Mit der Forschungsfrage: „Sind Agenda Setting und politische Medien-Priming Effekte bei der Rezeption von politischen Informationen zum Thema „Mietpreis“ auf Twitter festzustellen?“ soll eine experimentelle Überprüfung der unbewussten bzw. beiläufigen Wahrnehmung auf Twitter erfolgen. Die Seminarteilnehmer erhielten eine Wissensvermittlung in Hinblick auf Agenda Setting, Medien-Priming und subliminaler Wahrnehmung, damit sie diese in Form eines eigenen Experiments praktisch Anwenden können. Das Vorgehen kann möglicherweise auch als weiterer Beleg in Hinblick auf die zahlreichen Studien und Experimente in diesem Bereich verwendet werden. Mit diesen Konzepten soll untersucht werden, ob kognitive Veränderungen im Gehirn mit dem Einfluss bestimmter Stimuli auf Probanden einwirken. In der vorliegenden Arbeit konzentriert sich diese Verfahrensweise auf die politische Informationsvermittlung über das Medium Twitter mit dem Thema der Mietpreisproblematik.
Durch die zunehmenden, medialen Transformationsprozesse gelingt die politische Rezeption nun auch auf dem Smartphone während man in der U-Bahn sitzt. Die App Twitter stellt dabei einen relevanten Kommunikationsträger im digitalisierten, politischen Diskurs dar. Die Menschen werden durch das Medium selbst zum politischen Akteur und können aufgrund der Meinungsfreiheit mitwirken. Beispielsweise nutzt der US-Präsident Donald Trump, wie kein anderer wichtiger Politiker zuvor, Twitter als Plattform zur Ansprache an das Publikum. Sobald sich ein neuer Gedanke entwickelt hat, wird dieser als erstes bei Twitter gepostet und findet dort seinen Weg von den sozialen in die traditionellen Medien. Durch den dadurch entstandenen Überfluss an Information, der kaum zu stoppen ist, etablierte sich eine unkontrollierte, politische Diskussion. Twitter wird deshalb vorwiegend nebenbei verwendet, da nicht jeder von den täglich 500 Millionen versendeten Tweets gründlich gelesen werden kann. Mit der Forschungsarbeit soll dahingehend geprüft werden, inwiefern die Menschen unterschwellig vom Überangebot auf Twitter beeinflusst werden. Durch die Rezeption des schnellen Überfliegens können Datensätze, welche in Millisekunden vom Gehirn erfasst werden, kognitive Effekte hervorrufen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Theoretischer Rahmen
1.1 Agenda Setting
1.2 Politisches Medien-Priming
1.3 Subliminale Wahrnehmung
2 Empirische Vorgehensweise
2.1 Methode
2.2 Operationalisierung
2.3 Fragebogendramaturgie
3 Pretest
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Forschungsarbeit untersucht mittels eines Experiments, inwieweit Agenda-Setting-Effekte und politisches Medien-Priming bei der Rezeption von Informationen zum Thema „Mietpreis“ auf der Plattform Twitter durch eine beiläufige Wahrnehmung ausgelöst werden können.
- Analyse kognitiver Effekte durch beiläufige Medienrezeption
- Experimentelle Untersuchung von Agenda Setting und Medien-Priming
- Mediale Rolle von Twitter im politischen Diskurs
- Einsatz methodischer Stimuli im Bereich der Mietpreisproblematik
- Evaluation durch Pretests und standardisierte Befragungen
Auszug aus dem Buch
1.1 Agenda Setting
Anfang der 70er Jahre begann die Wissenschaft sich mit einer neuen Perspektive auf Medienwirkungen auseinanderzusetzen. Diesmal jedoch mit der Fokussierung auf kognitive Wirkungen. Die Massenmedien besitzen nun im Unterschied zu den klassischen Ansätzen der Medienwirkungsforschung ein gesellschaftlich relevantes Wirkungspotenzial auf den Rezipienten (vgl. Bonfadelli; Friemel 2011: 181). Um dem Publikum aus der medialen Fülle von Informationen, Meinungen und Ereignissen eine Orientierungshilfe zu geben hat sich das Konzept „Agenda Setting“ etabliert. Die Agenda Setting Forschung zählt zum „erfolgreichsten der neuern Ansätze der Wirkungsforschung“ (Bonfadelli 2017: 176), wobei die Theorie durch zahlreiche Studien und Quellen, wie beispielsweise die Chapel-Hill Studie von McCombs und Shaw unterstützt wird. Dennoch fokussiert sich diese Arbeit nur auf die allgemeine Erklärung des Konzepts, da die intensivere Beschäftigung mit Agenda Setting an dieser Stelle zu weit fassen würde. Unter „Agenda“ wird in diesem Zusammenhang eine Liste von Themen, Ereignissen und Streitfragen, die für Rezipienten eine bestimmte Relevanz haben, verstanden (vgl. Jäckel 2011: 171). Mit der Aussage Bernhard Cohens aus dem Jahr 1963 (siehe auch Cohen 1963: 13) erklärt sich das Vorgehen der Agenda Setting Theorie, denn diese impliziert, „dass die Medien evtl. nicht beeinflussen können, was die Bevölkerung denkt, aber erstaunlich erfolgreich sind, worüber sich die Bevölkerung Gedanken macht bzw. was relevant ist“ (Bonfadelli 2017: 175). Dabei geht es primär um die Wichtigkeit der Themensetzung in den Medien, wodurch je nach spezifischer Themendifferenzierung der „Grad ihrer Sichtbarkeit, Auffälligkeit bzw. Aufdringlichkeit“ (Bonfadelli et al. 2011: 186) die Einschätzung der jeweiligen Themenrelevanz beim Rezipienten beeinflussen kann. Damit korreliert auch eine bestimmte Auswahl bzw. Gewichtung von Medieninhalten im Hierarchiesystem der Berichterstattung (vgl. Bonfadelli et al. 2011: 181). Im erstellten Experiment stellt genau diese Vorgehensweise den signifikanten Teil dar. Durch die intensivierte Präsenz des Stimulus der Mietpreisproblematik auf Twitter entspricht die veränderte Kognition bei den Probanden im Ergebnis möglicherweise dem potenziellen Agenda Setting Effekt.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle von Twitter im modernen politischen Diskurs und formuliert die Forschungsfrage hinsichtlich Agenda-Setting- und Priming-Effekten bei der Mietpreisproblematik.
1 Theoretischer Rahmen: Dieses Kapitel definiert die zentralen Konzepte Agenda Setting, politisches Medien-Priming und subliminale Wahrnehmung als wissenschaftliche Basis der Untersuchung.
2 Empirische Vorgehensweise: Hier wird der Versuchsaufbau erläutert, inklusive der Wahl von Twitter als Medium, der Gestaltung der Ablenkungsaufgabe und der operationalisierten Hypothesen.
3 Pretest: Der Pretest wird zur Überprüfung des methodischen Vorgehens und zur Identifikation technischer Mängel am Fragebogen beschrieben.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse sowie die methodischen Herausforderungen zusammen und reflektiert die Anwendbarkeit der Forschungsdesigns.
Schlüsselwörter
Agenda Setting, Politisches Medien-Priming, Subliminale Wahrnehmung, Twitter, Mietpreisproblematik, Medienwirkungsforschung, Online-Befragung, SoSci Survey, Kognitive Effekte, Experimentelles Design, Politische Berichterstattung, Rezeptionsverhalten, Versuchsplanung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob die beiläufige Rezeption politischer Tweets auf der Plattform Twitter unbewusste kognitive Effekte bei den Nutzern auslösen kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Agenda-Setting-Theorie, politisches Medien-Priming und die Konzepte der subliminalen Wahrnehmung im digitalen Kontext.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das Ziel ist die experimentelle Überprüfung, ob eine erhöhte Präsenz von Informationen zum Thema „Mietpreis“ auf Twitter die Einschätzung der Relevanz dieses Themas bei den Probanden beeinflusst.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde ein Experiment durchgeführt, bei dem Probanden einen Twitter-Feed unter Zeitdruck durchscrollen mussten, gefolgt von einer standardisierten Befragung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erläutert die theoretischen Grundlagen der Medienwirkung, die konkrete experimentelle Vorgehensweise (einschließlich der Twitter-Screenshots) und die Operationalisierung der Variablen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Agenda Setting, Medien-Priming, Twitter, Mietpreisproblematik und experimentelle Sozialforschung gekennzeichnet.
Warum wurde ausgerechnet Twitter für das Experiment ausgewählt?
Twitter wurde aufgrund seiner hohen Reichweite im politischen Diskurs und seiner Eigenschaft als Medium, das oft beiläufig genutzt wird, für das Experiment gewählt.
Hatte die geringe Probandenanzahl Auswirkungen auf die Ergebnisse?
Ja, aufgrund der niedrigen Teilnehmerzahl konnte die Untersuchung keinen repräsentativen Verwertungszusammenhang herstellen, was eine abschließende Verifizierung der Hypothesen erschwerte.
- Citar trabajo
- Vanessa Neumann (Autor), 2019, Sind Agenda-Setting und politische Medien-Priming Effekte bei der Rezeption von politischen Informationen zum Thema "Mietpreis" auf Twitter festzustellen?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1483619