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Meritorische und demeritorische Pressepolitik im Wandel der Zeit. Staatliche Interventionen in den Vertrieb von Presseerzeugnissen in Deutschland

Título: Meritorische und demeritorische Pressepolitik im Wandel der Zeit. Staatliche Interventionen in den Vertrieb von Presseerzeugnissen in Deutschland

Trabajo , 2002 , 26 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Marion Kaufmann (Autor)

Medios / Comunicación - Medios y política, comunicaciones políticas
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„Der Staat als Mäzen der Medien?“ und „Medienmanager Staat“ lauten zwei Buchtitel, die
sich mit den Möglichkeiten und Grenzen staatlicher Hilfsmaßnahmen für die Medien beschäftigen
und die die Stichworte liefern, die diese Arbeit aufgreifen soll: wie hat sich das Verhältnis
des Staates zur Presse von ihren Anfängen bis heute gewandelt, wie greift der Staat durch
gezielte Maßnahmen in das Pressesystem ein und wie und durch welche geschichtlichen Hintergründe
werden diese Maßnahmen bestimmt? Diese Fragen sollen im Laufe dieser Arbeit
durch Untersuchung der staatlichen Vertriebspolitik beantwortet werden, um aufzuzeigen, wie
der Staat die Entwicklung der Presse vom neuen zum etablierten Medium gelenkt und begleitet
hat. Untersuchungsgrundlage bildet dabei die aus der Finanzwissenschaft abgeleitet Definition
von meritorischer und demeritorischer Pressepolitik, die im ersten Teil der Arbeit geleistet
wird. Anschließend werden die staatlichen Eingriffe in den Vertrieb unter meritorischen
und demeritorischen Kriterien im 18. und 19. Jahrhundert beleuchtet, ehe im dritten
Teil die Situation im 20. und 21. Jahrhundert dargestellt wird.
Der Schwerpunkt der Arbeit wird dabei auf der Untersuchung des Postvertriebs liegen, da
dieser historisch gewachsene Bereich des Pressevertriebs den zentralen Ansatzpunkt staatlicher
Intervention darstellt und die Zeitungsgeschichte eng mit der Geschichte der Post verknüpft
ist. Bis in die Neuzeit war und ist die Post „die entscheidende Distributionsinstanz für
die Zeitung“2 und bedarf demzufolge besonderer Beachtung. Regelungen zu anderen Vertriebsformen
werden deshalb nur kurz behandelt.

2 Faulstich (1998), S. 227.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlage: Medien als (de-)meritorische Güter

3. Staatspolitik und Vertrieb im 18. und 19. Jahrhundert

3.1 Staatspolitik und Vertrieb im Zeitalter des Absolutismus

3.1.1 Eingriff des Staates über das Postdebit

3.1.2 Die Zentralisierung des Postzeitungsvertriebs

3.2 Staatspolitik und Vertrieb im Zeitalter des Konstitutionalismus

3.2.1 Das Postdebit als Zensurmaßnahme

3.2.2 Postzeitungszwang und Staatspolitik

3.2.3 Staatliche Eingriffe in andere Vertriebsformen

4. Pressevertrieb und Staat im 20. und 21. Jahrhundert

4.1 Vertriebspolitik in der NS-Diktatur

4.2 Der Postzeitungsdienst: vom Regal zur Dienstleistung

4.2.1 Der Postzeitungsdienst als indirekte Presseförderung

4.2.2 Rechtliche Grundlagen: staatliche Fördermaßnahmen im Rahmen von Art. 5 GG

4.2.3 Öffentliche Meinungsbildung als meritorisches Gut

4.2.4 Der Postzeitungsdienst als staatliche Subventionierung?

4.3 Staatliche Regelungen zu anderen Vertriebsarten

5. Zusammenfassung: Die Presse vom neuen zum etablierten Medium

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht den historischen Wandel des staatlichen Verhältnisses zur Presse in Deutschland, fokussiert auf die Entwicklung der Vertriebspolitik. Dabei wird analysiert, wie der Staat über gezielte Interventionen im Postvertrieb die Entwicklung der Presse von einem neuen, kritisch beäugten Medium zu einem etablierten, gesellschaftlich unverzichtbaren Bestandteil der demokratischen Öffentlichkeit beeinflusst hat.

  • Historische Analyse der staatlichen Presse- und Vertriebspolitik
  • Anwendung der finanzwissenschaftlichen Konzepte meritorischer und demeritorischer Güter
  • Die Post als zentrales Instrument der staatlichen Steuerung und Kontrolle
  • Wandel des Pressevertriebs von der Zensurmaßnahme zur unterstützenden Dienstleistung
  • Rechtliche Rahmenbedingungen und Pressefreiheit im Kontext staatlicher Eingriffe

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Eingriff des Staates über das Postdebit

Ein Beispiel hierfür findet sich in der preußischen Geschichte. 1727 wurde in Preußen das Intelligenzblattwesen eingerichtet und von seinem damaligen Landesherren mittels der Post instrumentalisiert, um den einfachen Mann an seiner Arbeitsstätte nach seiner Fasson zu erziehen: „Seine Majestät von Preußen haben zum Behuf Ihrer Lande und Unterthanen, damit der gemeine Mann in seiner Werkstatt auch was nützliches wöchentlich zu lesen haben möchte, gewisse sogenannte Intelligenzzettel oder Wochenzettel auszugeben anbefohlen.“ Mit dem Vertrieb dieser Blätter waren die Postämter beauftragt. Wenn man so will, die ersten Anzeichen einer meritorischen Pressepolitik, die über den Vertrieb auf dem Postweg ausgeübt wurde. Diese Einordnung wird durch den Postrechtsgelehrten Beust noch weiter bestätigt: „Zeitungen können vielerley Nutzen, aber auch vielerley Schaden bringen. Ein Herr, der für seiner Lande Bestes sorget, muß auch auf die in seinem Lande herauskommenden Zeitungen acht haben, damit in selbigen nichts seiner Herrschaft nachteiliges enthalten sey. Ein Fürst und Landes=Herr hat die Macht, die Korrespondenz zu des Landes Besten zu regulieren. Gleich wie nun solches Annexum des Postregals ist, dieses aber aus der Landeshoheit herfließet; also gründet sich auch hierauf des Landes=Herrn Befugnis der Zeitungen wegen, vermöge seiner Hoheit eine solche Anordnung zu machen, die ihm vor das Beste seines Landes und Staates ersprießlich zu seyn scheinet.“

Hierzu ist zu vermerken, dass die Anfänge des Zeitungswesen eng mit den so genannten Postmeistern verbunden sind, die nicht nur mit dem Vertrieb, sondern auch mit der Herausgabe der ersten Zeitungen betraut waren. Ende des 18. Jahrhunderts verselbständigte sich allerdings die Rolle des Zeitungsverlegers, so dass sich die Post mit dem so genannten Debit, dem Vertrieb der Presseprodukte begnügte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, wie sich das staatliche Verhältnis zur Presse historisch gewandelt hat, und definiert den methodischen Rahmen durch den Begriff der meritorischen und demeritorischen Güter.

2. Theoretische Grundlage: Medien als (de-)meritorische Güter: Hier werden Medien als meritorische Güter definiert, deren Konsum der Staat aus gesellschaftlichem Interesse fördern sollte, und der historische Bezug zum Begriff der Meritorik in der Finanzwissenschaft hergestellt.

3. Staatspolitik und Vertrieb im 18. und 19. Jahrhundert: Dieses Kapitel analysiert die Instrumentalisierung der Post als staatliches Kontrollinstrument im Absolutismus und Konstitutionalismus, insbesondere durch Postdebit, Zensur und Postzwang.

4. Pressevertrieb und Staat im 20. und 21. Jahrhundert: Das Kapitel beleuchtet den Wandel des Postzeitungsdienstes von einem repressiven Zwangsinstrument hin zu einer unterstützenden, rechtlich legitimierten Infrastrukturleistung in der Bundesrepublik.

5. Zusammenfassung: Die Presse vom neuen zum etablierten Medium: Das Fazit fasst den Wandel der staatlichen Rolle vom selektiven Medienmäzen und Manipulator zum Medienmanager zusammen, der die Presse heute als notwendiges Element demokratischer Willensbildung fördert.

Schlüsselwörter

Pressepolitik, Medienökonomie, Postzeitungsdienst, Meritorische Güter, Pressefreiheit, Vertriebspolitik, Postdebit, Postzwang, Staatliche Intervention, Presseförderung, Mediengeschichte, Postmonopol, Meinungsbildung, Demokratieprinzip, Pressevertrieb

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den historischen Wandel des Verhältnisses des Staates zur Presse in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung der Vertriebsstrukturen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit verknüpft historische Entwicklungen des Postwesens mit medienökonomischen Konzepten (meritorische Güter) und der staatlichen Pressepolitik vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie der Staat die Entwicklung der Presse vom neuen zum etablierten Medium durch gezielte, oft widersprüchliche Maßnahmen im Bereich des Vertriebs gelenkt und beeinflusst hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine historisch-analytische Methode, die auf finanzwissenschaftlichen Definitionen von meritorischen und demeritorischen Gütern basiert, um staatliche Interventionen zu klassifizieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Rolle der Post als Kontrollinstrument im 18. und 19. Jahrhundert sowie die Umwandlung des Postzeitungsdienstes in eine demokratisch legitimierte Fördermaßnahme im 20. und 21. Jahrhundert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Pressepolitik, Postzeitungsdienst, meritorische Güter, Pressefreiheit und staatliche Interventionsmöglichkeiten über den Vertriebsweg.

Welche Rolle spielt das "Postdebit" in der Arbeit?

Das Postdebit wird als ein historisches Instrument staatlicher Kontrolle analysiert, mit dem Regierungen unerwünschte Zeitungen überwachen oder durch den Entzug der Vertriebsmöglichkeit bestrafen konnten.

Wie unterscheidet sich die heutige staatliche Rolle im Vergleich zum 18. Jahrhundert?

Während der Staat im 18. und 19. Jahrhundert die Post aktiv zur Zensur und Unterdrückung "unbotmäßiger" Presse nutzte, versteht er sich heute in der Bundesrepublik als verfassungsrechtlich verpflichteter Sicherer der Institution Presse als meritorischem Gut.

Final del extracto de 26 páginas  - subir

Detalles

Título
Meritorische und demeritorische Pressepolitik im Wandel der Zeit. Staatliche Interventionen in den Vertrieb von Presseerzeugnissen in Deutschland
Universidad
University of Bamberg  (Fakultät Sprach- und Literaturwissenschaft)
Curso
Neue Medien
Calificación
1,3
Autor
Marion Kaufmann (Autor)
Año de publicación
2002
Páginas
26
No. de catálogo
V14784
ISBN (Ebook)
9783638200929
Idioma
Alemán
Etiqueta
Meritorische Pressepolitik Wandel Zeit Staatliche Interventionen Vertrieb Presseerzeugnissen Deutschland Neue Medien
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Marion Kaufmann (Autor), 2002, Meritorische und demeritorische Pressepolitik im Wandel der Zeit. Staatliche Interventionen in den Vertrieb von Presseerzeugnissen in Deutschland, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14784
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