In dieser vergleichenden Analyse soll es darum gehen, aufzuzeigen auf welche Weise eine komplexe Romanstruktur mit filmischen Mitteln umgesetzt werden kann. Hierbei sollen Inhalt, dabei besonders Personen und Namen, Erzählsituation und Intermedialität berücksichtigt werden. Innerhalb dieser Analyse wird sich zeigen, inwiefern Roman Polanski sich an die Romanvorlage Arturo Perez-Revertes gehalten hat und welche Mittel der Umsetzung er verwendet hat.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Inhaltlicher Vergleich
2.1. Inhalt
2.2. Personen
2.3. Namen
3. Vergleich der Erzählsituation
3.1. im Roman
3.2. im Film
4. Vergleich der Intermedialität
4.1. im Roman
4.2. im Film
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die filmische Adaption des Romans „Der Club Dumas“ durch Roman Polanski, indem sie den Umgang mit einer komplexen, verschachtelten Romanstruktur und deren Übersetzung in filmische Mittel analysiert.
- Vergleich der inhaltlichen Umsetzung und Personencharakterisierung zwischen Buch und Film.
- Analyse der komplexen, mehrfachen Erzählsituation im Roman versus der subjektiven, personalen Erzählweise im Film.
- Untersuchung der Intermedialität und Intertextualität, insbesondere der Bedeutung von Büchern und Illustrationen/Holzschnitten.
- Betrachtung der Amerikanisierung der Handlung zur besseren internationalen Vermarktung.
- Erörterung der filmtechnischen Umsetzung wie der „attached camera“ und „decoupage classique“.
Auszug aus dem Buch
2.1. Inhalt
Der wichtigste Unterschied zwischen Film und Buch ist die Tatsache, dass Roman Polanski nur die Binnenhandlung des Romans verfilmt hat.
„Weil dies der interessantere Erzählstrang war, habe ich nur ein paar Elemente beibehalten.“2, ist Roman Polanskis einfache Erklärung für diesen Umstand.
Zunächst scheint der Beginn beider Werke ähnlich. Andrew Telfer (Film) bzw. Enrique Taillefer3 (Roman) begeht Selbstmord, indem er sich erhängt. Während es im Film direkt zu sehen ist, dass es sich um einen Selbstmord handelt4, ist im Buch zunächst ein Mord nicht ausgeschlossen5. Außerdem gehört Enrique Taillefer zur Rahmenhandlung des Romans, indem es um ein Originalmanuskript von Alexandre Dumas geht, welches Taillefer verbotener Weise an Corsos Freund La Ponte verkaufte. Er beging Selbstmord weil Boris Balkan ihm auf die Schliche gekommen war, dass der Roman, den er gerade schrieb, eine Kopie eines schon existierenden Gesellschaftsroman war.6 Im Film jedoch ist er es, der Boris Balkan „Die neun Pforten“ verkaufte und sich daraufhin erhängte.7
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung erläutert das Ziel der Arbeit, die Umsetzung der Romanstruktur in filmische Mittel unter Berücksichtigung von Inhalt, Personen, Erzählsituation und Intermedialität zu vergleichen.
2. Inhaltlicher Vergleich: Das Kapitel vergleicht die inhaltlichen Abweichungen zwischen Vorlage und Film, wobei besonders die Beschränkung auf die Binnenhandlung im Film, die Personen und die Amerikanisierung der Namen hervorgehoben werden.
3. Vergleich der Erzählsituation: Hier wird die hochkomplexe, wechselnde Erzählsituation des Romans der konsequenten, subjektiven personalen Erzählweise in Roman Polanskis Verfilmung gegenübergestellt.
4. Vergleich der Intermedialität: Dieser Abschnitt untersucht die Rolle des Mediums Buch, der Holzschnitte und das Netz aus intertextuellen Bezügen in beiden Werken als zentrales Gestaltungselement.
5. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass trotz der Komplexitätsreduktion eine gelungene Adaption vorliegt, die durch filmische Mittel erfolgreich Spannung erzeugt.
Schlüsselwörter
Der Club Dumas, Die neun Pforten, Roman Polanski, Arturo Perez-Reverte, Intermedialität, Intertextualität, Erzählsituation, Romanadaption, Lucas Corso, Dean Corso, Boris Balkan, Holzschnitte, Literaturverfilmung, Erzählstrukturen, Filmanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit vergleicht Arturo Perez-Revertes Roman „Der Club Dumas“ mit der Verfilmung „Die neun Pforten“ von Roman Polanski hinsichtlich inhaltlicher, struktureller und intermedialer Aspekte.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Felder sind die filmische Umsetzung literarischer Vorlagen, die Veränderung der Erzählsituation, die Charakterisierung der Figuren sowie das Zusammenspiel verschiedener Medien.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie die komplexe Struktur des Romans durch spezifische filmische Mittel adaptiert wurde und inwiefern der Regisseur dabei der Vorlage treu geblieben ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine vergleichende Analyse durchgeführt, die auf Modellen zur Analyse von Erzählsituationen (u.a. nach Matthias Hurst) und filmwissenschaftlichen Kriterien basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in inhaltliche Vergleiche der Handlung und Figuren, Analysen der Erzählsituation im Roman und Film sowie die Untersuchung der Intermedialität und Intertextualität.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Intermedialität, Intertextualität, Erzählstrukturen, Romanadaption, Filmanalyse und die spezifischen Werktitel charakterisiert.
Wie unterscheidet sich die Rolle der Teufelin in den beiden Medien?
Im Roman bleibt die Identität der Teufelin offen und der Leser kann dies als Interpretation sehen, während der Film ihre übernatürliche Natur durch filmische Effekte explizit darstellt.
Warum hat Roman Polanski die Namen und Handlungsorte geändert?
Die Änderung der Namen (Amerikanisierung) und die Verlegung des Handlungsortes nach New York dienten vorrangig der Internationalisierung und einer einfacheren Vermarktung des Films.
- Quote paper
- Magistra Artium Frauke Itzerott (Author), 2007, "Der Club Dumas" und die "Neun Pforten" , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147776