Auguste Compte

Zu „Plan der wissenschaftlichen Arbeiten, die für eine Reform der Gesellschaft notwendig sind“


Hausarbeit (Hauptseminar), 2008

17 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Biographische Informationen

3. Zeitgeschichtlicher Kontext

4. Das Drei-Stadien-Gesetz

5. Wissenschaft und Politik
5.1 Auswirkungen auf Gesellschaft und Kultur
5.2 Desorganisation und Reorganisation
5.3 Soziologie als Wissenschaft

6. Schluss

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Auguste Comte gilt als Begründer der Soziologie als Wissenschaft. Auch wenn die aktuellen Methoden der heutigen Wissenschaft weiterentwickelt wurden, so sind doch die Anfänge durch Comte initiiert. In seinem Werk „Plan der wissenschaftlichen Arbeiten, die für eine Reform der Gesellschaft notwendig sind“ sieht er als Erster die Notwendigkeit einer wissenschaftlichen Kraft, die Mensch und Gesellschaft beobachtet und interpretiert.

In meiner folgenden Referatsausarbeitung stelle ich zum Einen die Person Auguste Comte, seine Lebensumstände und die Zeit, in der er lebte, vor. Im weiteren Verlauf handelt meine Arbeit von der Gesellschafts- und Kulturtheorie Comtes, die in seinem „Drei-Stadien-Gesetz“ manifestiert ist.

Abschließend widme ich mich der von Comte geforderten Anwendung seiner Theorie auf die gesellschaftliche Praxis. Dabei gehe ich vor allem der Frage nach, wie Comte die Gewaltenverteilung innerhalb der Gesellschaft umstrukturieren möchte, um eine Verbesserung und Stabilisierung der politischen Situation herbeizuführen und seine Idee der Soziologie als einer „Religion der Menschheit“ zu festigen.

2. Biographische Informationen

Isidore Marie Auguste Franfois Xavier Comte wurde am 19.02.1798 in Montpellier (Südfrankreich) geboren.[1] Seine Eltern waren von Ihrer Gesinnung monarchistisch und katholisch eingestellt. Sein Vater arbeitete als Finanzbeamter.

Comte besuchte ab 1806 das Lyzeum in Montpellier, einer mit dem deutschen Gymnasium vergleichbaren Schulform, wo er aufgrund seiner Begabung sprachliche und mathematische Fächer frühzeitig durchlaufen konnte. Aufgrund dessen bestand er 1814 vorzeitig die Aufnahmeprüfung der damals berühmten Ecole Polytechnique in Paris, eine auf Naturwissenschaft und Technik ausgerichtete Hochschule. Diese Zeit prägte Comtes gesellschaftliche und politische Auffassung insofern stark, als dass die zur Zeit der Revolution gegründete Ecole Polytechnique überwiegend von den Möglichkeiten der Naturwissenschaft und Technik geleitet wurde. Demgegenüber stand die Ecole Normale Superieure, die eine humanistische Ausprägung aufwies und von der die großen Geisteswissenschaftler der Epoche stammten. 1816 wurde der oft aufbrausende und autoritätsablehnende Comte jedoch bereits aus disziplinarischen Gründen der Schule verwiesen.

Da Comte sich von Monarchie und Katholizismus in seiner Studienzeit abgewendet hatte, kam es zum Streit mit seiner Familie, von der sich Comte daraufhin abwendete. Zwischen 1816 und 1817 begab er sich erneut nach Paris, um dort als Mathematiklehrer Privatstunden zu erteilen.

„Eine gewisse Stabilisierung trat ein, als der 19jährige Comte den Grafen Claude-Henri de Saint-Simon traf, dessen Schüler und Sekretär er wurde.“[2] Durch ihn lernte Comte Vertreter aus dem Kreis der Intellektuellen, der Industrie und Banken kennen. Saint-Simon vermittelte Comte Beiträge in Zeitschriften, die ihm ein geringes Einkommen ermöglichten.

1822 verfasste Comte seine Arbeit „Plan de traveaux scientifiques necessaires pour reorganiser la societe“, deren Inhalt in dieser Ausarbeitung noch näher dargestellt wird. Diese Arbeit führte 1824 zum Bruch zwischen Saint-Simon und Comte, da sich Comte von den sozialphilosophischen und ökonomischen Vorstellungen Saint-Simons weit entfernt hatte. Für Comte hatte die Reorganisation der Gesellschaft gegenüber der der Industrie absolute Priorität, was Comte in seinem „Cours de philosophie positive“ verfestigte. Wie der Titel es verrät, gilt Comte damit heute als Begründer des Positivismus und der Soziologie als Wissenschaft, die lange erheblich durch ihn geprägt wurde.

Alle Versuche Comtes, einen akademischen Titel zu erlangen, scheiterten Zeit seines Lebens. Neben seiner Tätigkeit als Privatlehrer für Mathematik veranstaltete er Vorlesungsreihen zur „Philosophie positive“. 1826 musste er diese unterbrechen, da er aufgrund von Überarbeitung in einer psychiatrischen Einrichtung behandelt werden musste. Im April 1927 folgte ein Selbstmordversuch.

Nach der Wiederaufnahme seiner Vorlesungsreihe 1929 war Comte ab 1832 bei Aufnahmeprüfungen an der Ecole Polytechnique tätig. Jedoch verlor er diese Anstellung 1844 wieder.

Zwischen 1844 und 1846 begann eine neue Epoche im Leben von Auguste Comte. In dieser Zeit verehrte er die Großbürgersgattin Clotilde de Vaux, die diese Liebe jedoch nicht erwiderte. Das zunächst romantisch-platonischen Verhältnis erhob Comte nach dem frühen Tod von Clotilde de Vaux zu einer kultischen Verehrung, die dann in die von Comte ins Leben gerufene Religion der Menschheit überging. Zwei wichtige Werke dieser Zeit sind das „Systeme de politique positive“ und der „Catechisme positive“. Comte hielt in dieser Zeit immer wieder Vorlesungen zu seinem Gesellschaftssystem. Finanziert wurde er durch einen Kreis von Anhängern, der sich um ihn gebildet hatte.

Auguste Comte starb am 05.9.1957 in Paris an Magenkrebs.

3. Zeitgeschichtlicher Kontext

Auguste Comte wurde kurz vor Ende der Französischen Revolution (1789-1799) geboren. Er wuchs in einer Zeit der politischen und gesellschaftlichen Instabilität auf. Zwar hatte 1814 die „Restauration der Bourbonen die Oberhand gewonnen“[3], allerdings handelte es sich dabei lediglich um eine Gruppe, die sich gegenüber anderen durchgesetzt hatte. Ein klares Konzept der Reorganisation von Gesellschaft und Politik bestand nicht. Die französischen Bürger waren überwiegend in monarchistische, oft katholizistische und demokratische Lager gespalten. Für Comte ergaben beide Strömungen keine Verbesserung der gesellschaftlichen Situation. Dies zeigte sich in den Revolutionen von 1830 und 1848, in denen die Gegensätze sich erneut entflammten. Comte sah in dem ständigen Zwist einen sinnlosen Kräfteverschleiß und die sich jeweils ändernden Verfassungen als nicht weiterführend an.

Entgegen der politischen Veränderungen war für Comte die positive Entwicklung von Wissenschaft und Industrie wegweisend, letztere Aufgrund ihrer Tendenzen zur kapitalistischen Wirtschaftweise. Vor allem in der Wissenschaft sah Comte jedoch den Schlüssel zur politischen Problemlösung.

Der Verfall der kirchlichen Machtstruktur stellte für Comte hingegen einen nötigen Schritt zur gesellschaftlichen Weiterentwicklung dar. Er glaubte nicht an eine transzendente Macht, die die menschlichen Geschicke zum Positiven führen könnte. Seine kritische Einstellung der Kirche gegenüber, hatte sich vor allem in seiner Zeit an der Ecole Polytechnique ausgeprägt. Er forderte eine „...aus der Wissenschaft der Soziologie abgeleitete Religion der Menschheit“[4]

[...]


[1] Vgl. Bock, 2006, S. 39

[2] Bock, 2006, S. 40

[3] Bock, 2006, S. 42

[4] Ebd., 2006, S. 43

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Auguste Compte
Untertitel
Zu „Plan der wissenschaftlichen Arbeiten, die für eine Reform der Gesellschaft notwendig sind“
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Gesellschaftswissenschaften)
Note
1,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
17
Katalognummer
V148278
ISBN (eBook)
9783640583409
ISBN (Buch)
9783640582723
Dateigröße
458 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Auguste Compte, Klassiker der Soziologie, Drei-Stadien-Gesetz, Soziologie als Wissenschaft, Gesellschaftssystem, Wissenschaft, Verfall der religösen Machtstrukturen, Gründer Sozilogie
Arbeit zitieren
Till Eckermann (Autor), 2008, Auguste Compte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148278

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