Dating-Apps haben einen immer größeren Stellenwert in unserer Gesellschaft, aber was macht das mit uns und mit unserem Dating-Verhalten? Hat sich Dating in den letzten Jahren verändert und was versprechen wir uns von potenziellen Partnern?
Diese Fragen werden in der Hausarbeit aufgearbeitet. Der folgende Aufsatz befasst sich vor allem mit der heutigen Partnersuche und den damit einhergehenden Schwierigkeiten. Zu diesem Zweck wird zuerst der theoretische Hintergrund dargelegt und im Anschluss wird die Partnerschaftssuche am konkreten Beispiel der Dating-App Tinder dargestellt. Dies erfolgt im Hinblick auf die Frage, welche Rolle Dating-Apps im Prozess des Kennenlernens spielen.
Der Blick fokussiert sich auf sogenannte Dating-Plattformen, oder genauer gesagt auf Dating-Apps, und insbesondere auf das Dating zwischen Frauen und Männern. Wenn nachfolgend von Dating-Plattformen die Rede sein wird, sind mobile Dating-Apps gemeint. Grundsätzlich gehören auch Dating-Plattformen zur Rubrik der Online-Kontaktbörsen, unterscheiden sich aber von den sogenannten Matchmaking-Plattformen. Diese sind nämlich im Gegensatz dazu durch die Eigeninitiative der Partnersuchenden charakterisiert, die auf Dating-Plattformen gezielt Kontakt zu anderen Akteuren herstellen, die sie sich zuvor selbst ausgewählt haben. Der Kontext wird also von den Akteuren bewusst gewählt und ist deutlich auf die Suche und
Auswahl von Kontaktpersonen ausgelegt.
Die Digitalisierung nimmt im 21. Jahrhundert immer weiter zu und ergänzt bereits viele Lebensbereiche mit neuen Möglichkeiten. Derartige Veränderungen sind auch bei der Partnersuche zu verzeichnen: Während die Menschheit vor der Entwicklung internetbasierter Plattformen die Partner im realen Leben finden musste, ist es nun möglich, die Partnersuche durch digitale Angebote zu erweitern. Prognosen zufolge werden 2024 weltweit rund 276,9 Millionen Menschen, Nutzer etwaiger Partnerbörsen sein. Bereits zu Beginn der Covid-19-Pandemie ist ein Anstieg der Nutzung von Online-Dating-Portalen zu verzeichnen, da durch politische Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen und Schließungen von Bars und Diskotheken auf herkömmliche Weise keine neuen Bekanntschaften geschlossen werden konnten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
3 Online Dating
3.1 Tinder App als Beispiel für online Dating
3.2 Nutzungsmotive
4 Partnersuche heute
4.1 Was macht die Partnersuche im Internet besonders
4.2 Kontaktaufnahme und Kontakt halten
4.3 Wahre Liebe oder Liebelei
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Einfluss von modernen Dating-Apps auf das zwischenmenschliche Kennenlernverhalten und analysiert die soziologischen Veränderungen, die durch die Digitalisierung der Partnersuche entstanden sind.
- Die Entwicklung des Online-Datings im 21. Jahrhundert
- Soziologische Hintergründe der heutigen Partnerwahl
- Die Funktionsweise und Effekte von Dating-Plattformen wie Tinder
- Unterschiedliche Nutzungsmotive der Anwender
- Der Wandel der Kontaktaufnahme und Kommunikation
Auszug aus dem Buch
3.1 Tinder App als Beispiel für online Dating
Die US-amerikanische Dating-App Tinder ist im Jahr 2012 erstmalig zum Download bereitgestellt worden (vgl. Smith, 2022). Die Gründer Sean Rad, Jonathan Badeen, Justin Mateen, Joe Munoz, Dinesh Moorjani und Whitney Wolfe verfolgen das Ziel, Menschen miteinander in Kontakt zu bringen und besonders Personen in nächster Umgebung zu vernetzen.
Mithilfe der App ist es möglich mit anderen Nutzern neue Bekanntschaften zu schließen, mit diesen zu flirten und sich gegebenenfalls zu einem unverbindlichen Treffen zu verabreden. Tinder kann heutzutage in 190 Ländern kostenfrei im jeweiligen App Store des Smartphones heruntergeladen werden (vgl. Smith, 2022) und zählt zu einer der bekanntesten Dating-Apps (vgl. Voss et al., 2021). Tinder wird monatlich von regelmäßig 60 Millionen Menschen verwendet und wurde allein bis Ende Oktober 2021, 430 Millionen Mal heruntergeladen (vgl. Smith, 2022).
Tinder wird vorwiegend über das Smartphone verwendet und ist besonders bei jungen Erwachsenen beliebt. Zwar liegt das Mindestalter bei 18 Jahren und besitzt keine Begrenzung nach oben. Dennoch wird das Nutzerbild der App von der jüngeren Generation geprägt, weswegen das Durchschnittsalter unter 30 Jahren liegt. Das Verhältnis zwischen den Geschlechtern ist zudem ungleich verteilt, da es einen Männerüberschuss von 62% gegenüber den 38% weiblichen Nutzern gibt. Daraus ergibt sich, dass Frauen eine höhere Chance haben einen passenden Partner zu finden (vgl. Statista, 2015).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt die zunehmende Bedeutung der Digitalisierung für die Partnersuche und stellt das Format sowie die Zielsetzung der wissenschaftlichen Arbeit vor.
2 Theoretischer Hintergrund: Analysiert den historischen und soziologischen Wandel der Partnerwahl unter dem Aspekt der zunehmenden Individualisierung der Gesellschaft.
3 Online Dating: Beleuchtet die technologischen Voraussetzungen und erläutert am Beispiel von Tinder die Funktionsweise sowie die verschiedenen Beweggründe für die Nutzung solcher Applikationen.
4 Partnersuche heute: Diskutiert die Veränderungen im menschlichen Kontaktverhalten, die Spezifik der Internet-Suche sowie die psychologische Dynamik von virtueller Kommunikation im Kontrast zur Realität.
5 Fazit: Fasst die Vor- und Nachteile des mobilen Datings zusammen und betont, dass digitale Plattformen zwar eine Ergänzung, aber keinen vollwertigen Ersatz für eine reale Partnerschaft darstellen.
Schlüsselwörter
Online-Dating, Tinder, Partnersuche, Digitalisierung, Nutzerverhalten, Kennenlernverhalten, Matchmaking, Individualisierung, Kommunikation, virtuelle Beziehungen, Selbstpräsentation, Dating-Apps, soziale Medien, Beziehungsanbahnung, Tinder-Nutzer
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie moderne Dating-Apps das Kennenlernverhalten beeinflussen und welche Auswirkungen diese technologischen Entwicklungen auf die heutige Partnersuche haben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit fokussiert sich auf den gesellschaftlichen Wandel der Partnerwahl, die Funktionsweise von Dating-Apps wie Tinder und die psychologischen Motive, warum Menschen diese digitalen Dienste nutzen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Hauptziel ist es aufzuzeigen, wie sich die Partnersuche durch digitale Angebote verändert hat und welche Rolle Dating-Apps im Prozess des heutigen Kennenlernens einnehmen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine explorative und theoretische Auseinandersetzung, die den aktuellen Forschungsstand zu Online-Beziehungen analysiert und anhand soziologischer Fachliteratur einordnet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einordnung der Partnerwahl, eine detaillierte Betrachtung der Funktionen von Tinder, eine Erörterung der Nutzungsmotive sowie eine Analyse des Wandels der Kontaktaufnahme.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Online-Dating, digitale Partnersuche, Tinder, Nutzerverhalten, zwischenmenschliche Interaktion und der Wandel der Beziehungsanbahnung.
Warum wird Tinder in dieser Arbeit explizit als Beispiel herangezogen?
Tinder dient aufgrund seiner Popularität und seines spezifischen Wisch-Mechanismus als Paradebeispiel für moderne mobile Dating-Plattformen, um Aufbau und Nutzungsweise illustrativ darzustellen.
Wie unterscheidet sich laut der Arbeit die Online-Partnersuche von früher?
Die Arbeit betont, dass früher Begegnungen meist im realen Umfeld stattfanden, während heute durch das Internet eine ständige Verfügbarkeit und eine enorme Auswahl an potenziellen Partnern besteht, was jedoch die Entscheidung erschweren kann.
Welche Rolle spielt die "virtuelle Fantasie" bei der Kontaktaufnahme?
Laut der Studie ermöglicht die virtuelle Welt eine Idealisierung des Gegenübers. Erst durch das Verlassen der digitalen Welt und eine reale Begegnung lässt sich überprüfen, ob der virtuelle Eindruck der Realität standhält.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2023, Partnersuche und Online Dating. Inwieweit beeinflussen Dating-Apps unser Kennenlernverhalten?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1477679