Diese Arbeit handelt von einer betriebswirtschaftliche Analyse der Solarindustrie mit dem Schwerpunkt der Beschaffungsseite. Angebot und Nachfrage stehen im Mittelpunkt und es werden die enormen Kostensenkungspotenziale der Solarzellenproduktion für kristalline Solarmodule erläutert.
Als Orientierung dienen die größten Siliziumproduzenten (z.B. Wacker Chemie) und die größten Siliziumabnehmer (z.B. Q-Cells).
Diese Arbeit wurde mit Hilfe von EupD Research und und dem ISE Frauenhoferinstitut für solare Energiesysteme erstellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Rahmenbedingungen der Photovoltaik-Industrie
2.1 Der Weg zur Silizium-Solarzelle
2.2 Die Gewinnung von Solarsilizium
2.3 Der Einfluss des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes
3. Gegenwartssituation der Supply-Chain für die PV-Industrie
3.1 Die Struktur der Supply-Chain
3.1.1 Eine kurze Begriffsdefinition
3.1.2 Die Wertschöpfungskette
3.2 Verwendung von Silizium in der PV-Industrie
3.2.1 Funktionsweise und Marktanteile der Silizium-Solarzellen
3.2.2 Einfluss von Forschung und Entwicklung auf den Silizium-Markt
3.3 Gegebenheiten für den Silizium-Markt
3.3.1 Produzenten und Abnehmer für Solarsilizium
3.3.2 Kostentreiber und Lieferbedingungen für Solarsilizium
4. Analyse der Supply-Chain-Strukturen
4.1 Potenziale für die Beschaffungsseite
4.2 Verhandlungsmacht der Markteilnehmer
4.3 Marktentwicklungen
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert die aktuellen Supply-Chain-Strukturen in der Photovoltaik-Industrie mit einem besonderen Fokus auf die Beschaffungsseite von Solarsilizium. Ziel ist es, die Auswirkungen der Rohstoffverfügbarkeit und der Marktbedingungen auf die Geschäftsbeziehungen zwischen Siliziumproduzenten und Solarzellenherstellern zu untersuchen sowie zukünftige Trends und Optimierungspotenziale abzuleiten.
- Analyse der Wertschöpfungskette in der PV-Industrie
- Untersuchung der Rolle von Silizium als Engpassfaktor
- Evaluation des Einflusses des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG)
- Bewertung von Machtverhältnissen und Verhandlungsstrategien zwischen Marktteilnehmern
- Einfluss von Forschung und Entwicklung auf Materialeffizienz und Produktionskosten
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Eine kurze Begriffsdefinition
Jedes Unternehmen sollte das Ziel haben, sämtliche Bereiche der Wertschöpfungskette optimal aufeinander abzustimmen, um sich so Wettbewerbsvorteile zu sichern und eine langfristige Unternehmenstätigkeit, so weit möglich, zu garantieren.
Eine einheitliche Definition der Supply Chain existiert in der Literatur zu dieser Thematik nicht. Zu unterschiedlich sind die verschiedenen Betrachtungsweisen mit denen die Wissenschaft die Zusammenhänge der Supply Chain zu charakterisieren versucht. Eine einfache und zweckmäßige Definition der Supply Chain könnte wie folgt lauten. Die Einteilung der miteinander verbundenen Wertschöpfungsstufen in Prozesse, sowie der bei einer Produktion von Gütern einhergehende Material und Informationsfluss, einerlei ob in Richtung des Fertigungsstromes oder entgegengesetzt.
Für die Supply Chain der PV-Industrie sind alle beeinflussenden Methoden, wie „Just in Time“, „Kanban“, „Muda“ oder „Kaizen,“ von Bedeutung. Da es sich bei der Photovoltaik um eine Hochtechnologie handelt, in der bereits zeitnah (Just in Time) und mit einer hohen Produktionskontrolle (Kanban) gearbeitet wird, kommen der Verschwendung „Muda“ und der kontinuierlichen Verbesserung „Kaizen“ eine übergeordnete Rolle bei der Kostenreduktion zu. Beim Kaizen, ein Verfahren das in Japan entwickelt wurde, sollen Material, Zeit, Personal und Kosten reduziert werden. In der hochtechnisierten PV-Industrie spielen die Personalkosten bei der Herstellung von Solarzellen jedoch eine untergeordnete Rolle. Vielmehr stehen die Optimierung des Materialeinsatzes und Zeitaufwands im Fokus der Industrie.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Bedeutung der Photovoltaik als Energieträger dar und definiert den Fokus auf die Supply-Chain-Strukturen der Beschaffungsseite bei Silizium.
2. Rahmenbedingungen der Photovoltaik-Industrie: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung der Solarzelle, die Gewinnung von Silizium und die politisch-wirtschaftliche Bedeutung des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes.
3. Gegenwartssituation der Supply-Chain für die PV-Industrie: Hier werden die Struktur der Wertschöpfungskette, die technische Verwendung von Silizium sowie die Marktsituation für den Rohstoff detailliert analysiert.
4. Analyse der Supply-Chain-Strukturen: Das Kapitel untersucht Kostenpotenziale, Machtverhältnisse zwischen Zulieferern und Abnehmern sowie aktuelle Trends und Kooperationsmodelle innerhalb der Branche.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, beantwortet die Forschungsfragen zur Siliziumknappheit und bewertet die zukünftige Entwicklung der Marktstruktur.
Schlüsselwörter
Photovoltaik, Solarsilizium, Supply-Chain-Strukturen, Wertschöpfungskette, Erneuerbare-Energien-Gesetz, Silizium-Solarzelle, Beschaffungsmanagement, Marktmacht, Materialeffizienz, Produktionskosten, Lernkurveneffekt, Forschung und Entwicklung, Halbleitermaterial, Dünnschichttechnologie, Netzparität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der betriebswirtschaftlichen Analyse der Supply-Chain-Strukturen in der Photovoltaik-Industrie, insbesondere unter dem Aspekt der Siliziumbeschaffung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den zentralen Themen gehören die Wertschöpfungsstufen der Silizium-Solarzelle, die Abhängigkeiten der Branche von staatlicher Förderung sowie die Verhandlungsmacht zwischen Siliziumproduzenten und Solarzellenherstellern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die aktuelle Situation der Rohstoffversorgung (Solarsilizium) zu bewerten und Strategien aufzuzeigen, wie Unternehmen auf Marktveränderungen und Lieferengpässe reagieren können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Übertragung betriebswirtschaftlicher Theorien auf die spezifischen Strukturen der Photovoltaik-Branche, ergänzt durch Fallbeispiele bekannter Unternehmen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Rahmenbedingungen, die detaillierte Analyse der Supply-Chain-Strukturen und die Untersuchung der Marktentwicklungen sowie der Machtverhältnisse der Akteure.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Photovoltaik, Solarsilizium, Wertschöpfungskette, Supply-Chain, EEG, Materialeffizienz und Verhandlungsmacht.
Wie hat sich die Verhandlungsmacht zwischen Produzenten und Abnehmern in den letzten Jahren verändert?
Aufgrund von Siliziumknappheit lag die Macht lange bei den Siliziumproduzenten. Mit steigenden Kapazitäten und neuen Marktteilnehmern verschiebt sich die Macht jedoch zunehmend zugunsten der Solarzellenhersteller.
Welche Rolle spielt die Forschung und Entwicklung für den Silizium-Markt?
F&E ist entscheidend, um durch dünnere Wafer und optimierte Sägeverfahren den Materialverbrauch pro Zelle zu senken, was die Abhängigkeit vom Siliziummarkt reduziert und Kosten senkt.
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- Felix Goldbach (Author), 2009, Analyse der Supply-Chain-Strukturen der Photovoltaik-Industrie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148201