Kaum ein anderer Satz hat die Philosophie so nachhaltig geprägt wie Descartes
„ Ich denke, also bin ich“.
Kaum ein anderer Satz der Philosophie ist gleichsam auch in der Umgangssprache so bekannt wie dieser.
Was jedoch steckt hinter diesem Axiom und noch interessanter ist die Frage, was Descartes dazu bewegt hat, eine so kurze Antwort zu finden auf seine Fragen, die ihn so lange in den Meditationen beschäftigt hat.
Mit den zwei eher kurzen Schriften „Kleine Abhandlung über die Methode des richtigen Vernunftsgebrauchs“ und „6 Meditationen über die erste Philosophie“ wurde er bekannt und berühmt. Die „erste Philosophie“ benutzte Descartes dabei als anderen Begriff für die Metaphysik, also die Grundlagen der Erkenntnis.
In seiner ersten Meditation zweifelte Descartes alles an.
Ihn verfolgte ständig der Gedanke, was er schon alles in seinem Leben aufgenommen hat, was sich später als falsch herausstellte, obwohl er zum Zeitpunkt, da er dachte, es sei wohl war, davon absolut überzeugt gewesen ist.
Aus diesem Grund stellte er sich die Frage, ob man überhaupt etwas wirklich ohne auch nur den geringsten Zweifel wissen kann.
Gibt es ein absolutes sicheres Wissen für den Menschen?
Um das herauszufinden wendete er das methodische Zweifeln an, denn er wollte endlich unumwerfliche Antworten finden an dem keine Zweifel mehr bestehen.
Dies wird deutlich als er sagte:
„ … ich war der Meinung, ich müsse einmal im Leben alles von Grund auf umstürzen und von den ersten Grundlagen an ganz neu anfangen, wenn ich endlich einmal etwas Festes und Bleibendes in den Wissenschaften errichten wollte.“
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2.1 Skepsis an der Erkenntnis der Sinne
2.2 Skepsis an der Realität
2.3 Die Frage der Täuschung
2.4 Die Erkenntnis - „Ich denke, also bin ich“
2.5 Die 4 Grundregeln Descartes
2.6 Résumé
3. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den methodischen Skeptizismus von René Descartes und analysiert die schrittweise Herleitung seines berühmten Erkenntnisgrundsatzes „Cogito, ergo sum“. Ziel ist es, den Argumentationsweg nachzuvollziehen, der vom radikalen Zweifel an der sinnlichen Wahrnehmung und der Realität hin zur unumstößlichen Gewissheit des denkenden Ichs führt.
- Descartes' methodischer Zweifel als Erkenntniswerkzeug
- Die Täuschung durch die Sinne und das Traumargument
- Die Rolle Gottes im cartesischen System
- Die Bedeutung und Herleitung des Cogito-Arguments
- Die vier Grundregeln der vernünftigen Methode
Auszug aus dem Buch
2.4 Die Erkenntnis - „Ich denke, also bin ich“
So bleibt die Frage offen und Descartes stellte fest, dass, selbst wenn es diesen uns täuschenden bösen Geist geben sollte, er uns zwar alles täuschen kann, doch über eines kann man uns nicht täuschen.
Nämlich darum, dass wir ja zumindest jemand sein müssen, wenn man uns täuschen will. Wir können nur getäuscht werden, wenn wir jemand sind, und zugegeben, dass ich mir darüber bewusst bin jemand zu sein, dass ich überhaupt zweifle, geschieht in dieser Realität, von der wir glauben, dass sie die richtige oder wahre Realität ist. Im Traum habe ich noch nie gezweifelt oder war mir bewusst jemand zu sein. Diese Frage habe ich im Traum noch nie gestellt.
Um getäuscht zu werden muss ich mich als jemanden zu täuschenden voraussetzen. Es ist einfach nicht möglich daran zu zweifeln, dass ich zweifle, und dass ich jemand sein muss, wenn ich zweifle.
So kam Descartes zu dem Conclusio: „Je pense, donc je suis“ was bedeutet „Ich zweifle, also bin ich“.
Wenn ich schon weiter nichts sicher weiß, so ist doch der Prozess des Zweifelns mir ganz sicher und damit auch genauso wahr, dass ich, wenn ich zweifle, auch denke. Denn das Denken verursacht ja erst das Zweifeln.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Bedeutung Descartes' für die Philosophie und Erläuterung des Ziels, durch radikales methodisches Zweifeln ein unumstößliches Fundament für das Wissen zu finden.
2.1 Skepsis an der Erkenntnis der Sinne: Analyse der Zuverlässigkeit sinnlicher Wahrnehmungen, die sich oft als täuschend erweisen, sowie die Infragestellung der Verlässlichkeit des Verstandes.
2.2 Skepsis an der Realität: Untersuchung der Unterscheidbarkeit von Traum und Wirklichkeit, da Träume mit der gleichen Intensität erlebt werden wie das reale Leben.
2.3 Die Frage der Täuschung: Auseinandersetzung mit der Möglichkeit eines täuschenden Gottes oder Dämons und der Frage nach dem Ursprung unserer Überzeugungen.
2.4 Die Erkenntnis - „Ich denke, also bin ich“: Herleitung der fundamentalen Gewissheit, dass das denkende Ich selbst im Falle einer Täuschung existieren muss.
2.5 Die 4 Grundregeln Descartes: Vorstellung der methodischen Prinzipien Descartes, die eine rationale und geordnete Erschließung der Welt ermöglichen sollen.
2.6 Résumé: Zusammenfassender Rückblick auf den argumentativen Prozess vom methodischen Zweifel zur Erkenntnis des Cogito.
3. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur sowie Internetquellen.
Schlüsselwörter
René Descartes, methodischer Zweifel, Cogito ergo sum, Erkenntnistheorie, Meditatio, radikaler Zweifel, Täuschungsargument, Traumargument, denkendes Ich, Vernunft, Wissenschaftstheorie, Philosophie, Metaphysik, Wahrheitsfindung, Existenzbeweis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die philosophischen Überlegungen von René Descartes, insbesondere seinen methodischen Zweifel, mit dem er ein unerschütterliches Fundament für das menschliche Wissen sucht.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Erkenntnistheorie, die Skepsis gegenüber den Sinnen und der Realität sowie die Bedeutung des Selbstbewusstseins für die Wissensbegründung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Weg nachzuvollziehen, wie Descartes durch den radikalen Zweifel zu seinem berühmten Grundsatz „Ich denke, also bin ich“ gelangt.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor führt eine textanalytische Untersuchung der cartesischen Meditationen durch und arbeitet dabei den argumentativen Aufbau des methodischen Zweifels heraus.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die schrittweise Analyse der Sinne, der Traumproblematik, der Täuschungsfrage, der Herleitung des Cogito-Arguments und der Vorstellung der vier methodischen Grundregeln.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind methodischer Zweifel, Cogito ergo sum, Erkenntnis, Skepsis, Wahrnehmung und rationales Denken.
Wie argumentiert Descartes gegen die Möglichkeit, dass er von einem Dämon getäuscht wird?
Descartes argumentiert, dass selbst ein täuschender Geist ihn nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass er existiert, da er gerade in diesem Augenblick denkt und zweifelt.
Welche Rolle spielt die Mathematik in Descartes' vier Grundregeln?
Die vier Grundregeln spiegeln eine mathematische Herangehensweise wider, bei der komplexe Probleme in kleinste, überschaubare Einheiten zerlegt werden, um absolute Vollständigkeit und Sicherheit zu gewährleisten.
- Quote paper
- Roberto Grebarsche (Author), 2009, Rene Descartes' "Cogito, ergo sum" - Ich denke, also bin ich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148240