Gemessen an seinem Gesamtumschlag von 55,1 Millionen Tonnen im Jahr 2007 ist der Duisburg-Ruhrort Hafen der größte Binnenhafen der Welt, welcher außerdem noch die größte Binnenschifffahrtdichte der Welt hat. Der Grund für die Entwicklung des Duisburg-Ruhrort Hafen liegt in der starken Industrialisierung des Ruhrgebiets. Seine Struktur unterliegt einem ständigen Wandel seit Beginn der Ruhrgebietsindustrie bis zur heutigen wirtschaftlichen Veränderung.
In dieser Hausarbeit wird untersucht, auf welche Weise sich der Strukturwandel auf den Duisburger Hafen ausgewirkt hat. Des Weiteren wird dargestellt, welche Nutzungsänderungen sich vollzogen haben und wie der Duisburg-Ruhrort Hafen aktuell genutzt wird und wie seine Zukunft aussieht. Ist der Duisburger Hafen in seiner jetzigen und zukünftigen Entwicklung weiterhin von der Struktur des Ruhrgebiets abhängig?
Im Rahmen dieser Hausarbeit werden sämtliche industriell und logistisch genutzte Häfen im Duisburger Stadtgebiet untersucht. Hierzu zählen zum einen die öffentlichen Häfen des duisport , zum anderen die privaten Werkshäfen am Rhein. Es wird zu Beginn ein kurzer Überblick über die Geschichte des Duisburg-Ruhrort Hafens gegeben. Im weiteren Verlauf der Arbeit wird auf den Beginn des Strukturwandels in den 1950er Jahren eingegangen und schließlich die aktuelle Situation und das Beispiel des logports dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Ruhrorter Hafen von seiner Entstehung bis zum Zweiten Weltkrieg
2.1 Der Hafen vor der Industrialisierung
2.2 Die Erweiterungen der Häfen seit Beginn der Industrialisierung
3. Die Auswirkungen des Strukturwandels im Ruhrgebiet auf den Duisburger Hafen
3.1 Bedeutungsverlust des Hafens
3.2 Veränderungen der Flächennutzung und Modernisierungsmaßnahmen
4. Der multimodale Logistikstandort duisport
4.1 Die heutige Struktur des Hafens – neue Nutzungskonzepte
4.2 Bedeutung der Werkshäfen am Rhein
4.3 Der logport : Musterprojekt eines modernen Logistik-
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen des wirtschaftlichen Strukturwandels im Ruhrgebiet auf den Duisburger Hafen. Dabei wird analysiert, wie sich der Hafen von einem klassischen Umschlagplatz für Massengüter zu einem modernen, trimodalen Logistikstandort entwickelt hat und welchen Einfluss neue Nutzungskonzepte auf seine Zukunftsfähigkeit ausüben.
- Historische Entwicklung des Duisburger Hafens
- Analyse des Strukturwandels und seiner Auswirkungen auf den Umschlag
- Transformation zu einem modernen Logistikzentrum (duisport)
- Bedeutung privater Werkshäfen im Vergleich zu öffentlichen Anlagen
- Das Projekt logport als Musterbeispiel für moderne Logistik
Auszug aus dem Buch
4.1 Die heutige Struktur des Hafens – neue Nutzungskonzepte
Seit der Stahlkrise in den 1980er Jahren hat man begonnen, den Duisburger Hafen auf größere Weise umzustrukturieren. Es wurden Pläne erstellt, die öffentlichen Hafenanlagen von einem Zentrum für den Umschlag von Massengütern in ein Zentrum für moderne Logistik, dem Umschlag von hochwertigen Stückgütern umzugestalten. Im Jahre 1999, zur Eröffnung des logports gab man das Ziel an, den „Standort [Duisburg] zu einem Verkehrs- und Distributionszentrum für den zentraleuropäischen Raum“ zu entwickeln, „als Wachstumsfelder werden der Container- und Importkohleverkehr definiert“.
Im Jahre 1984 wurden erste Planungen umgesetzt und das erste Containerterminal (DeCeTe), eine Roll-on-Roll-Off-Anlage (RoRo) zur Beladung von Schiffen mit Fahrzeugen (beide Südhafen) sowie eine moderne Kohlenmisch- und –verladeanlage (Kohleninsel) errichtet. Dank des Bergbaus unter dem Rhein können seit einer künstlichen Bergsenkung große Schubverbände und Rhein-See-Schiffe (short-sea-ships) den Hafen anlaufen. So wurde der direkte Transport bis nach Skandinavien oder Großbritannien möglich, was den Containertransport günstig beeinflusste.
Im Parallelhafen entstand 1987 das Rhein-Ruhr-Terminal und im Südhafen 1992 der KLV-Bahnhof, beide für Container und kombinierten Verkehr. In Kasslerfeld eröffnete 1991 der erste von drei Duisburger Logistikparks. Im Jahre 1998 entstand das Packing Center Duisburg, in dem hochwertige Güter seefest verpackt werden. Duisburg passte sich somit an die veränderten logistischen Rahmenbedingungen an. Dies hatte auch zur Folge, dass die Ruhrorter Häfen von der Rezession Ende der 1980er Jahre kaum betroffen waren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert den Duisburger Hafen als bedeutendsten Binnenhafen und stellt die Forschungsfrage nach den Auswirkungen des Strukturwandels auf seine Entwicklung.
2. Der Ruhrorter Hafen von seiner Entstehung bis zum Zweiten Weltkrieg: Dieses Kapitel skizziert die historische Entstehung des Hafens als Umschlagplatz für Kohle und Holz seit dem Mittelalter bis zur Industrialisierung.
3. Die Auswirkungen des Strukturwandels im Ruhrgebiet auf den Duisburger Hafen: Hier wird der Bedeutungsverlust traditioneller Güter wie Kohle und Erz durch die wirtschaftliche Krise der Nachkriegszeit thematisiert.
4. Der multimodale Logistikstandort duisport: Das Kapitel beschreibt den modernen Wandel hin zum trimodalen Logistikzentrum und die Bedeutung innovativer Projekte wie dem logport.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass der Hafen den Wandel erfolgreich bewältigt hat und sich heute als multifunktionaler Dienstleister positioniert.
Schlüsselwörter
Duisburger Hafen, Strukturwandel, Logistik, duisport, logport, Binnenhafen, Containerumschlag, Massengut, Werkshafen, Rheinschifffahrt, Kohleumschlag, Infrastruktur, trimodaler Verkehr, Wirtschaftsgeschichte, Duisburg
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Entwicklung des Duisburger Hafens unter dem Einfluss des wirtschaftlichen Strukturwandels im Ruhrgebiet.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die historische Hafengenese, der Wandel von der Schwerindustrie hin zur Logistikbranche und die Bedeutung intermodaler Transportwege.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie sich der Hafen an wirtschaftliche Veränderungen angepasst hat und welche neuen Nutzungskonzepte ihn heute als Logistikstandort auszeichnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert primär auf einer historischen Analyse sowie einer Auswertung von Statistiken zum Güterumschlag und der Hafeninfrastruktur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt den historischen Rückblick, den Bedeutungsverlust klassischer Industriegüter sowie die moderne Neuausrichtung durch Projekte wie logport.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Duisburger Hafen, Strukturwandel, Logistikstandort, duisport und Containerumschlag.
Warum spielt der "logport" eine besondere Rolle?
Der logport dient als Musterbeispiel für die Ansiedlung moderner Logistikunternehmen auf ehemaligen Industriebrachen und steht für den erfolgreichen Wandel des Hafens.
Welche Bedeutung haben die privaten Werkshäfen?
Die Werkshäfen am Rhein erlauben den direkten Umschlag von Massengütern für die produzierende Industrie, wodurch Kosten und Zeit für Zwischentransporte eingespart werden.
- Quote paper
- Karin Miosga (Author), 2008, Geschichte und Strukturwandel des Duisburg-Ruhrort Hafens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148189