Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie Neuferts Bauentwurfslehre entsteht und ob er die darin enthaltenen Studien und Normen im Bau der Halle anwendet.
Hierfür wird zuerst die Person Ernst Neufert beschrieben. Daraufhin wird die Frage beantwortet, was die Bauentwurfslehre ist, wie sie entsteht und was der Inhalt des Werkes ist. Nach einer ausführlichen Baubeschreibung des Objektes folgt eine Bauanalyse, welche die oben gestellte Frage beantwortet.
Die Wasserbauhalle in Darmstadt wurde von Ernst Neufert, einem der einflussreichsten Architekten der Nachkriegszeit gebaut. Die Halle soll sich in den 1950er-Jahren in das Gelände der Technischen Universität eingliedern. Durch politische und wirtschaftliche Krisen kommt schon Anfang des 20. Jahrhundert das Bedürfnis nach der Reformation des Bauwesens auf. Bauprozesse und Vorhaben sollen schneller und einfacher umgesetzt werden können. Der Mensch und dessen Bewegungen werden immer stärker erforscht, um an ihn angelehnte Architektur zu entwickeln. Ernst Neufert kommt schon früh in seiner Karriere mit diesen neuen Systematiken, Normbestrebungen und Studien in Berührung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Architekt Ernst Neufert
3. Bauentwurfslehre
3.1 Die Entstehung der Bauentwurfslehre
3.2 Normen, Systematik, Module
4. Baugeschichte der Halle
5. Baubeschreibung
5.1 Städtebauliche Einordnung
5.2 Die Halle
6. Bauanalyse
7. Fazit
8. Abbildungen
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, wie Ernst Neuferts theoretisches Standardwerk "Bauentwurfslehre" in die architektonische Praxis übertragen wurde, wobei die Wasserbauhalle in Darmstadt als konkretes Fallbeispiel dient, um die Anwendung normativer Vorgaben, Rasterstrukturen und menschlicher Maßstäbe im Nachkriegsbau zu analysieren.
- Biografische Einordnung von Ernst Neufert
- Entwicklungsgrundlagen und Systematik der "Bauentwurfslehre"
- Baugeschichte und städtebauliche Kontextualisierung der Wasserbauhalle
- Analyse der konstruktiven und räumlichen Anwendung normativer Vorgaben
- Gegenüberstellung von theoretischer Lehre und gebauter Architektur
Auszug aus dem Buch
3. Bauentwurfslehre
Das eigentliche Werk Bauentwurfslehre wurde erstmals von Ernst Neufert 1936 veröffentlicht. Das Werk basiert auf den Erkenntnissen, welche er in der Monografie Bauordnungslehre aufzeigt und erläutert.
Mit der Entwicklung der Bauentwurfslehre und den dazugehörigen Baunormen versucht Ernst Neufert allgemeingültige, leicht verständliche und vor allem aufeinander aufbauende Richtlinien und Strukturen zu entwickeln. So soll eine teilbare Zahlenfolge definiert werden, die einerseits den Menschen als Maß darstellt, jedoch auch Gesetzmäßigkeiten aus der Natur aufgreift, welche Weltweit Verwendung finden. (siehe Abb. 1) Hierbei setzt er auf die Aussage „aus dem kleinen ins große“. So kombiniert Neufert schon bekannte mit neu aufgestellten Größen.
Ein Zitat Neuferts hierzu ist: „Ein Handbuch für den Baufachmann, Bauherrn, Lehrenden und Lernenden für Grundlagen, Normen und Vorschriften über Anlage, Bau, Raumbedarf, Raumbeziehungen. Maße für Gebäude, Räume, Einrichtungen und Geräte mit den Menschen als Maß und Ziel“.
Neue Erkenntnisse in der Wissenschaft und die Normierung von dem Dezimal-, oder Zehnersystem führen zu einer Bestrebung nach Einheitlichkeit im Bauwesen. Diese entwickeln sich zwar global, jedoch nicht einheitlich, sondern nach rationellem Verständnis. Zum Beispiel: Welche Abmessungen hat ein Holzprofil oder ein Ziegelverbund.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung steckt den Rahmen der Arbeit ab und definiert die Forschungsfrage, ob Ernst Neufert seine Prinzipien aus der "Bauentwurfslehre" beim Entwurf der Wasserbauhalle in Darmstadt praktisch angewandt hat.
2. Architekt Ernst Neufert: Dieses Kapitel zeichnet den Lebensweg Neuferts nach, beginnend bei seiner Ausbildung über seine Zeit am Bauhaus bis hin zu seinem Wirken als Professor, das maßgeblich seine theoretischen Ansätze zum Bauwesen prägte.
3. Bauentwurfslehre: Hier werden die theoretischen Fundamente des Sammelwerks erläutert, insbesondere die Entwicklung standardisierter Normen und die Bedeutung des Menschen als zentrales Maß aller Dinge.
4. Baugeschichte der Halle: Das Kapitel beschreibt den Kontext des Wiederaufbaus in Darmstadt nach dem Zweiten Weltkrieg und wie dieser den konkreten Auftrag für den Bau der Wasserbauhalle für studentische Zwecke motivierte.
5. Baubeschreibung: Eine detaillierte Bestandsaufnahme des Gebäudes, die von der städtebaulichen Einbettung im Universitätsgelände bis hin zur spezifischen Konstruktion der Halle und der Vorbauten reicht.
6. Bauanalyse: Der Hauptteil der Arbeit gleicht die Baumerkmale der Wasserbauhalle kritisch mit den normativen Forderungen der "Bauentwurfslehre" ab und identifiziert sowohl Übereinstimmungen als auch Abweichungen.
7. Fazit: Die Schlussbetrachtung würdigt Neuferts Beitrag zum modernen Bauen und kommt zu dem Ergebnis, dass die Wasserbauhalle zwar seine Normen als Grundlage nutzt, jedoch eine freiere, ästhetisch eigenständigere Formensprache zeigt.
8. Abbildungen: Eine visuelle Dokumentation der in der Arbeit erwähnten baulichen und theoretischen Details.
Schlüsselwörter
Ernst Neufert, Bauentwurfslehre, Wasserbauhalle, Industriebaumaß, Normung, Standardisierung, Architekturgeschichte, Stahlbetonbau, Raumplanung, Menschliches Maß, Nachkriegsarchitektur, Rasterkonstruktion, Modulor, Baunormen, TU Darmstadt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Hausarbeit untersucht die architektonische Arbeit von Ernst Neufert und analysiert dabei kritisch, inwieweit seine berühmte „Bauentwurfslehre“ als theoretische Grundlage für den Bau der Wasserbauhalle in Darmstadt gedient hat.
Welche zentralen Themenfelder behandelt der Autor?
Die Arbeit verknüpft Architekturtheorie mit praktischer Baugeschichte. Zentrale Felder sind Biografie und Methodik Ernst Neuferts, die Standardisierung im Bauwesen und die detaillierte architektonische Analyse eines konkreten Bauwerks.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Das Ziel ist es, die Diskrepanz oder Übereinstimmung zwischen der theoretisch fixierten Normenlehre (Bauentwurfslehre) und der tatsächlichen gebauten Architektur (Wasserbauhalle) aufzuzeigen und zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Der Autor nutzt eine methodische Zusammenführung von Literaturrecherche, Analyse architektonischer Pläne und eine vergleichende Bauwerksanalyse, um die Korrelation zwischen Entwurfstheorie und praktischer Umsetzung zu prüfen.
Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die detaillierte Beschreibung des Gebäudes und eine systematische Bauanalyse, in der Raster, Maße, und Lichtführung der Halle mit den Empfehlungen der Bauentwurfslehre abgeglichen werden.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?
Wichtige Begriffe sind insbesondere die „Bauentwurfslehre“, das „Industriebaumaß (IBA)“, „Normung“, „Rasterplanung“ sowie die „Wasserbauhalle“ als konkretes Objekt der Analyse.
Wie geht die Arbeit mit dem Thema "Ornamentik" um?
Die Arbeit stellt fest, dass Ornamentik eigentlich nicht Teil der Bauentwurfslehre ist, beobachtet jedoch bei der Wasserbauhalle eine gewisse Eleganz und ästhetische Gestaltung, die über rein funktionale Aspekte hinausgeht.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der Anwendung der Normen?
Der Autor schlussfolgert, dass die Halle zwar klar auf den von Neufert etablierten Normen basiert, aber als Architekturwerk eine freiere und individuellere Weiterentwicklung darstellt, die über ein rein normiertes Industrieprojekt hinausgeht.
- Arbeit zitieren
- Michel Scherschel (Autor:in), 2022, Die Wasserbauhalle von Ernst Neufert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1478530