Den Schwerpunkt der Arbeit bildet die Analyse von Problemen, die im Zusammenhang mit Investitionen in Energie einsparende Technologien stehen. Dazu wird zunächst das Energie-Effizienz Paradoxon als Grundlage der Arbeit vorgestellt. Zudem werden die empirischen Ergebnisse DeCanio’s (1993 und 1998) diskutiert und eingeordnet. Im darauf folgenden 2. Kapitel wird das Modell von van Soest und Bulte (2001) behandelt. Hierbei spielen insbesondere die Modellierung des technischen Fortschritts und von Unsicherheit eine zentrale Rolle. Im dritten Gliederungspunkt wird der Einfluss von politischen Instrumenten auf den Zeitpunkt, wann eine Unternehmung in eine effizientere Technologie investiert, untersucht. Anhand des Modells von van Soest (2005) werden die Wirkungen einer nicht-handelbaren Quote und einer Energiesteuer miteinander verglichen. Am Anfang jedes Kapitels wird eine kurze Einführung zum Thema gegeben. Dies soll einen Überblick über die Inhalte der einzelnen Kapitel vermitteln und den roten Faden der Arbeit ebnen. Eine zusammenfassende Darstellung und Kritik werden die Arbeit abschließen.
Inhaltsverzeichnis
1. DAS ENERGIE-EFFIZIENZ PARADOXON
1.1. Definition und Einführung
1.2. Hindernisse für die Implementierung profitabler Investitionen
1.2.1. Unternehmen als Organisation und Institution
1.2.2. Begrenzte Rationalität
1.2.3. Asymmetrische Information und Prinzipal-Agent-Problematik
1.2.4. Managementqualität und Fokus
1.2.5. Transaktionskosten
1.3. Statistische Analyse
1.3.1. Datensatz: Das US Green-Light-Programm
1.3.2. Methodik der statistischen Analyse
1.3.3. Ergebnisse der statistischen Analyse
1.3.4. Einordnung der Ergebnisse und Kritik
2. TECHNISCHER FORTSCHRITT UND UNSICHERHEIT
2.1. Einführung zum Modell von van Soest und Bulte (2001)
2.2. Das Modell
2.2.1. Wesentliche Annahmen des Modells
2.2.2. Modellaufbau
2.3. Numerische Analyse und Ergebnisse
2.4. Schlussfolgerungen der Autoren
3. DER EINFLUSS POLITISCHER INSTRUMENTE
3.1. Einführung zum Modell von van Soest (2005)
3.2. Modellaufbau und Berechnung der nicht-handelbaren Quote
3.3. Numerische Analyse und Ergebnisse
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit untersucht die Gründe für das sogenannte Energie-Effizienz Paradoxon, bei dem Unternehmen trotz ökonomischer und ökologischer Profitabilität nicht in effizientere Technologien investieren. Es wird analysiert, inwieweit organisationale Hindernisse, technischer Fortschritt, Unsicherheit sowie umweltpolitische Instrumente wie Energiesteuern und Quoten den optimalen Zeitpunkt einer solchen Investition beeinflussen.
- Analyse organisationaler Barrieren innerhalb von Unternehmen.
- Empirische Untersuchung anhand des US Green-Light-Programms.
- Modellierung des Investitionsverhaltens unter Berücksichtigung von Unsicherheit und technologischem Fortschritt.
- Vergleichende Analyse umweltpolitischer Instrumente (Steuern vs. nicht-handelbare Quoten).
- Bestimmung des optimalen Zeitpunkts für technologische Investitionen (Adoption Lag).
Auszug aus dem Buch
1.2.1. Unternehmen als Organisation und Institution
Ein wichtiger Erklärungsansatz liegt in der Gestalt der Unternehmung als Organisation. Eine Firma verhält sich nicht als ein Individuum, sondern setzt sich aus vielen Individuen und Entscheidungsträgern zusammen. DeCanio (1993) betont, dass eine Firma eine Sammlung von Individuen ist und nicht als ein einzelnes, rational handelndes Objekt betrachtet werden kann.
Vielmehr sei das Verhalten einer Firma das Resultat des Zusammenspiels von Motivationen der Mitarbeiter, der Unternehmenskultur und dem Umfeld, in dem das Unternehmen agiert. Die Komplexität, der hierarchische Aufbau und die Beziehungsgeflechte innerhalb einer Unternehmung führen im Ergebnis dazu, dass ein Unternehmen als Ganzes nicht als eine individuelle, rationale Intelligenz operiert und sich in vielen Situationen nicht optimal verhält. Das folgende Zitat aus der Public-Choice-Theorie fasst das Konzept der kollektiven Handlungsweise zusammen: „rational, self-interested individuals will not act to achieve their common or group interests“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. DAS ENERGIE-EFFIZIENZ PARADOXON: Dieses Kapitel definiert das Paradoxon und untersucht die Ursachen, warum Unternehmen trotz Profitabilität oft nicht in energieeffiziente Technologien investieren, wobei ein Schwerpunkt auf organisationale Faktoren und die empirischen Ergebnisse von DeCanio gelegt wird.
2. TECHNISCHER FORTSCHRITT UND UNSICHERHEIT: Hier wird das Modell von van Soest und Bulte vorgestellt, welches zeigt, dass Unternehmen Investitionen rational hinauszögern, um von zukünftigem technischen Fortschritt zu profitieren.
3. DER EINFLUSS POLITISCHER INSTRUMENTE: Dieses Kapitel erweitert die Betrachtung um staatliche Eingriffe und vergleicht mittels eines Modells die Auswirkungen von Steuern gegenüber nicht-handelbaren Quoten auf den Investitionszeitpunkt.
Schlüsselwörter
Energie-Effizienz Paradoxon, Investitionsentscheidung, technischer Fortschritt, Unsicherheit, Umweltpolitik, Energiesteuer, nicht-handelbare Quote, organisationales Verhalten, Kapitalwert, Amortisationsdauer, Green-Light-Programm, Prinzipal-Agent-Theorie, Adoption Lag, Energieeffizienz, Klimaschutz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Energie-Effizienz Paradoxon, also den Umstand, dass profitable Investitionen in energiesparende Technologien von Unternehmen häufig unterlassen werden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der ökonomischen Analyse organisationaler Barrieren, dem Einfluss von technischer Unsicherheit auf Investitionszeitpunkte und der Effektivität umweltpolitischer Steuerungsinstrumente.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die theoretischen und empirischen Gründe für das Ausbleiben solcher Investitionen zu verstehen und zu bewerten, wie politische Rahmenbedingungen das Investitionsverhalten steuern können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine umweltökonomische Analyse, die sowohl auf bestehenden empirischen Daten (Regressionsanalysen) als auch auf der theoretischen Modellierung (Cobb-Douglas-Produktionsfunktionen, Bellmann-Gleichungen) basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung organisationaler Hindernisse (Kapitel 1), die Analyse des Investitionsverhaltens bei technischer Unsicherheit (Kapitel 2) und den Vergleich politischer Instrumente wie Energiesteuern und Quoten (Kapitel 3).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Energie-Effizienz Paradoxon, Investitionsbarrieren, Adoption Lag, umweltpolitische Instrumente und Modellanalyse charakterisieren.
Warum zögern Firmen laut dem Modell von van Soest und Bulte mit Investitionen?
Die Unternehmen agieren rational, indem sie abwarten, ob zukünftiger technologischer Fortschritt zu noch effizienteren Lösungen führt, was die Opportunitätskosten einer sofortigen Investition erhöht.
Ist laut der Arbeit die Energiesteuer oder die Quote als Instrument überlegen?
Das Modell zeigt, dass keine der beiden Optionen absolut dominiert; allerdings bietet die Energiesteuer bei zunehmender umweltpolitischer Strenge mehr Flexibilität für Unternehmen und ist daher in diesen Szenarien vorteilhafter.
- Quote paper
- B.Sc. BWL (HUB) Sebastian Schulze (Author), 2008, Investitionen in Energie einsparende Technologien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147933