Auszüge /(Zusammenfassung) aus dem Gutachten der Erstprüferin:
In der Einleitung wird schnell deutlich und klar, dass das Thema über eine Vielfalt an Aspekten und Facetten verfügt, die sich für eine Bearbeitung abzeichnen könnten.
Der Verfasserin gelingt es sehr schön, aus der Fülle der existierenden Literatur zu ihrem Thema eine gut durchstrukturierte und schön lesbare Arbeit zu entwickeln. Sie gibt im zweiten Kapitel einen Überblick über den Rechtsextremismus, seine historische Entwicklung, seine unselige Ausprägung in der Zeit des Nationalsozialismus und untermauert ihre Ausführungen mit schönen Darstellungen. Sie grenzt den Begriff gelungen zum Begriff „Radikalismus“ ab und gibt einen Überblick darüber, wo der Rechtsextremismus heute vom geltenden Recht sanktioniert wird. Ihre Auflistung über die Häufigkeit des Rechtsextremismus hat die Verfasserin sehr gelungen in Wort und Bild dargestellt.
Im dritten Kapitel widmet sich die Verfasserin den Ursachen für Rechtsextremismus in der heutigen Zeit und konzentriert sich in gebotener Kürze auf die tatsächlich wesentlichen Bedingungen: das soziale Umfeld und die Musik als Einstieg in die rechte Szene. Auch hier gelingt der Verfasserin eine sehr schöne Darstellung, die alle essentiellen Aspekte umfasst. Die Bedingungen des sozialen Umfeldes als Auslöser für eine rechtsextreme Einstellung werden hervorragend beleuchtet, so nimmt die Verfasserin den Fokus von der Schichtzugehörigkeit und richtet den Blick tief in die Familie als Verstärker bzw. begünstigenden Faktor für rechtextreme Haltungen.
Im vierten Kapitel widmet sich die Verfasserin der Aufklärung bzw. den Initiativen gegen Rechtsextremismus und beleuchtet die Rolle der Sozialen Arbeit in diesem Zusammenhang. Auch hier schafft es die Verfasserin, dem Leser einen hervorragenden Eindruck über wichtige Initiativen bzw. Aufklärungsmethoden zu vermitteln und spricht auch bei den Präventionsmöglichkeiten die wesentlichen und relevanten Aspekte an; hervorzuheben sind ihre Ausführungen zur akzeptierenden Sozialarbeit. Sie rundet das vierte Kapitel mit der Erörterung der Ausstiegsmöglichkeiten aus der rechten Szene ab, wobei gerade hier und allerdings auch schon zuvor, die Rolle der Sozialen Arbeit stets berücksichtigt wurde.
In ihrem Abschlusskapitel fünf greift die Verfasserin die relevanten Erkenntnisse auf, bearbeitet sie auch in Bezug auf die Soziale Arbeit und findet zu ihrer Eingangs erhobenen Fragestellung einen runden Abschluss.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Rechtsextremismus – Geschichtlicher Hintergrund und aktuelle Lage
2.1 Hauptmerkmal und Abgrenzung von Rechtsextremismus
2.2 Die Auswirkungen des Rechtsextremismus am Beispiel des Dritten Reiches
2.3 Rechtslage heute
2.4 Häufigkeit von Rechtsextremismus
2.5 Gewaltbereitschaft von Neonazis
3 Ursachen für Rechtsextremismus in der heutigen Zeit
3.1 Ursachen und soziales Umfeld
3.2 Musik als Einstieg in die rechte Szene
4 Aufklärung/Initiativen gegen Rechtsextremismus und die Rolle der sozialen Arbeit
4.1 Medienbeispiele gegen Rechts
4.2 Antifaschistische Aktion (Antifa)
4.3 Präventionsmöglichkeiten
4.4 Hilfe zum Ausstieg aus der rechten Szene
5 Ausblick und Diskussion
Zielsetzung & Themen
Diese Bachelor-Arbeit untersucht das Phänomen des Rechtsextremismus in Deutschland, beleuchtet dessen Ursachen sowie gesellschaftliche Einflüsse und analysiert präventive Ansätze sowie Möglichkeiten der sozialen Arbeit, um der Radikalisierung entgegenzuwirken.
- Geschichtlicher Kontext und aktuelle rechtliche Rahmenbedingungen.
- Analyse der Ursachen, einschließlich sozialem Umfeld und der Bedeutung rechtsextremer Musik.
- Die Rolle der sozialen Arbeit und verschiedener Aufklärungsinitiativen.
- Interventionsmöglichkeiten und Strategien zur Unterstützung von Aussteigern.
- Bewertung der gesellschaftlichen Verantwortung im Umgang mit rechtsextremen Tendenzen.
Auszug aus dem Buch
2.1 Hauptmerkmal und Abgrenzung von Rechtsextremismus
Eine einheitliche Definition des Begriffes Rechtsextremismus gibt es nicht (Neureiter 1996, 7; Grumke 2007, 20 ).
Das Nomen Rechtsextremismus enthält zwei Komponenten. Einerseits den formalen Teil „Extremismus“ und andererseits den politischen Teil „rechts“. Der Begriff „rechts“ bezieht sich auf die Sitzordnung der Französischen Nationalversammlung im Jahr 1789, in der die unterschiedlichen politischen Gruppierungen links, rechts oder in der Mitte saßen. Die „rechten“ waren hier die eher konservativen Traditionalisten.
„Extremismus“ kommt von den lateinischen Worten „extremus“, dt.: äußerst, entferntest, aber auch ärgste, gefährlichste, schlechteste und „extremitas“, dt.: der äußerste Rand (Möller 1998, 188).
„Extremismus“ kann für politische Orientierungen, Ideologien und Aktivitäten stehen, die den demokratischen Verfassungsstaat ablehnen und durch eine autoritär geführte Volksgemeinschaft ersetzen wollen (Neureiter 1996, 8).
Das demokratische System wird von Links- und Rechtsextremisten abgelehnt (Schroeder 2004, 15). Beide Gruppierungen verfolgen dabei unterschiedliche Ziele.
Different wird der Begriff „radikal“ beschrieben. Er wird umgangssprachlich häufig benutzt, um eine Gruppierung vom demokratischen Spektrum abzugrenzen (Grumke 2007, 21). Extremisten werden oft als Linksradikale oder Rechtsradikale beschrieben. In der staatlichen Definition wird jedoch strikt zwischen verfassungsfeindlichen Extremisten und verfassungskritischen Radikalen unterschieden. Radikale haben das Ziel, an der „freiheitlich, demokratischen Grundordnung“ festzuhalten (Peltz 2006, 9).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema Gewalt und Rechtsextremismus ein und stellt die Relevanz von Präventionsmöglichkeiten für die soziale Arbeit heraus.
2 Rechtsextremismus – Geschichtlicher Hintergrund und aktuelle Lage: Dieses Kapitel definiert den Begriff Rechtsextremismus, analysiert die historische Bedeutung des Dritten Reiches und untersucht die aktuelle Rechtslage sowie die Verbreitung rechtsextremer Einstellungen.
3 Ursachen für Rechtsextremismus in der heutigen Zeit: Hier werden die psychosozialen und gesellschaftlichen Hintergründe für den Einstieg in die rechte Szene beleuchtet, wobei besonderes Augenmerk auf das soziale Umfeld und die Funktion von Musik als Einstiegsdroge gelegt wird.
4 Aufklärung/Initiativen gegen Rechtsextremismus und die Rolle der sozialen Arbeit: Das Kapitel stellt verschiedene mediale und zivilgesellschaftliche Ansätze der Aufklärung vor und diskutiert die präventive sowie intervenierende Rolle der sozialen Arbeit.
5 Ausblick und Diskussion: Dieser Teil reflektiert die Verantwortung der Gesellschaft und betont die Bedeutung von Zivilcourage sowie die Notwendigkeit, durch pädagogische Ansätze und Aussteigerprogramme entgegenzuwirken.
Schlüsselwörter
Rechtsextremismus, Deutschland, Soziale Arbeit, Prävention, Neonazis, Ideologie, Radikalisierung, Politische Bildung, Aussteigerprogramme, Rechtsradikalismus, Fremdenfeindlichkeit, Nationalsozialismus, Demokratie, Jugendkultur, Zivilcourage
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Rechtsextremismus in Deutschland, seinen Ursachen und der Frage, wie die Gesellschaft und die soziale Arbeit diesem Phänomen entgegenwirken können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den Schwerpunkten gehören der geschichtliche Hintergrund, die rechtlichen Grundlagen, die Analyse von Ursachen für Radikalisierung sowie Ansätze zur Prävention und zum Ausstieg aus der rechten Szene.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist es, aufzuzeigen, wie die Gesellschaft, insbesondere durch die soziale Arbeit, präventiv gegen Rechtsextremismus vorgehen kann, um Jugendlichen Alternativen zur rechten Szene zu bieten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse, die Einbeziehung statistischer Daten (z.B. vom Verfassungsschutz) und die Auswertung von Bildungs- sowie Präventionskonzepten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Rechtsextremismus, die Analyse von Einstiegsmotiven (wie soziale Faktoren und Musik), die Darstellung von Aufklärungsinitiativen und die methodischen Ansätze der sozialen Arbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Rechtsextremismus, Soziale Arbeit, Prävention, Radikalisierung, Aussteigerprogramme und Zivilcourage.
Wie bewertet die Autorin die Rolle der Musik in der rechten Szene?
Die Autorin stuft Musik als eine Art „Einstiegsdroge“ ein, die durch ihre weite Verbreitung im Internet und ihren emotionalen Appell besonders junge Menschen für rechtsextreme Ideologien empfänglich macht.
Welchen Stellenwert nimmt die soziale Arbeit bei der Prävention ein?
Die soziale Arbeit wird als essenziell erachtet, um durch vertrauensvolle Beziehungen, Aufklärung und die Bereitstellung von Freiräumen Verhaltensänderungen zu fördern und Jugendlichen bei der Distanzierung von rechtsextremen Strukturen zu helfen.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen Extremismus und Radikalismus?
Die Arbeit folgt der staatlichen Definition, nach der Extremisten das demokratische System ablehnen, während Radikale innerhalb dieses Systems Kritik üben und an der demokratischen Grundordnung festhalten wollen.
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- Anna Pelka (Author), 2009, Rechtsextremismus in Deutschland - Wie kann die Gesellschaft entgegenwirken?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147799