Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Philosophy - Philosophy of the Ancient World

Der Begriff der platonischen Liebe damals und heute

Title: Der Begriff der platonischen Liebe damals und heute

Term Paper , 2020 , 13 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anonym (Author)

Philosophy - Philosophy of the Ancient World
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Der Begriff der Liebe stand noch nie so sehr in der Diskussion wie in der heutigen Gesellschaft. Zwischen Monogamie, Polygamie oder auch Polyamorie wird das Verlangen nach einer Beschreibung des Liebesbegriffes stetig höher. Dementsprechend wagten nicht nur die Biochemie oder die Psychologie, verschiedene Ansätze zu Klärung des Liebesbegriffes zu entwickeln, sondern auch die klassische Philosophie stellte erste Versuche an, die Liebe zu beschreiben. So wird im Laufe der Zeit immer wieder die Frage aufgeworfen: Was ist Liebe?
Die Antwort scheint zunächst einfach, doch bei einer genaueren Betrachtung wird deutlich, dass der Begriff mehr umfasst als zunächst vermuten lässt. So ist Liebe doch mehr als die bloße Liebe zwischen Mann und Frau, denn es lässt sich nicht abstreiten, dass beispielsweise auch Freundschaft eine Form der Liebe ist.
Demzufolge ist auch die heutige Philosophie skeptisch in Bezug auf die Bedeutung des Liebesbegriffes, sodass Emmanuel Levinas sogar Misstrauen dem Liebesbegriff gegenüber beschreibt. In Folge dessen ist es notwendig, sich mit dem Liebesbegriff aus philosophischer Sicht auseinanderzusetzen, um von dem genannten Misstrauen gegenüber der Liebe abzukommen und herauszustellen, was der Liebesbegriff umfasst.
Bereits in der griechischen Antike wagte der Philosoph Platon einen Versuch, den Begriff der Liebe zu beschreiben. Heute ist Platons Theorie auch unter der Bezeichnung der platonischen Liebe bekannt und meint die freundschaftliche Liebe, wobei diese Auslegung mit Platons ursprünglicher Auffassung nur noch wenig gemeinsam hat, sodass es durchaus sinnvoll ist, die moderne Idee der platonischen Liebe und die tatsächliche platonische Liebe zu unterscheiden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Liebe als Eros

2. Liebe als die Bestrebung nach dem Guten

2.1 Die platonische Liebe damals

2.2. Die platonische Liebe heute

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Begriff der platonischen Liebe durch den Wandel von der antiken Auffassung bei Platon hin zum heutigen Verständnis. Dabei wird analysiert, wie sich das Verständnis von der metaphysischen Bestrebung nach dem Schönen und Guten zur modernen Interpretation einer rein freundschaftlichen, nicht-erotischen Beziehung entwickelt hat und welche Konfliktpotenziale in diesem Übergang liegen.

  • Platons Verständnis von Liebe als Eros und Streben nach dem Schönen
  • Der Einfluss von Sokrates und Diotima auf die antike Liebesphilosophie
  • Abgrenzung der antiken "platonischen Liebe" von der heutigen Interpretation
  • Die Rolle von Sexualität und Erotik in platonischen und freundschaftlichen Beziehungen
  • Herausforderungen und Ambivalenzen moderner Freundschaftskonzepte

Auszug aus dem Buch

1. Liebe als Eros

Bereits zur vor-christlichen Zeit herrschte eine detaillierte Auffassung zu dem Begriff der Liebe und Freundschaft. So beschrieb Platon in seinem Werk Symposion, oder auch Gastmahl genannt, seine Auffassung der Liebe und Freundschaft. Generell verstand Platon die Liebe als Eros, wobei der Begriff der Liebe in Bezug auf die Frage, was das Schöne und Gute sei, diskutiert wird.² Wie der Titel Gastmahl schon vermuten lässt, befinden sich die Redner in einem Gastmahl im Hause Agathon, welches den Rahmen für die Redner bildet.³ Platon wählte diesen Ort, um sich mit der Frage nach dem Liebesbegriff auseinanderzusetzen, indem die Teilnehmer des Gastmahles verschiedene Positionen einnahmen und dementsprechend differenzierte Lobreden auf den Eros hielten.⁴

Eine wohl bekannteste Rede neben der von Platon ist die des Aristophanes, welcher den sogenannten „Kugelmenschen-Mythos“⁵ einbrachte. Demnach hätte Zeus die Menschen, welche ursprünglich eine kugelförmige Form hatten, in zwei geteilt, da diese versuchten, die Götter zu bezwingen, um den Olymp einzunehmen. In Folge dessen „zog [er] die Haut am so entstandenen Bauch der heutigen Menschen zusammen und verdrehte ihrer Köpfe und Schamteile in Richtung der Schnittkante.“⁶ So argumentierte Aristophanes, dass die menschliche Begierde auf die Zusammenführung mit ihrer passenden Hälfte zurückzuführen ist.⁷ Dementsprechend ist bereits Aristophanes der Überzeugung, dass der Mensch eine passende Hälfte hat, aus der potenzielle Liebe entstehen kann. Nichtsdestotrotz kann dieser Erklärungsversuch der Liebesbedeutung durch das Gespräch Platons mit der Diotima als überholt aufgefasst werden, denn so fallen „Eros und menschliche Rationalität [...] in diesem Mythos zu stark

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Relevanz des Liebesbegriffs in der heutigen Gesellschaft und stellt die Notwendigkeit dar, sich aus philosophischer Sicht mit dem Misstrauen gegenüber dem Begriff auseinanderzusetzen, um zu klären, was er umfasst.

1. Liebe als Eros: Dieses Kapitel erläutert Platons Auffassung von Liebe als strebendes Begehren nach dem Schönen und Guten, illustriert durch verschiedene Reden im Symposion, wobei besonders die Differenzierung zwischen Eros und menschlicher Rationalität hervorgehoben wird.

2. Liebe als die Bestrebung nach dem Guten: Hier wird die metaphysische Dimension der Liebe als Zeugung und Fortpflanzung im Schönen analysiert, die den Menschen über das Körperliche hinaus zu einer höheren Erkenntnis führen soll, wobei körperliche Schönheit nur als Durchgangsstadium dient.

2.1 Die platonische Liebe damals: Die Analyse zeigt, dass bei Platon die Liebe als Eros den Menschen als Katalysator dient, um das wahrhaftige Innere und das Gute zu begehren, fernab von oberflächlicher, vergänglicher Schönheit.

2.2. Die platonische Liebe heute: Dieses Kapitel contrastiert das antike Ideal mit der heutigen Begriffsverwendung, in der die platonische Liebe primär als rein freundschaftliche Beziehung ohne Erotik verstanden wird, was in der Praxis oft zu Spannungen in der Unterscheidung zwischen Freundschaft und romantischer Beziehung führt.

Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die heutige Auffassung der platonischen Liebe wenig mit Platons ursprünglicher Intention gemein hat und sich die moderne "platonische Freundschaft" in einer Grauzone befindet, da Sexualität und emotionale Bindungen das Beziehungsgefüge beeinflussen.

Schlüsselwörter

Platon, Symposion, Eros, platonische Liebe, Freundschaft, Ethik, Erkenntnis, Diotima, Erotik, Sexualität, Liebesbegriff, Philosophie, menschliche Begierde, antike Philosophie, Grauzone.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der philosophischen Untersuchung des Begriffs der platonischen Liebe, ausgehend von der antiken Definition bei Platon bis hin zu seiner heutigen Verwendung im gesellschaftlichen Sprachgebrauch.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind das antike Konzept des Eros als Streben nach dem Schönen und Guten, die Rolle der Erotik in diesem Kontext sowie der Bedeutungswandel hin zu modernen freundschaftlichen Beziehungsformen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sehr sich die moderne Interpretation der platonischen Liebe als rein freundschaftliche, nicht-erotische Beziehung von Platons ursprünglicher, metaphysischer Erkenntnisphilosophie unterscheidet.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit nutzt eine philosophische Textanalyse, basierend auf Platons "Symposion" sowie moderner Sekundärliteratur zu den Themen Freundschaftssoziologie und Liebesgeschichte.

Worum geht es schwerpunktmäßig im Hauptteil?

Der Hauptteil behandelt die philosophische Herleitung des Eros durch Sokrates und Diotima sowie die anschließende kritische Auseinandersetzung mit der heutigen Gleichsetzung von platonischer Liebe mit reiner Freundschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Schlüsselbegriffe sind Eros, platonische Liebe, Erkenntnis, Erotik, Freundschaft, Philosophie, Tugend und Begehren.

Wie unterscheidet sich die antike Sichtweise von der heutigen Auffassung hinsichtlich der Sexualität?

Während bei Platon Erotik und Sexualität als Triebkräfte eine Stufe darstellen, die im Prozess der Erkenntnis des Wahren und Guten transzendiert beziehungsweise überwunden werden muss, klammert der heutige Begriff der platonischen Liebe Sexualität von vornherein aus.

Warum wird die moderne Form der platonischen Liebe im Text als "Grauzone" bezeichnet?

Der Begriff "Grauzone" verdeutlicht die Ambivalenz moderner platonischer Liebe, da solche Beziehungen oft instabil sind, wenn emotionale Nähe, freundschaftliche Bindung und sexuelle Attraktivität in einen Konflikt geraten.

Excerpt out of 13 pages  - scroll top

Details

Title
Der Begriff der platonischen Liebe damals und heute
College
Christian-Albrechts-University of Kiel
Grade
1,3
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2020
Pages
13
Catalog Number
V1477808
ISBN (PDF)
9783389028056
ISBN (Book)
9783389028063
Language
German
Tags
Philosophie platon platonische Liebe Was ist lieb Antike
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2020, Der Begriff der platonischen Liebe damals und heute, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1477808
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  13  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint