Die vorliegende Stunde ist als Einführungsstunde der Unterrichtseinheit »Symbole der Taufe« konzipiert. Die Schüler sollen in dieser Unterrichtsstunde – vor allem anhand ihrer eigenen Erlebnisse und Erfahrungen – einen ersten Zugang zum Symbol »Wasser« erhalten. Dabei steht ein ganzheitlich-kreativer Umgang mit der positiven Seite der Wassersymbolik im Vordergrund, wodurch die Schüler ansatzweise ein Gespür für die lebensspendende bzw. lebenserhaltende Kraft des Wassers entwickeln sollen.
Die Einführungsstunde stellt den Ausgangspunkt für die zehnstündige Unterrichtseinheit zu den unterschiedlichen Symbolen der Taufe bzw. des Taufrituals dar, die im Laufe der Einheit nach und nach in den Fokus des Unterrichtsgeschehens rücken sollen. Zu Beginn der Unterrichtseinheit steht dabei das Symbol »Wasser« und seine grundlegende Bedeutung als Symbol des Lebens und der Lebenserhaltung im Mittelpunkt. In der zweiten Stunde sollen die Schüler - anknüpfend an ihre eigenen Erlebnisse und Erfahrungen mit Wasser - die Lebendigkeit und Vielfalt des Wassers erleben und nachspüren. Mit den Erkenntnissen aus den ersten beiden Stunden sollen die Schüler in einem nächsten Schritt anhand der biblischen Geschichte »Das Gespräch am Jakobsbrunnen« (Joh 4,1-42), die symbolische Bedeutung des Wassers als »lebendiges Wasser« erfahren. Die so erarbeitete symbolische Bedeutungsschicht des Wassers soll dann in der letzten Stunde der Einheit auf die Bedeutung des Taufwassers transferiert werden. Um das Verständnis der Schüler für Symbole innerhalb der Unterrichtseinheit zu erweitern, werden, wie bereits erwähnt, auch andere – für das Taufritual wichtige – Symbole behandelt. Dementsprechend werden in den darauffolgenden Stunden die Symbole Kreuz, Salböl, Licht, Kleid und Hand exemplarisch thematisiert. Zudem setzen sich die Schüler in der fünften Stunde mit der Bedeutung ihres eigenen Vornamens auseinander, mit dem sie in der Taufe angesprochen werden und der stellvertretend für die Einmaligkeit des Einzelnen, auch vor Gott, steht. In der abschließenden Unterrichtsstunde der Einheit sollen die Schüler dann die Bedeutung der erarbeiteten Symbole auf die Taufhandlung transferieren und ihre Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem Lernprozess reflektierend zur Sprache bringen.
Inhaltsverzeichnis
0. Vorwort
1. Bedingungsfeld
1.1 Schule und Situation des LAA
1.2 Klasseninterne Bedingungen/Bedingungen der Lerngruppe
2. Sachanalyse
2.1 Symbole und ihre Bedeutung für den Religionsunterricht
2.2 Das Symbol »Wasser«
3. Didaktische Analyse
3.1 Didaktische Überlegungen zum Umgang mit Symbolen im Religionsunterricht
3.2 Einordnung des Themas im Lehrplan und Arbeitsplan
3.3 Lernvoraussetzungen in Bezug auf die Sache
3.4 Didaktische Reduktion
4. Lernziele
5. Methodische Entscheidungen
5.1 Erläuterung der methodischen Konzeption
5.2 Lernvoraussetzungen bezüglich der Methode
5.3 Darstellung der Unterrichtsschritte und deren Begründung
6. Verlaufsplanung
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Unterrichtsstunde ist die Ermöglichung eines ganzheitlich-kreativen Zugangs zum Symbol „Wasser“. Die Lernenden sollen ihre individuellen Erlebnisse reflektieren und die lebensspendende sowie lebenserhaltende Kraft des Wassers als zentrale religiöse Bedeutungsschicht erfahren, um eine Grundlage für das Verständnis der Taufwahrnehmung zu schaffen.
- Wassersymbolik als Ausdruck lebensspendender Kraft
- Methoden der Symboldidaktik im Religionsunterricht
- Verbindung von Alltagserfahrungen mit religiösen Inhalten
- Kreative Versprachlichung von Symbolerfahrungen
Auszug aus dem Buch
2.2 Das Symbol »Wasser«
Zwar wird seit der Antike meist von vier Elementen gesprochen – Erde, Feuer, Luft sowie Wasser -, doch kommt dem Wasser dabei von jeher eine besondere Bedeutung zu. So heißt es bei Thales von Milet (650-560 v. Chr.) »Alles, was ist, kommt aus dem Wasser«. Für ihn ist Wasser das einzige Element, aus dem alle Dinge entstehen, woraus sie bestehen und worin sie letztendlich vergehen. Wasser ist Quelle von allem, was ist, damit auch Quelle und Ursprung allen Lebens. In vielen Schöpfungsmythen und Weltenstehungslehren steigen die Erde und das auf ihr wachsende Leben aus der Urflut hervor. Wasser ist gleichsam göttlich, die Fruchtbarkeit des Regens gilt als Segen Gottes. Jahwe ist »Quell des lebendigen Wassers« (Jer 2,13; Ps 36,10) und Jesus selbst schenkt dieses »lebendige Wasser« der Samariterin am Jakobsbrunnen (Joh 4,10). »Lebendiges Wasser« wird hier im symbolischen Kontext, als heilbringendes und ewiges Leben verheißendes Wasser verstanden.
Die unterschiedlichen Erscheinungsweisen des Wassers – wie z.B. Tropfen, Regen, Eis, Schnee, Quelle, Wasserfall, Teich, Fluss, See, Meer – lassen das Wasser auch im übertragenen Sinn zum Symbol des Lebens werden. Es beginnt als kleiner Tropfen und fließt mit vielen anderen Tropfen von der Quelle bis zur Mündung ins Meer. Wasser als Symbol des Lebens findet seine Bedeutung auch in den zahlreichen Heilquellen, die es bis heute gibt. Es heilt Kranke (z.B. heilendes Wasser aus Lourdes) und schenkt Erleichterung, aber auch innere Reinigung und Läuterung (z.B. am Ganges oder im Jordan). Diese innere Reinigung durch symbolhafte, rituelle Waschungen findet sich in zahlreichen Religionen. In der christlichen Kultur stellt das Sakrament der Taufe eine solche Reinigung dar.
Zusammenfassung der Kapitel
0. Vorwort: Die Stunde wird als Einstieg in eine zehnschrittige Unterrichtseinheit über Symbole der Taufe konzipiert, mit Fokus auf die Wassersymbolik.
1. Bedingungsfeld: Analyse der schulinternen Gegebenheiten sowie der Lernvoraussetzungen der Lerngruppe im Kontext der Religionsstunde.
2. Sachanalyse: Fachwissenschaftliche Betrachtung von Wasser als Element und Symbol sowie die theologische Bedeutung von Symbolen im Religionsunterricht.
3. Didaktische Analyse: Darlegung symboldidaktischer Ansätze und Begründung der Themenwahl für die 6. Klasse unter Berücksichtigung des Lehrplans.
4. Lernziele: Definition der Grob- und Feinziele, die den ganzheitlichen Zugang der Schüler zum Symbol Wasser sicherstellen sollen.
5. Methodische Entscheidungen: Erläuterung der Bildauswahl-Methode, des Einsatzes einer Fantasiereise und der kreativen Gestaltung von Postkartentexten zur Vertiefung des Lerninhalts.
6. Verlaufsplanung: Detaillierte Darstellung der zeitlichen und inhaltlichen Struktur der Unterrichtseinheit mit den konkreten Lehrer-Schüler-Interaktionen.
Schlüsselwörter
Symbol, Wasser, Religionsunterricht, Taufe, Symboldidaktik, Ganzheitlichkeit, Lebenssymbolik, Sakrament, Korrelationsdidaktik, Sinneserfahrung, Fantasiereise, Bildauswahl, religiöse Erziehung, Identität, Lebenserhaltung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit stellt den Entwurf für eine Prüfungslehrprobe im Fach Katholische Religion für die 6. Klasse dar, in der das Thema „Wasser als Symbol des Lebens“ behandelt wird.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Mittelpunkt stehen die didaktische Aufbereitung der Wassersymbolik sowie die Vorbereitung der Schüler auf das Verständnis der christlichen Taufsymbolik.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtsstunde?
Die Schüler sollen durch eigene Erfahrungen und kreative Methoden einen ganzheitlichen Zugang zum Symbol Wasser finden und dessen lebensspendende Bedeutung reflektieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein korrelationsdidaktischer Ansatz verfolgt, der individuelle Schülererfahrungen mit religiösen Symbolen verknüpft, unterstützt durch Methoden wie die Bildauswahl und Fantasiereisen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Sach- und Didaktikanalyse, die methodische Konzeption inklusive Verlaufsplanung und die Reflexion über den Einsatz von Symbolen im Unterricht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Symboldidaktik, Wasser, Religiöse Erziehung, Taufsymbolik und ganzheitlicher Lernzugang.
Warum wird das Thema Wasser gewählt?
Wasser dient als elementares Symbol des Lebens und ist somit ein idealer Einstieg, um das Verständnis für sakramentale Handlungen wie die Taufe in einer modernen, oft säkularisierten Lebenswelt zu fördern.
Welche Rolle spielt die Fantasiereise in der Stunde?
Die Fantasiereise ermöglicht einen emotionalen und unmittelbaren Zugang zum Thema, indem die Schüler ihre eigenen positiven Wasser-Erlebnisse in einer meditativen Phase abrufen.
Wie werden die Leistungen der Schüler differenziert?
Durch inhaltliche Raster und die Wahlfreiheit bei der Bildauswahl sowie gestalterische Differenzierung beim Postkarten-Schreiben wird den unterschiedlichen Leistungsniveaus der Klasse Rechnung getragen.
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- Sebastian Schmidt (Author), 2010, "Wasser als Symbol des Lebens" als Thema einer Unterrichtsstunde in der 6. Klasse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147967