Das Wissen um das Königreich im Morgenland ist bis heute in der westlichen Welt
lückenhaft, wenn nicht sogar beinahe unbeachtet geblieben.
Bis auf den beständigen Wirbel um das Erdöl, wissen die meisten Menschen nicht viel mehr
von Saudi-Arabien.
Immer noch kursieren die Märchen von Tausendundeiner Nacht. Vom sagenhaften Reichtum
saudischer Scheichs und ihren Harems.
In dieser Ausarbeitung möchte ich es mir zur Aufgabe machen, die anderen Seiten des
arabischen Königsreiches aufzuzeigen. Ich werde versuchen den Ursprung all’ dieses Prunks
kritisch zu betrachten und die besonders strenge Auslegung des Islam in Saudi-Arabien
aufzuzeigen.
Im ersten Teil soll erst einmal das Land Saudi-Arabien vorgestellt werden. Mit seinen
ethnischen Gruppen, Religionen, der Geographie und der (hauptsächlich aktuellen) Politik der
Monarchie, sowie den gesellschaftlichen Gegebenheiten. Die soziale Sicherung des Volkes
und die Ölrente sollen mit ein Teil der Ausarbeitung werden.
Der zweite Teil ist der Geschichte des Landes, und damit auch der des „sektenähnlichen“
Wahhabitentums, gewidmet.
Der letzte Teil dieser Ausarbeitung wird sich dann explizit mit dem Wahhabismus
beschäftigen. Von seiner Entstehung bis zu seinen Relikten im aktuellen Königreich Saudi-
Arabien.
Inhaltsverzeichnis
1.) Einleitung
2.) Das Land Saudi-Arabien
3.) Die Geschichte Saudi-Arabiens
4.) Die Wahhabiten
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, ein differenziertes Bild des saudischen Königreiches zu zeichnen, das über westliche Klischees hinausgeht und die kritischen Aspekte der strengen Auslegung des Islam sowie deren historischen Ursprung beleuchtet. Die Forschungsarbeit setzt sich insbesondere mit der Verflechtung von religiöser Ideologie und politischer Herrschaftsausübung auseinander.
- Geografische, gesellschaftliche und politische Struktur Saudi-Arabiens
- Historische Entwicklung des saudischen Staates und der Dynastie
- Die Entstehung und Lehre des Wahhabismus
- Einfluss der religiösen Bewegung auf das aktuelle soziale und politische Leben
Auszug aus dem Buch
4.) Die Wahhabiten
Ahmed Ibn Hanbal war der erste, der in den arabischen Kernlanden eine islamische Rechtsschule gründete. Er kämpfte von Beginn an unerbittlich um die strenge Einhaltung des Koran. Nachdem Ibn Hanbal 855 starb, trat erst rund 900 Jahre später, im Jahre 1740, Mohammed Ibn Abdul Wahhab in seine Fußstapfen. Der Abkömmling der Priesterfamilie Beni Tamim griff auf die Thesen Hanbals zurück, und verkündete diese 1740 in Huraymala, einer kleinen Siedlung nahe Rijad.
„Er war eine Art Martin Luther des Korans, der gegen die Heiligenverehrung, den Fetischismus, weltliche Genüsse, Wahrsagerei, Gebrauch von Seide, die überflüssige Ausschmückung von Moscheen, Genuss von Alkohol, Kaffee und Tabak aufrief.“ (Vgl.: Weiss, Walter (1977) „Saudiarabien“, Seite 174ff., BLV Verlagsgesellschaft)
Seine Lehre richtete sich also gegen jede Sinnenfreude und der Sinn des Daseins lag für ihn in der Askese und der strengen Erfüllung der Regeln im Koran. Jegliche Erfüllung von „Triebwünschen“ schade, seiner Meinung nach, jedem tiefen, gottergebenen Glauben. Wahhabs oberste Forderung war jedoch der Aufruf zum heiligen Krieg, zum Dschihad, mit dem die weniger strengen Glaubensbrüder zum wahren Islam zurückgezwungen werden sollten.
Zusammenfassung der Kapitel
1.) Einleitung: Diese Einleitung skizziert das Unwissen der westlichen Welt über Saudi-Arabien und definiert die Absicht, die strenge islamische Auslegung und den Ursprung des saudischen Prunks kritisch zu untersuchen.
2.) Das Land Saudi-Arabien: Dieses Kapitel beschreibt die politische Struktur als absolute Monarchie, beleuchtet die Rolle der Religion im Alltag sowie die sozialen Gegebenheiten und Einschränkungen innerhalb der saudischen Gesellschaft.
3.) Die Geschichte Saudi-Arabiens: Hier wird der historische Werdegang von der Beduinenregion bis zur Staatsgründung durch die Allianz zwischen der Dynastie Saud und dem Wahhabismus nachgezeichnet.
4.) Die Wahhabiten: Dieses Kapitel widmet sich der Entstehung des Wahhabismus durch Mohammed Ibn Abdul Wahhab und dessen fundamentalistischem Einfluss auf die Staatsführung und Gesellschaft Saudi-Arabiens.
Schlüsselwörter
Saudi-Arabien, Wahhabismus, Islam, Al Saud, Geschichte, Politik, Monarchie, Religion, Koran, Scharia, Dschihad, Gesellschaft, Kultur, Nahost, Arabische Halbinsel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der politischen und religiösen Situation in Saudi-Arabien und untersucht das Spannungsfeld zwischen der absoluten Monarchie und der strengen islamischen Auslegung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der gesellschaftspolitischen Struktur des Landes, der historischen Staatsbildung sowie der ideologischen Basis durch den Wahhabismus.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, kritisch aufzuzeigen, wie das Königreich Saudi-Arabien gesellschaftlich und religiös organisiert ist und wie die Verbindung zwischen der Herrscherfamilie und der wahhabitischen Lehre entstanden ist.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse politischer Systeme und historischer Hintergründe, um die aktuelle Situation des Landes einzuordnen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Vorstellung der Landesstrukturen, eine historische Rückschau auf die Staatsentwicklung sowie eine tiefere Auseinandersetzung mit den Grundzügen der wahhabitischen Lehre.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Saudi-Arabien, Wahhabismus, Al Saud, Monarchie, Scharia, Koran, Dschihad und gesellschaftliche Tradition.
Welche Rolle spielt die Ölrente für das soziale Gefüge des Landes?
Die Ölrente ermöglicht dem Staat die Finanzierung eines kostenlosen Gesundheits- und Ausbildungssystems, wofür im Gegenzug die absolute Loyalität der Bevölkerung gegenüber dem Königshaus gefordert wird.
Inwiefern beeinflusst der Wahhabismus das moderne Leben in Saudi-Arabien?
Er prägt die offizielle Kulturpolitik durch strenge Zensur, das Verbot kultureller Aktivitäten wie Kinos oder Theater und die Kontrolle der öffentlichen Moral durch Religionswächter.
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- Katharina Weckner (Author), 2003, Politik und Religion in Saudi Arabien: eine kurze Einführung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14827