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Organisationen in der Krise

Entgrenzung und Subjektivierung von Arbeit und die Psychoanalyse

Title: Organisationen in der Krise

Presentation (Elaboration) , 2005 , 17 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Dipl.-Psych. Joachim Stöter (Author)

Psychology - Work, Business, Organisation
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In Zeiten von Neuorientierung und Umstrukturierung an veränderte lokale und globale Erfordernisse, kann die Psychologie Raum bieten um einen produktiven und notwendigen Reflexionsprozess anzubieten, um unvermeidliche Probleme sinnvoll anzugehen.

Exemplarisch werden in dieser Arbeit daher zwei Texte behandelt, welche sich thematisch nahe stehen. Beide behandeln die Probleme, welche auftreten können, wenn Organisationen und/oder Unternehmen sich in einer Umbruchphase, also einer Zeit struktureller Veränderung befinden. Es handelt sich hierbei zum einen um eine Abhandlung von Hans-Jörg Becker, der sich beim Thema „Angst und Wandel in Organisationen“ um eine psychoanalytische Sicht besagter Phänomen bemüht und sich dabei in der Rolle eines Supervisors befindet.

Zum zweiten wird ein Artikel der Autoren Hirschhorn & Gilmore dargestellt, welche sich unter dem Titel „Die Grenzen der flexiblen Organisation“ mit den Komplikationen auseinandersetzen, die auftreten können, wenn Hierarchien in Organisationen abflachen oder gar auflösen. Zunächst seien dazu zunächst die einzelnen Texte für sich präsentiert und in einem kurzen abschließenden Fazit zusammen gefasst.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung

2.) Angst und Wandel in Organisationen

2.1) Fallbeispiel A: Ein regressiver Modus der Konfliktverarbeitung

2.2) Fallbeispiel B: Ein (pseudo-) progressiver Modus der Konfliktverarbeitung

2.3) Stile der Konfliktverarbeitung

3.) Die Grenzen der flexiblen Organisation

3.1) Herausforderungen flexibler Arbeit

3.2) Organisatorische Grenzen

3.3) Autoritätsvakuum

3.4) Management der Eindämmung

3.5) Empfindungen als Tatsache

4.) Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht psychoanalytische und organisationspsychologische Perspektiven auf Veränderungsprozesse in Organisationen. Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Konflikte bei Umstrukturierungen entstehen, welche Abwehrmechanismen dabei zum Tragen kommen und welche Rolle Führungskräfte bei der Bewältigung dieser psychologischen Herausforderungen spielen.

  • Psychoanalytische Sicht auf Angst und Wandel in Organisationen
  • Konfliktverarbeitungsmodi in Veränderungsphasen
  • Psychologische Grenzen in flexiblen Organisationen
  • Die Rolle von Autorität und Supervision bei Umstrukturierungen
  • Nutzung von Emotionen als Indikatoren für organisationales Handeln

Auszug aus dem Buch

3.2.) Organisatorische Grenzen

Die eben angedeuteten Grenzen wollen wir hier weiter erläutern, dabei unterscheiden wir zwischen vier: die „Zuständigkeitsgrenze“, die „Aufgabengrenze“, die „Interessengrenze“ und die „Identitätsgrenze“. Für Psychologen ist insbesondere der Verweis auf die Empfindungen interessant, welche nach den Autoren an den einzelnen Grenzen feststellbar sind und dem Manager auch als Indikator dienen können, ob ihre Verhalten entlang dieser Grenze effektiv ist. Daher seien diese vier Grenzen im Folgenden kurz skizziert:

- Zuständigkeitsgrenze: „Wer ist für was zuständig?“ - ist hier die entscheidende Frage, daher spricht man auch von der „Autoritätsgrenze“. Denn selbst in nahezu grenzenlosen Unternehmen existieren Personen, die an bestimmten Stellen eher führen, wo andere folgen. Sie sind dann zwar nicht unbedingt Vorgesetzte und Untergebene, handeln in konkreten Situationen aber so. In „alten“ Unternehmen war die eingangs gestellte Frage schnell mit einem Blick auf die Hierarchie beantwortet, in Hierarchie-losen bis –armen Unternehmen erhält die Frage aber eine ganz neue Qualität. Denn formelle Autorität heißt heute nicht mehr auf dem aktuellsten Stand zu sein. So kann ein „Chef“ in einem Projektteam eben zu den weniger gut mit der Thematik vertrauten Personen gehören und wird hier eher die Rolle des Untergebenen einnehmen. Dies wiederum ist für denjenigen eine Herausforderung, der das Projekt leitet, aber per se dem Chef unterstellt wäre.

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Einleitung: Die Arbeit führt in die Untersuchung von Umstrukturierungsprozessen in Organisationen ein und stellt die beiden zugrunde liegenden Texte von Hans-Jörg Becker sowie Hirschhorn & Gilmore vor.

2.) Angst und Wandel in Organisationen: Dieses Kapitel analysiert anhand psychoanalytischer Konzepte, wie Individuen und Organisationen unbewusst mit Ängsten bei Veränderungsprozessen umgehen und welche typischen Konfliktverarbeitungsmodi dabei auftreten.

2.1) Fallbeispiel A: Ein regressiver Modus der Konfliktverarbeitung: Anhand des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen wird aufgezeigt, wie Angst vor Identitätsverlust zu Erstarrung, Rigidität und der Bildung von Sündenböcken führt.

2.2) Fallbeispiel B: Ein (pseudo-) progressiver Modus der Konfliktverarbeitung: Das Beispiel einer Werbeagentur illustriert, wie Angst vor Veränderung durch eine manische Veränderungseuphorie und die Verleugnung von Stagnationsängsten überspielt wird.

2.3) Stile der Konfliktverarbeitung: Basierend auf Mentzos und Shapiro werden Organisationsstile der Konfliktverarbeitung systematisiert, um Vorhersagen für zukünftige Veränderungsprozesse zu ermöglichen.

3.) Die Grenzen der flexiblen Organisation: Hier wird thematisiert, dass flexiblere Unternehmensstrukturen nicht grenzenlos sind, sondern lediglich die Grenzen von einer organisatorischen auf eine psychologische Ebene verschieben.

3.1) Herausforderungen flexibler Arbeit: Anhand eines Fallbeispiels zwischen einem Arbeiter und einem Ingenieur wird deutlich, dass neue Strukturen hohe Anforderungen an das Rollenverständnis und die Beziehungsgestaltung stellen.

3.2) Organisatorische Grenzen: Es werden vier spezifische Grenzen definiert: Zuständigkeits-, Aufgaben-, Interessen- und Identitätsgrenzen, die als Indikatoren für effektives Verhalten dienen können.

3.3) Autoritätsvakuum: Das Kapitel erläutert, warum der Abbau von Hierarchien ohne klare neue Autoritätsstrukturen zu Verunsicherung und kontraproduktiven Verhaltensweisen führt.

3.4) Management der Eindämmung: Hier wird beschrieben, wie Führungskräfte durch proaktive Kommunikation und Einbindung der Mitarbeiter bei Umstrukturierungen Ängste lindern und den Prozess steuern können.

3.5) Empfindungen als Tatsache: Es wird argumentiert, dass persönliche Empfindungen der Mitarbeiter wertvolle Indikatoren für Führungskräfte sind, um Dynamiken an den Interaktionsgrenzen zu verstehen und produktiv zu nutzen.

4.) Fazit: Das Fazit verbindet die psychoanalytische Sicht Beckers mit den organisationspsychologischen Aspekten von Hirschhorn & Gilmore und betont die Rolle der Supervision als Reflexionsraum für Führungskräfte in Zeiten des Wandels.

Schlüsselwörter

Organisation, Wandel, Umstrukturierung, Psychoanalyse, Konfliktverarbeitung, Supervision, Angst, Autorität, Flexibilität, Organisationsgrenzen, Identität, Interaktion, Management, Führung, Emotionen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den psychologischen Herausforderungen, die in Organisationen während Umstrukturierungs- und Wandlungsprozessen entstehen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind der Umgang mit Ängsten in Veränderungsprozessen, die psychologische Dynamik in flexiblen Organisationen sowie die Rolle der Führungskräfte bei der Bewältigung dieser Konflikte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie psychoanalytische und organisationstheoretische Konzepte helfen können, die oft verdeckten Probleme in sich wandelnden Unternehmen zu verstehen und erfolgreich zu bearbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin/der Autor stützt sich primär auf psychoanalytische Konzepte (unter anderem zur Konfliktverarbeitung nach Mentzos) sowie auf organisationstheoretische Referenztheorien (wie die von Ralph Stacy).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert Fallbeispiele für verschiedene Konfliktverarbeitungsmodi (regressiv vs. pseudo-progressiv) und untersucht spezifische psychologische Grenzbereiche in modernen, flexiblen Organisationen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere die vier Grenzen: Zuständigkeits-, Aufgaben-, Interessen- und Identitätsgrenzen, sowie der Begriff des Autoritätsvakuums und das Konzept der Supervision.

Wie unterscheiden sich die im Text analysierten Konfliktverarbeitungsmodi?

Während bei einem regressiven Modus Erstarrung und die Flucht in alte Muster dominieren, zeichnet sich der (pseudo-) progressive Modus durch eine manische Veränderungseuphorie aus, die Ängste vor Stagnation verleugnet.

Warum ist das "Autoritätsvakuum" laut der Arbeit ein Problem?

Es führt zu Unsicherheit bei den Mitarbeitern, da in Zeiten des Umbruchs eine orientierende Führung fehlt, was oft in passiven oder kontraproduktiven Verhaltensweisen resultiert.

Welche Rolle spielen Emotionen laut der Arbeit für Führungskräfte?

Emotionen der Mitarbeiter werden als wesentliche Indikatoren betrachtet; Führungskräfte sollten diese nicht unterdrücken, sondern als Werkzeuge nutzen, um Probleme an den Interaktionsgrenzen zu entschlüsseln.

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Details

Title
Organisationen in der Krise
Subtitle
Entgrenzung und Subjektivierung von Arbeit und die Psychoanalyse
College
University of Bremen
Course
Entgrenzung und Subjektivierung von Arbeit VAK: 11-4302
Grade
2,0
Author
Dipl.-Psych. Joachim Stöter (Author)
Publication Year
2005
Pages
17
Catalog Number
V147874
ISBN (eBook)
9783640577040
ISBN (Book)
9783640609642
Language
German
Tags
Organisationen Krise Entgrenzung Subjektivierung Arbeit Psychoanalyse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-Psych. Joachim Stöter (Author), 2005, Organisationen in der Krise, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147874
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