nicht unbekannten WTO gespielt hat. Heute kritisiert man viel den ausdehnenden Kapitalismus der WTO, z.B. die Zivilgesellschaften usw., man braucht aber mehr Verständnis und Analyse als eine oberflächliche Sicht. Man darf auf keinen Fall den Beitrag des Vorgängers der WTO vergessen, überschätzen, unterschätzen oder verurteilen. Es gibt zwar noch immer theoretische Spaltungen, die im GATT einerseits einen Retter und anderseits als ein schwaches und von Anfang an zum Scheitern verurteiltes Organ sieht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Themenstellung ein, erklärt das Forschungsinteresse an der Regimetheorie und definiert das GATT-Abkommen als den zentralen Untersuchungsgegenstand der Arbeit.
2. Die Regimetheorie: Das Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des Neoinstitutionalismus, definiert Regime als internationale Institutionen und analysiert deren Akteure, Strukturen sowie Prozesse.
3. Das GATT- als Regime: Hier erfolgt die empirische Anwendung der Theorie auf das GATT, wobei besonders die Akteurskonstellationen, die strukturellen Regeln und der geschichtliche Prozess der Zollsenkungsrunden detailliert dargestellt werden.
4. Schlussbetrachtung: Das Abschlusskapitel zieht Bilanz über die Wirksamkeit des Regimes und erörtert, wie nationaler Egoismus und ständige Ausnahmeregelungen das Welthandelsregime vor Herausforderungen stellten.
Schlüsselwörter
Regimetheorie, GATT, Internationale Beziehungen, Welthandel, Neoinstitutionalismus, Protektionismus, Freihandel, WTO, Multilateralismus, Zollsenkungen, Interdependenz, Akteure, Kooperation, internationale politische Ökonomie, Handelshemmnisse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Analyse von internationalen Regimen und deren praktischer Umsetzung durch das GATT-Abkommen zur Regulierung des Welthandels.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der Regimetheorie, den Akteuren in zwischenstaatlichen Kooperationen, der historischen Entwicklung des GATT sowie den damit verbundenen Handelsmechanismen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel besteht darin, die Grundsätze der Regimetheorie an einem empirischen Beispiel zu prüfen und zu bewerten, inwiefern diese zur Stabilität und Kooperation in der Weltwirtschaft beitragen.
Welcher wissenschaftliche Ansatz wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf den theoretischen Rahmen des Neoinstitutionalismus und kontrastiert diesen teilweise mit realistischen Erklärungsmodellen der internationalen Politik.
Was umfasst der Hauptteil der Betrachtung?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erläuterung der Regimeelemente (Akteure, Strukturen, Prozesse) sowie eine detaillierte historische und inhaltliche Analyse des GATT-Regimes und seiner Verhandlungsrunden.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit maßgeblich?
Wichtige Begriffe sind Regimetheorie, GATT, Protektionismus, Multilateralismus, nationale Autonomie und internationale politische Ökonomie.
Wie unterscheidet sich das GATT laut Autor von anderen internationalen Organisationen?
Das GATT wird als ein "internationales Regime" beschrieben, das primär durch spezifische Regeln und Normen überzeugt, während internationale Organisationen oft über weitergehende institutionelle Befugnisse verfügen.
Welche Herausforderung identifiziert der Autor für das GATT?
Der Autor weist darauf hin, dass insbesondere nationale Alleingänge, Protektionismus und zahlreiche Ausnahmeregelungen die Stabilität des Regelwerks kontinuierlich untergraben haben.
- Arbeit zitieren
- Timur Makhmudov (Autor:in), 2007, Regimetheorie in den Internationalen Beziehungen. Am Beispiel des GATT-Abkommen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1477166