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Jugendkulturen und jugendliches Protestpotential

Sozialgeschichtliche Untersuchung des Jugendprotestes von der Jugendbewegung zu Beginn des Jahrhunderts bis zu den Jugendkulturen der gegenwärtigen Risikogesellschaft

Title: Jugendkulturen und jugendliches Protestpotential

Doctoral Thesis / Dissertation , 1992 , 209 Pages

Autor:in: Dr. Volker Brand (Author)

Pedagogy - Pedagogic Sociology
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Diese Arbeit geht den verschiedenen Ausformungen des jugendlichen Protestpotentials in Deutschland nach. Von der Jugendbewegung zu Beginn dieses Jahrhunderts bis zu den Jugendkulturen der Gegenwart zeichnet der Autor in seiner genetisch-chronologischen Untersuchung einen Überblick über das wechselseitige Bedingungsgefüge von Jugend und Gesellschaft. Neben Ursachen, Darstellung und Auswirkungen des Jugendprotestes in seinem jeweiligen historischen Kontext werden dabei die gesamtgesellschaftlichen Ambitionen zur Vermeidung des Jugendprotestes besonders thematisiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Kapitel I: EINLEITUNG

1. Jugend und Protest in der sozialwissenschaftlichen und jugendpsychologischen Forschung - Eine Einführung

1.1. Die klassische jugendpsychologische und kulturanthropologische Perspektive der Thematik

1.2. Zur Konflikthaftigkeit des Generationenverhältnisses und der Identitätsentwicklung

1.3. Jugend und Protest in der neueren sozialwissenschaftlichen Literatur

2. Die zugrunde liegende These

3. Kurzer Überblick über die Vorgehensweise

Kapitel II: VOM WANDERVOGEL BIS ZUR MACHTERGREIFUNG - JUGENDLICHES PROTESTPOTENTIAL ZWISCHEN JUGENDBEWEGUNG UND ANPASSUNG

1. Die Genese des Wandervogels bis 1914

2. Der Wandervogel - eine Protestbewegung?

3. Die weitere Entwicklung der deutschen Jugendbewegung bis 1933

3.1. Der erste Weltkrieg - eine Wendemarke in der Geschichte der Jugendbewegung

3.2. Jugend zu Beginn der Weimarer Republik im Zeichen des Neuanfangs

3.3. Die 'bündische Jugend'

3.4. Die Arbeiterjugendbewegung bis 1933

3.5. Die deutsche Jugendbewegung unter dem Blickwinkel des Scheiterns der Demokratie

Kapitel III: JUGEND UND PROTEST IM DRITTEN REICH

1. Jugendbewegung und Nationalsozialismus

2. Jugend im NS-Staat

3. Jugendprotest im Dritten Reich

3.1. Jugendprotest aus dem Arbeitermilieu

3.2. Jugendprotest aus den "Bünden"

3.3. Widerstand aus den Reihen der konfessionellen Jugend

3.4. Der kulturelle Protest der wilden 'Swing' - Gruppen

4. Die Gegenmaßnahmen des NS-Staates

5. Abschließende Anmerkungen zu Jugend und Protest im Dritten Reich

Kapitel IV: JUGENDKULTUREN IN DER NACHKRIEGSZEIT

1. Jugendnot- und Jugendschutzkultur

2. Die 'Halbstarken' - Kultur

3. Rocker und Existentialisten

4. Die gesellschaftskonforme jugendliche Mehrheit

Kapitel V: DIE 'ANTI-AUTORITÄRE' JUGEND- UND STUDENTENBEWEGUNG

1. Die Vorboten einer neuen Zeit

2. Jugend und Gesellschaft Mitte der 60er Jahre

3. Entwicklung und Verlauf der Studentenbewegung

4. Die sozio - kulturellen Auswirkungen der 68er Bewegung

Kapitel VI: DIE WEITERE ENTWICKLUNG IN DEN 70ER UND FRÜHEN 80ER JAHREN - JUGENDKULTUREN IM ZEICHEN VON DIVERSIFIKATION UND HETEROGENITÄT

1. Der Weg in den 'Deutschen Herbst' - Von der Utopie zur Frustration

2. Jugendunruhen und Alternativkultur zu Beginn der 80er Jahre - ein Zwischenspiel

Kapitel VII: JUGENDKULTUREN UND JUGENDLICHES PROTESTPOTENTIAL IN DER RISIKOGESELLSCHAFT DER GEGENWART

1. Unübersichtlichkeit als dominierendes Merkmal von Jugendkulturen und Jugendforschung

2. Jugend unter dem Blickwinkel gegenwärtiger Gesellschaftsdeskriptionen

2.1. Jugend im Zeichen eines Strukturwandels

2.2. Jugend und Postmoderne

2.3. Jugend in der Risikogesellschaft

3. Jugend und Protest in der Gegenwart

Kapitel VII: ZUSAMMENFASSUNG UND SCHLUSSFOLGERUNGEN

1. Zusammenfassung

2. Schlussfolgerungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Protestpotential jugendlicher Generationen in Deutschland im 20. Jahrhundert. Dabei wird analysiert, inwieweit Proteste als Motor für sozialen Wandel fungieren oder durch gesellschaftliche Strategien, wie Domestikationsversuche oder Vereinnahmung, neutralisiert werden. Die Forschungsfrage fokussiert auf die Dynamik zwischen jugendlichen Bedürfnissen nach Autonomie und den institutionalisierten Eindämmungsstrategien.

  • Sozialgeschichtliche Analyse der Jugendbewegungen seit 1900.
  • Die Rolle der Identitätsentwicklung und Adoleszenzkrisen bei Protestverhalten.
  • Untersuchung von Kontinuitäten und Brüchen in Jugendkulturen über verschiedene politische Systeme hinweg.
  • Der Einfluss von Modernisierungs- und Risikogesellschaft auf jugendliches Aufbegehren.
  • Strategien der gesellschaftlichen Kontrolle und deren Wirkung auf die Jugend.

Auszug aus dem Buch

1. Jugend und Protest in der sozialwissenschaftlichen und jugendpsychologischen Forschung - Eine Einführung

Die Vorstellung, dass jede neue Jugendgeneration wie ein Karma das Potential zur Rebellion in sich trage, besteht in der Öffentlichkeit wie in der Wissenschaft. Nun hat ein solches Charakteristikum des Jugendalters eine lange, wenn auch keineswegs widerspruchsfreie Tradition. So wird diese Einschätzung der Lebensphase 'Jugend' quer durch die Jahrtausende durch Aussprüche von Hesiod, Plato, Aristoteles, Cicero, Melanchton und vielen anderen mehr (vgl. Hohmann, 1982, S.9f) sowie durch mannigfache historische und literarische Abhandlungen untermauert.

Spätestens mit dem zu Beginn des Jahrhunderts vorgelegten ersten großen Entwurf der Jugendpsychologie, Hall's „Adolescence, its psychology and its relations to physiology, sociology, sex, crime, religion and education" findet die Annahme, Jugend als Phase des 'Sturm und Drang' zu verstehen, auch in der Forschung vermehrt ihre Entsprechung (vgl. Schurian/ter Horst, 1976, S.96). „Mit Sturm und Drang und Kraft und Feuer", so Linne (1970, S.7ff), "ist die Jugend eine Wandlerin der Welt. Sie ist noch nicht niedergedrückt vom Ballast der Tradition und Historie, noch nicht niedergeknüppelt von Erfahrungen oder vom täglichen Existenzkampf, noch nicht unsicher gemacht durch die Kategorien der Kritik. Unbeschränkt greift sie aus in ihrer Phantasie, in ihren Träumen, Plänen und Zielen. (...) Jugend ist Unruhe und Veränderung, ist Herd anarchischer Gefahren und zugleich das Reservoir unerschöpflicher Kräfte für neues Beginnen."

Zusammenfassung der Kapitel

Kapitel I: EINLEITUNG: Führt in die sozialwissenschaftliche Debatte um Jugend und Protest ein und skizziert die methodische Vorgehensweise sowie die leitende These der Arbeit.

Kapitel II: VOM WANDERVOGEL BIS ZUR MACHTERGREIFUNG - JUGENDLICHES PROTESTPOTENTIAL ZWISCHEN JUGENDBEWEGUNG UND ANPASSUNG: Analysiert die Genese der Wandervogelbewegung als erste eigenständige Jugendbewegung und deren Verhältnis zur wilhelminischen Gesellschaft.

Kapitel III: JUGEND UND PROTEST IM DRITTEN REICH: Untersucht die Anziehungskraft des Nationalsozialismus auf Teile der Jugendbewegung sowie die Formen des Widerstands gegen das NS-Regime.

Kapitel IV: JUGENDKULTUREN IN DER NACHKRIEGSZEIT: Behandelt die Nachkriegszeit als Phase der "Not-Kultur" und die Entstehung der "Halbstarken" als erste populärkulturelle Protestform nach 1945.

Kapitel V: DIE 'ANTI-AUTORITÄRE' JUGEND- UND STUDENTENBEWEGUNG: Analysiert die 68er Bewegung als Zäsur der studentischen und jugendpolitischen Geschichte in der Bundesrepublik.

Kapitel VI: DIE WEITERE ENTWICKLUNG IN DEN 70ER UND FRÜHEN 80ER JAHREN - JUGENDKULTUREN IM ZEICHEN VON DIVERSIFIKATION UND HETEROGENITÄT: Erläutert die Fragmentierung der Protestbewegungen und das Aufkommen neuer Alternativkulturen vor dem Hintergrund wirtschaftlicher Krisen.

Kapitel VII: JUGENDKULTUREN UND JUGENDLICHES PROTESTPOTENTIAL IN DER RISIKOGESELLSCHAFT DER GEGENWART: Untersucht aktuelle Jugendphänomene im Kontext der Theorie der Risikogesellschaft und die zunehmende Unübersichtlichkeit der Jugendforschung.

Kapitel VII: ZUSAMMENFASSUNG UND SCHLUSSFOLGERUNGEN: Fasst die Kernergebnisse der historischen Untersuchung zusammen und reflektiert die Stabilität und Veränderung jugendlicher Protestpotenziale.

Schlüsselwörter

Jugend, Protestpotential, Jugendkulturen, Wandervogel, Nationalsozialismus, Halbstarke, Studentenbewegung, Risikogesellschaft, Identitätsbildung, Adoleszenzkrise, Rebellion, Soziale Bewegungen, Generationenkonflikt, Alternativkultur, politische Partizipation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Es geht um die sozialgeschichtliche Untersuchung des jugendlichen Protestpotentials in Deutschland vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die frühen 90er Jahre, wobei das Spannungsfeld zwischen jugendlicher Rebellion und gesellschaftlicher Integration im Zentrum steht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die Geschichte der Jugendbewegungen, die Auswirkungen politischer Systeme (Kaiserreich, NS-Diktatur, Weimarer Republik, Bundesrepublik) auf die Jugend sowie die soziologische Identitäts- und Protestforschung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, ob und unter welchen Bedingungen ein "genuin angelegtes" Protestpotential der Jugend existiert und wie es durch gesellschaftliche und historische Gegebenheiten kanalisiert, unterdrückt oder sublimiert wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit versteht sich als Literaturstudie, die einen genetisch-chronologischen Ansatz wählt, um Entwicklungslinien und soziologische Deutungsmuster über das 20. Jahrhundert hinweg zu explizieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in chronologische Abschnitte: von der Wandervogelbewegung über die Zeit des Dritten Reichs, die Nachkriegszeit, die 68er-Bewegung und deren soziokulturelle Auswirkungen bis hin zu den Jugendunruhen und Alternativkulturen der 70er und 80er Jahre.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Jugend, Protestpotential, Jugendkulturen, Identitätsbildung, Adoleszenzkrise, Generationenkonflikt, Risikogesellschaft und gesellschaftliche Kontrolle.

Inwiefern beeinflusste das Kaiserreich die spätere Jugendbewegung?

Das Kaiserreich legte durch seine rigide, hierarchische Struktur und den Funktionsverlust der Familie den Grundstein für die Suche der Jugendlichen nach eigenen Lebensentwürfen, was sich in der frühen Wandervogelbewegung als erste Form kulturellen Protests manifestierte.

Wie veränderte sich der Jugendprotest im Dritten Reich?

Trotz totalitärer Überwachung und Gleichschaltung existierte ein in den Untergrund gedrängtes Protestpotential, das sich beispielsweise in bündischen Gruppen oder "wilden Cliquen" wie den Edelweißpiraten zeigte, wobei der Protest oft einen unpolitischen, kulturellen oder existentiellen Charakter hatte.

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Details

Title
Jugendkulturen und jugendliches Protestpotential
Subtitle
Sozialgeschichtliche Untersuchung des Jugendprotestes von der Jugendbewegung zu Beginn des Jahrhunderts bis zu den Jugendkulturen der gegenwärtigen Risikogesellschaft
College
Bielefeld University  (Fakultät für Pädagogik)
Author
Dr. Volker Brand (Author)
Publication Year
1992
Pages
209
Catalog Number
V147824
ISBN (eBook)
9783640576487
ISBN (Book)
9783640576524
Language
German
Tags
Volker Brand Jugendkulturen und jugendliches Protestpotential
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. Volker Brand (Author), 1992, Jugendkulturen und jugendliches Protestpotential, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147824
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