Geschichte und Entwicklung der Blasmusik in Franken, nebst Überblick über versch. Formen der Brauchtumstänze im Rahmen der Kirchweih. Die „herausragende Bedeutung“ der Kirchweih oder Kirchenweihe geht in Ihrem Ursprung sehr weit in der Geschichte zurück.So kann beispielsweise eine jährliche Feier zum Gedächtnis der Weihe der Kreuzkirche in Jerusalem bis in das Jahr 335 nach Christus nachgewiesen werden. Die Weihe ist deswegen so wichtig, weil sie die „Voraussetzung für die Feier der heiligen Messe in einem neuen Gotteshaus“ ist, da sie jenes „nach dem Glauben der Kirche von dämonischen Kräften“ reinigt, und „ (…) das Gebäude (…) seine Heiligung als Wohnstätte Gottes [erhält]“. Da zu diesen „religiösen Erinnerungsfeiern“ meist „viele Menschen zusammenströmten“ begann man auch „(...) gleichzeitig Handelsmärkte“ abzuhalten die im Laufe der Zeit mit „weltlichen Vergnügungen“ bei denen „gespielt, musiziert und getanzt“ wurde und „Wirte (…) für das leibliche Wohl [sorgten]“ ergänzt wurden.
Inhaltsverzeichnis
1. Allgemeines zur Kirchweih
2. Musik auf der Kirchweih
3. Blaskapellen
3.1. Zivile und Militärkapellen
3.1.1 Blasmusik auf der Kirchweih
4. Tanz auf der Kirchweih
4.1 Plantanz
4.2 Hammeltanz
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den historischen Ursprung, die musikalischen Einflüsse sowie die zentralen Brauchtumselemente der fränkischen Kirchweih. Im Fokus steht dabei insbesondere die Wechselwirkung zwischen militärischer Musikpraxis und zivilen Festtraditionen sowie deren Bedeutung für das gesellschaftliche Leben.
- Religiöse und historische Wurzeln der Kirchenweihe
- Entwicklung und Einfluss von Militär- und Landwehrkapellen
- Die Bedeutung von Blasmusik und Instrumentierung
- Zeremonielle Tänze als fester Bestandteil des Kirchweihbrauchtums
Auszug aus dem Buch
3.1. Zivile und Militärkapellen
„ (…) Die Regimentsmusiken [waren] während des gesamten 19. Jahrhunderts den zivilen Kapellen in puncto Besetzungsstandards und technischem Können um 1-2 Jahrzehnte voraus.“ Landwehrkapellen profitierten von ihrem militärischen Hintergrund, da sie zum einen jedwegem Personalbedarf mit Hilfe „ des Zustroms von jungen Interessenten“ gerecht werden konnten, zum anderen durch „günstige materielle Voraussetzungen (…) eine sehr opulente Ausstattung mit Instrumenten, weit über die vorgeschriebenen Besetzungen hinaus“ realisieren konnten.
Die zivilen Kapellen wurden des weiteren in aller Regel , verglichen mit ihren militärischen Konkurrenten, klar benachteiligt und verdrängt. So zum Beispiel bei der Vergabe von musikalischen Auftritten, insbesondere wenn es sich um Paraden, oder auch Feste handelte. Entscheidender im Hinblick auf die Konkurrenz ziviler und militärischer Kapellen ist aber vielleicht der Umstand, dass ausgediente Mitglieder der Landwehr meist in den Staatsdienst übernommen wurden, ihre musikalische Tätigkeit jedoch keineswegs einstellten. Jene musizierenden Beamten standen auf Grund ihres bereits Vorhandenen Einkommens teils deutlich günstiger zur Verfügung , als Berufsmusiker.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Allgemeines zur Kirchweih: Dieses Kapitel erläutert den religiösen Ursprung der Kirchenweihe als Voraussetzung für Gottesdienste und deren Ausweitung auf weltliche Märkte und Feste.
2. Musik auf der Kirchweih: Hier wird die zentrale Rolle der Kirchweihlieder und die Tradition des „Vorsingens und Nachspielens“ als Antwort auf die Schwierigkeit des gleichzeitigen Singens und Tanzens beschrieben.
3. Blaskapellen: Das Kapitel befasst sich mit der Entstehung der Landwehr und deren Kapellen im 19. Jahrhundert, die durch „Türkische Musikanten“ und Janitscharen-Instrumentierung maßgeblich die Blasmusik prägten.
3.1. Zivile und Militärkapellen: Diese Unterkapitel analysiert den Vorsprung militärischer Kapellen hinsichtlich Ausbildung und Material sowie die Verdrängung ziviler Musiker durch ehemalige Militärmusiker im Staatsdienst.
3.1.1 Blasmusik auf der Kirchweih: Hier wird der Schluss gezogen, dass die Musik der Kirchweih den gleichen militärischen Einflüssen unterlag wie das restliche gesellschaftliche Leben.
4. Tanz auf der Kirchweih: Dieses Kapitel stellt verschiedene Tanzformen vor und betont die Bedeutung von Preistänzen im dörflichen Kontext.
4.1 Plantanz: Der Plantanz wird als offizieller Eröffnungstanz charakterisiert, der durch die Verlesung von Friedgeboten einen zeremoniellen Startschuss für die Festlichkeiten darstellt.
4.2 Hammeltanz: Hier wird die Tradition des Hammeltanzes als typisch fränkisches Brauchtum und deren Funktion als Höhepunkt der Kirchweih beschrieben.
Schlüsselwörter
Kirchweih, Blasmusik, Landwehr, Militärmusik, Brauchtum, Plantanz, Hammeltanz, Fränkische Kirchweih, Festkultur, Musikgeschichte, Zivile Kapellen, Traditionsforschung, Volkskultur, Instrumentierung, 19. Jahrhundert.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den historischen Entwicklungen und kulturellen Traditionen der Kirchweih im fränkischen Raum, insbesondere mit der Rolle der Musik und Tanzbräuche.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die religiösen Wurzeln des Festes, die militärische Prägung der Blasmusik sowie die verschiedenen Tanzzeremonien wie der Plantanz und der Hammeltanz.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, den Einfluss militärischer Strukturen auf die zivile Kirchweihkultur und die Bedeutung musikalischer Darbietungen im 19. Jahrhundert aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literatur- und Quellenanalyse, die historische Dokumente, Gedichte und Berichte zur Militärmusik sowie zum fränkischen Brauchtum auswertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche Musik, Kapellenstruktur sowie Tanz und untersucht die Wechselwirkungen zwischen militärischem Hintergrund und ziviler Praxis.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kirchweih, Militärmusik, Blasmusik, Brauchtum und Tradition geprägt.
Warum war die Militärmusik für die Kirchweih so einflussreich?
Da Militärkapellen durch staatliche Unterstützung über bessere Instrumente und geschulte Musiker verfügten, dienten sie als Vorbild, dem zivile Kapellen aus Popularitätsgründen nacheiferten.
Welche Funktion hat der Plantanz?
Der Plantanz dient als offizieller Eröffnungstanz, der durch die Bekanntgabe von Friedgeboten die Ordnung für die Festtage sicherstellt.
Worum geht es beim Hammeltanz?
Beim Hammeltanz, auch „Betzenaustanzen“ genannt, umschreiten Paare den Kirchweihbaum, wobei die Übergabe eines Gegenstandes als zentrales Element dient.
Warum werden die Sieger beim Hammeltanz oft vorher abgesprochen?
Die Absprache dient dazu, die Sieger davor zu bewahren, bei einer Siegesserie über mehrere Jahre hinweg die hohen Kosten für den anschließenden Umtrunk tragen zu müssen.
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- Christopher Evans (Author), 2009, Blasmusik und Tanz auf der Kirchweih, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148271