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Internet und Kulturen

Technokulturelle Untersuchungen aus wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und politischer Perspektive

Title: Internet und Kulturen

Diploma Thesis , 2002 , 79 Pages , Grade: 2,1

Autor:in: Carsten Krauß (Author)

Romance Studies - Interdisciplinary
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Das Internet hat heute die Welt fest im Griff. Nahezu jedes Ereignis, nahezu jedes Geschäft und nahezu jede persönliche Beziehung in einer modernen Welt wird auch durch entsprechende Erscheinungen in der Virtualität begleitet.
Diese Arbeit gibt einen umfassenden Überblick über den Zusammenhang verschiedenster Forschungsgebiete in ein und demselben Untersuchungsgegenstand und hebt damit dessen heutige Bedeutung hervor. Die Bedeutung, die das Internet aufgrund seiner "Macht" jedoch auch im interkulturellen Kontext gewonnen hat und weiter gewinnen wird, scheint bei näherer Betrachtung von
weitaus größerem Ausmaß zu sein, als zunächst vermutet. Großteils losgelöst von traditioneller interpersonaler Kommunikation bildeten sich im Laufe der Verbreitung des Internet eigene Wege und Formen des Austauschs kulturspezifischer Werte und Vorstellungen. Durch dieses kontinuierliche Wachstum begünstigt, entwickelte sich zunehmend die Grundlage für die Entstehung einer eigenen Internet-Kultur, einer Art Subkultur, die sich durch eine Anzahl von gemeinsamen Merkmalen kennzeichnen lässt.
Obgleich der Herausbildung dieser neuartigen Kulturform, bestanden und bestehen erhebliche Diskrepanzen in der Expansionsgeschwindigkeit des Netzes in den traditionellen Kulturräumen. Die Hintergründe und Ursachen für diese Unterschiede aufzudecken, ist Ansatzpunkt der vorliegenden Arbeit. Weiterhin nimmt sie Referenz auf die Entstehung einer eigenen Internet-Kultur. Um die Existenz einer derartigen Kultur
darlegen zu können, werden mit den USA, Deutschland und Frankreich die Beispiele von drei, für die Entwicklung des Netzes bedeutungsvollen Ländern herangezogen.
Anhand dieses Vergleichs werden Trends abgelesen und Prognosen für weitere Entwicklungen im Zusammenhang zwischen Kulturen und
Internet abgegeben.
Neben dem in dieser Arbeit vordergründigen Verhältnis von Technik und Kultur spielt eine Vielzahl von wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Einflüssen eine
ebenso gewichtige Rolle in dieser Arbeit. In der Konsequenz kann sie damit Unterschiede erklären und Wissensgrundlagen liefern.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einführung

II. Begriffe

II.1. Internet

II.2. Kultur

III. Entstehungsgeschichte des Internet

Kulturschock

IV. Möglichkeiten im Internet

IV.1. Akteure und Funktionsweise

Kommunikationsmodelle & Interkulturelle Kommunikation

IV.2. Internet-Dienste

Dimensionen interkultureller Unterschiede in der Kommunikation

V. Kulturelle, gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Bedeutung des Internet

VI. Netzdemographie

VI.1. Hosts

VI.2. User

Kulturelle Horizonte

VI.3. Domains

Daten- und Dialogorientierte Kulturen

VI.4. Sprachen

Lingua franca

Diachrone Variation & Migrationsbewegungen

VI.5. Geschlecht

VI.6. Alter

VI.7. Bildung

Kultur und Bildung im zeitlichen Wandel

VI.8. Einkommen

VI.9. Nutzungsmuster

Monochrones und Polychrones Verhalten & Low und High Context

VII. Zusammenfassung

VII.1. Zukunftsszenarien

Best-Case-Scenario

Worst-Case-Scenario

Real-Case-Scenario

VII.2. Schlussfolgerungen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht das Internet als technokulturelles Phänomen und analysiert, wie sich das Netz in verschiedenen kulturellen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Kontexten entwickelt und auswirkt, wobei ein besonderer Fokus auf der Untersuchung der Interaktionen zwischen Technik und Kultur liegt.

  • Analyse der historischen Entstehung und technologischen Entwicklung des Internets.
  • Untersuchung netzdemographischer Faktoren in Deutschland, Frankreich und den USA.
  • Erforschung interkultureller Kommunikationsphänomene in virtuellen Räumen.
  • Bewertung der ökonomischen Bedeutung des Internets und dessen Einfluss auf die Gesellschaft.
  • Prognose zukünftiger Entwicklungen anhand von verschiedenen Zukunftsszenarien.

Auszug aus dem Buch

Lingua franca

Zweifelsohne war und ist Englisch die vorherrschende Sprache im Internet, quasi die „lingua franca“ moderner elektronischer Kommunikation. Das sollte bedeuten, dass sich alle Personen, die sich der „lingua franca“-Kommunikation bedienen, auf einer einheitlichen sprachlichen, aber auch kulturellen Ebene befinden. Da weltweit jedoch unterschiedliche Versionen englischer Sprache existieren, die selbst aus verschiedenen Kulturkreisen entstammen und daher eine Abhängigkeit gegenüber diesen aufgebaut haben, ist jene Kommunikation in Realität mit weitaus größeren Problemen behaftet als erwartet. So sind bereits die US-amerikanischen und britischen Varianten des Englischen respektive deren kulturelle Merkmale weit voneinander entfernt. Treffen dann sogar Varianten, die aus dem ehemaligen britischen Kolonialreich hervorgegangen sind, aufeinander, wird diese kulturelle Kluft um so größer und dadurch der Kommunikationshintergrund um so kritischer. Eine zusätzliche Multiplikation dieser Einflussfaktoren ist festzustellen, wenn die Herkunft der Kommunikationsteilnehmer in Ländern zu finden ist, deren Nationalsprache auf keiner der englischen Varianten beruht, wie zum Beispiel Deutschland oder Frankreich. In einem derartigen Fall ist es um so schwieriger, eindeutig zu definieren, welche kulturellen Charakteristika welcher aktiv oder passiv am Kommunikationsprozess beteiligten Kultur dominieren. Daher ist die „kulturelle Position“ des Englischen, obgleich zahlenmäßig noch am stärksten im Internet vertreten, effektiv bereits heute gegenüber nicht-englischen Muttersprachlern geschwächt.

Im Zuge dieser Entwicklung lässt sich weiterhin beobachten, dass andere Sprachen den noch vorhandenen Vorsprung der englischen Sprache mit rasender Geschwindigkeit aufzuholen versuchen. Waren 1996 noch 80 % der Internet-User englischsprachig, so sind es 2002 bereits weniger als ein Drittel, und bis 2005 wird es Prognosen zufolge nicht einmal mehr ein Viertel sein (Vgl. Tab. VI.4.1). Grund hierfür sind die schon heute relativ hohen Anschlussquoten in den Industrieländern und die vergleichsweise dazu geringen in den bevölkerungsreichen Schwellenländern Asiens und Südamerikas. Aber auch im technologisierten Europa sind innerhalb der nächsten 3 Jahre noch immer enorme Steigerungen der User-Zahlen zu erwarten.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die globale Bedeutung des Internets als Kommunikationsinstrument und definiert das Ziel der Arbeit, den Zusammenhang zwischen Kultur und Internet zu untersuchen.

II. Begriffe: Dieses Kapitel erarbeitet die grundlegenden Definitionen für die Begriffe Internet und Kultur im Kontext der vorliegenden Untersuchung.

III. Entstehungsgeschichte des Internet: Die historische Entwicklung des ARPANET zum heutigen Internet wird nachgezeichnet, ergänzt um eine theoretische Betrachtung zum Phänomen des Kulturschocks.

IV. Möglichkeiten im Internet: Es werden die Akteure, Funktionsweisen und spezifische Internet-Dienste analysiert sowie deren Bedeutung für die interkulturelle Kommunikation diskutiert.

V. Kulturelle, gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Bedeutung des Internet: Dieses Kapitel bewertet den tiefgreifenden Wandel von Industriegesellschaften zu Informationsgesellschaften und die damit verbundenen Herausforderungen.

VI. Netzdemographie: Eine detaillierte Analyse statistischer Daten zu Hosts, Usern, Sprachen, Alter, Bildung und Einkommen in Deutschland, Frankreich und den USA.

VII. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Betrachtung möglicher Zukunftsszenarien (Best-, Worst- und Real-Case) sowie einer Schlussfolgerung zur zukünftigen kulturellen Transformation durch das Internet.

Schlüsselwörter

Internet, Kultur, Interkulturelle Kommunikation, Netzdemographie, Globalisierung, Informationsgesellschaft, Lingua franca, ARPANET, Digitale Kluft, Internet-Dienste, World Wide Web, Zukunftsszenarien, E-Commerce, Technologie, Soziologie des Internet.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Internet unter dem Aspekt der "Technokultur" und untersucht, wie wirtschaftliche, gesellschaftliche und politische Faktoren in verschiedenen Kulturräumen die Verbreitung und Nutzung des Internets beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die historische Entstehung des Internets, die demographische Analyse der Internet-Nutzer in Deutschland, Frankreich und den USA sowie die Auswirkungen von Kultur auf die Art der Internetnutzung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen technischer Entwicklung und kulturellen Eigenheiten zu beleuchten und aufzuzeigen, wie sich durch das Internet eine neue, grenzübergreifende Netzkultur herausbildet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Auswertung umfangreicher statistischer Daten und Erhebungen, um Hypothesen zur Interkulturalität im Netz zu verifizieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine technikhistorische Einordnung, eine umfassende netzdemographische Analyse (nach Geschlecht, Alter, Bildung, Einkommen) und eine Untersuchung von Nutzungsmustern basierend auf kulturellen Zeitkonzepten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Internet-Kultur, Interkulturelle Kommunikation, Global Village, Netzdemographie und die Untersuchung von länderspezifischen Nutzungsmustern charakterisiert.

Was unterscheidet datenorientierte von dialogorientierten Kulturen?

Datenorientierte Kulturen (wie USA oder Deutschland) suchen nach expliziten Fakten und nutzen das Internet primär als Informationswerkzeug, während dialogorientierte Kulturen (wie Frankreich) stärker den zwischenmenschlichen Aspekt und den sozialen Kontext priorisieren.

Warum spielt die Unterscheidung von "Low Context" und "High Context" eine Rolle?

Diese Unterscheidung hilft zu erklären, warum verschiedene Kulturen das Internet unterschiedlich nutzen: Low-Context-Kulturen benötigen explizite Informationen (hohe Nutzung von Dateitransfers), während High-Context-Kulturen Kommunikation eher implizit und beziehungsorientiert (Chat, E-Mail) gestalten.

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Details

Title
Internet und Kulturen
Subtitle
Technokulturelle Untersuchungen aus wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und politischer Perspektive
College
University of Applied Sciences Zwickau  (Fachbereich Sprachen)
Grade
2,1
Author
Carsten Krauß (Author)
Publication Year
2002
Pages
79
Catalog Number
V148469
ISBN (eBook)
9783640596560
ISBN (Book)
9783640596911
Language
German
Tags
Internet; Kulturen; eCommerce; WWW Frankreich Deutschland USA TCP/IP PC Computer; FTP Minitel; BTX Gesellschaft Werte Normen Interkulturelle Unterschiede Kommunikation Training interkulturell intercultural business culture Kultur Vergleich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Carsten Krauß (Author), 2002, Internet und Kulturen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148469
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