Zukunft von On-Demand-Portalen am Beispiel von Youtube


Projektarbeit, 2007

31 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Forschungsfrage/ Theorien

3. Stichprobe/ Durchführung

4. Der Fragebogen
4.1 Das Layout
4.2. Aufbau
4.2.1 Abschnitt 1: Fernsehnutzungsverhalten
4.2.2 Abschnitt 2: Befragte, die Videoportale nicht kennen
4.2.3 Abschnitt 3: Befragte, die Videoportale kennen, aber nicht nutzen
4.2.4 Abschnitt 4: Befragte, die Videoportale bereits nutzen
4.2.5 Abschnitt 5: Kategoriennutzung auf Videoportalen
4.2.6 Abschnitt 6: Sicherheitsrisiken
4.2.7 Abschnitt 7: Ein Blick in die Zukunft
4.2.8 Abschnitt 8: Demographische Angaben

5. Pretest

6. Fazit

7. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Seit einigen Jahren vollzieht sich eine Umstrukturierung in dem angebotenen Repertoire an audiovisuellen Medien sowie dem Programmangebot innerhalb der einzelnen audiovisuellen Medien. Doch gerade im Fernsehen bedeutet die Ausweitung der Vielzahl an Programmen nicht gleichzeitig eine inhaltliche Bereicherung. Steigende Gebühren bei den öffentlich-rechtlichen Sendern und ein immer expandierender Werbungsanteil bei den privaten Sendern sorgen für Unmut beim Zuschauer. Gleichzeitig erfährt das Internet einen steigenden Nutzungsboom und gerade die seit ca. ein bis zwei Jahren populär gewordenen Videoportale im Internet (wie z.B. YouTube, ClipFish, MyVideo oder VideoTube) gewinnen täglich neue Nutzer für sich.

Das Prinzip ist einfach: Der Betreiber stellt Server bereit, auf die jeder Nutzer seine eigenen Videos hoch laden kann, die dann von jedem angesehen werden können – wann und wie oft der Nutzer es erwünscht. So gelangen nicht nur privat produzierte Videos, sondern auch Mitschnitte aus dem Fernsehen oder eigens für die Videoportale produzierte Kurzfilme, Trailer o.Ä. in den Umlauf und ins Angebot der Portale.

Die Videoportalbetreiber entwickeln sich zu bisher nicht geahnten Wirtschaftsriesen. So wurde Youtube 2006 für 1.3 Milliarden Euro verkauft und lenkt die Aufmerksamkeit von verschiedenen Branchen auf sich. Die Musikbranche produziert Videos eigens für Videoportale und Werbungen werden als sogenannte Virals über solche Internetplatt-formen verbreitet.

Auch die Nutzungsaktivität kennt keine Grenzen. 100 000 000 Videos werden laut YouTube.com jeden Tag angesehen und mindestens 65 000 neue Videos werden täglich hochgeladen. Durch die Möglichkeit, die dem Videoportalnutzer gegeben wird, sich aus einem fast unbegrenzten Angebot, Videos unabhängig von Ort und Zeit kostenfrei beliebig oft ansehen zu können, weisen die Videoportale dem Fernsehen gegenüber deutliche Vorteile auf. Auch wenn derzeit noch die Bild- und Tonqualität der Videos zu beanstanden sind, stellt sich doch die Frage, ob Videoportale eine ernstzunehmende Konkurrenz für das Fernsehen darstellen oder sie sogar das Fernsehen von morgen sein können. Wird sich lediglich eine Umstruktierung gemäß dem Rieplschen Gesetz vollziehen, oder wird sich diese Faustregel im Kampf zwischen unterlegenem TV und immer optimalerem Videoportal nicht bewähren können?

2. Forschungsfrage/ Theorien

Anders als es in der Vergangenheit bei Umstrukturierungen in der Medienlandschaft der Fall war, so ist das Internet revolutionärer als alle anderen Medienformen zuvor. Somit scheint es fragwürdiger, ob das Rieplsche Gesetz weiterhin Bestand haben wird. Wolfgang Riepl formulierte 1913 folgende These:

„... daß [!] die einfachsten Mittel, Formen und Methoden (der Kommunikation), wenn sie sich nur einmal eingebürgert haben und brauchbar befunden worden sind, auch dann von den vollkommensten und höchst entwickelten niemals wieder gänzlich oder dauernd verdrängt oder außer Gebrauch gebracht werden können, sondern daß sie sich neben diesen erhalten und daß sie genötigt werden, andere Aufgaben und

Verwertungsgebiete aufzusuchen.“

Diese einfachsten Mittel, Formen und Methoden der Kommunikation lassen sich im Internet alle vereinen. Internetradio, -Zeitungen und Internetfernsehen sind keine Seltenheit mehr. Die neuen Medien sind sogar noch flexibler als die herkömmlichen Formen, da es keine räumlichen und zeitlichen Grenzen mehr gibt. Alles ist sofort per Mausklick nach Belieben abrufbar. Wir wollen versuchen, die vielleicht noch etwas überspitzte Frage zu beantworten, ob wir das alte Medium Fernsehen überhaupt noch brauchen und stellen somit die gewagte These:

Videoportale wie YouTube.com sind das Fernsehen von morgen oder werden zumindest eine ernstzunehmende Konkurrenz darstellen.

Um mit dieser Forschungsfrage adäquat arbeiten zu können, müssen eine Reihe an Vorüberlegungen getroffen werden, da viele Faktoren eine Rolle bei dieser hypothetischen Frage spielen. Zunächst mussten die Hauptcharakteristika der beiden Medien „Fernsehen“ und „Videoportal“ ausfindig gemacht und betrachtet werden. Dazu war es notwendig, eine kleine Vorstudie durchzuführen, in der wir Probanden fragten, welche Vor- und Nachteile sie persönlich in dem jeweiligen Medium sehen. Ein wichtiges Kriterium ist, herauszufinden, ob und wie diese Vor- und Nachteile miteinander konkurrieren. Denn Faktoren wie die Bildqualität stehen, zumindest auf dem heutigen Stand der Technik, zwischen den beiden Medien in direkter Konkurrenz. Jedoch, so nehmen wir an, wird sich bei diesem rein technischen Faktor, einem der Hauptnachteile von Videoportalen zur Zeit, in Zukunft ein Gleichgewicht einstellen, da die Bildqualität künftig durch höhere Serverleistungen und schnellere Internetverbindungen noch erheblich steigen wird und die Bildqualität der Fernseherbildqualität in nichts mehr nachstehen wird. Doch auch äußere Umstände und inhaltliche Überlegungen spielen eine wichtige Rolle. So ist zu hinterfragen, in welchen Situationen und zu welchem Zweck der Fernseher oder Videoportale genutzt werden. Um nur ein paar Möglichkeiten zu nennen, könnte die Nutzung der Unterhaltung oder der Informationsgewinnung dienen, sie könnte eine Art der bewussten Nebenbeschallung oder aber eine familiäre Hauptbeschäftigung darstellen.

Es gilt nun primär herauszufinden, welche Faktoren für den Nutzer entscheidend sind, sich einem jeweiligen Medium zuzuwenden. Wer nutzt Videoportale, wer nicht und wieso findet Nutzung oder Nichtnutzung überhaupt statt?

Eine ebenso wichtige Überlegung betrifft die Inhalte der jeweiligen Medien. Wir wollen erforschen, welche thematischen Inhalte beim jeweiligen Medium genutzt werden und wie zufrieden die Nutzer mit dem Angebot sind. Es wird sich dann herausstellen, ob sich die genutzten Themenbereiche überschneiden, oder ob sich Videoportale auf andere Themenbereiche konzentrieren als das Fernsehen.

Prinzipiell müssen wir bei dem Design des Fragebogens davon ausgehen, dass gerade die jüngere Bevölkerung Hauptnutzer von Videoportalen ist. Die jüngeren Generationen sind meist mit dem Computer und Internet aufgewachsen und sind demzufolge dem Umgang mit den neuen Medien viel aufgeschlossener. Die älteren Bevölkerungsschichten hingegen können sich oftmals nicht mit den neuen technischen Errungenschaften anfreunden und preferieren den altbekannten Fernseher und andere herkömmliche Medien. Wir gehen davon aus, dass die Nutzerschaft des Fernsehens noch die deutliche Mehrheit ausmacht, auch wenn viele Nutzer zusätzlich Videoportale nutzen. Ein Rezipient, der ausschließlich Videoportale nutzt, ist wohl noch eher die Seltenheit. Deren Motive aber können in erheblichem Maße zur Beantwortung der Forschungsfrage beitragen.

Eine abschließende Überlegung gilt der Objektivität bei der Fragebogengestaltung. Die in diesem Abschnitt angeführten allgemeinen Überlegungen, Thesen und Annahmen dienen der Orientierung und müssen zu jedem Zeitpunkt neutral behandelt werden. Sie dürfen das Design des Fragebogens nicht in die Richtung eines individuell erwünschten Forschungsergebnisses manipulieren. Nur so können wir objektive, reliable und somit valide Forschungsergebnisse im Sinne der Wissenschaft erzielen.

3. Stichprobe/ Durchführung

Als Grundgesamtheit für unseren Fragebogen betrachten wir die Gesamtbevölkerung der über Vierzehnjährigen der Bundesrepublik Deutschland. Aus ihr wird dann die Stichprobe mittels Melderegister der Gemeinden und Random Route-Verfahren ermittelt. Da es sich um eine repräsentative Umfrage handelt, sollten mindestens 5000 Personen befragt werden. Die Zustellung erfolgt per Post, da sich die postalische Befragungsmethode am besten für unser Thema eignet. Schnelle Forschungsergebnisse sind nicht von Nöten und die teilweise bei anderen Befragungsmethoden fehlende Privatsphäre könnte die Ergebnisse des Fragebogens verzerren. Das Problem der häufig niedrigen Rücklaufquoten wollen wir mit Hilfe der Total Design Method (TDM) nach Dillmann ausräumen. Eine Woche nach dem ersten Versand wird eine mit Dank an alle Teilnehmer und freundliche Erinnerung an alle anderen verschickt. Drei Wochen später werden nochmals Fragebogen und ein kürzerer Brief versendet. Nach sieben Wochen erfolgt die letzte Maßnahme mit dem Versand der so genannten certified Mail, die per Einschreiben mit erneut beigelegtem Fragebogen verschickt wird.

Dem Fragebogen ist ein freundliches Anschreiben beigelegt, das kurz die Nützlichkeit der Studie erläutert und die Wichtigkeit der Befragung zum Ausdruck bringt. Durch dieses Anschreiben wird Vertrauen erzeugt, ebenso wie das Erklären der auf jedem Fragebogen vermerkten Identifikationsnummer zur Kontrolle der Rücksendungen, die häufig die Befragten an ihrer Anonymitätszusicherung zweifeln lässt. Das Anschreiben haben wir mit gedruckter blue-ball-point-Unterschrift vom Forschungsleiter unterschreiben lassen, da dies ebenfalls Seriosität und Vertrauen vermittelt. Damit keine Kosten für die Befragten anfallen, wird ein frankiertes Rückkuvert ebenfalls beigelegt. Zur weiteren Steigerung der Rücklaufsquote sollte die Post jeweils in der Mitte der Woche verschickt werden, um den Befragten Zeit zum Ausfüllen am Wochenende zu geben.

4. Der Fragebogen

4.1 Das Layout

Gemäß Dillmans TDM ist der Fragebogen in Broschürenform auf weißem Papier mit freigelassener Front- und letzter Seite verfasst, um eine gewisse Seriosität, Wichtigkeit und eine leichte Handhabung des Fragebogens auch optisch zu vermitteln.

Gerade der Anfang eines Fragebogens ist wichtig für den weiteren Verlauf der Befragung. So haben wir uns für eine Eisbrecherfrage („Kennen Sie das auch? Sie haben etwas im Fernsehen verpasst und ärgern sich, das Programm nicht gesehen zu haben?“) entschieden, die gleichzeitig eine Wegwerffrage ist und nicht in die Auswertung eingeht, sondern lediglich einem einfachen und interessanten Einstieg dient. Mit dieser Frage wird wohl jeder leicht zurecht kommen und sich mit der geschilderten Situation identifizieren können. Im weiteren Verlauf verzichteten wir auf den Gebrauch von Pufferfragen, da sich die einzelnen Abschnitte durch ihre Thematik ohnehin schon stark voneinander abgrenzen und sie teilweise durch kurze Einleitungstexte vom vorigen Abschnitt getrennt sind.

Wir haben darauf geachtet, dass inhaltlich gleiche Fragen in aufeinander aufbauenden Komplexen zusammengestellt sind, Fragen, die sich ungewollt aufeinander beziehen, jedoch nicht eng beieinander stehen. Zwar machen Filter einen Fragebogen immer komplexer, bei unserer Thematik ist eine Filterführung allerdings unausweichlich, da wir das Verhalten und Gründe für alle Verhaltensmuster erfahren wollen. Sowohl Informationen über Nutzer, als auch über Nichtnutzer (und hier im Unterschied die, die Videoportale bewusst nicht nutzen und denen, die Videoportale schlichtweg nicht kennen) sind elementar für die Beantwortung der Forschungsfrage. Dabei mussten wir darauf achten, dass jede gefilterte Gruppe ungefähr gleich viele Fragen zu beantworten hat. Um die Filterführung zu vereinfachen, haben wir an jeder kritischen Stelle mehrfach Hinweise positioniert, die Auskunft über das weitere Ausfüllen des Fragebogens geben.

Ein weiterer Punkt nach Dillmann, den wir berüchsichtigt haben, ist die Platzierung der demographischen Angaben am Ende des Fragebogens, um den Befragten nicht vom Ausfüllen des Fragebogens abzuschrecken. Auf der letzten Seite befindet sich eine obligatorische Dankesformel, die Einladung zu einer Kommentierung der Untersuchung sowie der dazu entsprechende Freiraum für Bemerkungen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten

Details

Titel
Zukunft von On-Demand-Portalen am Beispiel von Youtube
Hochschule
Universität Leipzig  (Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft)
Veranstaltung
Befragung in der Empirie
Note
1,3
Autor
Jahr
2007
Seiten
31
Katalognummer
V148179
ISBN (eBook)
9783640596553
ISBN (Buch)
9783640596782
Dateigröße
684 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Anhang: Fragebogen
Schlagworte
Youtube, On Demand, Videoportale, Empirie, Fragebogen, Pre-Test
Arbeit zitieren
Stephan Jung (Autor), 2007, Zukunft von On-Demand-Portalen am Beispiel von Youtube, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148179

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