Die Entscheidungsschlacht der Befreiungskriege vom 16.-18. Oktober 1813. Diese Schlacht ist auch unter dem Namen "die Völkerschlacht bei Leipzig" bekannt. Somit verbündeten sich die Länder Preußen, Österreich und das Russische Reich gegen Napoleon. Die Verbündeten schlugen Napoleon und zwangen ihn zur Räumung Deutschlands. Die Völkerschlacht ging in der Militärhistorie als erste Massenschlacht ein. In den Reformen wirkte der 1789 beginnende revolutionäre Ausbruch, der zuerst die Franzosen ergriff, in den Befreiungskriegen nach. Solch eine Mobilisierung des Volkes war dem Ancien regime fremd, weshalb seine Könige sie auch so spät als das erkannten, was sie war: Eine grundstürzende Revolutionierung der Politik, nur um den Preis des endgültigen Zerfalls des alten, durch Fürstenstaaten geprägten Reiches konnten die Deutschen diesen Weg mitverfolgen. In den reorganisierten Einzelstaaten erlebte auch die deutsche Nation ihre tiefgreifende Politisierung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Niedergang Preußens bei Jena und Auerstedt
3. Geschichte des Befreiungskrieges
4. Die Völkerschlacht bei Leipzig
5. Der Wiener Kongress 1814 / 1815
6. Burschenschaften
7. Der Deutsche Bund
8. Die Heilige Allianz
9. Das Wartburgfest 1817
10. Die Karlsbader Beschlüsse
11. Hambacher Fest 1832
12. Fazit
13. Literatur
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle politischer Feste im Vormärz, insbesondere des Wartburgfestes von 1817 und des Hambacher Festes von 1832, als Ausdrucksformen eines aufstrebenden nationalen und liberalen Bewusstseins in Deutschland. Ziel der Untersuchung ist es, den Kontext dieser Ereignisse im Spannungsfeld zwischen staatlicher Restauration und demokratischen Freiheitsbestrebungen zu analysieren und deren Bedeutung für die deutsche Nationalgeschichte herauszuarbeiten.
- Die Entwicklung eines deutschen Nationalgefühls nach den Napoleonischen Kriegen
- Die Entstehung und politischen Ambitionen der Burschenschaftsbewegung
- Die staatlichen Repressionsmaßnahmen, wie die Karlsbader Beschlüsse
- Die Bedeutung des Hambacher Festes als größte demokratische Massenkundgebung des Vormärz
- Der Einfluss französischer revolutionärer Ideen auf die deutsche Festkultur
Auszug aus dem Buch
9. Das Wartburgfest (1817)
„Im Namen der Burschenschaft zu Jena“ erging am 11. August 1817, gezeichnet von Robert Wesselhöft, die Einladung an die Studentenschaft von dreizehn deutschen Universitäten, sich am 18. Oktober auf der Wartburg bei Eisenach zu treffen. Bereits ein Jahr vor der Verabschiedung der Burschenschaftsverfassung, zwei Jahre nach der Gründung der Allgemeinen Deutschen Burschenschaft in Jena, im Oktober 1817, zum 4. Jahrestag des Sieges in der Völkerschlacht bei Leipzig, versammelten sich Studenten aus ganz Deutschland in Eisenach, um der Völkerschlacht und der Reformation zu gedenken und gleichzeitig ihre politische Forderungen nach Einheit und Freiheit an geschichtlichem Ort, auf der Wartburg, in einer großen Demonstration öffentlich vorzutragen.21
Das Wartburgfest der deutschen Burschenschaft am 18. Oktober 1817 vereinte etwa 450 Teilnehmer, darunter Studenten aus Berlin, Erlangen, Gießen, Göttingen, Halle, Heidelberg, Kiel, Leipzig, Marburg, Rostock, Tübingen und Würzburg. Von 366 eingetragenen studentischen Teilnehmern kamen 168 aus Jena.
Der Festzug am Morgen des 18. Oktober aus Eisenach auf der Wartburg, die vormittägliche Versammlung im Festsaal der Burg, nach einem mal mit zahlreichen Trinksprüchen nachmittags der Festgottesdienst in der Eisenacher Hauptkirche und schließlich der abendliche Fackelzug zur Wartenburg, auf dem die Ansprache von Verbrennung von Büchern und symbolischen Gegenständen erfolgte.22
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Ausgangslage der revolutionären Bestrebungen im frühen 19. Jahrhundert ein und skizziert die Bedeutung von Massenereignissen für das nationale Bewusstsein.
2. Niedergang Preußens bei Jena und Auerstedt: Das Kapitel thematisiert die militärische Niederlage Preußens und die daraus resultierende Notwendigkeit tiefgreifender politischer und ökonomischer Reformen.
3. Geschichte des Befreiungskrieges: Hier werden die Kämpfe gegen Napoleon und der Zusammenbruch der französischen Vorherrschaft in Europa sowie die Rolle der Verbündeten beschrieben.
4. Die Völkerschlacht bei Leipzig: Der Fokus liegt auf der militärischen Entscheidungsschlacht von 1813 und deren unterschiedlichen geschichtspolitischen Interpretationen.
5. Der Wiener Kongress 1814 / 1815: Dieses Kapitel analysiert die Neuordnung Europas durch die Fürsten und das Ziel der Wiederherstellung alter Machtverhältnisse (Restauration).
6. Burschenschaften: Es wird die Entstehung der studentischen Burschenschaftsbewegung als Trägerin liberaler und nationaler Ideen im Vormärz erläutert.
7. Der Deutsche Bund: Die Struktur und die politischen Rahmenbedingungen des losen Staatenbundes unter österreichischer Führung werden hier dargestellt.
8. Die Heilige Allianz: Das Kapitel behandelt das Bündnis der Monarchen zur Aufrechterhaltung der monarchischen Ordnung und zur Intervention gegen revolutionäre Bewegungen.
9. Das Wartburgfest 1817: Dieser Abschnitt beschreibt die studentische Versammlung, ihre Symbolik und die Forderungen nach Einheit und Freiheit.
10. Die Karlsbader Beschlüsse: Hier wird die staatliche Reaktion auf studentische Aktivitäten und die Einführung der Pressezensur sowie der Verbote thematisiert.
11. Hambacher Fest 1832: Das Kapitel beleuchtet das größte Fest des Vormärz als Höhepunkt der bürgerlich-liberalen und demokratischen Bewegung.
12. Fazit: Die Zusammenfassung bewertet die historische Bedeutung der untersuchten Feste für die Entwicklung hin zum deutschen Nationalstaat.
Schlüsselwörter
Vormärz, Wartburgfest, Hambacher Fest, Burschenschaften, Nationalbewegung, Liberalismus, Restauration, Befreiungskriege, Napoleon, Metternich, Einigkeit, Freiheit, Volkssouveränität, Demonstrationen, Karlsbader Beschlüsse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der politischen und gesellschaftlichen Bedeutung von Festen im Vormärz, insbesondere im Hinblick auf den Wunsch nach nationaler Einheit und freiheitlichen Rechten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Geschichte der Befreiungskriege, die Rolle der Burschenschaften als politische Akteure, staatliche Repressionsmaßnahmen und die Entwicklung einer bürgerlich-politischen Öffentlichkeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Rolle des Wartburgfestes und des Hambacher Festes als Kristallisationspunkte für das deutsche Nationalbewusstsein zu analysieren und deren Einordnung in die deutsche Geschichte zu verdeutlichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende historische Analyse von Quellen, zeitgenössischen Berichten und der wissenschaftlichen Fachliteratur zum Vormärz.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die historischen Meilensteine vom Zusammenbruch Preußens 1806 über den Wiener Kongress bis hin zum Hambacher Fest 1832 detailliert chronologisch untersucht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Nationalfest, Vormärz, Burschenschaft, Freiheit, Einheit und politische Restauration charakterisiert.
Warum wird das Wartburgfest als bedeutend für die deutsche Geschichte angesehen?
Es wird als eine der ersten spontanen politischen Veranstaltungen gewertet, bei denen sich Gruppen ohne obrigkeitliches Mandat im Namen des Volkes zu politischen Forderungen äußerten.
Inwiefern unterschied sich das Hambacher Fest vom Wartburgfest?
Während das Wartburgfest primär im studentischen Kontext stattfand, entwickelte sich das Hambacher Fest 1832 zu einer breiten demokratischen Massenveranstaltung, an der etwa 30.000 Menschen teilnahmen.
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- Student Rüsen Cacan (Author), 2009, Wartburgfest und Hambacher Fest, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148332