Kinder sind ein kleines Phänomen was Auffassungsgabe und Umsetzung beim Erlernen von Sprachen angeht. Einem normalen Erwachsenen ist es oftmals nicht möglich, mit einem Kind in diesem Bereich Schritt zu halten, denn Kinder lernen eine Zweitsprache so mühelos wie die erste. Doch stellt sich erst einmal die Frage, warum ein Kind in einem so frühen Alter eine Zweitsprache erlernt beziehungsweise erlernen sollte. Was allgemein bekannt ist, ist die Tatsache, dass Bilingualität flexibles Denken fördert sowie auch das Erlernen einer weiteren Fremdsprache vereinfacht. Darüber hinaus jedoch spielt der kulturelle Hintergrund eine entscheidende Rolle. Kindern, die einer Minderheit zugehörig sind, ist es üblicherweise vorherbestimmt, die Muttersprache der Eltern zu erlernen. Des Weiteren aber auch die Sprache des jeweiligen Landes, welches als neue Heimat dient. Ein Beispiel für die Zweisprachigkeit von Kindern ist im Grenzraum der deutschen und dänischen Minderheit zu finden. In dieser Arbeit werde ich mich mit mehrsprachigen Kindern in Südjütland beschäftigen und aufzeigen, inwiefern sich die Sprachen in zwei verschiedenen Altersstufen ausprägen und welche regionalen Ausdrücke für Grenzgänger zwischen Deutschland und Dänemark typisch sind.
Inhaltsverzeichnis
1 Kinder zwischen Sprachen und Kulturen
2 Wie kam es zu den sprachlichen Grenzgängern?
3 Mehrsprachigkeit in deutschen Kindergärten und Schulen in Südjütland
4 Südjütisch – Die „deutsche“ Sprache der Deutsch-Dänen in Dänemark?
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Mehrsprachigkeit von Kindern im deutsch-dänischen Grenzraum und analysiert, wie sich verschiedene Sprachen in unterschiedlichen Altersstufen ausprägen und in der Identitätsbildung der Minderheiten wirken.
- Historische Entwicklung der Minderheiten in Nord- und Südschleswig
- Spracherwerb und Sprachgebrauch bei Kindern im Kindergarten- und Schulalter
- Phänomene der Sprachinterferenz und regionaler Besonderheiten
- Die Rolle des Südjütischen als emotional besetzte Identitätssprache
- Bedeutung der nationalen Identität im Kontext der Grenzregion
Auszug aus dem Buch
Mehrsprachigkeit in deutschen Kindergärten und Schulen in Südjütland
Und diese Brücken werden schon im jüngsten Alter gebaut. Kinder, die in Südjütland aufwachsen und der deutschen Minderheit angehören, werden in ihrem Umfeld mit drei Sprachen konfrontiert. In Südjütland zählen zu diesen Sprachen Dänisch, Deutsch und Südjütisch. Spätestens im Kindergarten werden Kinder mit der dänischen Sprache vertraut gemacht. Wobei hingegen der meisten Vermutungen in mehr als 50% der Fälle nicht Deutsch die Erstsprache der Kinder ist, sondern die lokal in der Gemeinschaft dominierende Sprache Südjütisch. Wer die Minderheitensprache nicht als Erstsprache erlernt, eignet sich diese als Zweitsprache in kulturellen öffentlichen Institutionen an, zum Beispiel in Schulen oder Kindergärten.
Es stellt sich die Frage, wie Kinder im Kindergarten und Schüler die Sprachen aufnehmen und wie sie diese benutzen. Wenden sie die Sprachen gemischt an, in Kombination oder fällt es sogar schwer, sich in nur einer Sprache auszudrücken.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Kinder zwischen Sprachen und Kulturen: Eine Einleitung in das Thema der kindlichen Mehrsprachigkeit, die den kulturellen Hintergrund und die Bedeutung der Zweisprachigkeit im deutsch-dänischen Grenzraum beleuchtet.
2 Wie kam es zu den sprachlichen Grenzgängern?: Ein historischer Abriss über die Entwicklung Schleswigs vom Vertrag von Ribe bis zur Bonn-Kopenhagener Erklärung, der die Entstehung der Minderheitensituation erklärt.
3 Mehrsprachigkeit in deutschen Kindergärten und Schulen in Südjütland: Diese Analyse untersucht den sprachlichen Alltag und die Herausforderungen von Kindern, die in einem Umfeld aus Deutsch, Dänisch und Südjütisch aufwachsen.
4 Südjütisch – Die „deutsche“ Sprache der Deutsch-Dänen in Dänemark?: Eine Betrachtung über die Zukunft der südjütischen Sprache als Identitätsmerkmal und ihre Bedeutung für den Erhalt der dänischen Kulturvielfalt.
Schlüsselwörter
Mehrsprachigkeit, Minderheit, Südjütisch, Deutsch-Dänen, Identität, Grenzregion, Spracherwerb, Interferenz, Zweisprachigkeit, Schleswig, Kultur, Sprachforschung, Nordschleswig, Dialekt, Minderheitenschule
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Situation von mehrsprachigen Kindern im deutsch-dänischen Grenzraum und untersucht, wie diese Kinder Dänisch, Deutsch und den Dialekt Südjütisch in ihren Alltag integrieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Genese der Grenzregion, den psycholinguistischen Aspekten des Spracherwerbs bei Minderheiten und der Bedeutung von Sprache für die nationale Identitätsbildung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie mehrsprachige Kinder in Südjütland Sprachen in verschiedenen Altersstufen verwenden und welche Rolle das Südjütische dabei spielt.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Analyse verwendet?
Die Autorin stützt sich auf Untersuchungen der Dialektforschung, insbesondere die Arbeiten von Karen Margrethe Pedersen, basierend auf Interviews, schriftlichen Erzählungen und spielerischen Erhebungen.
Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert den historischen Kontext der Region, beobachtete Interferenzphänomene bei Schülern und Kindergartenkindern sowie die emotionale Bindung der Sprecher an das Südjütische.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Mehrsprachigkeit, Minderheit, Identität, Südjütisch und Grenzregion bilden den inhaltlichen Kern der Ausführungen.
Wie unterscheidet sich der Sprachgebrauch von Kindergartenkindern zu Schulkindern?
Während Kindergartenkinder häufiger Interferenzwörter nutzen, da ihre Sprachfähigkeiten noch in der Entwicklung sind, zeigen Schüler komplexere Sprachübernahmen und Kodierungen, die stark von ihrem schulischen Umfeld geprägt sind.
Warum spielt das Südjütische eine so große Rolle für die Minderheit?
Das Südjütische dient als Sprache für informelle und emotionale Lebenssituationen, da es den Sprechern mehr Möglichkeiten bietet, ihre Lebenswelt und Gefühle auszudrücken als das Standarddeutsche oder Dänische.
- Arbeit zitieren
- Franka Röder (Autor:in), 2010, Die deutsche Sprachminderheit in Südjütland - Kinder als Grenzgänger, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147821