Das Leben der Arbeiter und deren Gesundheitsrisiken in Fabriken zur Zeit der Industrialisierung


Hausarbeit, 2008

12 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhalt

1. Einfuhrung

2. Ein kurzer Uberblick uber die Industrialisierune

3. Arbeiterrechte und Arbeiterpflichten

4. Gesundheitsrisiken

5. Fazit

6. Literatur

1. Einfuhrung

Diese Hausarbeit ist die Ausarbeitung eines Referats uber Gesundheitsrisiken in Fabriken zurZeit der Industrialisierung. In diesem Aufsatz beschaftige ich mich mit folgenden Fragestellungen:

1. Welche Rechte und Pflichten hatten die Arbeiter zu Beginn und im Verlauf der Industrialisierung?
2. Welchen Gesundheitsrisiken waren die Arbeiter ausgesetzt?
3. Welche Grunde gab es fur die Gesundheitsrisiken?
4. Wie haben sich die Arbeiter selbst geholfen?

2. Ein kurzer Uberblick uber die Industrialisierung

Die Industrialisierung begann in GroRbritannien in der zweiten Halfte des 18. Jahrhunderts. Anfang des 19. Jahrhunderts erfasste sie auch die ersten Staaten auf dem europaischen Festland. Die Niederlande, Frankreich und die Schweiz sind noch vor Deutschland auf den Zug aufgesprungen.

In Deutschland herrschte eine schwierige Ausgangslage.

Noch um 1800 bestand Deutschland aus 314 selbststandigen Einzelstaaten. Aufgrund der daraus resultierenden Regierungsvielfalt und Zollschranken war eine Industrialisierung nahezu unmoglich. Der Adel herrschte noch absolutistisch und lebte uberwiegend vom agrarischen Sektor und hatte wenig Interesse, daran etwas zu andern. Auch die Zunfte werden als Bremse der Industrialisierung genannt.

Erst Napoleon machte durch die Umstrukturierung Deutschlands die Industrielle Revolution moglich. Die Kleinstaaterei wurde abgeschafft und somit der Handel vereinfacht. Die erste groRe, deutsche Industrieregion war Sachsen; in Chemnitz entstand durch Forderung des Maschinenbaus ein Industriezentrum.

Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden Schweden, Italien, Russland und der Rest Europas von der Industrialisierung erfasst.

Mit der Industrialisierung gingen uberall auch Probleme einher, die unter dem Begriff „soziale Frage" zusammengefasst werden. Niedriglohne, Ernahrung und schlechte Arbeitsbedingungen waren die Ursache. Grund dafur war unter anderem das explosionsartige Bevolkerungswachstum. Der Grund fur die „Bevblkerungsexplosion" war keinesfalls eine gesteigerte Geburtenrate, sondern die Verbesserung der Lebensumstande. Weniger Menschen starben fruhzeitig, so dass mehr Menschen gleichzeitig lebten. Statistisch kann man dies an der mittleren Lebenserwartung festmachen. In Deutschland ist die durchschnittliche Lebenserwartung eines Mannes von 40,6 Jahren zwischen 1891 und 1900 auf 68,3 Jahre zwischen 1974 und 1976 angestiegen. Bei Frauen ist die Differenz sogar noch grbRer (44,0/74,8), was sicherlich auf den Kriegsdienst und die gefahrlicheren Berufe der Manner zuruckzufuhren ist.[1]

Ende des 19. Jahrhunderts wurde aus der groRen Konjunktur eine schwere Krise. Die deutsche Industrie war gezwungen, sich auf Schwerpunkte zu konzentrieren. Hierbei sind vor allem der Maschinenbau, die Elektro- und Chemieindustrie zu nennen.

Durch die Konzentration auf diese Sektoren wurde auch die Forschung vorangetrieben.

England fuhrte 1887 eine Kennzeichnung auslandischer Guter ein, welche zum einen vor minderwertiger Ware schutzen und zum anderen die nationale Industrie starken sollte. Aufgrund der hohen Qualitat der deutschen Importwaren wurde aus der Kennzeichnung „Made in Germany" jedoch schnell ein „Qualitatssiegel".[2] '[3]

3. Arbeiterrechte und Arbeiterpflichten

Zum Anfang der Industrialisierung gab es noch kein Arbeitsrecht. Im Laufe der industriellen Revolution wurde dies dann allerdings aufgrund der sozialen Missstande nach und nach verfasst.[4]

1839 erlieR die preuRische Regierung ein „Regulativ uber die Beschaftigung jugendlicher Arbeiter in den Fabriken". Dieses verbot Kinderarbeit und wurde nach und nach weiter verscharft. Anlass dafur war allerdings nicht das Mitgefuhl fur die Kinder, sondern die Bedenken des preuRischen Militars. Aufgrund harter Arbeit in der Kindheit, waren immer weniger junge Manner kriegspflichttauglich. Wegen der groRen Armut gab es allerdings eine hohe Dunkelziffer bezuglich der Kinderarbeit, da, arme Familien auf die Einkunfte ihrer Kinder nicht verzichten konnten. Erst nach der Revolution von 1918/19 nahm diese Dunkelziffer ab.[5] 1883 wurde schlieRlich die Krankenversicherungspflicht durch Bismarck eingefuhrt. 1884 folge darauf die Unfallversicherung und nach einigen Aufschuben trat 1889 die Alters- und Invalidenversicherung in Kraft.[6]

Vorher war Arbeiten mehr durch Pflichten als durch Rechte gepragt:

Ein Beispiel hierfur sind die „Regeln und Vorschriften fur die Arbeiter in der EisengieRerei & Maschinenfabrik von Klett & Comp."[7] . In diesen wurden beispielsweise die Arbeitszeit, die Mittagspausen und die Strafen fur diverse Vergehen festgehalten. Die Strafen bestanden aus drastischen Lohnkurzungen, meist um einen halben Tageslohn oder mehr. Bei besonders schlimmen Vergehen war auch eine Entlassung nicht unublich.

Im Gegensatz dazu hatten die Handwerker im Mittelalter schon mehr Rechte als der fruhindustrielle Arbeiter. (Der Grundsatz „Hat der Meister den Gesellen gehalten in Gesundheit, so hat er ihn auch in Krankheit zu erhalten"[8] pragte das spatmittelalterliche Zunfthandwerk.) Fur die neuaufkommende Arbeiterschicht gab es jedoch keine solche Regelung. Die Arbeiter standen auRerhalb der Zunfte.

Im Falle eines Arbeitsunfalls lag die Beweispflicht bei dem Verunfallten. Sofern der Arbeiter nicht beweisen konnte, dass die Schuld beim Unternehmen lag, bekam er keine Entschadigung. Das ein Unternehmen fur den Lohnausfall oder die Behandlungskosten gezahlt hat, war die absolute Ausnahme. Dadurch wurde die Kluft zwischen Arm und Reich immer groRer und nahm ein AusmaR an, das es bis zu dem Zeitpunkt noch nicht gab. Die Umschichtung der Gesellschaft nahm - wie die gesamte Industrialisierung - in England ihren Anfang.

Dies fuhrte dazu, dass die Beschaftigten ein starkes Gemeinschaftsgefuhl entwickelten. Die Fabrikarbeiter entwickelten sehr schnell folgende Selbsthilfekonzepte:

1. „ Genossenschaften mit Selbsthilfeeinrichtungen fur Erzeugung und Verbrauch
2. Gewerkschaften zur gemeinsamen Vertretung und Verfechtung wirtschaftlicher Belange
3. Politische Arbeiterparteien mit dem Ziel einer sozialistischen Gesellschaftsordnung."[9]

[...]


[1] Kbllmann, S.12

[2] Vgl. http://www.geschichte.attendorn.de/industrialisierung/indus_deu.htm

[3] Ploetz, S.690-693

[4] Vgl.: http://www.rechtcentral.de/geschichte.html

[5] Ruppert, S.52

[6] http://www.dhm.de/lemo/html/kaiserreich/innenpolitik/sozialgesetze/index.html

[7] Vgl.: Ruppert, S.54

[8] Machtan/Ott, S. 124

[9] Franz-Willing, S. 95

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Das Leben der Arbeiter und deren Gesundheitsrisiken in Fabriken zur Zeit der Industrialisierung
Hochschule
Universität Hildesheim (Stiftung)  (Geschichte)
Note
1,7
Autor
Jahr
2008
Seiten
12
Katalognummer
V147903
ISBN (eBook)
9783640578801
ISBN (Buch)
9783640578726
Dateigröße
406 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Industrialisierung, Gesundheitsrisiken, Fabriken, Arbeiter
Arbeit zitieren
Björn Saemann (Autor), 2008, Das Leben der Arbeiter und deren Gesundheitsrisiken in Fabriken zur Zeit der Industrialisierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147903

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