Prekär und ungerecht?

Bedeutung von Praktika für Hochschulabsolventen


Hausarbeit (Hauptseminar), 2010
7 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

1 Einleitung

Die momentane Lage auf dem Arbeitsmarkt ist schlecht, nicht erst seit der Weltwirtschaftskrise. Dies bekommen auch die Hochschulabsolventen zu spüren. War früher ein Universitätsabschluss noch häufig ein Garant für einen sofortigen Arbeitsplatz mit hohem Einstiegsgehalt, müssen sich heutige Hochschulabgänger jeglicher Fachrichtung oft mit Praktika und zeitlich befristeten Jobs behelfen. Im folgenden Termpaper soll erörtert werden, ob es gerecht ist, dass eine Vielzahl von Hochschulabsolventen lediglich Praktika angeboten bekommt, jedoch keine feste Anstellungen mehr. Dies wird in Anlehnung an die zwei Gerechtigkeitsgrundsätze von John Rawls geschehen. Abschließend soll die Frage geklärt werden, ob ein derartiges Praktikum als prekär bzw. als Einstieg ins Prekariat gewertet werden muss. Zunächst folgt nun ein kurzer Überblick über den momentanen Stand von Hochschulabsolventen auf dem Arbeitsmarkt.

2 Aktuelle Situation der Hochschulabsolventen

Wie viele Absolventen tatsächlich ein Praktikum nach ihrem Studium absolviert haben oder zurzeit absolvieren, ist kaum hinreichend festzustellen. Von der Arbeitsagentur werden nur solche Praktika verzeichnet, die sozialversicherungspflichtig sind; Praktika ohne Vergütung oder sogar vollständig ohne Vertrag tauchen nirgendwo auf. Dennoch wird anhand von aktuellen Studien deutlich, dass immer mehr Absolventen ein Praktikum machen. Zum Beleg eine Befragung aus dem Jahr 2003, die an der Freien Universität Berlin sowie der Universität zu Köln durchgeführt wurde. Dort gaben rund 40 % der Hochschulabgänger an, nach ihrem Abschluss ein Praktikum gemacht zu haben; im Vergleich zum Abschlussjahrgang von 2003 an den selben Hochschulen eine Steigerung von 16 %. Vor diesem Phänomen schützt auch eine bestimmte Fächerwahl nicht mehr: zwar führten häufiger Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaftler Praktika durch, doch auch ehemalige Studenten der Wirtschaftswissenschaften, Mathematik und Naturwissenschaften sahen sich gezwungen, zunächst als Praktikant tätig zu werden (vgl. Grühn/Hecht 2008: 7f.). Selbst Absolventen, die bereits während des Studiums Praktika durchgeführt haben, waren nicht vor einem solchen nach Abschluss des Studiums gefeit (vgl. Grühn/Hecht 2008: 27f.).

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Ende der Leseprobe aus 7 Seiten

Details

Titel
Prekär und ungerecht?
Untertitel
Bedeutung von Praktika für Hochschulabsolventen
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
Note
2,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
7
Katalognummer
V148230
ISBN (eBook)
9783640581696
Dateigröße
431 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
prekär, Prekariat, Hochschulabsolventen, Praktikum, Generation Praktikum, Praktika
Arbeit zitieren
Jenny Beyen (Autor), 2010, Prekär und ungerecht?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148230

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