Entwicklungschancen für Kinder aus Trennungsfamilien


Hausarbeit, 2007
18 Seiten, Note: 1,7
Christin Zimmer (Autor)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Studien & Ergebnisse
1.1 „California Children of Divorce Projects“ Studie
1.2 Andere Studien
1.3 Grenzen der Forschung

2. Chance & Risiken
2.1 Die Stieffamilie
2.2 Können Scheidungskinder glücklich werden?

3. Relevanzfürden Lehrerberuf
3.1 Warum ist die Thematik der Scheidung
wichtig für den Lehrerberuf?
3.2 Was ein Lehrer beachten sollte

Literaturverzeichnis

Entwicklungschancen von Kindern aus Trennungsfamilien

Einleitung

Die Scheidung ist ein Phänomen, das in vielen verschiedenen Bereichen diskutiert und analysiert wird. Vielleicht auch gerade deswegen, weil das Thema Scheidung sehr facettenreich ist und viele Menschen berührt. Fast jeder kennt einen Menschen, der eine Scheidung durchlebt hat, sei es als Kind oder als Erwachsener, als Elternteil. Bei einer Scheidungszahl von 204.000 Ehen im Jahr 2002 und den davon betroffenen 160.100 minderjährigen Kindern (Statistisches Bundesamt Wiesbaden, Dezember 2003), ist dies nicht verwunderlich.

Der Text „Entwicklungschancen von Kindern aus Trennungsfamilien“ von Ulrike Lehmkuhl befasst sich mit der Frage, ob es überhaupt positive Entwicklungschancen für Scheidungskinder gibt und dient als Grundlage dieser Ausarbeitung. Auf Grund dessen bezieht sich der vorliegende Text zu einem sehr großen Teil auf den Text von Ulrike Lehmkuhl.

Es ist festzustellen, dass Scheidungsforschung jahrzehntelang von der Defizithypothese dominiert war, d.h., dass die meisten Forschungen und Wissenschaftler davon ausgingen, dass die Scheidung ausschließlich negative Einflüsse auf die Kinder hat. Es wurden die oft aus einer Scheidung resultierenden psychischen Störungen und gestörten Entwicklungen der Kinder fokussiert und wiedergegeben.

Lehmkuhl legt ihr Augenmerk jedoch auf die Tatsache, dass viele Kinder und auch Eltern das Beste aus der Tatsache der Scheidung machen und sogar davon profitieren. Dennoch wird in ihren Ausführungen auch deutlich, dass die Kinder nicht nur länger mit der Last der Scheidung umgehen, sondern dass diese Verarbeitung sich auch schwerer gestaltet als bisher vermutet. Außerdem wird deutlich, dass viele Kinder anders mit der Situation der Scheidung umgehen und versuchen, diese zu verarbeiten als bislang vermutet (vgl. Lehmkuhl, 2004, S.212).

Ich werde in meinen Ausführungen zu dem Text von Frau Lehmkuhl auf die einzelnen Studien, die diese Ergebnisse schließen lassen, näher eingehen. Außerdem werde ich die aus diesen Studien resultierenden Bedingungen für eine positive Verarbeitung aufzeigen und ebenso deutlich machen, wie die Stieffamilie dazu beitragen kann. Jedoch möchte ich auch auf die Nachteile beziehungsweise neuen Entwicklungsaufgaben, die eine Stieffamilie mit sich bringt, hinweisen. Ebenso werden in dieser Arbeit die Grenzen der Forschung zu dem Thema „Entwicklungschancen von Kindern aus Trennungsfamilien“ dargestellt.

Ziel dieser Ausarbeitung soll jedoch weiterhin sein, zu zeigen welche Relevanz dieses Thema für den Lehrerberuf hat, was Lehrer im Falle einer Scheidung beachten sollten und wie sie gegebenenfalls eine Hilfestellung sein können. Außerdem hoffe ich Antworten auf die Fragen: Können Scheidungskinder glücklich werden? Werden Kinder aus Trennungsfamilien ihr ganzes Leben von diesem Lebenseinschnitt beeinflusst? und Wie können Lehrer bzw. Erzieher richtig mit solchen Kindern umgehen? zu finden. Bei meinen Ausführungen werde ich mich zusätzlich kurz auf den Sozialisationswissenschaftler Klaus Hurrelmann und Erik Eriksons Phasenmodell der psychosozialen Entwicklung beziehen.

1. Studien & Ergebnisse

Bei den im Text erwähnten Studien handelt es sich um Längsschnittstudien. Es werden verschiedene Studien genannt. Am ausführlichsten wird die Studie von Wallerstein und Kelly beschrieben, mit der sich Punkt 1.1 ausführlich beschäftigt. In 1.2 werden weitere Studien, jedoch nur zum Teil, beziehungsweise zum größten Teil deren Ergebnisse vorgestellt In Punkt 1.3 werden kurz die Grenzen solcher Forschungen dargestellt.

1.1 „California Children ofDivorce Projects“ Studie

„Die populärste Längsschnittstudie“ (Lehmkuhl, 2004, S.212) ist die des „California Children of Divorce Projects“. Die Leitung dieser Studie ist von Judith S. Wallerstein und Joan Berlin Kelly übernommen worden. Insgesamt nahmen 131 Kinder an dieser Untersuchung teil. Sie stellen die Hypothese auf, dass Kinder mit altersspezifischen Reaktionsmustern auf eine Trennung reagieren. Somit postulierten sie auch, dass das Trauma Scheidung unterschiedliche Störungsmuster verursacht, je nach Entwicklungsstand und Entwicklungsalter des Kindes. Es wurden für die Altersgruppen Vorschulalter, Latenzalter und Adoleszenz zentrale Reaktionsmuster beschrieben. Zu dieser Beschreibung diente die Auswertung der Studie, die sich über 25 Jahre hinauszog, also eine 25 - Jahreskatamnese darstellt.

Es wurde klar deutlich, dass das Kind den Lebenseinschnitt der Scheidung anders und viel intensiver wahrnimmt, als bis dato vermutet wurde. Außerdem dauert die Verarbeitung viel länger als angenommen. Zudem wurde deutlich, dass sie als Jugendliche spezifische, andere Probleme in der Paarbeziehung haben, als vergleichbare Gleichaltrige, die nicht aus einer Trennungfamile stammen (vgl. Lehmkuhl, 2004, S.212, 213).

1.2 Andere Studien

Hetherington und Kelly fanden in ihrer Studie zum Thema Trennung und Scheidung heraus, dass Kinder die Erfahrungen der Scheidung auch positiv für sich nutzen können. Allerdings sind dafür zahlreiche Faktoren vonnöten. Diese Faktoren werden im Folgenden vorgestellt.

Zunächst ist ein offener Umgang mit der neuen Lebenssituation sehr wichtig. Die Eltern und die Kinder sollten miteinander reden und die Probleme offen thematisieren. Außerdem ist ein kompetenter und verlässlicher Erziehungsstil von großer Wichtigkeit. Die Kinder brauchen klare Linien, die ihnen zeigen, wie sie mit der Situation umgehen können und dass es Konstanten in ihrem Leben gibt. Eine weitere wichtige und große Rolle spielen die Verwandten und Freunde der Familie (vgl. Lehmkuhl, 2004, S.212, 213). In diesem Kreis sollte das Kinder ebenfalls Unterstützung zur Verarbeitung und bei der Suche nach dem richtigen Weg im Umgang mit der Situation der Trennung erhalten. Gerade in diesem Umfeld können die Kinder sich mit Meinungen anderer, nicht direkt zum engeren Familienkreis gehörender Personen, auseinandersetzen und oftmals noch offener über ihre Emotionen und Gedanken sprechen. Außerdem können sie dem Spannungsfeld in der Kleinfamilie entfliehen und positive Lebenserfahrungen sammeln, die sie von den Problemen zuhause ablenken können.

Besonders wichtig ist die Bereitschaft des Kindes zur Veränderung. Es muss lernen, die veränderte Situation zu akzeptieren und in ihr neue Lebensherausforderungen entdecken. Eben an diesen Herausforderungen kann es wachsen und Erfahrungen sammeln. Genau die Fähigkeiten müssen sowohl von den Eltern als auch von dem außerfamiliären Umfeld gefördert werden. Immerhin konnten sich „bis zu 80 Prozent der Kinder (und Erwachsenen) nach einer für alle Beteiligten schmerzhaften Lebensphase gut an die neue Situation anpassen“ (Lehmkuhl, 2004, S. 213). Daran wird deutlich, dass bis dato die Resilienz, die Fähigkeiten und die Kräfte des Kindes unterschätzt wurden.

Dennoch weisen zahlreiche Studien darauf hin, dass die Trennung der Eltern und somit oftmals auch die Auflösung des bisherigen Lebensumfeldes als ein gravierender Einschnitt in das Leben des Kindes, beziehungsweise in das des Jugendlichen zu werten ist. Es ist eine für das Kind oder den Jugendlichen äußerst stressige und schwierige Phase im Leben, die nicht immer positiv abgeschlossen werden kann beziehungsweise wird. So kann es zu Verhaltensstörungen, die sich beispielsweise durch Aggressivität, psychosomatische Störungen oder Angst äußern, kommen.

Als kurzes Beispiel soll hier die Angst erläutert werden. Bei einer Scheidung spürt das Kind viele und vor allem verschiedene Ängste. Zunächst wird es von einem Elternteil in seinen Augen verlassen. Der Vater oder die Mutter ziehen in den meisten Fällen aus und sind somit nicht mehr jederzeit erreichbar beziehungsweise. nicht mehr direkt in der Umgebung des Kindes präsent, wie sie es zuvor waren.

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Entwicklungschancen für Kinder aus Trennungsfamilien
Hochschule
Universität Potsdam
Note
1,7
Autor
Jahr
2007
Seiten
18
Katalognummer
V148016
ISBN (eBook)
9783640590506
ISBN (Buch)
9783640590339
Dateigröße
442 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Entwicklung, Scheidung, Trennungsfamilie, Scheidungskinder, Lehrer
Arbeit zitieren
Christin Zimmer (Autor), 2007, Entwicklungschancen für Kinder aus Trennungsfamilien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148016

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