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Das Attentat auf Otto von Bismarck (1874)

Title: Das Attentat auf Otto von Bismarck (1874)

Term Paper , 2024 , 19 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Angelika Lyszkiewicz (Author)

History of Europe - Ages of World Wars
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Seminararbeit beschäftigt sich mit dem Attentat auf Bismarck im Jahr 1874. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der These, dass der Täter Eduard Kullmann unter dem Einfluss der katholischen Kirche stand und deshalb das Attentat auf Bismarck ausübte. Damit wurde der Täter das Opfer einer Manipulation. Die Verfasserin untersucht, ob das Motiv tatsächlich auf religiöser Beeinflussung basierte oder die Tat Kullmanns doch aus eigener Initiative ausgeführt wurde.
Unter anderem wird überprüft, in welche Kategorie nach Sven Felix Kellerhof sich der Attentäter Eduard Kullmann einordnen lässt. Kellerhof klassifizierte Attentate in sechs Gruppen: idealistischer Einzeltäter, geistig verwirrte Einzeltäter, religiöse Eiferer, gedungene Mörder, Vollstrecker von Verschwörungen und politische Terroristen. Die Einordnung wird im Anschluss diskutiert, nachdem das Opfer, der Täter und der Tathergang vorgestellt wurde. Auch der historische Kontext, indem der Kulturkampf und die deutsche Zentrumspartei von großer Bedeutung waren, sowie die öffentliche Reaktion und die Folgen des Attentats haben für die Untersuchung der These eine wesentliche Rolle.

Um im Rahmen der Seminararbeit Missverständnisse zu vermeiden, wird zunächst die Herkunft des Wortes „Attentat“ geklärt und darauf aufbauend die Definition des Wortes aufgestellt. Die Bedeutung lässt sich aus dem lateinischen Wort „attentatum“ ableiten, was übersetzt ein „unberechtigter Angriff, unerlaubter Versuch“ bedeutet. Demandt bezieht sich auf das Spätantike Latein und überträgt den Ausdruck „Attentatio“ ins Deutsche als „Versuch eines Rechtsbruches“. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist ein Attentat ein geplantes oder versuchtes Verbrechen, dass bei Gelingen zu einem tödlichen Anschlag führt. Opfer können prominente und unbekannte Personen sein. Das hängt von der Absicht des Täters oder Tätergruppe ab. Ein Attentat wird eher als ein verübter Mord aus einem unerwarteten Hinterhalt an eine öffentliche Symbolfigur, meist aus der Politik, verstanden. Die brutale Ausführung wird mittels Waffen durchgeführt. Das Ziel eines Attentats ist eine gewaltsame Veränderung nach eigenen Vorstellungen oder die Verbreitung von Angst. Die Absichten des Täters können politisch, moralisch, philosophisch, religiös oder idealistisch motiviert sein. Letztlich erschüttert ein Attentat Länder, spaltet womöglich die Gesellschaft und ändert den Lauf der Geschichte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Otto von Bismarck

3. Der Kulturkampf und die Deutsche Zentrumspartei

4. Der Täter Eduard Kullmann

5. Das Attentat

6. Reaktion und Folgen des Attentats

7. Diskussion

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Attentat auf Otto von Bismarck im Jahr 1874 durch Eduard Kullmann. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob der Täter durch eine religiöse Manipulation seitens der katholischen Kirche zu seiner Tat bewegt wurde oder ob er eigeninitiativ handelte, wobei insbesondere der historische Kontext des Kulturkampfes und die Rolle der Zentrumspartei analysiert werden.

  • Historische Einordnung des Kulturkampfes und des Attentats
  • Biografische Analyse des Täters Eduard Kullmann
  • Untersuchung der These einer fremdgesteuerten Manipulation
  • Kategorisierung des Attentats nach Sven Felix Kellerhof
  • Politische Reaktionen und Folgen des Anschlags

Auszug aus dem Buch

5. Das Attentat

Otto von Bismarck war von 1862 bis 1890 Ministerpräsident in Preußen. Aus gesundheitlichen Gründen unterbrach er seine Amtszeit 1873 und begab sich folglich 1874 zu einer Kur nach Bad Kissingen. Der Kanzler litt unter Reizbarkeit, Erregbarkeit und Schlafstörungen und hatte zudem einen starken Gichtanfall im Frühjahr. Von seinem Aufenthalt erhoffte er sich eine Besserung der Beschwerden. König Ludwig II von Bayern stellte dem Ministerpräsidenten und seiner Familie ein Domizil zur Verfügung, das in der Nähe des Stadtzentrums lag. Zum Kurprogramm gehörte eine tägliche Badeanwendung in der Saline. Das Attentat ereignete sich eine Woche nach Kurbeginn am 13. Juli 1874. Bismarck stieg um 13:30 Uhr im Hofraum seines Kurdomizils in eine Kutsche, begleitet vom Kutscher Schmidt und Kammerdiener Niedergesäß. An diesem Tag versammelte sich vor der Ausfahrt des Hofes eine Menschenmenge, weil sie den Reichskanzler sehen wollten. Unter ihnen befand sich der 20-jährige Eduard Kullmann.

Während die Kutsche die Straße erreichte und in Richtung Saalebrücke abbog, musste sie anhalten, da ein Priester den Weg überquerte. Währenddessen blickte Bismarck in die Menge und führte seine rechte Hand zum Gruß an den Hutrand. Diese Geste war seine Rettung, denn in diesem Moment löste sich der Attentäter Eduard Kullmann aus der Menge und feuerte einen Schuss mit einer Pistole auf den Kanzler ab. „Bismarck fühlte, einen heißen Strom und war für kurze Zeit geblendet. Er meinte, daß er einen Schlag am Kopf erhalten habe, glaubte sich auch an diesem getroffen, und betastete sich, um die Wunde zu suchen.“ Sein Kopf blieb unversehrt, aber seine rechte Hand hatte zwei Verletzungen, ohne dass die Hauptschlagader getroffen wurde. Die Tat versetzte die Menschenmenge in Aufruhr, der Berliner Sicherheitsbeamte Franz Wilhelm Kowert und ein weiterer Mann konnten den Täter jedoch auf der Saalebrücke fassen, nachdem dieser zu fliehen versuchte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der Problemstellung und der zentralen These bezüglich einer möglichen Manipulation des Attentäters durch religiöse Einflüsse.

2. Otto von Bismarck: Einblick in das Leben und die politische Karriere Bismarcks bis zum Attentat sowie Darstellung seiner gesundheitlichen Verfassung während der Kur.

3. Der Kulturkampf und die Deutsche Zentrumspartei: Historische Kontextualisierung des Konflikts zwischen dem preußischen Staat und der katholischen Kirche sowie die Entstehung der Zentrumspartei.

4. Der Täter Eduard Kullmann: Biografische Untersuchung von Kullmanns Herkunft, seiner Ausbildung und seiner psychischen sowie sozialen Entwicklung bis zur Tat.

5. Das Attentat: Detaillierte Schilderung des Tathergangs in Bad Kissingen am 13. Juli 1874 und der unmittelbaren Festnahme des Täters.

6. Reaktion und Folgen des Attentats: Analyse der öffentlichen Reaktionen und der politischen Konsequenzen, insbesondere durch die Verschärfung des Kulturkampfes.

7. Diskussion: Kritische Auseinandersetzung mit den Ermittlungsergebnissen, der Zurechnungsfähigkeit von Kullmann und der Manipulationsdebatte.

8. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Einordnung des Attentäters in die Kategorien von Sven Felix Kellerhof.

Schlüsselwörter

Attentat, Otto von Bismarck, Eduard Kullmann, Kulturkampf, Deutsche Zentrumspartei, Säkularisierung, Manipulation, Ultramontanismus, Bad Kissingen, Mordanschlag, Einzeltäter, 1874, Reichsgründung, Kirchenpolitik, Politikgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Attentat auf den Reichskanzler Otto von Bismarck im Jahr 1874, das durch Eduard Kullmann in Bad Kissingen verübt wurde.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit verknüpft die persönliche Biografie des Attentäters mit dem politischen Kontext des "Kulturkampfes" zwischen dem preußischen Staat und der katholischen Kirche.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist zu klären, ob Kullmann als Werkzeug einer religiösen Manipulation handelte oder ob er seine Tat aus eigenem Entschluss und aufgrund persönlicher Radikalisierung ausführte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf Fachliteratur, zeitgenössischen Berichten und der juristischen Aufarbeitung des Falls basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Vorstellung des Opfers und des Täters, die historische Einordnung der politischen Umstände sowie die detaillierte Darstellung des Attentats und der anschließenden Ermittlungen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Ultramontanismus, Kulturkampf, Einzeltäter, geistige Zurechnungsfähigkeit und die Rolle der Zentrumspartei.

Warum galt ein katholischer Geistlicher als möglicher Komplize?

Am Tatort wurde ein Priester gesehen, dessen Verhalten bei der Kutschvorbeifahrt von Zeugen als verdächtig eingestuft wurde; polizeiliche Ermittlungen konnten jedoch keinen Zusammenhang zum Attentäter belegen.

Wie wurde die Zurechnungsfähigkeit von Eduard Kullmann bewertet?

Trotz seines schwierigen familiären Hintergrunds und des pathologischen Umfelds kam ein Gutachter zu dem Schluss, dass Kullmann durchaus bei klarem Verstand war und seine Tat mit voller Zurechnungsfähigkeit plante.

Welche Folgen hatte das Attentat für den Kulturkampf?

Der Anschlag wurde von politischer Seite genutzt, um den Druck auf die Zentrumspartei und die katholische Kirche zu erhöhen, was zu verschärften gesetzlichen Gegenmaßnahmen führte.

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Details

Title
Das Attentat auf Otto von Bismarck (1874)
College
University of Rostock
Grade
2,0
Author
Angelika Lyszkiewicz (Author)
Publication Year
2024
Pages
19
Catalog Number
V1484071
ISBN (PDF)
9783389036969
ISBN (Book)
9783389036976
Language
German
Tags
attentat otto bismarck
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Angelika Lyszkiewicz (Author), 2024, Das Attentat auf Otto von Bismarck (1874), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1484071
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