Wartburgfest und Hambacher Fest

Politische Feste im Vormärz


Hausarbeit (Hauptseminar), 2009
24 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Niedergang Preußens bei Jena und Auerstedt

3. Geschichte des Befreiungskrieges

4. Die Völkerschlacht bei Leipzig

5. Der Wiener Kongress 1814 / 1815

6. Burschenschaften

7. Der Deutsche Bund

8. Die Heilige Allianz

9. Das Wartburgfest 1817

10. Die Karlsbader Beschlüsse

11. Hambacher Fest 1832

12. Fazit

13. Literatur

1. Einleitung

Niemand konnte erahnen, dass die Revolution im Frühjahr 1848 kommen würde. Hier stellt sich die Frage, aus welchen Gründen die deutsche Revolution gerade im Jahr 1848 und nicht etwa schon 1814 ausbrach. Wenn man bedenkt, dass es in der deutschen Geschichte vor 1814 und vor 1848 parallele Entwicklungen gab. Genau in diesen Jahren lassen sich Ereignisse festmachen, die sich in ähnlicher Weise wiederholen.

Die Entscheidungsschlacht der Befreiungskriege vom 16.-18. Oktober 1813. Diese Schlacht ist auch unter dem Namen "die Völkerschlacht bei Leipzig" bekannt. Somit verbündeten sich die Länder Preußen, Österreich und das Russische Reich gegen Napoleon. Die Verbündeten schlugen Napoleon und zwangen ihn zur Räumung Deutschlands. Die Völkerschlacht ging in der Militärhistorie als erste Massenschlacht ein.

Die französische Vorherrschaft in Europa und der Kampf gegen Napoleon wurden zur Geburtsstunde eines neuen deutschen Nationalgefühls und somit Anlass zu einer entscheidenden Umgestaltung des studentischen Gemeinschaftslebens. Im Jahr 1810 entwarfen Friedrich Friesen und Friedrich Ludwig Jahn im Auftrag des geheimen Deutschen Bundes den Plan einer deutschen Burschenschaft, die alle Sonderverbindungen ausschließen und das Studententurm moralisch verbessern sollte. Den deutschen Sinn zu beleben und damit den Kampf gegen das französische Joch einleiten, war der Grundgedanke jenes Planes. Die Themen und Aktionen, womit sich die Burschenschaften beschäftigten, änderten sich fortwährend seit ihrem Entstehen im Jahre 1815. Sie drehten sich jedoch immer um die drei Kernbegriffe: Ehre, Freiheit, Vaterland.

Ein Jahr vor der Verabschiedung der Burschenschaftsverfassung im Oktober 1817 versammelten sich Studenten aus ganz Deutschland in Eisenach, um der Völkerschlacht und der Reformation zu gedenken und gleichzeitig ihren politischen Forderungen nach Einheit und Freiheit an geschichtlichem Ort, auf der Wartburg, in einer großen Demonstration öffentlich vorzutragen.

Folge dieser Versammlung war jeweils eine Radikalisierung der liberalen Bewegung, die sich 1819 im Kotzebue-Mord und 1833 im Frankfurter Wachensturm manifestierte. Die Herrschaft reagierte darauf mit harten Sanktionen. In den Karlsbader Beschlüssen im Jahr 1819 wurden die Aufhebung der Presse- und Versammlungsfreiheit und die Überwachung der Studierenden beschlossen. 1834 wurden diese Maßnahmen in den Wiener Ministerratsbeschlüssen wieder eingeführt. Anhand dieser Beispiele wird deutlich, dass es bereits 1830 ähnliche Voraussetzungen für eine Revolution gegeben hat wie im Jahr 1848.

Die Grundgedanken des Wartburgfestes fanden trotz der staatlichen Unterdrückungsmaßnahmen zunehmend Anhänger. Und so wurde das Hambacher Fest fünfzehn Jahre später am 27. Mai 1832 mit mehr als 30.000 Teilnehmern ein echtes Volksfest, das eine große Bedeutung in der deutschen Geschichte fand.Die Forderungen der Demonstration waren Einheit, Freiheit und Gleichheit.

Welche Rolle spielte Wartburgfest und Hambacher Fest in der deutschen Geschichte? Damit werde ich mich in meiner Arbeit mit der Völkerschlacht in Leipzig von 1813 bis zum Hambacher Fest 1832 beschäftigen. Meinen Schwerpunkt setze ich auf das Wartburgfest und Hambacher Fest.

2. Niedergang Preußens bei Jena und Auerstedt

In den Reformen wirkte der 1789 beginnende revolutionäre Ausbruch, der zuerst die Franzosen ergriff, in den Befreiungskriegen nach. Solch eine Mobilisierung des Volkes war dem Ancien regime fremd, weshalb seine Könige sie auch so spät als das erkannten, was sie war: Eine grundstürzende Revolutionierung der Politik, nur um den Preis des endgültigen Zerfalls des alten, durch Fürstenstaaten geprägten Reiches konnten die Deutschen diesen Weg mitverfolgen. In den reorganisierten Einzelstaaten erlebte auch die deutsche Nation ihre tiefgreifende Politisierung.[1]

Die Gründung des Rheinbundes, der durch 16 Fürsten unterzeichnet wurde und von Napoleons Gnaden abhängig war, hatte im Juli 1806 bereits unumkehrbare, teilweise evolutionäre Wandlungen signalisiert.

Das Ende des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation, dass durch den Kaiser der Franzosen diktiert wurde, musste bloß noch formell gezeichnet werden. König Franz II. vollzog dies am 6. August 1806, zudem hatte er sich im August 1804 unter Zustimmung Napoleons als Franz I. zum Kaiser von Österreich ernennen lassen. Im Oktober 1806 war Preußen den Franzosen unterworfen und der Weg für Napoleon nach Russland eröffnet, wo sie sich schließlich der Grenzen ihrer Macht zu vergewissern und einen opferreichen Rückzug anzutreten hatten.

Die militärische Niederlage Preußens bei Jena und Auerstedt hatte die Einsicht verbreitet, dass Ursachen des Zusammenbruchs in der Gesamtverfassung der Monarchie, ihren ökonomisch-sozialen, politischen und ideellen Grundlagen zu suchen hatte und dort Abhilfe und Erneuerung einzuleiten seien. Die Preußischen Reformen von 1807 bis 1812 waren Ergebnisse dieser Lektionen. Sie zeigten Veränderungen, die auch durch spätere Rückschläge nie mehr völlig aufzuheben waren. In die Auseinandersetzungen nach einem Neubeginn wurden Bildung und Wissenschaft, Schule und Universität zwangsläufig einbezogen.[2]

3. Geschichte des Befreiungskrieges

Im Frühjahr 1812 marschiert Napoleon gegen Russland und erreicht am 14. September Moskau, wo es zu einer Niederlage kam. Mit diesem katastrophalen Krieg gegen Russland begann der Niedergang der französischen Vorherrschaft in Europa. Tolstoi hat dieses weltgeschichtliche Drama in „Krieg und Frieden“ großartig dargestellt.[3]

Am 16. März 1813 erklärte Preußen Frankreich den Krieg.Am nächsten Tag erließ der König den berühmten Aufruf „An mein Volk“: „Es ist der letzte, entscheidende Kampf, den wir bestehen für unsere Existenz, unsere Unabhängigkeit, unseren Wohlstand: Keinen anderen Ausweg gibt es, als einen ehrenvollen Frieden oder einen ruhmvollen Untergang.“[4]

Der Frühjahrsfeldzug 1813 verläuft für die Verbündeten keineswegs gut. Nach der verlorenen Schlacht bei Grossgörschen weichen die Verbündeten hinter die Elbe zurück. Bei Bautzen kommt es zur zweiten großen Schlacht, die die Verbündeten wiederum verlieren.

Der Waffenstillstand von Poischwitz unterbricht für kurze Zeit die Kämpfe und wird von beiden Seiten genutzt, um jeweils die Armeen zu stärken.Am 12. August 1813 übergibt auch Österreich die Kriegserklärung an Frankreich, ebenso treten England und Schweden dem Bündnis bei.

In einem berühmten neunstündigen Gespräch äußerte Napoleon gegenüber Metternich: „Eure Herrscher, geboren auf der Throne, können sich zwanzigmal schlagen lassen und doch immer in ihre Residenz zurückkehren: das kann ich nicht, ich, der Sohn des Glück! Meine Herrschaft überdauert den Tag nicht, an dem ich aufgehört habe, stark und folglich gefürchtet zu sein.“ Diese Worte trafen die Schwächen des übermächtig scheinenden napoleonische System in Europa: Es brauchte den Rückhalt der Heere und war fortwährend bedroht, die Gefahr, durch eine Koalition von Alliierten auf einmal entscheidend und unwiderruflich geschlagen zu werden.[5]

Drei große Armeen unter Schwarzenberg, Blücher und den Kronprinzen von Schweden werden gebildet. Die preußische Landwehr unter Blücher überrennt die Franzosen bei Großbeeren. Blücher gewinnt die Schlacht an dem Katzbach. Napoleon siegt zwar noch einmal bei Dresden, dann folgen aber die Niederlagen, bei Kulm, Dennewitz und Wartenberg. Am 8. Oktober trat Bayern aus dem Rheinbund aus und der antinapoleonischen Koalition bei. Am 14. Oktober 1813 erklärte Bayern schließlich Frankreich den Krieg.[6]

[...]


[1] vgl. Möller (1989),S.633

[2] vgl. Elm (1992), S.16f.

[3] vgl. Möller (1989),S.635f.

[4] zit. nach: Gutberlet (2008),S.104

[5] zit. nach: Siemann (1995), S.311

[6] vgl. Möller (1989),S.640f.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Wartburgfest und Hambacher Fest
Untertitel
Politische Feste im Vormärz
Hochschule
Universität zu Köln
Veranstaltung
Lebensweise/ Lebensstil in der neueren und neuesten Geschichte: Feste und Feiern
Note
1,3
Autor
Jahr
2009
Seiten
24
Katalognummer
V148332
ISBN (eBook)
9783640586165
ISBN (Buch)
9783640586349
Dateigröße
448 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wartburgfest, Hambacher Fest, Politische Feste, Vormärz
Arbeit zitieren
Student Rüsen Cacan (Autor), 2009, Wartburgfest und Hambacher Fest, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148332

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Titel: Wartburgfest und Hambacher Fest


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