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Medien, Macht und Manipulation. Die Kulturkritische Theorie von Horkheimer und Adorno

Title: Medien, Macht und Manipulation. Die Kulturkritische Theorie von Horkheimer und Adorno

Term Paper (Advanced seminar) , 2001 , 34 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Marion Kaufmann (Author)

Communications - Theories, Models, Terms and Definitions
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„Schriftsteller, Journalisten, Politiker, Manager, Künstler, Medienmacher. Die äußern sich
verkürzt zum Thema und werden statt zu Aufklärern zu Vertuschern und Hetzern“1, antwortet
der Schriftsteller Rafik Schami anlässlich der Anschläge des 11. Septembers auf die Frage,
was er unter „Elite“ verstehe und greift damit einen Begriff auf, der bereits vor fünfzig Jahren
Mittelpunkt einer Theorie war: der Begriff der Aufklärung in der Kulturkritischen Theorie der
Frankfurter Schule. 1947 veröffentlichten Theodor W. Adorno und Max Horkheimer ihre
Dialektik der Aufklärung und entfachten damit eine Diskussion, deren Schlagworte heute wie
selbstverständlich in der öffentlichen und wissenschaftlichen Diskussion um die Rolle der
Medien verwendet werden: Macht und Manipulation. Im Laufe des Interviews weißt Rafik
Schami den Medien eine schlechte Rolle bei der Berichterstattung zum 11. September zu.
„Noch nie haben die Herrscher in einer Demokratie die Medien so an den Zügeln gehabt wie
seit dem 11. September. Die Journalisten halten brav still und geben nur das weiter, was die
USA erlauben“2. Schami geht also davon aus, dass die öffentliche Meinung bei uns stromlinienförmig
verläuft und sowohl von den Medienmachern als auch den Rezipienten keine Bereitschaft
vorhanden ist, eine festgefahrene Meinung zu überdenken.
Es ist davon auszugehen, dass auch Adorno und Horkheimer die Berichterstattung zum 11.
September so bewertet hätten. Warum? Das soll am Ende dieser Arbeit gezeigt werden.
Um diese Frage jedoch adäquat beantworten zu können, wird im ersten Teil der Arbeit die
Genese der Kritischen Theorie aufgezeigt. Sowohl wissenschaftliche, als auch gesellschaftliche
Faktoren, die zu Horkheimers und Adornos Sicht der Massenmedien geführt haben, werden
analysiert. Daran anschließend, wird die Kulturkritische Theorie der beiden Autoren mit
ihren Hauptmerkmalen und wichtigsten Begriffen vorgestellt und erläutert, bevor eine Einordnung
der Theorie in die Kommunikationswissenschaft vorgenommen wird. Hierbei sollen
vor allem die Leistungen der Medientheorie der Frankfurter Schule für die Kommunikationsforschung
herausgearbeitet werden. Im letzten Teil werden den Leistungen und Vorzügen die
Kritikpunkte und Schwachstellen dieser Kulturkritik gegenübergestellt, um im Schlussteil
eine abschließende Wertung vornehmen zu können. [...]

1 Rafik Schami in einem Interview von Buck (2001), S. 37.
2 Ebd.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Genese der kritischen Medientheorie

2.1 Das Radio Research Project: Kontakt mit der amerikanischen Forschung

2.2 Mickey Mouse und Massenkultur: das Emigrationsland USA

2.3 Medien und Propaganda: Erfahrungen des Faschismus

2.3.1 Die Antisemitismusforschung

2.3.2 Die Propagandaforschung

3. Das Konzept der Kulturindustrie

3.1 Der Begriff der Kulturindustrie

3.2 Rolle der Massenmedien

3.3 Folgen der Kulturindustrie

3.3.1 Beförderung des Status quo

3.3.2 Übertragung des Profitmotivs auf geistige Gebilde

3.3.3 Desensibilisierung des Individuums

3.3.4 Reproduktion der Arbeitskraft

3.3.5 Aufklärung als Massenbetrug

4. Stellung und Leistung der Kritischen Theorie innerhalb der Kommunikationswissenschaft

4.1 Einordnung der Kritischen Theorie in das Raster der Kommunikationswissenschaft

4.1.1 Zwischen Stimulus und Response

4.1.2 Interdisziplinäre Vermittlungs- und Gesellschaftstheorie

4.2 Leistungen der Kritischen Theorie für die Kommunikationswissenschaft

4.2.1 Beiträge des IfS zur empirischen Kommunikationsforschung

4.2.2 Zukunftsprognosen für die Zukunft der Massenmedien

5. Kritik an der Kulturkritischen Theorie

5.1 Kritik am Gesellschaftsbild der Kritischen Theorie

5.1.1 Negierung der Diversität der Gesellschaft

5.1.2 Negierung der Selektionsfähigkeit der Rezipienten

5.1.3 Tendenz zum Ahistorischen

5.2 Kritik am Medienbild der Kritischen Theorie

5.2.1 Negierung der Diversität der Medienlandschaft

5.2.2 Negierung der positiven Effekte von Medien

6. Zusammenfassung und Ausblick: die Erben der Kritischen Theorie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der Kulturindustrie der Frankfurter Schule, insbesondere die Medientheorie von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno, um deren Relevanz und Wirkung für die heutige Kommunikationswissenschaft kritisch zu bewerten und die Manipulationsvorwürfe im Kontext moderner Medienereignisse zu reflektieren.

  • Genese der Kritischen Theorie im US-Exil
  • Analyse des Begriffs der "Kulturindustrie"
  • Stellung der Theorie innerhalb der Kommunikationswissenschaft
  • Kritische Auseinandersetzung mit dem Gesellschafts- und Medienbild der Frankfurter Schule
  • Diskussion über das Erbe der Kritischen Theorie für die moderne Medienforschung

Auszug aus dem Buch

Die Propagandaforschung

Als zweite Quelle der kritischen Kommunikationsforschung benennt Kausch „Psychological Warfare“, also die Forschung über psychologische Kriegsführung. Die meisten Mitglieder des inneren Kreises des IfS, wie Leo Löwenthal, Herbert Marcuse, Otto Kirchheimer, Franz Neumann und Friedrich Pollock, standen während der Kriegsjahre im Dienst amerikanischer Regierungsstellen und arbeiteten quasi im Staatsauftrag am Entstehen einer breiten Propaganda- und damit Meinungs- und Kommunikationsforschung mit. Die Arbeiten im Rahmen dieser Propagandaforschung führten unter anderem zu der Entwicklung eines diffizilen Instrumentariums der Inhaltsanalyse, neue Interviewtechniken und Laborexperimente wurden erprobt. An diesen neuen methodischen Erkenntnissen war auch das inzwischen nach Frankfurt zurückgekehrte Institut für Sozialforschung mit Horkheimer und Adorno beteiligt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die kulturkritische Medientheorie der Frankfurter Schule ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Relevanz dieser Theorie für die heutige Mediensituation.

2. Genese der kritischen Medientheorie: Das Kapitel beleuchtet die historischen Entstehungsbedingungen der Theorie während des US-Exils, einschließlich der Auseinandersetzung mit US-amerikanischer Forschung und der Erfahrung des Faschismus.

3. Das Konzept der Kulturindustrie: Hier werden der Begriff der Kulturindustrie, die Rolle der Massenmedien und deren Folgen, wie die Förderung des Status quo und die Desensibilisierung des Individuums, detailliert analysiert.

4. Stellung und Leistung der Kritischen Theorie innerhalb der Kommunikationswissenschaft: Dieses Kapitel ordnet die Kritische Theorie in den wissenschaftlichen Kontext ein und würdigt ihre Beiträge zur empirischen Forschung sowie ihre zukunftsweisenden Medienprognosen.

5. Kritik an der Kulturkritischen Theorie: Der Abschnitt setzt sich kritisch mit dem oft als pauschal und pessimistisch wahrgenommenen Gesellschafts- und Medienbild der Frankfurter Schule auseinander.

6. Zusammenfassung und Ausblick: die Erben der Kritischen Theorie: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert das Potenzial zur Weiterentwicklung der kritischen Ansätze im Lichte aktueller medienwissenschaftlicher Debatten.

Schlüsselwörter

Kulturindustrie, Frankfurter Schule, Max Horkheimer, Theodor W. Adorno, Kritische Theorie, Massenmedien, Manipulation, Medienkritik, Aufklärung, Gesellschaftsbild, Kommunikationswissenschaft, Propaganda, Rezeptionsforschung, Status quo, Medienwirkung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die kulturkritische Theorie der Frankfurter Schule, insbesondere die Sichtweise von Horkheimer und Adorno auf Medien, Macht und Manipulation.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen die Entstehung der kritischen Medientheorie im Exil, die Definition der Kulturindustrie, die Kritik am modernen Mediensystem und die wissenschaftliche Einordnung dieser Theorien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Leistungen und Schwachstellen der Kulturkritik der Frankfurter Schule aufzuzeigen und ihre Relevanz für die heutige Medienlandschaft zu bewerten.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit nutzt die theoretische Analyse der "Dialektik der Aufklärung" sowie eine Gegenüberstellung mit verschiedenen medienwissenschaftlichen Positionen und Kritikpunkten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Genese der Theorie, das Konzept der Kulturindustrie, die Einordnung in die Kommunikationswissenschaft und eine kritische Auseinandersetzung mit dem Gesellschafts- und Medienbild.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Kulturindustrie, Kritische Theorie, Manipulation, Massenmedien, Medienkritik und Gesellschaftsbild.

Wie bewerten die Autoren der Frankfurter Schule das Fernsehen?

Horkheimer und Adorno sehen das Fernsehen als ein Instrument, das den Rezipienten durch eine Fülle an Angeboten von seinen eigenen Interessen ablenkt und zur ideologischen Anpassung beiträgt.

Wird die Theorie der Frankfurter Schule heute als obsolet betrachtet?

Obwohl ihr oft ein "Altkonservatismus" oder ein zu pessimistischer Blick vorgeworfen wird, gilt sie nicht als völlig obsolet, da sie wichtige Anknüpfungspunkte für die Weiterentwicklung moderner Medientheorien bietet.

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Details

Title
Medien, Macht und Manipulation. Die Kulturkritische Theorie von Horkheimer und Adorno
College
University of Bamberg  (Fakultät Sprach- und Literaturwissenschaft)
Course
Kommunikationstheorien
Grade
1,3
Author
Marion Kaufmann (Author)
Publication Year
2001
Pages
34
Catalog Number
V14782
ISBN (eBook)
9783638200905
Language
German
Tags
Medien Macht Manipulation Kulturkritische Theorie Horkheimer Adorno Kommunikationstheorien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marion Kaufmann (Author), 2001, Medien, Macht und Manipulation. Die Kulturkritische Theorie von Horkheimer und Adorno, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14782
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