Zur Frage nach dem Sinn des Lebens


Essay, 2007
4 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Zur Frage nach dem Sinn des Lebens

Ich gehöre nicht zu denjenigen, die dem "Sinn des Lebens" versuchen einen greifbaren Namen zu geben oder diesen Sinn auf irgendeine Art und Weise zu definieren. Die meisten dieser Sinnkonstruktionen, die ich im Laufe der Beschäftigung mit diesem Thema kennengelernt habe, haben mich nicht überzeugt und ich glaube, dass sie nur ansatzweise dem Phänomen des Sinn des Lebens gerecht werden konnten. Meines Erachtens liegt dieser Sinn gerade in seiner Unergründlichkeit und mir scheint je mehr man danach sucht und strebt er sich desto mehr verschleiert und verbirgt. Dies soll einleitend gesagt sein, ich hoffe, dass es mir im Laufe meines Essays gelingen wird diese meine Meinung plausibel zu machen. Ich werde dabei weitestgehend auf Quellen verzichten. Bevor ich beginne möchte ich jedoch anmerken, dass dieser Essay weder einen Anspruch auf hohe wissenschaftliche Qualität erhebt, noch den extrem neue oder gar revolutionäre Gedanken zu präsentieren. Er stellt vielmehr einen Eindruck dar, entstanden aus einem halben Jahr Beschäftigung mit diesem Thema. Zunächst möchte ich erwähnen, dass diese große Frage nach dem Sinn des Lebens in letzter Konsequenz nur individuell beantwortet werden kann. Wenn eine Antwort auf diese Frage gegeben wird, so wird sie stets von einer subjektiven Empfindung geleitet und auf etwas gerichtet, von dem man glaubt die größte Erfüllung das meiste Glück- kurz die schönsten Emotionen zu "erhalten"! Dies werde ich weiter unten näher erläutern. Zunächst würde ich jedoch gerne etwas anderes ins Spiel bringen; nämlich eine der erhellendsten Erkenntnisse, die ich in diesem ersten Semester an der FU Berlin gemacht habe. In seiner Vorlesung "Meisterargumente der Philosophie" ging Hr.Prof.Tetens in Anlehnung an Gilbert Ryle auf die sogenannte unterschiedliche "Tiefengrammatik" von zunächst einmal ähnlich bis gleich anmutenden Sachverhalten ein. Er zeigte dass bei der Frage "Was ist dieses oder jenes?" es von fundamentaler Bedeutung ist welches Wort man dahinter setzt. Die Frage "Was ist ein Tisch?" oder "Was ist das Himalayabebirge?" ist eine andere als beispielsweise die Frage "Was ist Zeit?"! Wir sind dazu geneigt uns von der ähnlichen "Oberflächengrammatik"´fehlleiten zu lassen und fallen einer Kategorienverwechslung anheim. Es liegt auf der Hand, das man auf die Frage was ist ein Tisch oder was ist das Himalayagebirge sehr schnell eine mehr oder minder eindeutige Antwort findet, während sich bei genauerer Überlegung der Frage was die Zeit sei einige Schwierigkeiten auftun müssten. Obgleich es mir sicherlich einiges an Mut abverlangt eine Parallele dieses Problems der genauen Sprachanalyse zu der Sinnfrage zu ziehen- steht diese Analogie doch nicht auf allzu festem Erkenntnisfundament- so glaube ich dass es sich ähnlich mit der Frage Was ist der Sinn des Lebens verhält. Diese Überlegung mag vielleicht eine Erklärung dafür sein, warum die Frage nach dem Sinn des Lebens so problematisch zu beantworten ist. Doch dieser Umstand bedeutet keineswegs, dass das Leben keinen Sinn hätte sondern nur das man diesen durch derartige Herangehensweisen verfehlen muss. Der Sinn unseres Lebens, unserer Existenz liegt in uns selbst, er offenbart sich in gewissen Momenten, in denen wir die Empfindung haben, dass das Leben etwas wert sei, wo wir uns erfüllt fühlen- im Einklang mit uns und unserer Umwelt sind. Dies führt uns zu der schon weiter oben erwähnten Überlegung, die mir im Rahmen der Diskussion der Sinnfrage sehr wesentlich erscheint. Ob wir der Auffassung sind das Leben bzw. unser Leben habe einen Sinn kann sich letztendlich nur an einem Gefühl manifestieren. Denn unsere Gefülswelt ist es, die uns erstens veranlasst diese Sinnfrage zu stellen ( was meistens, wie auch schon im Seminar erörtert, in existentiellen Notlagen geschieht) und zweitens uns diese Frage innerlich beantworten lässt, ob wir unser Leben oder das Leben an sich als sinnvoll/sinnerfüllt erachten oder nicht! Folgt man dieser Argumentation so scheint mir, ist die Frage nach dem Sinn nicht anderes als die Frage nach einem Gefühl. Und die Tatsache, dass Gefühle- insbesondere überschwenglich positive- nur schwer beschrieben werden können, sie werden meist ebenso mit dem Attribut des Unbeschreiblichen beschrieben (z.B. Das ist bzw. war einfach unbeschreiblich) mag vielleicht eine weitere Erklärung dafür sein, warum es so schwer fält die Frage nach dem Sinn angemessen zu beantworten. Eben diese Auffassung des Sinnbegriffs, die ich soeben dargelegt habe,steht ganz im Einklang zu den beiden Vorträgen, die ich im Seminar halten durfte; sie geht gewissermaßen aus ihnen hervor. Günther Anders unterstrich in seinem Aufsatz " Die Antiquiertheit des Sinnes" die schon oben angesprochene Bemerkung, dass wir die Sinnfrage fast ausschließlich angesichts der Existenz von Negativem stellen, weswegen er zu Recht die Einseitigkeit dieser Frage anmahnt und sie als eine so wörtlich "getarnte Rechtfertigungsfrage"[1] entlarvt. Am Ende seines Essays findet sich die so wunderbar

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[1] Christoph Fehige, Georg Meggle, Ulla Wessels, Der Sinn des Lebens, Deutscher Taschenbuchverlag 2000, S.139

Ende der Leseprobe aus 4 Seiten

Details

Titel
Zur Frage nach dem Sinn des Lebens
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Philosophisches Institut der Freien Universität Berlin)
Veranstaltung
Philosophischer Vortragskurs: Gibt es einen Sinn des Lebens?
Note
1,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
4
Katalognummer
V147949
ISBN (eBook)
9783640591169
Dateigröße
411 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sinn, Leben, Philosophie, Reflexion, Frage
Arbeit zitieren
Nathaniel Mandal (Autor), 2007, Zur Frage nach dem Sinn des Lebens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147949

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