In dieser Bachelorthesis werden die Netzwerkeffekte von digitalen Plattformen untersucht und in den Kontext der digitalen Ökosysteme gestellt. Insbesondere wird die Relevanz von Netzwerkgesetzen in der Sharing-Economy am Beispiel von Airbnb im Kanton Wallis und in der Gemeinde Zermatt analysiert. Die Studie konzentriert sich darauf, zu verstehen, was Netzwerkeffekte sind. Die Arbeit liefert fundierte Erkenntnisse über die Netzwerkeffekte von Plattformen und quantifiziert diese durch die klassischen Netzwerkgesetze nach Metcalfe, Sarnoff und Odlyzko. Ausserdem erfolgt eine Untersuchung, wie diese Netzwerkgesetze das Wachstum und die Marktpräsenz von Airbnb beeinflussen.
Vor diesem Hintergrund wurde folgende Forschungsfrage formuliert: Sharing-Economy – eine Untersuchung der Netzwerkeffekte von digitalen Ökosystemen: Welche Auswirkung haben Netzwerkeffekte auf digitale P2P-Sharing-Economy-Plattformen am Beispiel des Schweizer Beherbergungssektors mit Fokus auf Airbnb im Kanton Wallis? Die Forschungsfrage zielt darauf ab, die verschiedenen theoretischen Annahmen und Gesetze über Netzwerkeffekte mit den beobachteten Daten und Entwicklungen im Schweizer Beherbergungssektor zu ermitteln. Durch die Untersuchung der Hypothesen sollen weitere Erkenntnisse über Netzwerkeffekten von digitalen Plattformen gewonnen werden.
Die Vielfalt des Angebots kann die Attraktivität einer digitalen Plattform erhöhen. So profitieren auch Feriendestinationen wie die Gemeinde Zermatt und der Kanton Wallis von der wachsen-den Anzahl von Airbnb-Angeboten. Dies kann zu einem stärkeren Netzwerkeffekt führen, in-dem mehr Nutzer dazu motiviert werden, die Plattform zu nutzen.
Die aus der Literaturrecherche abgeleiteten Hypothesen zu den Netzwerkgesetzen werden in Kapitel 4 vorgestellt und im Detail erläutert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Phänomen und Problemstellung
1.2 Relevanz der Arbeit für den Schweizer Beherbergungssektor
1.3 Forschungsfrage
1.4 Zielsetzung
1.5 Abgrenzung
1.6 Aufbau der Arbeit
2 Theorieteil
2.1 Digitale Ökosysteme
2.1.1 Definition des Begriffs ‹digitale Ökosysteme›
2.1.2 Bestandteile eines digitalen Ökosystems
2.1.3 Digitales Ökosystem von Airbnb
2.1.4 Schlüsselfaktoren erfolgreicher digitaler Ökosysteme
2.2 Digitale Plattformen
2.2.1 Definition des Begriffs ‹digitale Plattformen›
2.2.2 Plattformtypen
2.2.3 Entstehung neuer Geschäftsmodelle: von der linearen Wertschöpfung zum digitalen Plattform-Ökosystem
2.3 Sharing-Economy
2.3.1 Definition von ‹Sharing-Economy›
2.3.2 Sharing-Economy in der Schweiz
2.3.3 Interaktionsmodelle der Sharing-Economy
2.4 Netzwerkeffekte
2.4.1 Definition von Netzwerkeffekten
2.4.2 Übersicht und Typisierung von Netzwerkeffekten
2.4.3 Kritische Erfolgsfaktoren von digitalen Plattformen
2.4.4 Theorie der Netzwerkgesetze
2.4.4.1 Sarnoffs Gesetz: One-to-Many
2.4.4.2 Metcalfes Gesetz: Many-to-Many
2.4.4.3 Reeds Gesetz: Many-to-Many
2.4.4.4 Odlyzkos Gesetz
2.4.5 Hauptziele bei der Nutzung von Netzwerkeffekten
3 Methodenteil
3.1 Forschungsdesign und theoretischer Rahmen
3.2 Literatursuche
3.3 Literaturauswahl und Qualitätsbewertung
3.4 Literaturcluster
4 Analyse der Netzwerkeffekte
4.1 Empirische Daten
4.2 Metrik zur Messung der Netzwerkeffekte
4.3 Formulierung der statistischen Hypothesen
4.4 Methodik der Datenauswertung
4.5 Auswertung des Hypothesentests
4.5.1 Kanton Wallis
4.5.2 Gemeinde Zermatt
4.5.3 Vergleich des Kantons Wallis und der Gemeinde Zermatt
5 Diskussion
5.1 Mögliche Erklärungen der Ergebnisse
5.2 Diskussion neuer Erkenntnisse zu digitalen Sharing-Economy-Plattformen
5.3 Limitationen bei der Untersuchung
5.4 Kritische Würdigung
6 Zusammenfassung und Ausblick
6.1 Zusammenfassung der bedeutendsten Erkenntnisse
6.2 Vorschläge für zukünftige Forschungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Netzwerkeffekte digitaler Peer-to-Peer (P2P)-Sharing-Economy-Plattformen, wobei Airbnb am Beispiel des Kantons Wallis und der Gemeinde Zermatt als zentrale Fallstudie dient. Die Forschungsfrage zielt darauf ab, zu ermitteln, welche Auswirkungen Netzwerkeffekte auf diese Plattformen haben und wie sich klassische Netzwerkgesetze zur Quantifizierung dieser Effekte im Schweizer Beherbergungssektor anwenden lassen.
- Analyse der Funktionsweise digitaler Plattform-Ökosysteme und der Sharing-Economy
- Kritische Untersuchung und Anwendung der Netzwerkgesetze nach Metcalfe, Sarnoff und Odlyzko
- Empirische Auswertung von Airbnb-Daten im Kanton Wallis und der Gemeinde Zermatt
- Diskussion über Markteintrittsstrategien und deren Bedeutung für das Nutzerwachstum
- Ableitung strategischer Erkenntnisse für Unternehmen im dynamischen digitalen Umfeld
Auszug aus dem Buch
2.4.4.4 Odlyzkos Gesetz
Das von Andrew Odlyzko und Benjamin Tilly formulierte Gesetz ist eine Modifikation des Gesetzes nach Metcalfe. Es berücksichtigt eine Many-to-Many-Vernetzung, jedoch mit einer geringeren als der quadratischen Skalierung, die Metcalfe vorschlägt.
Das Gesetz nach Odlyzko wurde 2005 von Odlyzko und Tilly aufgestellt (Odlyzko & Tilly, 2005). Im Jahr 2006 veröffentlichten die beiden gemeinsam mit Bob Briscoe eine gemeinsame Arbeit mit dem Titel ‹Metcalfe’s law is wrong› (Briscoe et al., 2006). Aus diesem Grund wird das Gesetz von Odlyzko in der Literatur auch als Briscoes Gesetz bezeichnet (Madureira et al., 2013). Der Hauptkritikpunkt von Odlyzko et al. an Metcalfes Gesetz ist, dass der Wert eines Netzwerks nicht rein quadratisch mit der Anzahl der Nutzer steigt, sondern dass der Nutzenzuwachs durch zusätzliche Nutzer nach einem logarithmischen Muster abnimmt (Odlyzko & Tilly, 2005). Das Gesetz besagt, dass der Wert eines Netzwerks proportional zur Anzahl der Nutzer multipliziert mit dem Logarithmus dieser Anzahl ist. Dies spiegelt eine realistischere Wachstumskurve wider, die davon ausgeht, dass nicht alle Verbindungen innerhalb eines Netzwerks gleich wertvoll sind. Diese Annahme trifft auf reale Netzwerke zu, in denen die meisten Nutzer nur mit einem begrenzten Kreis anderer Nutzer interagieren, anstatt mit jedem anderen Nutzer im Netzwerk.
Das Gesetz nach Odlyzko wird ausgedrückt durch: U ~ n log (n)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Sharing-Economy ein und skizziert die Problemstellung der Netzwerkeffekte am Beispiel von Airbnb im Kanton Wallis.
2 Theorieteil: Dieser Abschnitt legt das theoretische Fundament durch die Definition von digitalen Ökosystemen, Plattformmodellen, der Sharing-Economy und verschiedenen Netzwerkgesetzen.
3 Methodenteil: Hier wird das Forschungsdesign beschrieben, inklusive der verwendeten Literaturanalyse-Methodik und der Datengrundlage aus externen Quellen wie AirDNA.
4 Analyse der Netzwerkeffekte: In diesem Hauptteil werden die empirischen Daten quantitativ ausgewertet und die Hypothesen zu den Netzwerkgesetzen von Metcalfe, Sarnoff und Odlyzko getestet.
5 Diskussion: Dieses Kapitel reflektiert die Ergebnisse kritisch, erörtert mögliche Erklärungen für regionalspezifische Unterschiede und diskutiert die Limitationen der Untersuchung.
6 Zusammenfassung und Ausblick: Hier werden die Kernerkenntnisse der Bachelorarbeit zusammengefasst und Empfehlungen für zukünftige Forschungsansätze abgeleitet.
Schlüsselwörter
Sharing-Economy, Digitale Plattformen, Netzwerkeffekte, Airbnb, Kanton Wallis, Zermatt, Netzwerkgesetze, Umsatzwachstum, Plattform-Ökosystem, P2P, Metcalfe, Sarnoff, Odlyzko, Marktanalyse, Digitalisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Netzwerkeffekte von digitalen Peer-to-Peer-Sharing-Economy-Plattformen im Schweizer Tourismussektor, fokussiert auf Airbnb.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören digitale Ökosysteme, Plattform-Geschäftsmodelle, die Sharing-Economy und die Anwendung klassischer Netzwerkgesetze zur Erfolgsmessung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, fundierte Erkenntnisse über die Netzwerkeffekte von Airbnb zu liefern und zu quantifizieren, wie diese das Wachstum und die Marktpräsenz beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine systematische Literaturanalyse sowie eine quantitative Regressionsanalyse auf Basis empirischer Datensätze von Tourobs und AirDNA.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil liegt der Schwerpunkt auf der mathematischen Prüfung der Netzwerkgesetze von Metcalfe, Sarnoff und Odlyzko anhand von Nutzer- und Umsatzdaten im Kanton Wallis und Zermatt.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Analyse?
Netzwerkeffekte, Sharing-Economy, digitale Ökosysteme, Airbnb, empirische Analyse, Regressionsmodelle und regionale Marktdynamiken.
Warum dient Zermatt als spezielle Fallstudie?
Zermatt wird als exemplarische Fallstudie herangezogen, da sie als bedeutende Schweizer Tourismusdestination eine wichtige Rolle für das Verständnis von Marktdurchdringung und lokalen Netzwerkeffekten spielt.
Welches der untersuchten Netzwerkgesetze schneidet laut der Analyse am besten ab?
Für den Kanton Wallis zeigt die Analyse, dass das Modell nach Odlyzko die stärkste Übereinstimmung mit den Daten aufweist, während in Zermatt Sarnoffs und Odlyzkos Gesetze passendere Erklärungen liefern.
- Quote paper
- Carolin Sieber (Author), 2024, Untersuchung der Netzwerkeffekte von digitalen Ökosystemen (Peer-to-Peer-Sharing-Economy-Plattformen), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1478473